Celestino Arce Lavin/ZUMA Press Wire/dpa
Ein Rettungsteam beseitigt die Trümmer eines zerstörten Gebäudes nach den Kämpfen zwischen der russischen und der ukrainischen Armee.

Die russische Führung um den Diktator Wladimir Putin hat sich mit dem Angriff auf die Ukraine verkalkuliert –  trotz Abzug-Ankündigungen werden Angriffe auf die Zivilbevölkerung umso brutaler fortgesetzt: Bomben auf Krankenhäuser in Mariupol, mutmaßliche Massaker in Vororten von Kiew: Russland streitet sämtliche Vorwürfe ab, doch das Kriegsverbrecher-Tribunal wertet bereits zahlreiche Beweise aus, die ein systematisches Vorgehen gegen Unbewaffnete dokumentieren.

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17.06 Uhr: Alle Krankenhäuser im Gebiet Luhansk zerstört

Im umkämpften ostukrainischen Gebiet Luhansk gibt es nach Angaben von Gouverneur Serhij Hajdaj keine funktionierenden Krankenhäuser mehr. „Seit Beginn des Krieges zwischen Russland und der Ukraine wurde jede medizinische Einrichtung in unserer Region beschossen“, schrieb Hajdaj am Donnerstag bei Facebook. Dazu veröffentlichte er zwei Bilder, die das zerstörte Krankenhaus der Stadt Rubischne zeigen sollen. „Neu. Modern. High-Tech-Ausrüstung. Das war einmal ...“, schrieb Hajdaj. Die russischen Truppen würden das Gebiet vorsätzlich aller Gesundheitseinrichtungen berauben, „damit die Verwundeten keine Chance haben zu überleben“.

Nach Angaben aus Kiew liefern sich ukrainische Einheiten und russische Truppen derzeit im Gebiet Luhansk schwere Gefechte, auch um Rubischne. Die Russen hätten den Teil der Stadt besetzt, in dem sich die Klinik befinde, teilte Hajdaj weiter mit. Die russische Armeeführung hatte angekündigt, sich auf die Einnahme der ostukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk zu konzentrieren, die von den moskautreuen Separatisten beansprucht werden.

16.54 Uhr: Belarussischer Präsident fordert Beteiligung an Ukraine-Russland-Verhandlungen

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat eine Beteiligung an den Gesprächen für ein Ende der Kämpfe im Nachbarland Ukraine gefordert. „Wir betrachten dies als einen Krieg, der direkt vor unserer Haustür stattfindet und die Situation in unserem Land sehr ernsthaft beeinflusst“, sagte Lukaschenko am Donnerstag. „Deshalb sollte es keine separaten Vereinbarungen hinter dem Rücken von Belarus geben.“

Belarus hat den russischen Truppen erlaubt, das Grenzgebiet zur Ukraine als Rückzugsgebiet zu nutzen. Die ersten drei Runden von Friedensgesprächen wurden zudem auf belarussischem Staatsgebiet nahe der Grenze zur Ukraine abgehalten.

Für die vergangenen beiden Gesprächsrunden reisten die ukrainischen und russischen Unterhändler hingegen in die Türkei. Dies sei das Ergebnis von „westlichem Druck auf die Ukraine“ gewesen, sagte Lukaschenko. Er wolle an künftigen Gesprächen beteiligt werden, bestehe aber nicht darauf, dass diese in Belarus abgehalten werden. „Die Hauptsache ist, dass es ein Ergebnis gibt. Denn, ich betone es noch einmal, der Krieg fügt Belarus großen Schaden zu.“

15.49 Uhr: Streit unter EU-Staaten verzögert Annahme neuer Russland-Sanktionen

Streit unter den EU-Staaten hat am Donnerstag die Annahme des fünften großen Pakets mit Russland-Sanktionen verzögert. Nach Angaben von Diplomaten wollte Polen nicht akzeptieren, dass die Übergangsfrist für den Importstopp für russische Kohle auf Wunsch von Ländern wie Deutschland um einen Monat von drei auf vier Monate verlängert wird. Ebenfalls umstritten war die Forderung von Ländern wie Griechenland und Malta, die Regelungen für die geplante Hafensperre nicht ganz so streng zu formulieren wie dies von der EU-Kommission ursprünglich geplant wurde.

Am Donnerstagabend sollte bei einer weiteren Sitzung der ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten versucht werden, die Meinungsverschiedenheiten beizulegen. In diesem Fall sollten die neuen Sanktionen spätestens an diesem Freitag in Kraft treten.

13.24 Uhr: Bürgermeister von Butscha: 90 Prozent der toten Zivilisten haben Schusswunden

Im Kiewer Vorort Butscha verdichten sich nach Angaben der örtlichen Behörden die Hinweise auf russische Kriegsverbrechen. Etwa 90 Prozent der getöteten Zivilisten wiesen Schusswunden auf, sagte Bürgermeister Anatolij Fedoruk am Donnerstag der Deutschen Welle. Mit Stand Mittwochabend seien in Butscha 320 Leichen gefunden worden. Sie würden von Spezialisten untersucht. „Aber die Zahl der entdeckten Leichen steigt mit jedem Tag“, sagte Fedoruk. „Weil sie auf Privatgrundstücken, in Parks und auf Plätzen gefunden werden, wo es möglich war, die Leichen zu begraben, als es keinen Beschuss gab.“

Er selbst habe mehrere Fälle miterlebt, in denen russische Soldaten ukrainische Zivilisten getötet hätten, sagte Fedoruk. An einem Checkpoint hätten Russen das Feuer auf mehrere Autos eröffnet. In einem Wagen seien eine schwangere Frau und zwei Kinder getötet worden. Nun arbeiteten ukrainische und internationale Behörden in Butscha. „Das Wichtigste ist, die Verbrecher, die das getan haben, vor Gericht zu stellen“, sagte Fedoruk. Viele Angaben sind bislang noch nicht unabhängig überprüft.

11.28 Uhr: Gouverneur: Heftige Angriffe auf Charkiw

Charkiw bleibt weiter Ziel heftiger russischer Attacken. Innerhalb eines Tages hätten die russischen Truppen die zweitgrößte Stadt des Landes 48 Mal mit Raketenwerfern, Artillerie und Mörsern beschossen, schrieb der Gouverneur des gleichnamigen Gebiets, Oleh Synjehubow, am Donnerstagmorgen im Nachrichtenkanal Telegram. In der Stadt Balaklija seien durch russischen Beschuss drei Menschen getötet und mehrere Gebäude zerstört worden. Auch die Stadt Losowa sei Ziel von Angriffen gewesen. Von dort und aus Balaklija seien zuletzt 15.000 Zivilisten evakuiert worden, schrieb Synjehubow.

Die russischen Streitkräfte hatten angekündigt, ihre Angriffe auf die Ostukraine und dort auf die „Befreiung“ der Gebiete Donezk und Luhansk zu konzentrieren, die von den moskautreuen Separatisten beansprucht werden. Präsidentenberater Olexeij Arestowytsch sagte am Donnerstag, die heftigsten Kämpfe gebe es im Südwesten des Gebiets Luhansk um die Städte Rubischne, Popasna und Sjewjerodonezk.

Der Feind versuche zudem, von Isjum aus Richtung Slowjansk und Kramatorsk vorzustoßen sowie von Wuhledar nach Marjinka im Gebiet Donezk. „Dies ist ein Versuch, unsere Soldaten einzukreisen, aber ich glaube, dieser Versuch wird vergebens sein. Das Gelände ist zu ungünstig für den Feind“, sagte Arestowytsch.

9.49 Uhr: Russische Truppen besprachen Gräueltaten von Butscha per Militärfunk

Einem „Spiegel“-Bericht zufolge hat der Bundesnachrichtendienst Funksprüche russischer Militärs abgefangen, in denen die Gräueltaten im Kiewer Vorort Butscha detailliert besprochen wurden. Ein Soldat habe etwa durchgegeben, er habe gerade eine Person, die auf ihrem Fahrrad saß, erschossen. Der Funkspruch und andere lassen sich exakt Bildern zuordnen, die am Tatort aufgenommen wurden.

Die Aufnahmen des BND legen nach den Informationen des Magazins den Schluss nahe, dass es sich bei den Gräueltaten weder um Zufallstaten handele noch um Aktionen einzelner aus dem Ruder gelaufener Soldaten: Vielmehr lege das Material nahe, dass Morde an Zivilisten Teil des üblichen Handelns der russischen Militärs geworden seien, möglicherweise sei es Teil einer Strategie. Es gehe darum, unter der Zivilbevölkerung Angst und Schrecken zu verbreiten und Widerstand zu ersticken.

9.32 Uhr: Ukraine-Botschafter Melnyk: Bundesverteidigungsministerin Lamprecht lügt

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat Aussagen von Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) zum Thema Waffenlieferungen widersprochen. Lambrecht hatte am Mittwoch im Bundestag gesagt, die Bundesregierung spreche nicht öffentlich über „Art und Anzahl der gelieferten Waffen“ für die Ukraine, weil die Ukraine „ausdrücklich“ um Vertraulichkeit gebeten habe. Dem hielt Melnyk am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Maischberger“ entgegen: „Das stimmt nicht.“

Nicht über die Lieferungen zu sprechen, sei „die Linie, für die sich die Ministerin entschieden hat“, sagte Melnyk. „Wir haben leider keinen offenen Dialog über das, was wir brauchen.“ Derweil koste jeder Tag „viel zu viel Menschenleben“ in der Ukraine.

Lambrecht hatte zuvor in einer aktuellen Stunde des Bundestags gesagt: „Wenn wir über die Art und Anzahl der gelieferten Waffen nicht öffentlich reden, dann hat das einen guten Grund: Die Ukraine hat ausdrücklich darum gebeten. Und wir halten uns daran.“

7:51 Uhr: Ukraine ruft Deutschland bei Nato-Treffen zu mehr Waffenlieferungen auf

Beim Nato-Außenministertreffen hat die Ukraine Deutschland und andere Verbündete zu mehr Waffenlieferungen gedrängt. „Es ist klar, dass Deutschland mehr tun kann“, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Donnerstag in Brüssel. Es dürfe „keine weiteren Butschas“ geben, betonte Kuleba, der eigens aus dem Kriegsgebiet angereist war.

5:14 Uhr: Ukraine: Elf Leichen in Kiewer Vorort gefunden

In einer Garage im Kiewer Vorort Hostomel wurden nach dem Abzug russischer Truppen ukrainischen Angaben zufolge elf Leichen gefunden. Die Polizei habe diese am Mittwoch entdeckt, berichtete die „Ukrajinska Prawda“ und berief sich auf einen Telegram-Eintrag des ehemaligen Innenministers Arsen Awakow. Demnach soll es sich bei den Getöteten um Zivilisten handeln, die von russischen Soldaten getötet worden seien. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen. Das nordwestlich der Hauptstadt gelegene Hostomel mit dem nahen Flugplatz war seit Beginn des Kriegs schwer umkämpft. Der Großteil der ursprünglich 16 000 Einwohner floh. Der lokalen Militärverwaltung zufolge wurden rund 400 Bewohner von Hostomel vermisst.

4:49 Uhr: Bürgermeister von Charkiw: Keine Massenevakuierung nötig

Nach Aufrufen zur Flucht aus dem Osten der Ukraine angesichts einer möglichen russischen Großoffensive versucht der Bürgermeister von Charkiw zu beruhigen. Weder er noch das Militär hielten es momentan für notwendig, eine zentralisierte Evakuierung aus der zweitgrößten Stadt des Landes durchzuführen, sagte Ihor Terechow in einer Videobotschaft. Die Stadt Charkiw sei gut mit Waffen ausgestattet und zur Verteidigung bereit. Der Aufruf zu einer Evakuierung treffe aber im Gebiet Charkiw auf südliche Bezirke zu. Charkiw hatte vor dem Krieg rund 1,5 Millionen Einwohner. Der Gebietsverwaltung zufolge verließ ein großer Teil der Bewohner in den ersten Kriegswochen die Stadt. Charkiw wird seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar fast ununterbrochen aus der Luft und mit Artillerie angegriffen.

Ein Anwohner sucht in den Trümmern eines zerstörten Wohnhauses in Borodjanka nach seinen Habseligkeiten. Vadim Ghirda/AP/dpa

4:13 Uhr: USA liefern Ukraine weitere Panzerabwehrwaffen und Drohnen

Die USA wollen die Ukraine besonders mit weiteren Panzerabwehrwaffen vom Typ Javelin unterstützen wollen. Dazu sollen 100 Millionen Dollar (91,3 Mio Euro) genutzt werden, die die US-Regierung für weitere Waffenlieferungen genehmigt hatte, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby. Man sei außerdem mit den Ukrainern im Gespräch über die Lieferung weiterer Drohnen vom Typ Switchblade. Davon seien bereits 100 geschickt worden. Die Switchblades sind Mini-Drohnen, die lange über dem Boden kreisen können, um dort auf ein Ziel zu lauern und gezielt anzugreifen. Dabei zerstören sie sich dann selbst.

3:27 Uhr: UN-Institution zu Ukraine-Krieg: Bis zu 47 Millionen mehr Hungernde

Wegen des Ukraine-Kriegs rechnet das Welternährungsprogramm mit Dutzenden Millionen Menschen mehr in Hunger und Armut. „Je nach Dauer des Krieges könnten zwischen 33 und 47 Millionen Menschen zusätzlich in Hunger und Armut abrutschen“, sagte der Direktor des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) in Deutschland, Martin Frick, der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl der akut Hungernden habe schon vor Beginn des Krieges mit 276 Millionen Menschen auf einem traurigen Rekordniveau gelegen.

3:01 Uhr: Welthungerhilfe rechnet mit mehr Flüchtlingen

Die Lebensmittelkrise als Folge des Ukraine-Kriegs wird nach Einschätzung der Welthungerhilfe zu neuen Flüchtlingsbewegungen aus ärmeren Ländern führen. „Wir sehen ganz real in den Ländern, in denen wir arbeiten, wie dramatisch die Lage ist. Die Menschen werden keine andere Möglichkeit für sich sehen, als sich auf den Weg zu machen“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe, Mathias Mogge, der „Rheinischen Post“. Hintergrund seien unter anderem die Preissprünge von bis zu 70 Prozent für Getreide, das bisher zu einem großen Teil aus der Ukraine und aus Russland importiert wird.

2:59 Uhr: 47 Holocaust-Überlebende aus der Ukraine in Deutschland

Deutschland nahm 47 pflegebedürftige jüdische Holocaust-Überlebende aus der Ukraine auf. Dies sei „in unserer besonderen Verantwortung als Deutsche“ geschehen, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser der Funke-Mediengruppe. „Wir geben ihnen eine vorübergehende Heimat.“ Die Berichte über Gräueltaten an Hunderten Bewohnern ukrainischer Städte kommentierte die Bundesinnenministerin scharf. „Ich bin Juristin. Natürlich soll man niemanden vorverurteilen. Aber es deutet alles darauf hin, dass Wladimir Putin und seine Armee in der Ukraine furchtbare Kriegsverbrechen begehen.“

23.32 Uhr: Kleinstadt im Osten der Ukraine unter Raketenbeschuss

Im Osten der Ukraine ist nach ukrainischen Angaben die Kleinstadt Losowa im Gebiet Charkiw von russischen Truppen mit Raketen beschossen worden. Das teilte der Bürgermeister von Losowa, Serhij Selenskyj, in einem auf Telegram veröffentlichten Video am Mittwochabend mit. Es habe keine Toten oder Verletzten gegeben, sagte Selenskyj weiter. Genauere Angaben zu den Zielen des Beschusses gab es nicht.

