"Ärzte ohne Grenzen" bringen Patienten aus wegen vieler Verwundeter überfüllten Krankenhäusern im Osten der Ukraine in den Westen des Landes. AP/Francisco Seco

Aus dem Kriegsgebiet im Osten und Süden der Ukraine gibt es widersprüchliche Nachrichten. Während in den vergangenen Tagen von beständigem, wenn auch langsamem Vorrücken der russischen Truppen im Donbass die Rede war, sind ukrainische Verbände im südlichen Raum Cherson/Mykolajiw zum Gegenangriff angetreten sein. Beide Seiten sprechen von Erfolgen.

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Das US-Kriegsforschungsinstitut Institute for the Study of War (ISW) nannte die ukrainischen Bemühungen eine „erfolgreiche begrenzte Gegenattacke“. Sie habe die Russen gezwungen, zur Verteidigung überzugehen und störe den Versuch Moskaus, die Kontrolle über die Schwarzmeerregion Cherson zu festigen.

Ukrainische Partisanen töten russische Soldaten und Kollaborateure

Die Russen erleiden im besetzten Süden offenbar Verluste durch Partisanen. Seitens der Ukraine ist von weit über 50 Russen die Rede, die bislang getötet wurden, darunter Soldaten, aber auch Kollaborateure. Vor einer Woche wurde der von den Russen eingesetzte Bürgermeister der Kleinstadt Enerhodar mitsamt seiner Leibwächter bei einem Bombenanschlag schwer verletzt. Das war einer der wenigen Vorfälle, die von russischer Seite bestätigt wurden.

Briten berichten von Meutereien bei russischen Truppen in der Ukraine

Der britische Militärgeheimdienst berichtet unterdessen, dass hohe Verluste im russischen Offizierkorps die Leistungsfähigkeit der Armee beeinträchtigten, und dass es glaubwürdige Hinweise auf Meutereien in der Truppe gebe. Moral und Disziplin hätten stark gelitten.