Jede Menge „Lametta“, aber sein Feldzug in der Ukraine ist wenig glanzvoll: Verteidigungsminister Sergej Schoigu bei einer Flottenparade hinter seinem Boss Wladimir Putin.
Jede Menge „Lametta“, aber sein Feldzug in der Ukraine ist wenig glanzvoll: Verteidigungsminister Sergej Schoigu bei einer Flottenparade hinter seinem Boss Wladimir Putin. AFP/Mikhail Klimentev

In einem gemeinsamen Schreiben haben die Atommächte Frankreich, Großbritannien und die USA Russlands Behauptung zurückgewiesen, die Ukraine wolle auf ihrem eigenen Gebiet eine nuklear verseuchte Bombe zünden. Die Behauptung über eine solche „schmutzige Bombe“ sei falsch, erklärten die drei Außenminister. „Die Welt würde jeden Versuch durchschauen, diese Behauptung als Vorwand für Eskalation zu nutzen.“

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Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte zuvor laut seinem Ministerium gegenüber Großbritannien und Frankreich telefonisch behauptet, Kiew plane die Zündung einer Bombe, die bei der Explosion radioaktives Material verteilt. Laut Schoigu wolle die Ukraine das in einer sogenannten„ false-flag“-Aktion Russland unterschieben.

Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace hatte bereits nach seinem Telefonat mit Schoigu gesagt, er habe die Behauptungen zurückgewiesen. 

Ukraine hat sowjetische Atomwaffen in den 90er Jahren abgegeben

Die Ukraine hatte die Sowjet-Atomwaffen abgegeben, die auf ihrem Territorium lagen: Im sogenannten Budapester Memorandum von 1994 hatte unter anderem Russland im Gegenzug erklärt, die bestehenden Grenzen zu achten und das UN-Gewaltverbot einzuhalten. Es wurde aber vom russischen Parlament nicht ratifiziert.

„Die russischen Lügen über angebliche Pläne der Ukraine, eine ‚schmutzige Bombe‘ zu nutzen, sind so absurd wie gefährlich“, teilte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba mit. Sein Land stehe treu zum Atomwaffensperrvertrag. „Die Russen beschuldigen andere oft dessen, was sie selber planen.“

Frankreich, Großbritannien und die USA versicherten in ihrem Schreiben:„Wir halten daran fest, die ukrainischen Anstrengungen, ihr Territorium zu verteidigen, so lange wie nötig weiter zu unterstützen.“

Russland scheint zu hoffen, dass die USA, Großbritannien und Frankreich den ukrainischen Vormarsch stoppen

Grund für die Initiative Schoigus könnte seine Hoffnung sein, die Unterstützer könnten dafür sorgen, dass die Ukraine ihre Rückeroberungen stoppt. So erklärte es der Moskauer Politologe Wladimir Frolow. Angesichts der ukrainischen Erfolge in der Region Cherson und der westlichen Unterstützung für Kiew könnte Moskau versucht sein, „etwas zu tun“, meinte der Experte Alexander Gabuev von der US-Denkfabrik Carnegie. Putin werde eine Niederlage nicht hinnehmen.