Der Bürgermeister hatte vor drei Tagen die Einwohner der 55 000-Einwohner-Stadt dazu aufgerufen, diese zu verlassen. Lokalen Medienberichten zufolge sind binnen zwei Tagen rund 10 000 Menschen aus der Stadt evakuiert worden. Sie ist vor allem wegen ihres Eisenbahnknotens von Bedeutung.

22.20 Uhr: Selenskyj: Komplette russische Führung besteht aus Kriegsverbrechern

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die komplette russische Führung als Kriegsverbrecher bezeichnet. „Ich finde, dass die russische Armee, die russische politische Führung, alle, die diese Operation ausgearbeitet haben, alle die Befehle gaben, alle, die diese Befehle ausführten - alle sind Kriegsverbrecher“, sagte der 44-Jährige in einem Interview mit dem türkischen Fernsehsender Habertürk, das er am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichte.

Weltweit für Entsetzen hatte am Wochenende der Fund Hunderter ermordeter Bewohner in der Umgebung von Kiew nach dem Abzug russischer Truppen gesorgt. Die Ukraine macht für das Massaker russische Soldaten verantwortlich. Moskau bestreitet das. Russland hatte die Ukraine am 24. Februar auf Befehl des Präsidenten Wladimir Putin angegriffen.

21 Uhr: Kiew: Einwohner sollen Ostukraine schnellstmöglich verlassen

Kiew hat die Einwohner der Ostukraine wegen einer befürchteten russischen Großoffensive zum sofortigen Verlassen der Region aufgerufen. Dies müsse „jetzt“ geschehen, andernfalls riskierten die Menschen dort zu sterben, erklärte Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk auf Telegram am Mittwoch. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sah angesichts des jüngsten Vorgehens Russlands „dringenden Bedarf“ an weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kündigte am Mittwoch bereits weitere Lieferungen an.

Russland hatte sich zuletzt aus dem Raum Kiew und der Nordukraine zurückgezogen und angekündigt, sich auf den Osten und Süden des Landes konzentrieren zu wollen. Ziel der russischen Armee ist es, eine Landbrücke zwischen der besetzten Krim-Halbinsel und den pro-russischen Separatistengebieten im Donbass zu schaffen.

Die ukrainische Regierung geht deshalb von einem anstehenden Großangriff Russlands im Süden und Osten des Landes aus und bereitet sich an der Frontlinie darauf vor. Die Stadt Sewerodonezk nahe der Front - die am weitesten im Osten gelegene Stadt, die noch von der ukrainischen Armee gehalten wird - geriet am Mittwoch unter anhaltenden Beschuss.

19.49 Uhr: Kreml: Diplomaten-Ausweisungen bringen Beziehungen in Gefahr

Die Ausweisung zahlreicher russischer Diplomaten aus westlichen Ländern wegen des Ukraine-Kriegs birgt aus Sicht der Führung in Moskau die Gefahr eines Abbruchs der diplomatischen Beziehungen. Wenn diese Praxis weitergehe, bestehe die potenzielle Gefahr, dass dies passiert, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch im Interview mit dem französischen Sender LCI. Die Ausweisung der Diplomaten schließe das Fenster für diplomatische Bemühungen. In der außergewöhnlichen Situation des Ukraine-Konflikts aber werde Diplomatie benötigt, sagte Peskow. Russland hatte das Nachbarland vor knapp sechs Wochen überfallen.

19.35 Uhr: Mariupol: Russen verbrennen Leichen in Krematorien

Der Bürgermeister der umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol hat Russland vorgeworfen, zur Vertuschung von Kriegsverbrechen Leichen in mobilen Krematorien zu verbrennen. Mit dieser Praxis sollten Spuren verwischt werden, teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch im Nachrichtenkanal Telegram mit. Russische Truppen haben bereits einen Großteil der Stadt besetzt.

„Das ist ein neues Auschwitz und Majdanek“, wurde Bürgermeister Wadym Bojtschenko in der Mitteilung mit Verweis auf die deutschen Vernichtungslager im Zweiten Weltkrieg zitiert. Die Welt müsse die „Putin'schen Unmenschen“ bestrafen. Die „Schmutzarbeit“ solle dabei von örtlichen Unterstützern der Russen verrichtet werden. Meldungen aus Mariupol können seit Wochen kaum unabhängig überprüft werden, auch weil internationale Medien vor Ort nicht mehr arbeiten können.

Die geflüchtete Stadtverwaltung geht angesichts der Zerstörungen durch russische Angriffe davon aus, dass in der umkämpften Stadt am Asowschen Meer inzwischen Zehntausende Zivilisten getötet worden sind. Bojtschenko zufolge wurde knapp 90 Prozent der städtischen Infrastruktur zerstört. 40 Prozent könnten nicht wiederaufgebaut werden. Eine spezielle Kommission erfasse die Schäden.

18.56 Uhr: Protest gegen Krieg: Demonstranten legen sich vor den Reichstag

Hunderte Menschen haben am Mittwochabend vor dem Reichstag in Berlin gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine protestiert. Die Demonstranten legten sich auf den Boden, um an die Opfer russischer Gräueltaten zu erinnern. Auf Plakaten forderten sie unter anderem ein Embargo für russisches Gas und Öl. Die Polizei sprach von rund 500 Teilnehmern. Zu dem „Die in“ hatten ukrainische Organisationen aufgerufen.

Demonstration der Allianz Ukrainischer für die Opfer des russischen Angriffskriegs vor dem Deutschen Bundestag in Berlin. imago/Political-Moments

18.24 Uhr: Ostukrainische Stadt Sewerodonezk unter anhaltendem Beschuss

Die ostukrainische Stadt Sewerodonezk ist am Mittwoch unter anhaltendem Beschuss geraten. In regelmäßigen Abständen schlugen in der Stadt in der Region Luhansk Granaten und Raketen ein, wie AFP-Reporter berichteten. Zehn Gebäude, ein Einkaufszentrum sowie Garagen seien beschädigt und ein Großbrand sei ausgelöst worden, teilte der Gouverneur der Region, Serhij Gajdaj, im Messengerdienst Telegram mit.

Sewerodonezk ist die am weitesten im Osten gelegene Stadt, die noch von der ukrainischen Armee gehalten wird. Sie liegt nahe der Frontlinie zu den pro-russischen Separatisten-Gebieten.

Die russische Armee hatte zuletzt angekündigt, sich auf die Ostukraine und den Süden des Landes konzentrieren zu wollen. Die ukrainische Regierung rief die Einwohner der Ostukraine am Mittwoch wegen einer befürchteten russischen Großoffensive zum Verlassen der Region auf.

16.58 Uhr: USA verhängen neues Sanktionspaket gegen Russland mit Investitionsverbot

Die USA haben ein neues Sanktionspaket gegen Russland verhängt, das unter anderem alle neuen US-Investitionen in dem Land verbietet. Das Weiße Haus gab am Mittwoch außerdem neue Sanktionen gegen die russischen Großbanken Sberbank und Alfa Bank, gegen russische Staatsunternehmen und gegen die Töchter des russischen Präsidenten Wladimir Putin bekannt.

„Heute erlegen die USA zusammen mit G7 und der Europäischen Union dem Putin-Regime wegen seiner Gräueltaten in der Ukraine einschließlich Butscha weitere schwere und sofortige wirtschaftliche Kosten auf“, erklärte das Weiße Haus.

Die Gräueltaten gegen Zivilisten im Kiewer Vorort Butscha hatten international für Entsetzen und Empörung gesorgt. US-Präsident Joe Biden sprach bereits am Montag von einem „Kriegsverbrechen“ und kündigte neue Sanktionen an.

16.51 Uhr: Orban ruft Putin zu sofortiger Waffenruhe auf

Ungarns Regierungschef Viktor Orban hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin nach eigenen Angaben zu einer sofortigen Waffenruhe in der Ukraine aufgefordert und Gespräche im sogenannten Normandie-Format in Budapest vorgeschlagen. In einem Telefongespräch mit dem russischen Staatschef habe er diesen zu Gesprächen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach Budapest eingeladen, sagte Orban am Mittwoch.

Putins Antwort auf das vorgeschlagene Treffen im Normandie-Format sei „positiv, aber unter Bedingungen“ gewesen. Zu Putins Reaktion auf die Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe äußerte sich Orban nicht.

16.02 Uhr: Nato-Generalsekretär: Krieg in der Ukraine könnte noch Jahre dauern

Die Nato rechnet mit einem noch lange anhaltenden Krieg in der Ukraine. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass Russlands Präsident Wladimir Putin seine Ambitionen aufgegeben habe, die komplette Ukraine zu kontrollieren, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch am Rande eines Treffens der 30 Außenminister der Bündnisstaaten in Brüssel. Man müsse sich bewusst darüber werden, dass der Krieg noch „viele Monate oder sogar Jahre“ andauern könne.

Den Rückzug russischer Truppen aus dem Norden der Ukraine erklärte Stoltenberg mit einer nach Nato-Erkenntnissen geplanten Großoffensive im Osten. Die Streikräfte sollen demnach verstärkt und neu bewaffnet werden, um den gesamten Donbass einzunehmen und eine Landbrücke zur bereits besetzten ukrainischen Halbinsel Krim zu schaffen.

Konsequenz aus den Entwicklungen ist laut Stoltenberg, dass sich die Nato auf einen langen Weg vorbereiten muss.

15.26 Uhr: Kiew ruft Einwohner der Ostukraine zum sofortigen Verlassen der Region auf

Kiew hat die Einwohner der Ostukraine wegen einer befürchteten russischen Großoffensive zum Verlassen der Region aufgerufen. Die Regionalbehörden „rufen die Bevölkerung dazu auf, diese Gebiete zu verlassen, und tun alles, damit die Evakuierungen organisiert ablaufen“, erklärte Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk nach Angaben des Integrationsministeriums auf Telegram am Mittwoch. Dies müsse „jetzt“ geschehen, andernfalls riskierten die Menschen zu sterben.

Die ukrainische Regierung geht von einem anstehenden Großangriff im Süden und Osten des Landes aus. An einer der wichtigsten Frontlinien im ostukrainischen Donbass bereiten sich die ukrainischen Streitkräfte derzeit darauf vor. „Wir wissen, dass die Russen stärker werden und sich auf einen Angriff vorbereiten“, sagte ein Offizier und verwies insbesondere auf vermehrte Flüge russischer Hubschrauber.

14.41 Uhr: BSI-Warnung vor Russen-Virenschutz: Kaspersky zieht vor OVG

Der Streit um eine Warnung vor der Virenschutzsoftware des russischen Anbieters Kaspersky geht in die nächste juristische Runde. Nachdem das Verwaltungsgericht Köln Anfang April den Antrag zurückgewiesen hatte, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nicht mehr warnen darf, hat die Kaspersky Labs GmbH nach Angaben einer OVG-Sprecherin jetzt eine Beschwerde beim nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht (OVG) eingereicht (Az.: 4 B 473/22).

Das Bundesamt mit Sitz in Bonn hatte Mitte März vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges auf ein „erhebliches Risiko“ eines erfolgreichen IT-Angriffs Russlands hingewiesen und geraten, Kaspersky-Software durch Alternativen zu ersetzen. Daraufhin zog die Firma, die Kaspersky in Deutschland vertreibt, vor das Kölner Verwaltungsgericht. Sie wollte die Warnung kippen lassen und dem BSI auch künftig solche, aus ihrer Sicht, politisch motivierten Wortmeldungen verbieten.

14.21 Uhr: Papst küsst Ukraine-Fahne in Audienz

Papst Franziskus hat bei der wöchentlichen Generalaudienz eine Ukraine-Fahne geküsst und die Gräueltaten im Kiewer Vorort Butscha verurteilt. „Statt Erleichterung und Hoffnung zu bringen, bestätigen die jüngsten Nachrichten über den Krieg in der Ukraine neue Gräuel, wie das Blutbad von Butscha“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Mittwoch zum Ende des Empfangs im Vatikan. „Es sind Opfer, deren unschuldiges Blut bis zum Himmel schreit und fleht.“

Vor den Besuchern in der vatikanischen Audienzhalle hielt er eine Ukraine-Flagge hoch. Darauf war das christliche Kreuz der Kosaken zu sehen und eine Aufschrift, die sich auf die Kosakenhundertschaft des Maidans bezieht, welcher der ukrainische Staat positiv gegenüber steht. Später küsste er die Fahne. „Diese Fahne kommt vom Krieg, genau aus der gemarterten Stadt Butscha,“ sagte der 85-Jährige dazu.

14.12 Uhr: Stadtverwaltung: 89 Zivilisten in Kiew seit Kriegsbeginn getötet

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind offiziellen Angaben zufolge seit Kriegsbeginn 89 Zivilisten getötet worden. Davon seien vier Kinder, teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Zudem seien 398 Einwohnerinnen und Einwohner verletzt worden, davon 20 Kinder. Kiew ist seit Kriegsbeginn am 24. Februar immer wieder Ziel russischer Angriffe gewesen. Dabei wurden nach Angaben der Behörden zahlreiche Wohngebäude und zivile Einrichtungen getroffen.

Wie die Stadtverwaltung weiter mitteilte, wurden 167 Wohngebäude beschädigt, außerdem 44 Schulen, 26 Kindergärten, ein Waisenhaus sowie elf Verwaltungsgebäude. Getroffen worden seien auch Sportanlagen, Sozial- und Verkehrseinrichtungen sowie Kulturstätten. Die Angaben ließen sich zunächst nicht überprüfen.

13.59 Uhr: Angst vor Atomschlag: EU-Kommission will Reserven an Jodtabletten aufstocken

Angesichts möglicher Gefahren atomarer Verstrahlung durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine will die EU-Kommission den Zivilschutz verstärken. Die Kommission errichte derzeit „einen neuen Vorrat an medizinischer Ausrüstung für chemische, biologische oder nukleare Notfälle“, erklärte EU-Katastrophenschutzkommissar Janez Lenarcic am Mittwoch. Dazu sollen auch Jodtabletten gehören, die bei radioaktiver Verstrahlung die Schilddrüse schützen sollen.

Fast drei Millionen Jodtabletten seien zudem mit Unterstützung von Frankreich und Spanien in die Ukraine geliefert worden, teilte die Kommission mit. In ihrer Mitteilung ging die Brüsseler Behörde nicht explizit auf den Zusammenhang zwischen dem Aufstocken der Vorräte und dem russischen Einmarsch in die Ukraine ein.

13.20 Uhr: Kreml: Verhandlungen mit Kiew gehen „zähflüssig“ weiter

Trotz der Kriegsgräuel von Butscha gehen die Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew über ein Ende der Kampfhandlungen nach russischen Angaben weiter. Die Gespräche verliefen aber „viel zähflüssiger“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch russischen Agenturen zufolge. „Ich kann nur sagen, dass der Arbeitsprozess weitergeht. Es liegt aber noch ein ziemlich langer Weg vor uns“, sagte Peskow. „Wir würden gerne mehr Dynamik von der ukrainischen Seite sehen.“

Der Kremlsprecher verwies auf Aussagen von Außenminister Sergej Lawrow, wonach immer genau dann „Hindernisse“ einträten, wenn es Grund zur Hoffnung auf Fortschritte gebe. Ein solcher Fall sei die Lage im Kiewer Vorort Butscha, sagte Peskow nun. „All diese Inszenierungen“ könnten die Verhandlungen zum Scheitern bringen.

