Denys Monastyrskyj (r.) im April 2022 in Butscha.
Denys Monastyrskyj (r.) im April 2022 in Butscha. dpa/Ukrinform

Fürchterliche Tragödie nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew: Bei einem Hubschrauberabsturz sind der ukrainische Innenminister Denys Monastyrskyj, weitere hochrangige Politiker und mehrere Kinder ums Leben gekommen. Insgesamt war zuletzt von mindestens 14 Toten die Rede, darunter vier Kinder. Auch Vize-Innenminister Jehwhenij Jenin und ein Staatssekretär sind demnach unter den Toten.

Zum Zeitpunkt des Absturzes sollen sich Kinder und Erzieher im Kindergarten aufgehalten haben. „Alle wurden evakuiert“, teilte Regionalgouverneur Oleksij Kuleba über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. 29 Menschen, darunter 15 Kinder, wurden verletzt.

Der staatliche Rundfunksender Suspilne berichtet unter Berufung auf Polizeibeamte, dass sich neun der Toten an Bord des Hubschraubers befanden. Auf in Online-Netzwerken verbreiteten Videos von der Absturzstelle war ein großflächiger Brand zu sehen.

Ukrainischer Innenminister stirbt: Absturzursache unklar

Die Absturzursache war zunächst unklar. Laut dem Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, Jurij Ihnat, handelte es sich um einen von Frankreich gelieferten Hubschrauber des Typs Airbus H225. Eine Kommission werde die Ursachen untersuchen. „Das wird nicht nur ein bis zwei Tage dauern, denn die Untersuchung einer Flugkatastrophe braucht eine gewisse Zeit“, sagte Ihnat.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hatte 2016 gegen den H225 wegen Sicherheitsbedenken ein vorläufiges Flugverbot verhängt. Schon das Vorgänger-Modell AS332 war in mehrere Flugunfälle verwickelt.

Der Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, teilte Journalisten in Browary mit, dass die Führungsriege des Innenministeriums auf dem Weg zu einem der Frontabschnitte gewesen sei. Nähere Angaben wollte er nicht machen.

Aus Brüssel kamen derweil erste Kondolenzen: EU-Ratspräsident Charles Michel erklärte den Angehörigen der Opfer sein Beileid. Monastyrskyj sei ein guter Freund der EU gewesen, schrieb der 47-Jährige auf Twitter. Der verstorbene Monastyrskyj war im Jahr 2021 zum Innenminister ernannt worden.

Die Ukraine kämpft seit fast elf Monaten gegen einen russischen Angriffskrieg. Immer wieder gibt es Luftalarm in dem Land wegen russischer Raketen- und Drohnenangriffe. Auch die Hauptstadt Kiew war wie andere Teile des Landes immer wieder Angriffsziel. Schnell nach dem Absturz verbreiteten sich in den sozialen Medien Spekulationen, dass es sich um einen Anschlag gehandelt haben könnte.