Uli Hoeneß und Schalke-Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies kennen sich seit vielen Jahren. dpa/Roland Weihrauch

Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß mischt sich in den Fleischskandal von Gütersloh ein: Er findet die Kritik an Schalke-Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies wegen des massiven Corona-Ausbruchs in dessen Fleischbetrieb überzogen. Er sagt: „Teilweise erinnert es mich an meine Zeit mit der Steuersache. Ich glaube, wenn man mal in so einer Maschinerie drin ist, dann versucht da jeder, den anderen noch zu überholen mit seiner Kritik.“

Hoeneß verteidigt seinen langjährigen Freund Tönnies mit deutlichen Worten: „Ich muss ehrlich sagen, wenn Fehler gemacht wurden, muss man dazu stehen. Das tut er ja! Wenn Dinge zu ändern sind, dann muss man das auch tun. Ich gehe davon aus, dass er das tut, wenn es notwendig ist.“ Aber man dürfe nicht alles „in Schutt und Asche“ reden, was Tönnies beim Aufbau der Firma geleistet habe. „Das ist aber ein Zeichen unserer Gesellschaft: Wenn du dran bist, dann gibt es kein Halten mehr. Und das erlebt er jetzt gerade am eigenen Leib“, betont Hoeneß.

Tönnies steht als Firmenchef und als Boss des Bundesligisten Schalke 04 massiv unter Druck. Im Stammwerk des Tönnies-Fleischkonzerns im Kreis Gütersloh hatten sich weit über 1000 Mitarbeiter mit Corona infiziert. Deshalb gab es heftige Kritik an den Arbeitsbedingungen im Tönnies-Unternehmen. Viele Schalke-Fans fordern einen Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden bei den Königsblauen. 

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kündigte am Montag an, dass der Corona-Lockdown im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche verlängert wird. Für den Nachbarkreis Warendorf hingegen sollen die Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch auslaufen. (mit dpa)