Russland weist Vorwürfe zurück, dass russische Soldaten für Kriegsverbrechen in Butscha verantwortlich sind und spricht von einer „Inszenierung“ und „Provokation“ der ukrainischen Seite – legt dafür aber keine Beweise vor.

11:43 Uhr: 27 russische Angriffe in der Nacht auf Charkiw

Die ostukrainische Großstadt Charkiw ist nach Behördenangaben in der Nacht wieder Ziel zahlreicher Attacken der russischen Streitkräfte gewesen. Es habe 27 Angriffe mit verschiedenen Waffen gegeben, schrieb der Gouverneur des gleichnamigen Gebiets, Oleh Synjehubow, am Mittwoch im Nachrichtendienst Telegram. „Der Feind will uns demoralisieren und führt weiterhin chaotische Schläge gegen die zivile Infrastruktur aus.“ Die zweitgrößte Stadt des Landes steht seit Kriegsbeginn am 24. Februar fast ununterbrochen unter Beschuss.

Synjehubow teilte auch mit, dass bei der Stadt Isjum gekämpft werde. „Unsere Streitkräfte halten die Stellungen. (...) Die Russen versuchen durchzubrechen, aber sie scheitern und erleiden stattdessen schwere Verluste.“ Der ukrainische Generalstab schätzt, dass seit Beginn der Invasion insgesamt etwa 18.600 russische Soldaten getötet wurden. Die Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen. Russland hatte als letzte Zahl 1351 getötete Soldaten genannt

11:34 Uhr: Griechenland weist zwölf russische Diplomaten aus

Griechenland hat sich anderen europäischen Staaten angeschlossen und die Ausweisung russischer Diplomaten angekündigt. „Die griechischen Behörden haben zwölf in Griechenland akkreditierte Mitglieder der diplomatischen und konsularischen Vertretungen der Russischen Föderation zu unerwünschten Personen erklärt“, teilte das Außenministerium in Athen am Mittwoch mit.

Zuvor hatten europäische Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und Italien, als Reaktion auf die Gräueltaten in der ukrainischen Ortschaft Butscha innerhalb von zwei Tagen bereits mehr als 200 russische Diplomaten ausgewiesen. Die ukrainischen Behörden hatten am Wochenende in der Kleinstadt bei Kiew nach dem Abzug russischer Truppen zahlreiche Leichen entdeckt. Sie werfen Russland Kriegsverbrechen gegen Zivilisten vor.

10:59 Uhr: EU-Ratspräsident rechnet mittelfristig mit Importstopp für russisches Öl und Gas

EU-Ratspräsident Charles Michel rechnet mittelfristig mit Importstopps für russisches Öl und Gas in Europa. „Ich glaube, dass Maßnahmen auf Öl und sogar auf Gas früher oder später notwendig sein werden“, sagte Michel am Mittwoch im Straßburger EU-Parlament. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Dienstag als ersten Schritt ein Einfuhrverbot für Kohle aus Russland vorgeschlagen.

Die Botschafter der 27 EU-Staaten berieten am Mittwoch erstmals über das neue Sanktionspaket, das unter anderem auch Importverbote für Holz und Wodka aus Russland vorsieht. Die Bundesregierung hatte zuvor ihre Zustimmung dafür signalisiert, schrittweise auch den Energiebereich einzubeziehen. Nötig ist ein einstimmiger Beschluss der EU-Staaten.

8:27 Uhr: Langsamer fahren für die Ukraine - Greenpeace-Aktion an Autobahn

Mit Tempo-100-Schildern in den Nationalfarben der Ukraine - Blau und Gelb - wirbt Greenpeace für befristete Geschwindigkeitsbegrenzungen. Anhänger der Organisation brachten die Schilder am Mittwochmorgen an der A9 südlich von Potsdam an. Ein Tempolimit von 100 Stundenkilometern auf deutschen Autobahnen und 80 auf Landstraßen hätte nach Greenpeace-Berechnungen seit Kriegsbeginn 170 Millionen Euro an Zahlungen für russisches Öl eingespart.

„Zumindest für die Zeit dieses schrecklichen Kriegs das Tempo generell zu drosseln, ist ein einfacher Schritt, die Abhängigkeit von Ölimporten zu senken“, erklärte die Organisation. Sie rief die FDP auf, sich für Tempolimits zu entscheiden. Greenpeace setzt sich für einen Importstopp für russisches Öl ein. Im Gegenzug soll es autofreie Sonntage geben, verlängerte Homeoffice-Regelungen und einen Stopp von Inlandsflügen.

5:13 Uhr: Wieder Explosionen in Lwiw

Selenskyj sagte einer in der Nacht verbreiteten Videobotschaft, die ukrainischen Streitkräfte hielten die meisten Gebiete, in die Russland versucht habe vorzudringen. Am schwierigsten sei die Lage im Donbass und im Gebiet Charkiw im Osten des Landes. Russland sei zudem dabei, mehr Truppen für eine neue Offensive in die Ukraine zu schicken. Ukrainische Medien berichteten in der Nacht über Explosionen in den Gebieten Lwiw (Lemberg) im Westen und Dnipropetrowsk im Südosten des Landes. Informationen über Opfer oder Schäden gab es aber vorerst nicht.

Am Dienstag war es nach Angaben aus Kiew gelungen, 3800 Menschen aus umkämpften Gebieten zu retten, darunter rund 2200 Menschen aus der größtenteils zerstörten Stadt Mariupol und dem nahen Berdjansk. Das russische Verteidigungsministerium meldete laut Agentur Tass, binnen 24 Stunden seien mehr als 18 600 Menschen aus „gefährlichen Bezirken“ der Ukraine, der Region Luhansk und Donezk gerettet worden. Zugleich kündigte das Verteidigungsministerium weitere Gefechte um Mariupol an, da die Ukraine Aufforderungen zum Abzug ignoriere.

Ein ukrainischer Soldat geht an einem verlassenen Panzer der russischen Armee in Andrijiwka, Ukraine, vorbei. Vadim Ghirda/AP/dpa

4:27 Uhr: Lawrow warnt vor Sabotage der Verhandlungen mit Russland

Russlands Außenminister Sergej Lawrow warnte die Ukraine vor einer Sabotage der Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew für eine Ende der Kämpfe. Russland werde sich nicht auf ein „Katz-und-Maus-Spiel“ einlassen wie in den vergangenen Jahren bei dem Friedensplan für die Ostukraine, sagte Lawrow in einem von seinem Ministerium verbreiteten Video. Er meinte zudem, die Lage in Butscha werde benutzt, um von den Verhandlungen abzulenken.

2:13 Uhr: Klingbeil: Weitere Waffenlieferungen an Ukraine prüfen

SPD-Chef Lars Klingbeil sprach sich für ein Kohleembargo aus und kündigte an, die Bundesregierung werde auch weitere Waffenlieferungen an die Ukraine prüfen. „Wir haben gerade in diesen Tagen gesehen, was Putin für ein furchtbarer Kriegsverbrecher ist, das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben“, sagte Klingbeil in der Sendung „RTL Direkt“ am Dienstagabend. Es müsse in großem Tempo geprüft werden, was noch geliefert werden könne.

Eine Frau geht an einem Haus vorbei, das während der Besetzung ihres Dorfes durch russische Truppen in Andrijiwka, Ukraine, zerstört wurde. Vadim Ghirda/AP/dpa

23.01 Uhr: Großbritannien, Australien und die USA kooperieren bei Hyperschall-Raketen

Großbritannien, Australien und die USA wollen bei der Entwicklung von Hyperschall-Raketen zusammenarbeiten. Die drei Länder verkündeten am Dienstag eine „neue trilaterale Kooperation“ bei Hyperschall-Waffen und der Abwehr solcher Raketen im Rahmen ihres im September geschlossenen Sicherheitspaktes Aukus. Die Zusammenarbeit soll auch auf „elektronische Kriegsführung“ ausgeweitet werden. Außerdem sollen der Informationsaustausch verbessert und die Zusammenarbeit bei Innovationen im Verteidigungsbereich vertieft werden.

Hyperschall-Raketen können mehr als die fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen und sind im Flug manövrierfähig. So sind sie für die herkömmliche Luftabwehr schwer auszumachen und abzufangen, was sie besonders gefährlich macht.

21.42 Uhr: Russland kündigt weitere Angriffe auf Mariupol an

Das russische Verteidigungsministerium hat neue Gefechte gegen ukrainische Truppen in der Hafenstadt Mariupol angekündigt. Das „Regime“ in Kiew ignoriere ständig Aufforderungen, die Kämpfe einzustellen, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Dienstagabend in Moskau. Die Truppen sollten die Waffen niederlegen und aus der Stadt über die vereinbarten Korridore abziehen. Kiew habe aber kein Interesse daran, das Leben seiner Soldaten oder der Menschen in der Stadt zu schützen, hieß es in zwei Mitteilungen des Ministeriums.

„Mariupol wird durch die Einheiten der russischen Streitkräfte und der Donezker Volksrepublik befreit von den Nationalisten“, sagte Generalmajor Konaschenkow. Sein Kollege Michail Misinzew sagte, dass die humanitären Korridore kaum funktionierten. Die russische und die ukrainische Seite werfen sich immer wieder gegenseitig Verstöße gegen die Feuerpause vor. Die russischen Streitkräfte teilten mit, sie hätten zwei ukrainische Kampfhubschrauber in der Stadt abgeschossen. Überprüfbar waren diese Angaben nicht.

20.54 Uhr: USA verbieten jegliche neue Investitionen in Russland

Die USA wollen am Mittwoch ein neues Sanktionspaket gegen Russland verkünden und dabei auch „jegliche neue Investition“ in dem Land verbieten. Geplant sind zudem verschärfte Sanktionen gegen Finanzinstitutionen und staatliche Unternehmen in Russland sowie neue Strafmaßnahmen gegen russische Regierungsvertreter und deren Familien, wie am Dienstag aus informierten Kreisen verlautete. Die Sanktionen werden demnach in Abstimmung mit der EU und den anderen G7-Staaten verhängt.

20.15 Uhr: Nato kommt bei Verstärkung der Ostflanke voran

Die Nato kommt mit ihren Bemühungen um eine Verstärkung ihrer Ostflanke voran. Wie eine Sprecherin des Militärbündnisses der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, haben die vier neuen multinationalen Gefechtsverbände in Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Slowakei die erste Stufe der Einsatzbereitschaft erreicht. Das heißt, dass die Truppen grundsätzlich in der Lage sind, ihren Auftrag zu erfüllen, aber zum Beispiel noch nicht voll ausgerüstet sind.

Zu Details äußerte sich die Nato zunächst nicht. Nach Angaben des Hauptquartiers Alliierter Streitkräfte in Europa (Shape) vom Dienstagabend besteht allerdings allein der Gefechtsverband in der Slowakei aus 2100 Soldaten, die von Tschechien, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Slowenien und den USA gestellt werden. In Ungarn sind es demnach 800 Soldaten aus Kroatien, den USA sowie dem Gastgeberland und in Bulgarien 900 Soldaten aus den USA und dem Gastgeberland. In Rumänien wird der Gefechtsverband derzeit von Soldaten aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden gebildet.

Zur Größe machten die Nato-Militärs keine Angaben. In einer Nato-Grafik vom 21. März war zuletzt die Zahl von 3300 in Rumänien stationierten Soldaten genannt worden. Bei ihr sind aber auch Truppen mitgezählt, die nicht Teil des Nato-Gefechtsverbands sind.

18.53 Uhr: Selenskyj wirft UN-Sicherheitsrat Versagen vor – und fordert Reform

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem UN-Sicherheitsrat im Ukraine-Krieg Versagen vorgeworfen. „Wo ist der Sicherheitsrat?“, fragte der per Video zugeschaltete Selenskyj am Dienstag vor dem Gremium in New York. „Es ist offensichtlich, dass die zentrale Institution der Welt zum Schutz von Frieden nicht effektiv arbeiten kann.“

Entscheidungen des Sicherheitsrats seien aber für den Frieden in der Ukraine notwendig, sagte Selenskyj weiter. Er schlage deswegen drei mögliche Lösungen vor: Den Beweis, dass Reform oder Veränderung möglich seien, den Ausschluss von Russland, das als ständiges Mitglied jede Entscheidung blockieren kann, oder die komplette Auflösung des Rates.

New York: Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht per Videoübertragung während einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats im Hauptquartier der Vereinten Nationen. dpa/John Minchillo

Auch die gesamten Vereinten Nationen bräuchten Veränderung, sagte Selenskyj weiter. „Die 1945 in San Francisco gesetzten Ziele sind nicht erreicht worden und es ist unmöglich, sie ohne Reform zu erreichen.“ Selenskyj schlug dafür unter anderem eine große „globale Konferenz“ in Kiew vor. „Wir müssen alles tun, was in unserer Macht steht, um der nächsten Generation eine effektive UN zu übergeben“, sagte der ukrainische Präsident. „Die Ukraine braucht Frieden, Europa braucht Frieden und die Welt braucht Frieden.“

17.09 Uhr: Privatzoo bei Charkiw muss Tiere einschläfern

Ein privater Tierpark nahe der ostukrainischen Millionenstadt Charkiw ist nach heftigen Gefechten so schwer zerstört worden, dass viele Tiere wohl eingeschläfert werden müssen. Die Gehege und die gesamte Infrastruktur seien von Artillerie und Luftwaffe getroffen worden, sagte der Gründer des Zoos, Alexander Feldman, am Dienstag in einer auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft. Es gebe keine Möglichkeit, die Tiere abzutransportieren und so zu retten.

Feldman nannte es ein „Wunder“, dass Tiger, Löwen und Bären bislang am Leben geblieben seien. Ihre Käfige drohten aber jeden Augenbblick einzustürzen und die Raubtiere damit auszubrechen. „Vielleicht können wir die kleinen Jaguare und Panther retten, aber die erwachsenen Tiere müssen wir wohl alle töten“, sagte Feldman. Der Feldman Ökopark ist ein seit 2013 bestehender 140 Hektar großer Landschaftspark in der Ostukraine. Rund 2000 Tiere sind in dem Park untergebracht.

Ukraine, Butscha: Die Gräueltaten an Bewohnern der Stadt sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj kein Einzelfall. dpa/Rodrigo Abd

16.40 Uhr: Estland und Lettland ordnen Schließung von russischen Konsulaten an

Estland und Lettland haben in einer Reaktion auf die Gräueltaten im ukrainischen Butscha die Schließung der russischen Generalkonsulate in den beiden baltischen EU- und Nato-Staaten verfügt. Die Regierung in Tallinn ordnete am Dienstag an, dass die Vertretungen des großen Nachbarlandes in Narva und Tartu schließen müssen. In Lettland müssen auf Anweisung der Regierung die russischen Konsulate in Daugavpils und Liepaja dichtmachen.

Durch die Schließungen müssen in beiden Länder ein gutes Dutzend russische Diplomaten und Mitarbeiter zurück in ihre Heimat: Estland erklärte 14 Personen zu unerwünschten Personen, Lettland wies 13 Personen aus – sie müssen das jeweilige EU-Land bis zum 30. April verlassen.

