Finnische Zöllner kontrollieren die Autos russischer Touristen am Grenzübergang Nuijkamaa.
Finnische Zöllner kontrollieren die Autos russischer Touristen am Grenzübergang Nuijkamaa. AFP/Allessandro Rampazzo

Der blutige Überfall Russlands auf die Ukraine bekommt jenseits des Landes immer neue Facetten. Unter anderem sind europäische Länder inzwischen geneigt, Russen die Einreise als Touristen zu verbieten. Auch wenn der Reiseverkehr durch gekappte Flug- und Bahnverbindungen erschwert ist, sind doch im Sommer viele Russen trotz Krieges mit dem Auto oder im Bus über Estland und Finnland in die EU gereist. Russlands Nachbar Lettland im Baltikum hat bereits die Visa-Bestimmungen verschärft. Finnland zieht es in Betracht.

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Finnische Regierungschefin findet es ungerecht, dass Russen reisen dürfen

Ministerpräsidentin Sanna Marin erklärte im finnischen Sender YLE, es sei nicht gerecht, dass Russland einen brutalen Krieg führe, aber Russen als Touristen ganz normal Europa besuchen könnten. Allerdings müsse es eine Lösung für den ganzen Schengen-Raum geben, der weite Teile Europas umfasst und in dem man problemlos herumreisen kann, wenn man das Visum für ihn hat.

Kaja Kallas, die Regierungschefin von Estland, schloss sich der Forderung an: „Europa zu besuchen ist ein Privileg, kein Menschenrecht.“

Laut YLE soll das Thema am 31. August von den EU-Außenministern besprochen werden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte gesagt: „Die wichtigsten Sanktionen sind es, die Grenzen zu schließen, denn die Russen nehmen anderen ihr Land weg.“  Die Russen sollten „in ihrer eigenen Welt leben, bis sie ihre Philosophie ändern“. Hintergrund seiner Äußerungen sind russische Pläne, sich Gebiete im Osten und Süden der Ukraine einzuverleiben.

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Ikonen liegen in den Trümmern einer von russischer Artillerie zerstörten Kirche.
Ikonen liegen in den Trümmern einer von russischer Artillerie zerstörten Kirche. AP/Evgeniy Maloletka

Unterdessen haben die USA der Ukraine weitere Militärhilfe in Höhe von einer Milliarde Dollar zugesagt. Damit sollen es fast zehn Milliarden sein, plus 4,5 Milliarden Dollar Haushaltshilfe. Das neue  Rüstungspaket umfasst dem Pentagon zufolge unter anderem  Munition für die bereits gelieferten Raketenwerfer, 1000 Panzerabwehrraketen, 50 gepanzerte medizinische Behandlungsfahrzeuge sowie medizinisches Material.

Russland will einstweilen keine neuen Atomwaffen-Inspektionen

Russland erklärte derweil, befristet keine im New START-Abrüstungsvertrag vorgesehenen Inspektionen seiner Atomwaffen durch die USA mehr zuzulassen. Man könne unter den derzeitigen Bedingungen auch keine Kontrollen in den USA durchführen, weil der Luftraum für russische Flugzeuge geschlossen sei. Außerdem fürchte man, dass US-Kontrolleure Corona nach Russland einschleppen, russische Kontrolleure sich in den USA anstecken könnten. Allerdings ruhen die Inspektionen ohnehin seit 2020 wegen der Pandemie.

Der Vertrag begrenzt die Atomwaffenarsenale beider Länder auf je 1550 einsatzbereite Sprengköpfe. Im Februar 2021 hatten sich US-Präsident Joe Biden und Russlands Staatschef Wladimir Putin auf eine Verlängerung  bis 2026 geeinigt.