Kinder dürfen ab 7. Juni gegen Corona geimpft werden. imago/Westend61

Kann ich mein Kind mit gutem Gewissen gegen das Coronavirus impfen lassen? Die EU-Arzneimittelbehörde sagt Ja, die Experten der deutschen Ständigen Impfkommission (Stiko) sagen Jein und pochen vor einer generellen Empfehlung darauf, Studien über mögliche Nebenwirkungen für Kinder und Jugendliche abwarten zu wollen.

Nur bei Kindern mit schweren Vorerkrankungen sei eine Impfung ratsam, so die Stiko. Und Ärztepräsident Klaus Reinhardt gibt den Kommissions-Fachleuten Recht.

Eltern stecken im Impf-Dilemma

Bei diesen gegensätzlichen Ansichten möchte man wirklich nicht in der Haut von Eltern stecken, die für ihr Kind das Beste wollen und keine klare Antwort aus der Fachwelt bekommen.

Wie sollen Eltern da auch ganz entschieden auf mögliche Zweifel ihrer Sprösslinge gegenüber dem Impfen reagieren? Sie sind ja möglicherweise selbst erst durch die Kakophonie der Meinungen unsicher geworden.

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Die Folgen sind jedoch schon vorhersehbar und betreffen uns alle: Möglicherweise verzichten jetzt mehr Eltern auf die Impfung ihrer Kinder und so kann sich das Virus weiter verbreiten und mutieren.

Durcheinander zerstört Vertrauen

Oder Ärzte berufen sich auf die Meinung der Ständigen Impfkommission und weigern sich unter 16-Jährigen die Spritze zu geben. Einmal mehr wird durch das Durcheinander Vertrauen zerstört und einmal mehr wächst nicht nur die Skepsis gegenüber dem Impfen selbst, sondern auch gegenüber Experten, die während der Corona-Pandemie oftmals in ihrer Meinung umschwenkten sowie gegenüber Politikern, die vieles versprechen und eine Impfkampagne ab 7. Juni ausrufen ohne genügend Impfstoff zu haben.

Wie kann es bei einem so großen Heer von Kümmerern und Wissenschaftlern bloß sein, dass Familien am Ende doch wieder ganz allein da stehen und die Entscheidung selbst in die Hand nehmen müssen?