Estland und Lettland folgen damit dem dritten Baltenstaat Litauen, der am Montag bereits die Schließung des russischen Konsulats verfügt hatte. Die Regierung in Vilnius wies zudem Russlands Botschafter aus.

15.55 Uhr: Putin droht Europäern wegen Gazprom mit Vergeltung

Kreml-Chef Wladimir Putin hat den Europäern wegen ihres Vorgehens gegen den russischen Gazprom-Konzern mit Vergeltung gedroht. „Die Situation im Energiebereich verschlechtert sich“, sagte Putin am Dienstag in Moskau mit Verweis auf nicht-marktkonforme, „brachiale Maßnahmen einschließlich des Verwaltungsdrucks auf unser Unternehmen Gazprom in einigen europäischen Ländern“. Die Bundesregierung hatte am Montag angeordnet, dass die Bundesnetzagentur vorübergehend die Kontrolle bei Gazprom Germania übernimmt.

Putin sagte bei einem Treffen, das im Fernsehen übertragen wurde, eine Drohung mit der Verstaatlichung russischer Anlagen sei ein „zweischneidiges Schwert“. Er kündigte auch an, dass angesichts der weltweiten Lebensmittel-Knappheit die russischen Lieferungen insbesondere an „feindliche“ Länder genau überwacht werden müssten.

14.12 Uhr: Falscher Polizist bestiehlt ukrainische Flüchtlingsfamilie auf Autobahn 2

Auf der Autobahn 2 hat sich ein bislang unbekannter Täter als Polizist ausgegeben und eine ukrainische Familie auf der Flucht bestohlen. Bei einer inszenierten Fahrzeugkontrolle am vergangenen Mittwoch durchsuchte der Mann den Wagen der Familie und stahl Bargeld, wie die Bielefelder Polizei am Dienstag mitteilte. Demnach befand sich die neunköpfige Familie in einem Transporter und war auf dem Weg aus der Ukraine in den Kreis Gütersloh.

Zwischen Hannover und Bielefeld überholte ein graues Auto den Transporter, wobei der Beifahrer einen Ausweis aus dem Fenster hielt. Mit Handbewegungen brachte er die Familie dazu, auf dem Seitenstreifen anzuhalten. Danach stieg er aus und forderte die Insassen des Transporters dazu auf, ihre Ausweise vorzuzeigen. Weil sie den Mann für einen Zivilpolizisten hielten, kamen sie dieser Aufforderung auch nach.

Danach durchsuchte der Mann das Auto und diverse Taschen. Zuletzt verlangte er den Schlüssel und legte ihn auf die Motorhaube. Dann stieg er in das Auto, in dem sein Komplize am Steuer saß und fuhr davon. Erst danach bemerkte die Familie demnach, dass Geld fehlte. Die Polizei bat Helfer darum, Geflüchtete auf diese Masche des Diebstahls hinzuweisen.

14.12 Uhr: Frachter vor Maripol mit Zivilisten an Bord in Brand geschossen und versenkt

Russischer Angriff auf einen zivilen Frachter im Hafen der umkämpften Stadt Mariupol: Nach Angaben des ukrainischen Grenzschutzes ist das ausländische Frachtschiff in Brand geraten. Das Schiff sinke, teilte die Behörde am Dienstag mit. Das Feuer auf der „Azburg“ sei durch russischen Besсhuss ausgelöst worden. Der Kapitän des 130 Meter langen Frachters habe einen Notruf abgesetzt, weil es im Maschinenraum und auf der Brücke brenne, teilte der Grenzschutz mit. Die Besatzung, darunter einige Verletzte, sei von Bord geholt worden. Wegen des Feuers sei es aber unmöglich, das sinkende Schiff zu retten, hieß es.

Die prorussischen Separatisten bestätigten den Beschuss, unterstellten dabei ohne Beweise der ukrainische Seite, diese zerstöre die Hafenanlagen und ausländische Schiffe. Die Besatzung der „Azburg“ habe aus zwölf Ukrainern bestanden, sagte Sprecher Eduard Bassurin der Agentur Interfax nach. Wegen des russischen Angriffskrieges seit dem 24. Februar hängen viele Frachtschiffe in ukrainischen Häfen fest.

14.03 Uhr: Mindestens 330 tote Zivilisten in Butscha: UN-Experten sammeln Beweise für Kriegsverbrechen

Die Vereinten Nationen wollen die Tötung von mehreren Hundert Zivilisten in der ukrainischen Stadt Butscha von eigenen Menschenrechtsexperten untersuchen lassen. Das kündigte eine Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüros am Dienstag in Genf an. Derzeit ist ein Team des UN-Büros mit etwa 50 Mitarbeitern in Uschgorod im Westen der Ukraine stationiert, etwa 800 Kilometer von der Hauptstadt Kiew und dem Vorort Butscha entfernt. Ein Termin wurde nicht genannt. Nach dem Abzug der russischen Truppen waren in der Kleinstadt in den vergangenen Tagen mindestens 330 Todesopfer entdeckt worden.

Zusätzlich werde sich eine Untersuchungskommission aus unabhängigen Juristen mit dem Geschehen in Butscha beschäftigen, kündigte Sprecherin Liz Throssell an. Das Gremium soll im Auftrag des UN-Menschenrechtsrats Beweise für mögliche Kriegsverbrechen sammeln. „Es geht auf mehreren Ebenen voran“, sagte Throssell. Zuvor hatte die ukrainische Regierung angekündigt, mit Internationalem Strafgerichtshof, Rotem Kreuz und der EU zusammenzuarbeiten, um Verbrechen in Butscha und anderen Städten aufzuklären.

13.35 Uhr: Steinmeier: Keine Rückkehr zur Normalität mit Russland unter Putin

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält eine Rückkehr zu normalen Beziehungen mit Russland für unmöglich, solange Präsident Wladimir Putin dort an der Macht ist. „Es wird unter Putin keine Rückkehr zur Normalität geben“, sagte Steinmeier am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Putin habe sich zu einem „eingebunkerten Kriegstreiber“ entwickelt. Ob Russland eine Zukunft in Europa habe, könne er momentan nicht sagen, sagte Steinmeier. Die Politik des Ausgleichs habe nicht zum Erfolg geführt.

12.54 Uhr: Brennender Frachter in Mariupol sinkt

Im Hafen der umkämpften Stadt Mariupol ist nach Angaben des ukrainischen Grenzschutzes ein ausländisches Frachtschiff in Brand geraten. Das Schiff sinke, teilte die Behörde am Dienstag mit. Das Feuer auf der „Azburg“ sei durch russischen Besсhuss ausgelöst worden. Der Kapitän des 130 Meter langen Frachters habe einen Notruf abgesetzt, weil es im Maschinenraum und auf der Brücke brenne, teilte der Grenzschutz mit. Die Besatzung, darunter einige Verletzte, sei von Bord geholt worden. Wegen des Feuers sei es aber unmöglich, das sinkende Schiff zu retten, hieß es.

Die prorussischen Separatisten im Gebiet Donezk bestätigten den Brand des Schiffes, das unter der Flagge des karibischen Inselstaates Dominica fährt. Ein Sprecher machte aber die ukrainische Seite für das Feuer verantwortlich: Angesichts ihrer drohenden Niederlage zerstöre sie die Hafenanlagen und ausländische Schiffe. Die Besatzung der „Azburg“ habe aus zwölf Ukrainern bestanden, sagte Sprecher Eduard Bassurin der Agentur Interfax nach.

12.23 Uhr: EU-Kommissionschefin reist nach Kiew

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will in dieser Woche nach Kiew reisen. Sie werde zusammen mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen, teilte ihr Sprecher Eric Mamer am Dienstag auf Twitter mit. Das Treffen finde vor der für Samstag in Warschau geplanten Geberkonferenz für die Ukraine statt. Vergangenen Freitag war bereits EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola in die Hauptstadt des von Russland angegriffenen Landes gekommen.

10.11 Uhr: Giffey hält an Städtepartnerschaft mit Moskau fest

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) will trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine und mutmaßlicher Kriegsverbrechen an der Städtepartnerschaft Berlins mit Moskau festhalten. Die Städtediplomatie sei wichtig, „um Brücken nach dem Ukraine-Krieg bauen zu können, vor allem zu Menschen, die sich in Moskau und auch aus dem Exil für demokratische Grundwerte und eine Stärkung der Zivilgesellschaft einsetzen“, sagte Giffey am Dienstag in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd).

10.01 Uhr: Russische Armee bombardiert ostukrainische Stadt Kramatorsk - Schule zerstört

Die ostukrainische Großstadt Kramatorsk ist in der Nacht zu Dienstag von der russischen Armee bombardiert worden. Bei den Raketenangriffen wurde unter anderem eine Schule im Stadtzentrum zerstört, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Seit der Ankündigung Moskaus, seine Militäraktionen auf den Donbass zu konzentrieren, wird in Kramatorsk und anderen östlichen Regionen eine Großoffensive der russischen Armee befürchtet.

Die attackierte Schule in Kramatorsk liegt neben einem Gebäude der Polizei. Neben dem teilweise eingestürzten Schulgebäude war nach dem Angriff ein Krater mit einem Durchmesser von etwa zehn Metern zu sehen. Zahlreiche Fensterscheiben wurden zerstört. Da sich zum Zeitpunkt des Angriffes niemand in der Schule aufhielt, gab es nach Angaben von Anwohnern offenbar keine Opfer.

9.32 Uhr: Satellitenbilder widerlegen russische Darstellung zu Butscha

Videos und Satellitenbilder aus dem Kiewer Vorort Butscha sollen nach Darstellung der „New York Times“ Moskauer Behauptungen widerlegen, dass Leichen getöteter Zivilisten dort erst nach dem Abzug des russischen Militärs platziert worden seien. Satellitenaufnahmen zeigten, dass sich die Überreste mehrerer Menschen bereits Mitte März auf der Straße befanden, schrieb die Zeitung in der Nacht zum Dienstag. Auf einem der Bilder, das mit dem Datum vom 19. März datiert ist, waren sieben Figuren zu sehen. Die Analyse weiterer Aufnahmen habe gezeigt, dass die Körper später nicht bewegt worden seien.

9:03 Uhr: Ukraine kündigt sieben Fluchtkorridore für Dienstag an

Die Ukraine hat für diesen Dienstag die Einrichtung von insgesamt sieben Fluchtkorridoren für die Evakuierung von Zivilisten angekündigt. Die belagerte Hafenstadt Mariupol könnten Bewohner aber ausschließlich in Privatautos verlassen, sagte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk der Agentur Ukrinform zufolge. Sie warf den russischen Truppen vor, entgegen ihrer Zusagen den Zugang nach Mariupol für Hilfkonvois weiter zu blockieren. Kiew und Moskau beschuldigen sich seit Wochen gegenseitig, die Flucht von Zivilisten zu sabotieren.

Wereschtschuk zufolge wurden Mitarbeiter des Roten Kreuzes, die zwischenzeitlich in der westlich von Mariupol gelegenen Ortschaft Manhusch festgehalten worden sein sollen, mittlerweile wieder freigelassen. Das Rote Kreuz solle am Dienstag einen neuen Versuch starten, Menschen in Bussen in die Stadt Saporischschja zu bringen.

8.23 Uhr: Ukrainischer Botschafter: Steinmeiers Reue müssen Taten folgen

Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, sieht das Fehler-Eingeständnis von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Umgang mit Russland nur als „ersten Schritt“. „Für uns ist wichtig, dass jetzt Taten folgen, diesen Aussagen. Diese Taten fehlen“, sagte Melnyk am Dienstag im Deutschlandfunk. „Also ich würde mir schon wünschen, wie viele meiner Landsleute, dass der Bundespräsident jetzt nicht nur diese Reue zeigt, sondern dass er auch von der Bundesregierung als Staatschef verlangt, die Lehren zu ziehen aus dem Massaker von Butscha, aus anderen Gräueltaten, die wir Tag und Nacht jetzt in der Ukraine erleben.“ Konkret bedeute das unter anderem schärfere Sanktionen und ein Energie-Embargo, sagte der Botschafter.

5.17 Uhr: Ukraine befürchtet „massiven Angriff“ auf östliche Region Luhansk

Die russischen Streitkräfte bereiten nach ukrainischen Angaben einen „massiven Angriff“ auf die Truppen in der östlichen Region Luhansk vor. Es werden Ausrüstung und Treibstoff gebracht sowie die Truppen verstärkt, teilte der Gouverneur der Region, Serhij Gaidaj, am Montag mit. „Wir glauben, dass sie sich auf einen massiven Angriff vorbereiten.“

5.15 Uhr: Ukraine erwartet schwere Angriffe auf Charkiw

Das ukrainische Verteidigungsministerium rechnet mit weiteren russischen Angriffen auf die die belagerte Millionenstadt Charkiw im Osten der Ukraine. Russische Truppen bereiteten sich darauf vor, die Stadt zu erobern, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew, Olexander Motusjanyk, nach Angaben der „Ukrajinska Prawda“. Auch in anderen Gebieten im Osten der Ukraine erhielten russische Truppen Verstärkung.

Bei russischen Angriffen auf die südukrainische Stadt Mykolajiw wurden nach ukrainischen Angaben mehrere Menschen getötet und verletzt. Der Gouverneur des Gebietes, Witalij Kim, berichtete von 11 Getöteten und 62 Verletzten. In der Nacht gab es Luftalarm auch in den Gebieten Poltawa, Charkiw, Dnipropetrowsk sowie in den Gebieten Sumy, Tschernihiw, Luhansk, Donezk und Saporischschja.

4.34 Uhr: Ukraine: Derzeit rund 600 russische Kriegsgefangene

Etwa 600 russische Soldaten befinden sich in Kriegsgefangenschaft der Ukraine, wie Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk nach Angaben der „Ukrajinska Prawda“ im Einheitsprogramm des ukrainischen Fernsehens sagte. Man suche nach Wegen, über das Rote Kreuz Ukrainer in russischer Kriegsgefangenschaft zu erreichen, und wolle Russland dazu bringen, sie freizulassen.

3.31 Uhr: Ukraine: Wiederaufbau von Brücken dauert zwei bis drei Monate

Der Wiederaufbau während des Kriegs zerstörter Brücken in der Region Kiew werde etwa zwei bis drei Monate dauern, teilte das ukrainische Infrastrukturministerium nach Angaben der Agentur Unian mit. Die Arbeiten sollen demnach in den kommenden Tagen beginnen.

23.22 Uhr: UN-Botschafter leugnet russische Verantwortung für Massaker in Butscha

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja hat die Gräueltaten an Bewohnern der ukrainischen Stadt Butscha als „inszenierte Provokation“ bezeichnet. Es handele sich dabei um eine „abscheuliche Provokation des Regimes in Kiew“, sagte Nebensja am Montag bei einer Pressekonferenz in New York. Das russische Militär habe das, wofür es beschuldigt werde, nicht getan, es habe keine Gräueltaten gegen Zivilisten in der Ukraine begangen. „Das ist nicht der Fall, das war nicht der Fall, und das wird nie der Fall sein“, sagte er. Für all das habe Russland Beweise, die es sobald wie möglich dem UN-Sicherheitsrat vorlegen werde.

22.58 Uhr: Russen setzen Rot-Kreuz-Helfer fest

Mitarbeiter des Roten Kreuzes sollen am Montagabend von russischen Truppen in der ukrainischen Ortschaft Manhusch festgehalten worden sein. Das Team versuche seit Freitag, in die schwer umkämpfte Hafenstadt Mariupol zu gelangen, sagte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk nach Angaben der Agentur „Ukrinform“. Es handle sich um sieben Busse, die Zivilisten entlang einer mit Russland vereinbarten Route aus Mariupol herausbringen sollten.

