Ein Soldat steht neben einem zerschossenen Wohnhaus vor einer beschädigten Kirche in Mariupol. AP/ Evgeniy Maloletka

US-Präsident Joe Biden will die westliche Antwort auf den russischen Angriff auf die Ukraine koordinieren. Am Nachmittag des heutigen Montags sollte er ein Video-Telefonat führen, mit Bundeskanzler Olaf Scholz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sowie den Ministerpräsidenten Italiens und Großbritanniens, Mario Draghi und Boris Johnson. Am Mittwoch reist er nach Europa, erst nach Brüssel, dann nach Warschau in die Nähe des Kriegs: Polen und Ukraine haben eine gemeinsame Grenze von über 500 Kilometern.

Drei Gipfeltreffen an einem Tag

Am Donnerstag wird er an den Gipfeln der 30 Nato-Staaten, der 27 EU- und der G7-Staaten in Brüssel teilnehmen. Am Freitag will  nach Warschau weiterreisen, am Sonnabend Polens Präsidenten Andrzej Duda treffen.

Bei den Treffen solle es um die Unterstützung der Ukraine gehen, sowie darum, Russland für die Invasion „schwere und beispiellose Kosten aufzuerlegen“, schrieb das Weiße Haus.

Am Mittwoch tritt Joe Biden seine dritte Europareise als US-Präsident an. AP/Carolyn Kaster

Jetzt auch lesen: Weil sie noch in Russland präsent sind: Selenskyj geht Nestlé, Mondelez und Co. an! >>

Im Nato-Staat Polen sind nach UN-Angaben seit dem Beginn des Kriegs mehr als zwei Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland eingetroffen. Insgesamt sollen zehn Millionen Ukrainer innerhalb und außerhalb des Landes auf der Flucht sein. Das ist fast ein Viertel der Bevölkerung von gut 44 Millionen Einwohner.

Unterdessen greifen die russischen Truppen unvermindert Städte mit Raketen und Artillerie an, es gibt heftige Straßenkämpfe in Mariupol - die Stadt hatte eine von den Russen geforderte Kapitulation abgelehnt.

„Zivilisten werden bombardiert – blind und unkontrolliert“

Was das Vorgehen Russlands bedeutet, sagte der griechische Konsul in Mariupol, Manolis Androulakis, der als einer der letzten westlichen Diplomaten die Stadt verließ: „Mariupol wird sich einreihen bei jenen Städten, die durch Krieg vollständig zerstört wurden - ob Guernica, Coventry, Aleppo, Grosny oder Leningrad. Es gab kein Leben mehr - binnen 24 Stunden wurde die gesamte Infrastruktur zerstört. Es wurde einfach alles bombardiert.“ Androulakis rief dazu auf, die Stimme zu erheben und vereint  Waffenstillstand oder Feuerpause zu fordern. „In diesem Moment werden dort Zivilisten bombardiert - blind und unkontrolliert.“