Der Kommandeur mit dem Kampfnamen „Kannibale“ freut sich auf neue Rekruten.
Der Kommandeur mit dem Kampfnamen „Kannibale“ freut sich auf neue Rekruten. Screenshot

Die Situation für die russischen Streitkräfte in der Ukraine ist an einigen Frontabschnitten derzeit schwierig. Viele Soldaten kämpfen bereits seit Februar. Nun sollen Rekruten, aus der von Russlands Diktator Wladimir Putin ausgerufenen „Teilmobilisierung“, die Lücken in den Reihen auffüllen.

Lesen Sie auch: Russische Militär-Experten packen aus: DARUM holt sich die Ukraine jetzt ihr Land zurück >>

Um die Situation für neue Rekruten zu zeigen, wurde dafür nun ein russischer Kommandeur von einem russischen Propagandisten befragt. Der Kommandeur zeigte sich erfreut über den anrückenden Nachschub. Was er jedoch sagt, könnte für die russische Armeeführung auch nach hinten losgehen. „Wir warten auf euch, kommt her. Wir warten auf euch. Seit dem 19. [September] habe ich noch 7 von den 23 Mann übrig, die ich vorher hatte“, so der Kommandeur mit dem Rufnamen „Kannibale“.

Russischer Kommandeur braucht mehr Leute für die Front in der Ukraine

Dann erklärt er weiter, dass er Leute brauche. „Das ist die wichtigste Ressource“, führt er aus. „Panzer, Artillerie … Die Infanterie entscheidet alles.“ Der Kommandeur hofft daher auch auf eine Offensive, wie er sagt.

Bisher ist unklar, an welcher Front das Video aufgenommen wurde. Derzeit ziehen sich die russischen Einheiten an mehreren Abschnitten der Front zurück. So gibt es Geländegewinne der Ukrainer in der Region Charkiw und in Cherson. Selbst in der Region Luhansk, die die Russen zuvor als vollständig erobert ausgegeben hatten, wird wieder gekämpft.

Und auch der „Kannibale“ berichtet am Anfang des Videos, dass seine Einheit gerade auf dem Rückzug sei. „Das Wichtigste ist: Wir ziehen uns jetzt zurück. Und wir sind darüber sehr besorgt und unser Zustand ist nicht so gut“, so der Kommandeur. Dennoch seien alle Männer in seiner Einheit „guter Laune“. Jedoch wären einige „demobilisiert“ worden, wie „Kannibale“ es nennt.

„Kannibale“ arbeitete zuvor als Direktor eines Friedhofs

Ob er damit meint, dass sie aus dem Militärdienst ausgeschieden oder ob sie kampfunfähig oder gar tot sind, ließ er offen. Russlands Diktator Putin hatte jedoch mit dem Dekret zur Teilmobilisierung auch bestimmt, dass der Dienst aller derzeitigen russischen Soldaten an der Front, auf unbestimmte Zeit verlängert wird. 

Das Video des „Menschenfressers“ soll zuerst auf dem Telegram-Kanal des russischen Propagandisten Alexander Koz veröffentlicht worden sein. Dort ist es jedoch nicht mehr auffindbar. Laut Angaben der russischen Zeitung Moskowskij Komsomolez sei der Soldat im zivilen Leben Direktor eines Friedhofs. Er diene mittlerweile seit drei Monaten im russischen Krieg in der Ukraine.

Laut der Zeitung glaube der „Kannibale“ weiterhin an den Sieg Russlands. Mann müsse „nur den ersten Angriff überleben“ und sich moralisch darauf vorbereiten. Erfahrene Soldaten würden den neuen Rekruten an der Front zeigen, wie man dort kämpfe.