22.33 Uhr: Russland fordert ukrainische Armee in Mariupol erneut zur Kapitulation auf

Russland hat die ukrainischen Streitkräfte in der umkämpften Hafenstadt Mariupol erneut aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen. Die Bataillone der ukrainischen Streitkräfte und die ausländischen Söldner sollten an diesem Dienstagmorgen über einen Korridor sicher die Stadt in Richtung der von Kiew kontrollierten Gebiete verlassen können, sagte der Generalmajor Michail Misinzew vom russischen Verteidigungsministerium am Montag. „Allen, die ihre Waffen niederlegen, wird das Leben garantiert“, sagte er.

21.56 Uhr: USA wollen diese Woche neue Sanktionen gegen Russland bekannt geben

Nach den Gräueltaten in der ukrainischen Stadt Butscha will die US-Regierung noch in dieser Woche neue Sanktionen gegen Russland ankündigen. Die Abstimmung dazu mit Verbündeten und Partnerstaaten laufe derzeit, sagte US-Präsident Joe Bidens Nationaler Sicherheitsberater, Jake Sullivan, am Montag im Weißen Haus. Er wollte keine Einzelheiten zu den geplanten oder erwogenen neuen Strafmaßnahmen nennen.

21.17 Uhr: Ukraine erwartet „massiven Angriff“ auf Luhansk

Die russischen Streitkräfte bereiten nach ukrainischen Angaben einen „massiven Angriff“ in der östlichen Region Luhansk vor. Es würden Ausrüstung und Treibstoff gebracht sowie die Truppen verstärkt, teilte der Gouverneur der Region, Serhij Gaidaj, mit. „Die Bombardements werden immer dichter“, sagte Gaigaj in einer Videobotschaft. Er forderte die Bewohner auf, die Region so schnell wie möglich zu verlassen. „Wartet nicht darauf, dass eure Häuser zerbombt werden.“

20.28 Uhr: Justizminister Buschmann fordert Geflüchtete zu Zeugenaussagen auf

Bundesjustizminister Marco Buschmann hat Flüchtlinge aus der Ukraine aufgerufen, Ermittlern in Deutschland Hinweise auf Kriegsverbrechen zu geben. „Das können Handyaufnahmen oder Zeugenaussagen sein, die bei der Polizei eingereicht werden können und vom Generalbundesanwalt ausgewertet werden“, sagte der FDP-Politiker dem Kölner Stadt-Anzeiger.

So müssten etwa die Gräueltaten in der Stadt Butscha juristisch aufgearbeitet werden. „Wenn sich Beweise sicherstellen und auswerten lassen, sollten wir alles daransetzen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte Buschmann. „Kriegsverbrecher dürfen sich nirgendwo sicher fühlen. Erst recht nicht in Deutschland.“

20.16 Uhr: Zwei Drittel der russischen Soldaten rund um Kiew abgezogen

Russland hat nach US-Angaben inzwischen rund zwei Drittel seiner gegen die ukrainische Hauptstadt Kiew eingesetzten Soldaten aus der Region abgezogen. Die Truppen würden sich im Nachbarland Belarus sammeln und sollten vermutlich später in andere Regionen in der Ukraine geschickt werden, um dort zu kämpfen, sagte ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums

18.49 Uhr: Großbritannien fordert Russlands Ausschluss aus UN-Menschenrechtsrat

Die britische Außenministerin Liz Truss hat unter anderem wegen der grausamen Bilder aus dem ukrainischen Butscha gefordert, Russland aus dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen auszuschließen. „Angesichts starker Belege für Kriegsverbrechen, darunter Berichte über Massengräber und ein abscheuliches Blutbad in Butscha, kann Russland kein Mitglied des UN-Menschenrechtsrats bleiben“, erklärte Truss am Montag auf Twitter. „Russland muss suspendiert werden.“

Premierminister Boris Johnson hatte die Entdeckung der Massengräber in dem Kiewer Vorort zuvor als abscheulich bezeichnet. Großbritannien werde nicht tatenlos zusehen, sondern daran arbeiten, dass sichergestellt werde, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, so Johnson.

18.32 Uhr: Bundesregierung fordert 40 russische Diplomaten zur Ausreise auf

Als Reaktion auf die Gräueltaten in der ukrainischen Ortschaft Butscha verweist die Bundesregierung 40 russische Diplomaten des Landes. Bei den Betroffenen sei „von einer Zugehörigkeit zu russischen Nachrichtendiensten auszugehen“, verlautete am Montag in Berlin. Sie hätten nun fünf Tage Zeit, Deutschland zu verlassen. Die Arbeit dieser Botschaftsangehörigen sei „eine Bedrohung für diejenigen, die bei uns Schutz suchen“, erklärte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne). „Dies werden wir nicht weiter dulden.“

Die Bundesregierung habe entschieden, „eine erhebliche Zahl von Angehörigen der russischen Botschaft zu unerwünschten Personen zu erklären, die hier in Deutschland jeden Tag gegen unsere Freiheit, gegen den Zusammenhalt unserer Gesellschaft gearbeitet haben“, erklärte Baerbock weiter. Dies sei dem russischen Botschafter am Nachmittag mitgeteilt worden.

Wolodymyr Selenskyj (M), Präsident der Ukraine, begutachtet den Schauplatz eines Gefechts in Butscha in der Nähe von Kiew. UN-Menschenrechtschefin Bachelet hat unabhängige Untersuchungen zu möglichen Kriegsverbrechen an Zivilisten in der ukrainischen Stadt Butscha gefordert. dpa/Efrem Lukatsky

16.37 Uhr: Kriegsgräuel in Butscha: Litauen weist russischen Botschafter aus

Litauen fährt wegen des Kriegs in der Ukraine und der Enthüllungen schwerer Gräueltaten in der Umgebung von Kiew seine diplomatischen Beziehungen zu Russland zurück. Das Außenministerium in Vilnius wies am Montag den russischen Botschafter an, das baltische EU- und Nato-Land zu verlassen. Auch das russische Konsulat in der Hafenstadt Klaipeda müsse schließen, sagte Außenminister Gabrielius Landsbergis. Er kündigte zudem an, dass der litauische Botschafter in Moskau in Kürze nach Vilnius zurückkehren werde.

Litauen hat nach Angaben von Landsbergis seine Partner in EU und Nato über die Entscheidung informiert und sie aufgefordert, dasselbe zu tun. Im benachbarten Lettland kündigte Außenminister Edgars Rinkevics an, dass Riga die diplomatischen Beziehungen zu Moskau reduzieren werde.

Landsbergis bekräftigte die litauische Unterstützung für die Ukraine und forderte eine Untersuchung von Gräueltaten in der Ukraine. „Die Brutalität der russischen Besatzungstruppen hat alle Normen der zivilisierten Welt überschritten“, sagte er der Agentur BNS zufolge.

15.46 Uhr: EU-Kommissionsvize schließt Energie-Embargo nicht aus

Die EU-Kommission schließt ein Embargo für russische Energie-Importe nach Angaben ihres Vizepräsidenten Valdis Dombrovskis nicht aus. „Was die Europäische Kommission betrifft, ist nichts vom Tisch“, sagte Dombrovskis am Rande eines Treffens der Eurogruppe am Montag. Die Kommission arbeite bereits am nächsten Sanktionspaket und er hoffe, dass sich die Mitgliedstaaten auf ehrgeizige nächste Schritte bei Sanktionen einigen könnten, sagte der lettische Politiker. „Es ist klar, dass wir als Europäische Union mehr machen müssen, um diesen Krieg und diese Gräueltaten zu stoppen.“

Die Kommission prüfe Szenarien für den Fall, dass russische Gaslieferungen ausgesetzt würden – entweder wegen eines Embargos oder wegen eines einseitigen russischen Lieferstopps, sagte Dombrovskis. „Es gibt die Schlussfolgerung, dass es nicht ohne Probleme, aber möglich wäre, in solchen Situationen zurechtzukommen.“ Insgesamt sei die Einschätzung der Kommission bislang, dass der Krieg in der Ukraine zu einer „beträchtlichen Abschwächung“ des Wirtschaftswachstums führen werde, aber nicht zu einer Rezession.

13.22 Uhr: Ukrainischer Verteidigungsminister droht mit Vergeltung für Butscha

Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow hat der russischen Armee ein Massaker an Zivilisten in dem ukrainischen Ort Butscha vorgeworfen und mit Vergeltung gedroht. „So etwas Böses darf nicht ungestraft bleiben“, sagte er am Montag in Kiew. „Unsere Aufklärung identifiziert systematisch alle Eindringlinge und Mörder. Alle! Jeder wird zu seiner Zeit bekommen, was er „verdient“ hat“, hieß es in der auf Facebook veröffentlichten Mitteilung.

Die Bilder aus dem Kiewer Vorort mit Leichen auf den Straßen sorgen seit Sonntag international für Empörung. Resnikow machte die russischen Einheiten verantwortlich, die den Ort wochenlang besetzt gehalten hatten. Er verglich ihr Vorgehen mit dem der nationalsozialistischen Schutzstaffel (SS) in der Ukraine im Zweiten Weltkrieg. Er zog auch eine Parallele zum Bürgerkrieg in Jugoslawien: In Butscha seien mehr Menschen getötet worden als in Vukovar. 1991 waren in der kroatischen Stadt Vukovar mehr als 250 Zivilisten und Kriegsgefangene von serbischen Kräften und der jugoslawischen Armee ermordet worden.

13.44 Uhr: Kreml zu Butscha: „Weisen alle Anschuldigungen kategorisch zurück“

Nach dem Fund Dutzender Leichen in dem ukrainischen Ort Butscha hat der Kreml Vorwürfe gegen russische Truppen vehement zurückgewiesen. „Wir weisen alle Anschuldigungen kategorisch zurück“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge. Zugleich warnte er internationale Politiker vor voreiligen Schuldzuweisungen. Es müssten alle Seiten gehört werden.

Bilder von Einwohnern der kleinen Stadt bei Kiew, deren Leichen nach dem Abzug russischer Truppen auf den Straßen lagen, lösen seit dem Wochenende weltweit Entsetzen aus. Die ukrainische Seite macht russische Soldaten für die Verbrechen verantwortlich.

Peskow sagte, der Fall müsse auf höchster Ebene im UN-Sicherheitsrat besprochen werden. Er kritisierte, dass eine entsprechende Initiative blockiert worden sei. Zugleich stellte Peskow weiterhin die Echtheit der zahlreichen Aufnahmen der toten Zivilisten infrage.

12.58 Uhr: Henkel-Konzern hält Russlandgeschäft aufrecht

Der Konsumgüterkonzern Henkel hält sein Russland-Geschäft weiter aufrecht. „Ein Stopp unserer russischen Geschäfte kann weitreichende Konsequenzen haben. Auch für unsere Mitarbeiter vor Ort“, sagte der Vorstandsvorsitzende Carsten Knobel am Montag bei der virtuellen Hauptversammlung. Man habe eine Verantwortung für 2500 Mitarbeiter.

In Russland bestehe die Gefahr, dass ausländische Unternehmen von der Regierung in Zukunft enteignet werden könnten. „Und ihre lokalen Manager haftbar gemacht werden, wenn sie die Geschäfte einstellen“, so Knobel weiter. Henkel setzt nach Knobels Angaben Produktion und Verkauf in Russland zur Zeit fort. „Das sind vor allem Produkte des täglichen Bedarfs. Zum Beispiel Reinigungs- und Hygieneprodukte.“

10:39 Uhr: Arbeitsagentur-Chef: Ukraine-Flüchtlinge vielfach hoch qualifiziert

Flüchtlinge aus der Ukraine sind nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, eine Bereicherung für den deutschen Arbeitsmarkt. „Das Qualifikationsniveau der ukrainischen Bevölkerung ist im internationalen Vergleich hoch“, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“ . Es sei davon auszugehen, dass etwa jeder zweite Geflüchtete über eine akademische Ausbildung verfügt, entweder wissenschaftlich ausgebildet ist oder einen Fachschulabschluss besitzt, der in etwa der dualen Ausbildung in Deutschland entspricht.

Klingbeil und Habeck gegen sofortiges Energie-Embargo gegen Russland Gräueltaten an Zivilisten in einem Vorort von Kiew machen die Frage nach einem Energie-Embargo dringlicher. Ein Kurswechsel der Bundesregierung zeichnet sich nicht ab. Es gibt aber Gegenstimmen.

Personen stehen auf einer Straße und beobachten wie am Horizont Feuer und schwarzer Rauch aufsteigt, nachdem das russische Militär ein Treibstoffdepot beschossen hat. Vincenzo Circosta/ZUMA Press Wire/dpa

9:23 Uhr: Klingbeil und Habeck lehnen sofortiges Energie-Embargo gegen Russland ab

Nach den Gräueltaten in der ukrainischen Stadt Butscha steht ein sofortiger Stopp von Energielieferungen aus Russland wieder im Zentrum der Diskussion. Die Bundesregierung bleibt bislang bei ihrer Haltung, diesen Schritt aus Sorge vor den Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft nicht zu gehen. Entsprechend äußerten sich der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen.

Nach dem Abzug der russischen Truppen aus dem Vorort von Kiew waren in Butscha Dutzende toter Zivilisten entdeckt worden. Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) reagierte mit der Aussage, dass nach den Vorgängen in Butscha auch das Thema Energielieferungen Gesprächsgegenstand weiterer Konsequenzen sein müsse.

7:31 Uhr: Ukrainische Hafenstadt Odessa meldet weiteren Raketenangriff

Russische Truppen haben die südukrainische Hafenstadt Odessa nach Angaben der Regionalverwaltung in der Nacht zum Montag erneut mit Raketen angegriffen. Dies teilte die Behörde auf Facebook mit. Einzelheiten sollten später bekannt gegeben werden. Von russischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung.

Die Millionenstadt am Schwarzen Meer war bereits am Wochenende mit Raketen angegriffen worden. Aus dem Verteidigungsministerium in Moskau hieß es dazu, von Schiffen und Flugzeugen aus seien eine Ölraffinerie und drei Treibstofflager in der Nähe der Stadt beschossen worden.

5:44 Uhr: Verkehrsverbindung zwischen Kiew und Tschernihiw wiederhergestellt

Der Transport von Hilfsgütern zwischen der nordukrainischen Stadt Tschernihiw und der Hauptstadt Kiew soll von diesem Montag an wieder möglich sein. Ab 10 Uhr werde die Route entlang der Autobahn in beide Richtungen wieder aufgenommen, schrieb Verwaltungschef Wjatscheslaw Tschaus in der Nacht zu Montag auf Telegram. Demnach gibt es eine Gewichtsbegrenzung von fünf Tonnen. Außerdem werde stellenweise mit Staus gerechnet.

Russische Truppen hatten die Stadt Tschernihiw dicht an der Grenze zu Russland und Belarus seit längerem eingekesselt. Von dort aus führt eine strategisch wichtige Straße 125 Kilometer nach Süden in die Hauptstadt Kiew.

