Britische Panzer des Typs Challenger 2 bei einer Übung (Archivbild). Großbritannien prüft eine Lieferung von zehn Stück an die Ukraine.
Britische Panzer des Typs Challenger 2 bei einer Übung (Archivbild). Großbritannien prüft eine Lieferung von zehn Stück an die Ukraine. Imago/StockTrek Images/Andrew Chittock

Seit Monaten dauert die Diskussion um die Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine zur Verteidigung gegen die Invasion durch Russland an, nun könnte Bewegung in die Angelegenheit kommen. laut Medienberichten erwägt Großbritannien die Lieferung von Kampfpanzern des Typs Challenger 2 an die Ukraine.

Bis zu zehn Fahrzeuge des modernen Kampfpanzers könnten zur Abwehr der russischen Angriffe an das Land gehen, hieß es im TV-Sender Sky News am Montag unter Berufung auf eigene Informationen. Demnach liefen entsprechende Diskussionen bereits seit Wochen. Ein solcher Schritt würde auch andere Staaten ermutigen, Kampfpanzer zu liefern, zitierte Sky News eine „ukrainische Quelle“.

Militärexperte: Challenger ist „furchteinflößende Bestie“

Militäranalysten heben die Bedeutung einer solchen Entsendung hervor. „Der Challenger ist eine furchteinflößende Bestie“, sagte Glen Grant, ein Militäranalyst der Baltic Security Foundation, der die Panzer bei Übungen in Großbritannien in Aktion gesehen hat. „Sie sind größer und viel monströser als sowjetische Fahrzeuge und Panzer ."

Ebenfalls unter Berufung auf eigene Informationen schrieb der „Spiegel“, im Kreis der westlichen Ukraine-Unterstützer habe London die mögliche Lieferung von gut einem Dutzend Systemen vom Typ Challenger 2 bereits „unverbindlich angekündigt“. Offiziell aber werde die Entscheidung wohl erst bei einem weiteren Treffen der sogenannten Ramstein-Gruppe am 20. Januar auf der gleichnamigen US-Militärbasis in Rheinland-Pfalz präsentiert werden.

Das britische Verteidigungsministerium äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten. Großbritannien habe bisher mehr als 200 gepanzerte Fahrzeuge an die Ukraine geliefert, darunter Flugabwehrsysteme vom Typ Stormer, hieß es.

Lieferung könnte Weg für Leopard-Lieferungen ebnen

Die Ukraine fordert seit langem die Lieferung westlicher Kampfpanzer, vor allem des deutschen Leopard 2. Nach der Entscheidung der Bundesregierung, etwa 40 Schützenpanzer vom Typ Marder an die Ukraine zu liefern, wird auch in Deutschland weiterhin über die mögliche Lieferung von Kampfpanzern debattiert.

Kritiker des Kurses von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) fordern, dass Deutschland eine Führungsrolle bei der Waffenhilfe für das angegriffene Land übernehmen soll. Auch weitere Länder, die den Leopard 2 einsetzen, könnten dann Teile ihrer Bestände an die Ukraine liefern. So könnte das Opfer russischer Aggression besetzte Gebiete zurückerobern und die russischen Truppen schneller und effektiver vertreiben, heißt es. Zu den Ländern, die die Ukraine unterstützen möchten und die Leopard 2 im Einsatz haben, sollen neben Finnland unter anderem auch Polen und Spanien zählen.