Die Mehrheit der Deutschen will am 26. September einen politischen Wechsel herbeiwählen. Foto: imago/Fleig/Eibner-Pressefoto

Die Deutschen wünschen sich einen „politischen Wechsel“ und einen „Neuanfang“ nach der Bundestagswahl am 26. September. Das sagt Robert Vehrkamp, Demokratie-Experte der Bertelsmann-Stiftung, zu den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage, die die Stiftung vom Demoskopie-Institut Allensbach durchführen ließ.

61,5 Prozent der 1028 Befragten wünschen sich demnach einen Wechsel der Bundesregierung. 67,2 Prozent verlangen in vielen Bereichen eine andere Politik. Vehrkamp: „Für den Wunsch nach Wechsel ist das der höchste gemessene Wert seit der ersten Erhebung der Frage Anfang der 1990er Jahre. Die Wechselstimmung befindet sich damit auf einem Rekordniveau.“

Umwelt wichtigstes Wechselthema

Nach konkreten Politikfeldern befragt, wünschen sich 55,4 Prozent eine neue Umwelt- und Klimaschutzpolitik, gefolgt von Änderungen bei der Flüchtlings- und Integrationspolitik (54,9 Prozent), der Renten- (53,9) und der Bildungspolitik (52,4).

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Auch der Wunsch nach einem Politikwechsel in der Bekämpfung der Corona-Pandemie bleibt auf hohem Niveau (52,1 Prozent). Deutlich weniger wichtig erscheint den Menschen ein Politikwechsel in der Finanzpolitik (37,3 Prozent), bei der inneren Sicherheit (35,4 Prozent) und in der Europapolitik (25,3 Prozent).

Ost-West-Unterschiede

Zum Teil deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen West und Ost: Während sich in Westdeutschland (57) der Wunsch nach einer neuen Klimaschutzpolitik noch einmal etwas stärker ausgeprägt zeigt als im Durchschnitt aller Deutschen (55,4 Prozent), liegt der Wert in Ostdeutschland mit 47,9 Prozent spürbar niedriger. Demgegenüber wünschen sich in den ostdeutschen Bundesländern fast zwei Drittel aller Menschen vor allem eine neue Flüchtlings- und Integrationspolitik (65,9 Prozent) und eine neue Corona-Politik (64,7 Prozent). Gleichzeitig ist im Osten der Wunsch nach einer neuen Bildungspolitik (63,6) stärker ausgeprägt als in Westen (49,9).

„Wer im anstehenden Wahlkampf die Menschen mit seinen Ideen und Programmen überzeugen will, muss sie überzeugen, für einen echten Politikwechsel zu stehen“, fasst Vehrkamp zusammen.