5:39 Uhr: Ukrainischer Präsident Selenskyj mit Video-Botschaft bei Grammy-Gala

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei der Verleihung der US-Musikpreise Grammys per Video-Botschaft um Unterstützung für sein Land gebeten. „Was könnte gegenteiliger zu Musik sein als Krieg?“, sagte Selenskyj am Sonntagabend bei der live im US-Fernsehen übertragenen Veranstaltung in Las Vegas per Video-Botschaft. „Füllt die Stille mit eurer Musik“, bat Selenskyj. „Unterstützt uns auf jegliche Art und Weise, die euch möglich ist.“

Er träume davon, dass die Menschen in den umkämpften ukrainischen Städten wieder frei leben könnten - „so frei, wie ihr auf der Grammy-Bühne“. Danach sang US-Sänger John Legend gemeinsam mit ukrainischen Musikerinnen einen der Ukraine gewidmeten Song. Bereits im Vorfeld der Oscar-Gala am vorherigen Wochenende hatten Stars gefordert, dass Selenskyj zugeschaltet werden sollte, daraus war jedoch nichts geworden.

In der Kleinstadt Butscha bei Kiew liegen nach dem Rückzug der russischen Armee unzählige Leichen in den Straßen. AFP

5:31 Uhr: UN bestätigen 1417 Todesfälle von Zivilisten in der Ukraine

Die UN haben seit dem Einmarsch russischer Truppen den Tod von 1417 Zivilisten in der Ukraine dokumentiert. Unter ihnen waren 121 Kinder und Jugendliche, wie das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte in Genf mitteilte. Demnach gab es außerdem verifizierte Informationen über 2038 Verletzte, darunter 171 Kinder und Jugendliche. In die Zahlen gingen alle bis einschließlich Samstag dokumentierten Fälle ein. Russland hatte am 24. Februar seinen Angriff auf die Ukraine begonnen.

5:11 Uhr: Ukraine: Russische Truppen ziehen sich aus Region Sumy zurück

Russische Truppen sollen damit begonnen haben, sich aus der ostukrainischen Region Sumy zurückzuziehen. Es sei aber noch zu früh, um von einer Befreiung der Region zu sprechen, sagte der Chef der Gebietsverwaltung von Sumy, Dmytro Schywyzkyj, der Agentur Unian zufolge in der Nacht zu Montag in einer Videobotschaft.

3:49 Uhr: London: Mariupol Schlüsselziel der russischen Invasion

Die ukrainische Hafenstadt Mariupol ist nach Ansicht der britischen Militäraufklärung „höchstwahrscheinlich“ ein Schlüsselziel der russischen Invasion in die Ukraine. Mit der Einnahme der weiterhin schwer umkämpften Stadt könnte eine direkte Landverbindung zwischen Russland und der besetzten Halbinsel Krim hergestellt werden, verlautete in der Nacht zum Montag aus einem Update des britischen Verteidigungsministeriums unter Berufung auf Geheimdienstinformationen.

Russlands bisher einzige Verbindung vom Festland zur Halbinsel ist eine Brücke über die Meerenge von Kertsch. Mariupol bleibe weiterhin Ziel „intensiver und wahlloser“ Angriffe.

2:58 Uhr: Tausenden gelingt Flucht aus umkämpften Städten

Mehr als 2600 Menschen wurden nach ukrainischen Angaben am Sonntag aus besonders umkämpften ukrainischen Städten in Sicherheit gebracht. Von den 2694 Menschen seien fast 1500 aus der Region Luhansk gerettet worden, sagte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk nach Angaben der Zeitung „Ukrajinska Prawda“.

2:15 Uhr: Generalstab: Verlegung russischer Truppen nach Belgorod

Der ukrainische Generalstab erwartet verstärkte Angriffe auf Donezk und das Dorf Tawrytscheske im Osten des Landes. Er teilte in der Nacht zu Montag außerdem mit, dass Russland einzelne Einheiten aus Belarus nach Russland verlege.

0:24 Uhr: Wirtschaftsminister Habeck kündigt zügige weitere Sanktionen an

Weitere Sanktionen der EU gegen Russland werden nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck noch in dieser Woche kommen. Das dann fünfte Sanktionspaket könne Maßnahmen umfassen „in der ganzen Bandbreite von persönlichen Sanktionen gegen weitere Menschen aus dem Putin-Regime über technische Güter; den Finanzmarkt werden wir uns auch noch einmal anschauen“, sagte er im ZDF.

23.03 Uhr: Mindestens sieben Tote und viele Verletzte in Charkiw

Bei russischem Beschuss in der ostukrainischen Millionenstadt Charkiw sind nach ukrainischen Angaben 34 Menschen verletzt worden. Mindestens sieben Menschen seien getötet worden, schrieb die Staatsanwaltschaft der Region Charkiw am Sonntagabend auf Telegram. Unter den Verletzten waren demnach drei Kinder. Außerdem seien zehn Häuser beschädigt worden.

22.47 Uhr: Tschernihiw laut Bürgermeister zu 70 Prozent zerstört

Die nordukrainische Stadt Tschernihiw ist nach Angaben ihres Bürgermeisters zu 70 Prozent zerstört. Die Folgen der russischen Angriffe seien schwerwiegend „wie in Butscha und Charkiw, und vielleicht sogar wie in Mariupol“, sagte Wladyslaw Atroschenko im ukrainischen Fernsehen.

Atroschenko mache sich Sorgen um die Heizperiode, es gebe Löcher im städtischen Haushalt, die Wirtschaft funktioniere nicht. Dies mache ihm nicht weniger Sorgen als die Luftangriffe. Das Stadtbild Tschernihiws ist durch zahlreiche mittelalterliche Kirchen und Klöster geprägt. Die Ukraine strebte für das Zentrum den Status als Weltkulturerbe an. Vor dem Krieg zählte die Stadt mehr als 285.000 Einwohner.

22.20 Uhr: Selenskyj lädt Merkel nach Butscha ein

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einer Reise in die von schweren Gräueltaten erschütterte Stadt Butscha eingeladen. In dem Kiewer Vorort könnten sich Merkel – ebenso wie der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy – ein Bild von ihrer gescheiterten Russland-Politik der vergangenen Jahre machen, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. 2008 hätten die Nato-Staaten, darunter Deutschland, der Ukraine eine Aufnahme in Aussicht gestellt, dann aber aus Rücksicht auf Russland einen Rückzieher gemacht.

21.31 Uhr: Moskau bezichtigt Kiew der Sabotage von Fluchtkorridoren aus Mariupol

Russland hat der Ukraine einmal mehr fehlende Kooperation bei der Evakuierung von Zivilisten aus Mariupol vorgeworfen. Knapp 2000 Menschen hätten zwar in den vergangenen 24 Stunden selbstständig aus Mariupol flüchten können, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Hilfskonvois aber wären wegen ukrainischem Beschuss nicht durchgekommen. Für diesen Montag hätten die russischen Truppen auf Vermittlung der Türkei hin einem weiteren Evakuierungsversuch zugestimmt, hieß es aus Moskau weiter.

21.05 Uhr: Russische Kriegsverbrechen laut Human Rights Watch keine Einzelfälle

Kriegsverbrechen gegen Zivilisten in der Ukraine sind nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch keine Ausnahmen und werden von der russischen Armee offenbar geduldet. „Einzelfälle sind das bestimmt nicht“, sagte der Deutschland-Direktor der Organisation, Wenzel Michalski, am in der ARD. Er wies auf Tötungen, Vergewaltigungen und den Beschuss ziviler Wohnblöcke hin.

20.32 Uhr: Ukraine wirft Russland gezielte Gewalt gegen Frauen und Mädchen vor

Ukrainische Politiker werfen den vor gut fünf Wochen einmarschierten russischen Truppen gezielte Gewalt gegen Frauen und Mädchen vor. Der Parlamentsabgeordnete Olexij Gontscharenko berichtete in einem auf Twitter veröffentlichten Video von nackten Frauenleichen, die nahe Kiew am Straßenrand gefunden worden seien. „Sie verstehen, was passiert ist“, sagte er – und deutete damit offensichtlich Vergewaltigungen an. Die Russen hätten versucht, die Leichen der Frauen zu verbrennen, sagte Gontscharenko weiter.

In Irpen bei Kiew seien Frauen und Mädchen erschossen worden, sagte Bürgermeister Olexander Markuschyn der Deutschen Welle. „Dann sind sie mit Panzern überfahren worden.“ Von russischer Seite gab es zunächst keine Reaktion zu den Vorwürfen.

20.07 Uhr: Russland bestätigt Luftangriffe bei Kiew und Mykolajiw

Russland hat mehrere Luftangriffe auf Militäreinrichtungen und Treibstofflager in den ukrainischen Regionen Kiew und Mykolajiw bestätigt. Unweit von Kiew sei in Wassylkiw ein Kontrollzentrum der Luftwaffenbasis zerstört worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow.

Zudem seien Treibstofflager in der südukrainischen Region Mykolajiw sowie im Gebiet Riwne im Nordwesten mit Raketen attackiert worden. Zuvor hatte bereits der Bürgermeister von Mykolajiw, Olexander Senkewytsch, von mehreren Raketeneinschlägen berichtet.

18.55 Uhr: Über 400 tote Zivilisten bei Kiew geborgen

Nach dem Abzug russischer Truppen hat die Ukraine eigenen Angaben zufolge in der Region rund um die Hauptstadt Kiew die Leichen von insgesamt 410 Bewohnern geborgen. „Das ist eine Hölle, die dokumentiert werden muss, damit die Unmenschen, die sie geschaffen haben, bestraft werden“, schrieb die ukrainische Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa am Sonntagabend auf Facebook. Gerichtsmediziner und andere Spezialisten seien im Einsatz, um die Leichen zu untersuchen und Ermittlungen aufzunehmen.

13.47 Uhr: Human Rights Watch wirft Russland Kriegsverbrechen vor

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat der russischen Armee in der Ukraine Kriegsverbrechen wie Hinrichtungen und Plünderungen vorgeworfen. In einem Bericht, der am Sonntag in Warschau veröffentlicht wurde, werden Fälle in der Umgebung der Städte Kiew, Charkiw und Tschernihiw genannt. Grundlage dafür ist nach Angaben der Menschenrechtler die Befragung von zehn Augenzeugen, Opfern und Bewohnern.

„Die von uns dokumentierten Fälle stellen unsägliche bewusste Akte der Grausamkeit und Gewalt an der ukrainischen Zivilbevölkerung dar“, erklärte der Europa-Direktor von HRW, Hugh Williamson. „Vergewaltigung, Mord und andere gewaltsame Akte gegen Menschen in der Gewalt russischer Truppen sollten als Kriegsverbrechen untersucht werden.“

Zu den aufgeführten Fällen gehört die Erschießung eines Mannes am 4. März in Butcha, nordwestlich von Kiew. Ein Augenzeuge berichtete demnach, dass fünf Männer von Soldaten gezwungen worden seien, am Straßenrand niederzuknien. Dann hätten die Russen ihnen ihre T-Shirts über den Kopf gezogen und einem von ihnen von hinten in den Kopf geschossen.

11.55 Uhr: Kiews Bürgermeister Klitschko wirft Russland Völkermord vor

Nach dem Rückzug russischer Truppen aus dem Gebiet rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew sorgen Fotos von getöteten Menschen in der zurückeroberten Stadt Butscha für Entsetzen. „Das, was in Butscha und anderen Vororten von Kiew passiert ist, kann man nur als Völkermord bezeichnen“, sagte der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko am Sonntag der „Bild“. Zugleich machte er Russlands Präsident Wladimir Putin persönlich dafür verantwortlich. „Es sind grausame Kriegsverbrechen, die Putin dort zu verantworten hat. Zivilisten, die mit verbundenen Händen erschossen wurden.“

Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak teilte im Kurznachrichtendienst Twitter ein Foto, auf dem erschossene Männer zu sehen waren. Einem der Männer waren die Hände auf dem Rücken gefesselt. Die Echtheit konnte nicht unabhängig geprüft werden. Auf einem anderen Foto waren Leichen auf einer Straße zu sehen. „Die Hölle des 21. Jahrhunderts“, kommentierte Podoljak.

09.22 Uhr: Moskau dämpft Hoffnungen auf Ukraine-Spitzentreffen

Russland hat Hoffnungen der Ukraine auf ein baldiges Spitzentreffen der beiden Präsidenten Wladimir Putin und Wolodymyr Selneknskyj zur Beendigung des Kriegs gedämpft. Es gebe noch viel zu tun, sagte der russische Verhandlungsführer Wladimir Medinski am Sonntag der Nachrichtenagentur Interfax. „Ich teile leider nicht den Optimismus von Arachamija.“ Zuvor hatte der ukrainische Chefunterhändler David Arachamija im ukrainischen Fernsehen von einem möglicherweise baldigen Treffen der beiden Staatschefs gesprochen.

Die Entwürfe der entsprechenden Dokumente seien bereits so weit fortgeschritten, dass ein „direktes Gespräch der beiden Staatschefs“ möglich sei, sagte Arachimija. Die Ukraine hatte auch schon Zugeständnisse angedeutet. Der russische Chefunterhändler Medinski betonte hingegen, dass Russlands Position in Bezug auf die Krim und den Donbass „unverändert“ sei.

Moskau fordert einen Verzicht der Ukraine auf eine Nato-Mitgliedschaft sowie die Anerkennung der abtrünnigen ostukrainischen Separatistengebiete als eigene Staaten und der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als Teil Russlands. Der Krieg dauert schon seit mehr als fünf Wochen.

06.39 Uhr: Reihe von Explosionen aus Odessa gemeldet

Aus der strategisch wichtigen ukrainischen Küstenstadt Odessa sind am Sonntag mehrere Explosionen gemeldet worden. Die Detonationen in der Stadt am Schwarzen Meer im Südwesten des Landes waren am frühen Morgen zu hören, wie ein AFP-Reporter berichtete. Zudem waren mindestens drei schwarze Rauchsäulen und Flammen vermutlich über einem Industriegebiet zu sehen. Die Metropole ist der größte Hafen der Ukraine und zentral für die Wirtschaft des gesamten Landes.

Es war nicht sofort klar, ob es sich um Beschuss durch russische Kampfflugzeuge oder um andere Raketen handelte. „Odessa wurde aus der Luft angegriffen“, erklärte der Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Heraschtschenko. „In einigen Gebieten wurden Brände gemeldet. Ein Teil der Raketen wurde von der Luftabwehr abgeschossen. Es wird empfohlen, die Fenster zu schließen“.

01.31 Uhr: Ukrainischer Botschafter greift Bundespräsidenten scharf an

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs eine zu große Nähe zu Russland vorgeworfen. „Für Steinmeier war und bleibt das Verhältnis zu Russland etwas Fundamentales, ja Heiliges, egal was geschieht, auch der Angriffskrieg spielt da keine große Rolle“, sagte Melnyk dem „Tagesspiegel“ (Sonntagsausgabe).

