Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zur TIME Person des Jahres ernannt worden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zur TIME Person des Jahres ernannt worden. TIME Magazine

Kein Politiker hat seit dem 24. Februar so die Fernsehbildschirme und die sozialen Medien beherrscht wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Das Staatsoberhaupt der Ukraine ist wegen seines Widerstandes gegen den russischen Einmarsch in sein Land vom US-Magazin „Time“ zur Person des Jahres gewählt worden.

Wolodymyr Selenskyj habe „die Welt elektrisiert“

Die Entscheidung war für die Redaktion nicht schwer. „Die diesjährige Wahl war die eindeutigste in unserer Erinnerung“, schrieb „Time“-Chefredakteur Edward Felsenthal zur Begründung am Mittwoch. „Ob der Kampf um die Ukraine einen mit Hoffnung oder mit Angst erfüllt, Wolodymyr Selenskyj hat die Welt auf eine Weise elektrisiert, wie wir es seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben.“

Weiter nannte das Magazin die Entscheidung des 44-Jährigen „schicksalhaft“, nach dem Einmarsch Russlands Ende Februar und dem Vormarsch der Truppen auf Kiew in der Hauptstadt zu bleiben. Selenskyj habe die sozialen Medien genutzt, um Zusammenhalt zu demonstrieren und ihn zu stärken.

Zudem habe er mit täglichen Online-Reden etwa vor Parlamenten und bei kulturellen Veranstaltungen globale Präsenz gezeigt. „Seine Informationsoffensive veränderte die geopolitische Wetterlage und löste eine Welle weltweiter Handlungen aus.“

Auch Wladimir Putin wurde schon zur Time Person des Jahres ernannt

„Time“ kürt seit knapp einem Jahrhundert jedes Jahr traditionell die „Person of the Year“ - jene Person, die die Welt in den vorherigen zwölf Monaten am meisten verändert hat. Selenskyi setzte sich 2022 unter anderem gegen Star-Unternehmer Elon Musk durch, der bereits 2021 auf dem Cover war.

Dabei werden mit dem Preis jedoch nicht immer positive Personen gewürdigt. Denn bei der Person des Jahres geht es darum, wer die Welt am meisten verändert hat.  So haben den Preis auch schon Diktatoren wie Adolf Hitler, Josef Stalin oder der iranische Revolutionsführer Ruhollah Khomenei erhalten. Auch Russlands Diktator Wladimir Putin hat den Preis schon erhalten. Im Jahr 2007 wurde er ausgezeichnet.

Zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten zeichnete das Magazin am Mittwoch auch den „Geist der Ukraine“ mit dem Titel aus. Damit soll auch der Wille des ukrainischen Volkes insgesamt gewürdigt werden, der russischen Invasion zu widerstehen und das Land zu verteidigen.