Ivan Kuliak zeigte Unterstützung für den Krieg. Twitter

Die Buchstaben „V“ und vor allem „Z“ haben in Russland in Zusammenhang mit dem Überfall auf die Ukraine eine besondere symbolische Bedeutung erlangt. Unter diesem Code versammeln sich die Unterstützer von Putin und dessen Krieg.

Auch auf Panzern und sonstige Kriegsfahrzeugen sind die oft handegemalten Buchstaben oft zu sehen. Die Debatte über das Symbol begann sogar schon vor dem Einmarsch der Russen.

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Putin-Provokation beim Weltcup

Beim Turn-Weltcup in Doha, bei dem russische Athleten noch starten dürfen (wenn auch ohne die Flagge ihres Landes), sorgte dasSymbol jetzt für einen Skandal. Oder genauer: der Turner, der es als provozierende Geste auf der Brust trug.

Für viele Beobachter war dieser Vorfall ein Eklat, der dafür sorgen könnte, dass Russen wirklich bei allen Wettbewerben ausgeschlossen werden. Bei der Siegerehrung trug Ivan Kuliak ein „Z“  prominent sichtbar auf dem Brustbereich seines Trikots. Mutmaßlich hatte er es mit Tapeband selbst aufgeklebt.

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Der Russe hatte zuvor die Bronzemedaille am Barren gewonnen. Den Sieg errang der Ukrainer Illia Kovtun. Ausgerechnet neben ihm provozierte Kuliak jetzt mit seinem Jersey. Auffällig: Bei der Medaillenübergabe hielten sich Kowtun und der zweitplatzierte Milad Karimi aus Kasachstan dann auf dem Podest Arm in Arm. Kuliak stand mit Abstand daneben.

Das „Z“ ist das Symbol der Kriegsunterstützer

Offiziell ist unklar, ob und inwieweit der Turner eine Botschaft zur Unterstützung für Putin senden wollte. Geäußert hat er sich dazu nicht. Andererseits ist das „Z“ inzwischen als Symbol der Kriegsunterstützer weit verbreitet. Die Fotos mit dem Buchstaben auf  Fahrzeugen der russischen Armee sind täglich und überall zu sehen. In Moskau tragen Unterstützer des Krieges Kleidung mit dem Buchstaben...

An einen Zufall mag man also nicht glauben. Denkbar ist lediglich, dass der 20-Jährige nicht aus freien Stücken handelte. Aber auch dafür gibt es keine Belege.

Im Internet löste die „Z“-Geste international Empörung aus. Tenor: Weltweit plädiert die große Mehrheit der Nutzer dafür, russische Athleten künftig überhaupt nicht mehr zuzulassen.

Auch der deutsche Journalist Jens Weinreich reagierte, nannte die Siegerehrung ein „schreckliches Bild“, das die „armen russischen Athleten“ abgäben. Der Internationale Turnerbund müsse über eine Disqualifikation nachdenken, forderte er.