Russlands Präsident Wladimir Putin vertrete die Ansicht, dass „es kein ukrainisches Volk, keine Sprache, keine Kultur, und daher auch keinen Staat“ gebe, fügte Melnyk hinzu. „Steinmeier scheint den Gedanken zu teilen, dass die Ukrainer eigentlich kein Subjekt sind.“

Deutschland habe weiterhin zu viele Eigeninteressen gegenüber Russland, etwa in Bezug auf Gas, Öl und Kohle, sagte der Botschaft. Schuld daran sei auch Steinmeiers Agieren als Kanzleramtschefs und später als Außenminister. „Steinmeier hat seit Jahrzehnten ein Spinnennetz der Kontakte mit Russland geknüpft. Darin sind viele Leute verwickelt, die jetzt in der Ampel das Sagen haben.“

00.18 Uhr: Russisches Militär will Fluchtkorridore für Ausländer öffnen

Das russische Militär hat für Sonntag die Öffnung von Fluchtkorridoren für Ausländer in den Hafenstädten Mariupol und Berdjansk am Asowschen Meer angekündigt. Wie Generalmajor Michail Misinzew in der Nacht nach Angaben der Agentur Tass sagte, könnten Ausländer die schwer umkämpfte Hafenstadt Mariupol in Richtung Berdjansk verlassen. Auch die in der besetzten Hafenstadt Berdjansk lebenden ausländischen Staatsbürger dürften das Gebiet verlassen - entweder auf dem Landweg über die Krim oder zu den ukrainischen kontrollierten Gebieten. Bei diesen Ausländern handelt es sich überwiegend um Besatzungsmitglieder von Frachtschiffen, die in den beiden Häfen seit Kriegsbeginn blockiert sind. Die ukrainische Führung wurde aufgefordert, die Sicherheit der Fluchtkorridore zu garantieren.

23.01 Uhr: Kriegsparteien angeblich in wesentlichen Punkten einig

Russland hat nach Angaben Kiews den ukrainischen Hauptforderungen in den Friedensgesprächen mündlich zugestimmt. Nur hinsichtlich des Status der 2014 von Russland annektierten Krim bestehe weiterhin keine Einigkeit, sagte Chefunterhändler David Arachamia im ukrainischen Fernsehen. Eine „offizielle schriftliche Bestätigung“ der russischen Seite liege aber noch nicht vor.

Arachamia sagte, Moskau habe in den Gesprächen akzeptiert, dass ein Referendum über den von Russland geforderten neutralen Status der Ukraine „der einzige Ausweg aus dieser Situation“ sei. Auf die Frage, was passieren würde, wenn die Ukrainer einen neutralen Status für ihr Land ablehnten, sagte Arachamia, dass dies entweder eine Rückkehr zum Kriegszustand oder neue Verhandlungen nach sich ziehen würde.

22.27 Uhr: Hoffnung auf baldiges Treffen von Putin und Selenskyj

Nach wochenlangen Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine zeichnen sich aus Kiewer Sicht positive Signale ab. Der ukrainische Chefunterhändler David Arachamija sprach im Staatsfernsehen von einem möglichen baldigen Treffen seies Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit Kremlchef Wladimir Putin. Die Entwürfe der entsprechenden Dokumente seien bereits so weit fortgeschritten, dass ein „direktes Gespräch der Staatschefs“ möglich sei.

21.56 Uhr: Litauen stellt russische Gasimporte ein

Litauen hat den Import von Erdgas aus Russland nach eigenen Angaben eingestellt. Das Gasnetz des baltischen EU- und Nato-Landes funktioniere seit Monatsbeginn ohne russische Gasimporte, teilte das Energieministerium in Vilnius mit. „Wir sind das erste EU-Land, das unabhängig von russischen Gaslieferungen ist“, wurde Energieminister Dainius Kreivys in der Mitteilung zitiert. Demnach werde der gesamte litauische Gasbedarf nun über das Flüssiggas-Terminal in der Ostsee-Hafenstadt Klaipeda gedeckt.

20.14 Uhr: Ukraine meldet komplette Kontrolle über Großraum Kiew

Die ukrainische Armee hat nach Regierungsangaben die Region um die Hauptstadt Kiew wieder vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. „Irpin, Butscha, Hostomel und die gesamte Region Kiew wurden von den Invasoren befreit“, schrieb Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maliar auf Facebook. Die Kiewer Vororte waren bei den wochenlangen Kämpfen zwischen der ukrainischen Armee und den russischen Truppen schwer beschädigt worden.

19.40 Uhr: 300 Menschen in Butscha in Massengräbern beerdigt

Nach dem Rückzug der russischen Armee aus dem Kiewer Vorort Butscha sind dort nach Behördenangaben fast 300 Menschen in Massengräbern beerdigt worden. Die Straßen der durch die Kämpfe stark zerstörten Kleinstadt seien mit Leichen übersät, sagte Bürgermeister Anatoly Fedoruk der Nachrichtenagentur AFP. 280 Menschen mussten nach seinen Angaben bereits in Massengräbern beigesetzt werden, da die drei städtischen Friedhöfe in Reichweite des russischen Militärs lägen. Er könne aber nicht sagen, wie viele Tote es insgesamt nach den wochenlangen Kämpfen in Butscha gebe.

18.58 Uhr: Russische Armee greift Fliegerhorst an

Das russische Militär hat nach eigener Darstellung in der Ukraine einen Fliegerhorst im Gebiet Poltawa angegriffen. Dabei seien Kampfhubschrauber und Flugzeuge zerstört worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Außerdem seien in der zentral gelegenen Region Depots für Treibstoff und Waffen getroffen worden. In der Nähe der Bahnhöfe in Losowa und Pawlohrad seien zudem gepanzerte Fahrzeuge, Munition und Treibstofftanks zerstört worden. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

18.13 Uhr: Tausende Ukrainer kehren aus dem Ausland zurück

Trotz des Kriegs kehren Tausende Ukrainer aus dem Ausland zurück in ihre Heimat. Allein in dem Gebiet der westukrainischen Metropole Lwiw (Lemberg) hätten innerhalb von 24 Stunden 19.000 Menschen die Grenze überquert, schrieb der örtliche Militärchef Maxim Kosyzkyj am Samstag bei Facebook. Damit seien in diesem Zeitraum mehr Ukrainer ein- als ausgereist (14.000). Seit Kriegsbeginn am 24. Februar seien 556.000 Menschen wieder eingereist, berichtete Kosyzkyj weiter.

17.52 Uhr: 20 Leichen nach russischem Abzug aus Kiewer Vorort gefunden

Nach dem Rückzug der russischen Truppen aus dem Kiewer Vorort Butscha sind dort mindestens 20 Leichen aufgefunden worden. Die Todesopfer, die zivile Kleidung trugen, wurden in einer einzigen Straße gefunden, wie ein AFP-Journalist berichtete. Einem der Männer waren die Hände gefesselt. Ein anderer wies eine große Kopfwunde auf.

Die leblosen Körper lagen über mehrere Hundert Meter verstreut auf einer Straße in einem Wohngebiet. Zwei Leichen lagen neben Fahrrädern, eine andere neben einem verlassenen Auto. Die Kleinstadt in der Nähe von Kiew wurde durch die russischen Angriffe verwüstet.

16.58 Uhr: Fast 180 Festnahmen in Russland bei Protesten gegen Krieg

Bei landesweiten Protesten gegen den russischen Militäreinsatz in der Ukraine sind am Sonnabend nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten fast 180 Menschen festgenommen worden. Bis zum Nachmittag habe es mindestens 178 Festnahmen in 15 Städten gegeben, teilte die Nichtregierungsorganisation OVD-Info mit.

Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP in Moskau beobachtete, wie mehr als 20 Menschen in einem Park nahe dem Kreml abgeführt wurden. Die Polizei nahm Menschen in Gewahrsam, die auf Parkbänken saßen oder einfach nur herumstanden, ohne die Gründe für die Festnahme zu erläutern. In St. Petersburg wurden rund 25 Menschen festgenommen – wobei unklar war, wie viele von ihnen tatsächlich protestieren wollten.

15.42 Uhr: Busse sollen 500 Menschen aus Mariupol bringen

Zur Rettung von Zivilisten aus der belagerten Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine sollen an diesem Sonntag mehrere Busse eingesetzt werden. Wie eine Bürgerinitiative am Sonnabend im Nachrichtenkanal Telegram mitteilte, sollen zehn größere Busse etwa 500 Menschen in die nordwestlich gelegene Stadt Saporischschja bringen. Nach Schätzungen halten sich noch etwa 100.000 Menschen in der umkämpften und schon schwer beschädigten Großstadt auf.

14.13 Uhr: Ukrainischer Fotograf nördlich von Kiew tot aufgefunden

Im Norden von Kiew ist ein ukrainischer Fotograf tot aufgefunden worden. Maks Levin sei seit fast drei Wochen vermisst worden, am Freitag sei dann sein Leichnam in der Nähe des Dorfes Guta Meschygirska entdeckt worden, teilte die ukrainische Präsidialverwaltung am Sonnabend im Messengerdienst Telegram mit. Der Tote wurde nach dem Abzug der russischen Truppen aus dem Gebiet mehrere Dutzend Kilometer nördlich der Hauptstadt Kiew entdeckt.

Das Institut für Masseninformation (IMI), eine Nichtregierungsorganisation, teilte unter Berufung auf vorläufige Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft mit, der Fotograf sei durch „zwei Schüsse“ der russischen Armee getötet worden.

Der 40-jährige Levin arbeitete für ukrainische und internationale Medien. Er hinterlässt vier Kinder. Levin galt als sehr erfahrener Fotograf. Während der Kämpfe zwischen ukrainischen Truppen und von Russland unterstützten Separatisten in der Ostukraine im Jahr 2014 war es ihm gelungen, aus einer eingekesselten Stadt zu fliehen, in der Hunderte ukrainische Soldaten getötet wurden.

14.01 Uhr: Moskau droht mit Ende der Raumfahrt-Zusammenarbeit und Aus für ISS

Moskau hat mit einem Ende der Zusammenarbeit auf der Internationalen Raumstation ISS gedroht, sollten die USA und andere westliche Staaten nicht ihre Sanktionen gegen Russland zurücknehmen. Die Moskauer Führung werde in Kürze Fristen für ein Ende der Kooperation konkret vorschlagen, teilte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde, Dmitri Rogosin, am Samstag über Telegram mit. Die Schreiben würden dann den Raumfahrtbehörden der USA, Kanadas, Japans und der Europäischen Union zugestellt. Diese hatten die Sanktionen nach Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine erlassen.

Eine vollwertige Wiederherstellung der normalen Beziehungen zwischen den ISS-Partnern sei „nur möglich bei einer vollständigen und bedingungslosen Aufhebung der illegalen Sanktionen“, sagte Rogosin. Er veröffentlichte bei Telegram auch Antwortschreiben unter anderem seines US-Kollegen Bill Nelson von der Nasa und des Generaldirektors der Europäischen Weltraumorganisation (Esa), Josef Aschbacher.

13.46 Uhr: Papst Franziskus beklagt russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine

Zum Auftakt seines Besuchs in Malta hat Papst Franziskus den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine scharf kritisiert. „Und während wieder einmal einige wenige Mächtige, die leider in den anachronistischen Forderungen nationalistischer Interessen gefangen sind, Konflikte provozieren und schüren, verspüren die einfachen Menschen das Bedürfnis, eine Zukunft zu gestalten, die entweder gemeinsam sein wird oder gar nicht sein wird“, sagte der Papst am Sonnabend in Valetta.

In seiner Rede im Präsidentenpalast nannte Franziskus den Namen des russischen Staatschefs Wladimir Putin jedoch nicht. Zugleich forderte das Oberhaupt der katholischen Kirche „umfassende Antworten“ auf den Migrationsnotstand.

„Die Ausweitung der Notsituation der Migration - man denke nur an die Flüchtlinge aus der gepeinigten Ukraine - verlangt nach umfassenden, gemeinsamen Antworten“, sagte der Papst. Es sei „nicht möglich, dass sich einige Länder das gesamte Problem aufbürden, während die anderen Länder in der Gleichgültigkeit verharren.“

12.43 Uhr: Kiew: „Schneller Rückzug“ der russischen Truppen im Norden der Ukraine

Die ukrainische Regierung beobachtet nach eigenen Angaben einen „schnellen Rückzug“ der russischen Streitkräfte im Norden des Landes. Die Angreifer würden in den Regionen von Kiew und Tschernihiw zurückfallen, sagte Michailo Podoljak, ein Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, am Samstag. Moskaus Ziel sei dabei offensichtlich: Es wolle seine Truppen „nach Osten und Süden zurückziehen und dort die Kontrolle über große besetzte Gebiete behalten“.

Die russische Seite hatte zu Beginn der Woche nach Gesprächen in Istanbul zugesagt, ihre Angriffe auf Kiew und Tschernihiw zu verringern, und dies als Zugeständnis in den Verhandlungen dargestellt. Ukrainische und westliche Vertreter prangerten allerdings kurz darauf ein Täuschungsmanöver an.

Moskaus Ziel sei es, „im Osten und im Süden Fuß zu fassen und seine Bedingungen hart zu diktieren“, sagte Podoljak. Die Ukraine brauche nun „schwere Waffen“, um in besetzte Gebiete in diesen Regionen vorzustoßen „und die Russen so weit wie möglich zurückzudrängen“.

11.19 Uhr: Bundespolizei: Inzwischen fast 300.000 Ukraine-Flüchtlinge

In Deutschland sind nach Angaben der Bundespolizei innerhalb eines Tages rund 5300 weitere Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen. Wie das Bundesinnenministerium am Samstag auf Twitter mitteilte, hat die Polizei damit seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar nahezu 300.000 Kriegsflüchtlinge erfasst. Die genaue Zahl wurde mit 299.823 angegeben. Überwiegend handele es sich um Frauen, Kinder und alte Menschen.

Vermutet wird, dass die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge deutlich höher liegt, da es an den Grenzen keine festen Kontrollen gibt und Menschen mit ukrainischem Pass sich 90 Tage lang ohne Visum in der EU aufhalten dürfen. Die meisten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine halten sich im Nachbarland Polen auf: mehr als 2,4 Millionen Menschen.

11.05 Uhr: Ukraine: Sieben Fluchtkorridore für Bevölkerung in Ostukraine

Für die bedrängte Zivilbevölkerung in umkämpften Städten der Ukraine sind am Samstag nach Angaben der Regierung in Kiew sieben Fluchtkorridore eingerichtet worden. Aus der besonders schwer von Gefechten betroffenen Stadt Mariupol im Süden soll ein Weg für Privatfahrzeuge in Richtung der Stadt Saporischschja führen, wie Vizeregierungschefin Irina Wereschtschuk in Kiew mitteilte. Aus der Stadt Berdjansk sollten Zivilisten mit Bussen abgeholt werden, aber auch mit Autos Richtung Saporischschja fliehen können.

Aus umkämpften Gebieten im Osten des Landes führten fünf Korridore in die Stadt Bachmut, schrieb Wereschtschuk in ihrem Nachrichtenkanal bei Telegram. Die Routen werden für jeden Tag neu angekündigt. Russland und die Ukraine werfen sich immer wieder gegenseitig vor, die Evakuierung von Ortschaften und Städten zu sabotieren. Moskau hatte zuletzt erklärt, die Kampfhandlungen auf den Osten der Ukraine zu konzentrieren.

07.24 Uhr: Deutschland liefert 4800 Paletten Lebensmittel in die Ukraine

Deutschland hat die Ukraine nach Angaben der Bundesregierung im vergangenen Monat umfangreich mit Lebensmitteln unterstützt. „Wir haben mittlerweile fast 150 Lieferungen in die Ukraine gebracht mit rund 4800 Paletten Lebensmittel“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). „Der Handel, die Lebensmittelhersteller und die gesamte Ernährungswirtschaft waren sofort am Start mit wirklich großer Hilfsbereitschaft.“

Nach Auskunft von Özdemirs Ministerium, das die Hilfe koordiniert, gibt es bislang Zusagen für 163 Lkw-Lieferungen mit 5148 Paletten. Die Lieferungen starteten am 2. März, die genannten Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum bis zum 31. März.

Özdemir hob hervor, dass Bedürftige in Deutschland durch die Ukraine-Hilfe nicht weniger Nahrungsmittel zur Verfügung hätten: „Die Hilfslieferungen haben keine Konsequenzen für die Tafel, das ist ganz wichtig“, sagte der Grünen-Politker den Funke Medien. „Wir helfen den Menschen in der Ukraine - aber nicht zu Lasten von Bedürftigen in Deutschland.“

04.21 Uhr: Selenskyj rechnet mit heftigen Angriffen im Osten

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet mit heftigen russischen Angriffen im Osten seines Landes. „Russische Soldaten werden in den Donbass geholt. Genauso in Richtung Charkiw“, sagte der Staatschef in einer Videoansprache in der Nacht zum Samstag. „Im Osten unseres Landes bleibt die Lage sehr schwierig.“

Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass russische Truppen aus der Sperrzone um das ehemalige Kernkraftwerk Tschernobyl und aus den angrenzenden Gebieten in Belarus zurückgezogen würden. Sie sollten augenscheinlich in das russische Gebiet Belgorod verlegt werden, von wo der Vorstoß nach Charkiw erfolgt.

02.13 Uhr: Ukraine: Beschuss auf Städte im Süden des Landes

Russische Truppen haben in der Nacht auf Samstag nach ukrainischen Angaben mehrere Großstädte im Süden des Landes mit Raketen beschossen. In der Stadt Dnipro seien zwei oder drei schwere Explosionen zu hören gewesen, berichtete das Portal „Ukrajinska Prawda“ unter Berufung auf die Gebietsverwaltung.

Die Umgebung der Stadt Krywyj Rih wurde demnach mit Raketenwerfern beschossen. Dabei sei eine Tankstelle in Brand geraten, teilte der Chef der örtlichen Militärverwaltung, Olexander Wilkul, mit. Seinen Angaben nach setzten die russischen Kräfte Mehrfachraketenwerfer vom Typ Grad (Hagel) ein.

Wie alle Berichte aus den Kampfzonen waren die Angaben nicht unabhängig überprüfbar. Wilkul sagte, der Kreis Krywyj Rih und das Verwaltungsgebiet Dnipropetrowsk insgesamt seien stabil in der Hand der ukrainischen Armee. Am Freitagabend war auch die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer mit Raketen beschossen worden.

01.22 Uhr: Selenskyj: Mehr als 3000 Menschen aus belagertem Mariupol „gerettet“

In der stark zerstörten südukrainischen Stadt Mariupol ruhen die Hoffnungen am Samstag auf einem neuen Versuch der Evakuierung von Zivilisten unter Schutz des Roten Kreuzes. AP Photo/Vadim Ghirda

Aus der belagerten ukrainischen Stadt Mariupol sind nach Angaben von Staatschef Wolodymyr Selenskyj mehr als 3000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. „Heute gab es in drei Regionen humanitäre Korridore: Donezk, Luhansk und Saporischschja“, sagte Selenskyj in einer in der Nacht zu Samstag veröffentlichten Video-Ansprache. „Uns ist es gelungen, 6266 Menschen zu retten, darunter 3071 Menschen aus Mariupol.“

Der ukrainische Präsident führte nicht aus, ob die Menschen aus Mariupol direkt aus der von der russischen Armee eingekesselten Stadt herausgeholt wurden oder sie zunächst auf eigene Faust aus Mariupol flohen und dann in Sicherheit gebracht wurden.

00.39 Uhr: Ostukrainischer Bürgermeister angeblich zu Separatisten übergelaufen

Der Bürgermeister der ostukrainischen Stadt Rubischne ist nach Angaben der prorussischen Separatisten im Gebiet Luhansk zu ihnen übergelaufen. Bürgermeister Serhij Chortyw habe die ukrainischen Truppen aufgerufen, die Waffen niederzulegen, meldete die Nachrichtenagentur Lug-Info der Separatisten am Freitagabend.

In einem Video wiederholte Chortyw die Moskauer These, die Ukraine begehe Völkermord an ihrer russischsprachigen Bevölkerung. Es war unklar, unter welchen Umständen das Video aufgenommen worden war. Rubischne ist im Verwaltungsgebiet Luhansk die achtgrößte Stadt und hatte vor dem Krieg etwa 60 000 Einwohner. Die Stadt war bislang nicht in der Hand der Separatisten. Kiewer Politiker drohten Chortyw Vergeltung an.

00.06 Uhr: Ukrainische Luftwaffe: Wir haben weiterhin die Lufthoheit

Die ukrainische Luftwaffe sieht nach Angaben ihres Kommandeurs trotz schwerer russischer Angriffe den Himmel über der Ukraine weiter in ihrer Hand. „Der Feind hat den ukrainischen Himmel nicht kontrolliert und kontrolliert ihn nicht“, sagte Generalleutnant Mykola Oleschtschuk. Der Generalstab in Kiew veröffentlichte die Äußerungen am Freitagabend auf Facebook.

Russland habe nach dem Angriff am 24. Februar versucht, die ukrainische Luftwaffe auszuschalten. Dies sei nicht gelungen. Mittlerweile greife die russische Luftwaffe weniger mit Flugzeugen an, sondern bombardiere aus der Distanz mit Raketen. Oleschtschuk forderte von Verbündeten der Ukraine modernere Waffen, darunter Jagdflugzeuge und Flugabwehr-Raketensysteme mittlerer und großer Reichweite. Die Waffen könnten auch ausländischer Bauart sein.

Die Aussagen des Generalleutnants zur verbliebenen Stärke der ukrainischen Luftwaffe waren nicht unabhängig überprüfbar. Seine Truppe hat Verluste erlitten. Oleschtschuk äußerte sich aber an dem Tag, an dem zwei mutmaßlich ukrainische Hubschrauber ein Tanklager in der russischen Stadt Belgorod in Brand geschossen hatten.

23.31 Uhr: Russischer Gouverneur: Ukraine setzt Öllager in Brand

Die ukrainischen Streitkräfte sollen nach russischen Angaben am Freitag von zwei Hubschraubern aus einen Luftschlag auf ein Öllager in Russland verübt haben. In dem Depot in der Großstadt Belgorod sei es nach dem Angriff zu einem Brand gekommen, teilte der Gouverneur des Gebiets, Wjatscheslaw Gladkow, im Nachrichtenkanal Telegram mit. Auf einem Video war auch ein großes Feuer zu sehen. Belgorod liegt unweit der ukrainischen Grenze. Es habe keine Opfer gegeben, sagte Gladkow. Die Anwohner seien in Sicherheit. Am Abend teilte der russische Zivilschutz mit, der Brand sei gelöscht.

Von ukrainischer Seite gab es zunächst weder eine Bestätigung noch ein Dementi des Angriffs. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew, Olexander Motusjanyk, sagte lediglich, die Ukraine könne nicht „für alle Katastrophen und alle Ereignisse in Russland“ verantwortlich gemacht werden.

Der russische Präsident Wladimir Putin sei über den Angriff informiert worden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Die Attacke schaffe keine guten Voraussetzungen für die zwischen Moskau und Kiew begonnenen Verhandlungen für ein Ende der Kämpfe.

21.54 Uhr: Berichte: Russen beschießen Stadt bei Odessa

Russische Truppen haben ukrainischen Angaben zufolge eine Stadt unweit der Hafen-Metropole Odessa mit Raketen beschossen. Die Russen hätten von der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim aus drei Iskander-Raketen abgefeuert, schrieb der Chef der Regionalverwaltung, Maxym Martschenko, am Freitagabend auf Telegram. Es habe Verletzte gegeben. Weitere Details nannte er nicht. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Odessa mit seinem Hafen am Schwarzen Meer gilt als strategisch wichtige Stadt. Am Dienstag war bereits die rund 130 Kilometer nordöstlich gelegene Stadt Mykolajiw heftig beschossen worden, die bislang für die russischen Truppen den Landweg nach Odessa blockiert.

20.22 Uhr: Depardieu kritisiert den Krieg, jetzt will der Kreml ihn „aufklären“

Der französische Schauspieler Gérard Depardieu kritisiert Russlands Präsidenten Wladimir Putin für dessen Krieg gegen die Ukraine - nun hat der Kreml ihm „Aufklärung“ angeboten. „Höchstwahrscheinlich versteht Depardieu nicht vollständig, was los ist“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der Agentur Interfax zufolge. „Wenn nötig, sind wir bereit, ihm alles zu erzählen und aufzuklären, damit er es besser versteht.“

Depardieu, der seit Jahren einen russischen Pass besitzt und Putin einst als seinen Freund bezeichnete, hatte dem Kremlchef am Donnerstag „verrückte, inakzeptable Entgleisungen“ vorgeworfen, die wiederum zum Krieg in der Ukraine geführt hätten. Der 73-Jährige kündigte zudem an, alle Einnahmen aus drei Konzerten Anfang April an ukrainische Kriegsopfer zu spenden. Das russische Volk sei nicht für die Taten von Putin verantwortlich zu machen, sagte Depardieu.

In Russland wird der Krieg gegen das Nachbarland Ukraine offiziell als „militärische Spezial-Operation“ bezeichnet, durch die angeblich die Ostukraine von Nationalisten „befreit“ werden solle.

19.09 Uhr: Ukraine berichtet über weiteren Gefangenenaustausch

Mehr als fünf Wochen nach Beginn des Krieges hat es ukrainischen Angaben zufolge einen weiteren Gefangenenaustausch gegeben. Die russischen Seite habe 71 ukrainische Soldaten und 15 Soldatinnen aus der Kriegsgefangenenschaft freigelassen und dafür ebenso viele eigene Leute übergeben bekommen, schrieb die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Freitag auf Facebook. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

„Ich wende mich an alle unsere Leute, die noch in Gefangenschaft sind“, schrieb Wereschtschuk weiter: „Wir werden für jeden von euch kämpfen! Wir bringen alle nach Hause. Haltet durch!“

In den vergangenen Wochen hatte es bereits mehrere Gefangenenaustausche zwischen Ukrainern und Russen gegeben. Mitte März hatte die russische Seite etwa den zwischenzeitlich entführten Bürgermeister der Stadt Melitopol freigelassen – ukrainischen Angaben zufolge im Austausch für neun russische Wehrdienstleistende.

17.01 Uhr: IAEA-Chef kündigt Hilfsmission nach Tschernobyl an

Nach dem Abzug russischer Truppen aus Tschernobyl will die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in den kommenden Tagen Experten in das ehemalige ukrainische Atomkraftwerk entsenden. IAEA-Chef Rafael Grossi kündigte am Freitag in Wien an, dass er die Hilfsmission selbst anführen werde.

Die geplanten IAEA-Missionen seien jeweils mit Russland und der Ukraine vereinbart, hieß es. Über konkrete russische Sicherheitsgarantien für ukrainische AKWs oder für IAEA-Mitarbeiter sprach er jedoch nicht. „Wir benötigen sichere Routen, Schutz und befriedete Zonen, in denen wir uns bewegen können“, sagte Grossi.

Im Zuge der russischen Invasion war es auch zu Schäden in ukrainischen Atomanlagen gekommen, jedoch kam es bislang zu keinem Austritt radioaktiver Strahlung.

15.52 Uhr: EU warnt China bei Gipfel vor Unterstützung Russlands

Politiker der Europäischen Union haben die chinesische Führung bei einem Gipfel vor einer Rückendeckung für Russlands Krieg gegen die Ukraine gewarnt. „Kein europäischer Bürger würde es verstehen, wenn es irgendeine Unterstützung für Russlands Fähigkeit geben würde, Krieg zu führen“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag nach per Videokonferenz organisierten Gesprächen mit Chinas Regierungschef Li Keqiang und Staats- und Parteichef Xi Jinping. „Das würde China hier in Europa einen großen Reputationsschaden zufügen.“ Das Land trage auch als ständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine besondere Verantwortung.

Indirekt drohte von der Leyen China auch Konsequenzen für die engen Wirtschaftsbeziehungen an. „Es ist klar, dass der russische Einmarsch in die Ukraine nicht nur ein entscheidender Moment für unseren Kontinent, sondern auch für unser Verhältnis zum Rest der Welt ist“, sagte sie.

EU-Ratspräsident Charles Michel äußerte sich ebenfalls deutlich. „Wir haben China aufgefordert, einen Beitrag zum Ende des Krieges in der Ukraine zu leisten“, sagte er. „China kann den Völkerrechtsverstoß Russlands nicht ignorieren.“

15.49 Uhr: Gazprom gibt deutsche Tochterfirma Gazprom Germania auf

Der russische Energieriese Gazprom gibt eigenen Angaben zufolge seine deutsche Tochterfirma Gazprom Germania auf. „Am 31. März beendete die Gazprom-Gruppe ihre Beteiligung an dem deutschen Unternehmen Gazprom Germania GmbH und allen ihren Vermögenswerten, einschließlich Gazprom Marketing & Trading Ltd.“, teilte der russische Konzern am Freitag auf seinem Telegram-Kanal mit. Zunächst war unklar, ob das Auswirkungen auf den deutschen Markt haben würde.

Die Gazprom Germania GmbH ist nach eigenen Angaben ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des russischen Energiekonzerns Gazprom. Gazprom Germania ist wiederum Eigentümerin weiterer Unternehmen der deutschen Gaswirtschaft. Dazu gehören etwa der Gashändler Wingas, der Gasspeicherbetreiber Astora und eine Minderheitsbeteiligung am Gastransportunternehmen Gascade.

14.01 Uhr: Amnesty wirft Russland Einsatz von Streumunition vor

Russland setzt nach einem Bericht von Amnesty International beim Krieg in der Ukraine auch verbotene Streumunition ein. Die Menschenrechtsorganisation warf den russischen Truppen am Freitag in Berlin „unerbittliche, wahllose Angriffe“ auch auf Zivilisten vor. Die Echtheit von „physischen Beweisen“ für den Einsatz solcher Munition sei von Amnesty-Ermittlern in der Ukraine bestätigt worden.

Als Streumunition werden Raketen oder Bomben bezeichnet, die noch in der Luft über dem Ziel zerbersten und eine Vielzahl kleiner Sprengkörper freisetzen. Diese Mini-Bomben – etwa so groß wie eine Getränke- oder Spraydose – fallen dann in einem Umkreis von mehreren Dutzend Metern zu Boden. Amnesty-Expertin Janine Uhlmannsiek sagte: „Die Liste der Kriegsverbrechen des russischen Militärs wird mit jedem Tag länger.“

Bislang haben 110 Staaten ein Übereinkommen gegen Streumunition ratifiziert. Dazu zählt auch Deutschland. Russland und die Ukraine sind hingegen nicht dabei. Die Konvention aus dem Jahr 2008 verbietet die Herstellung und den Einsatz.

Ein ukrainischer Soldat tröstet eine ältere Frau, nachdem diese ihren Heimatort verlassen musste. Rodrigo Abd/AP/dpa

13.18 Uhr: Bundesregierung genehmigt Panzerlieferung aus Tschechien an Ukraine

Die Bundesregierung hat einer Lieferung von Schützenpanzern aus Tschechien in die Ukraine zugestimmt. Dabei handelt es sich um 58 Schützenpanzer, die aus Beständen der Nationalen Volksarmee der DDR stammen, wie die „Welt“ am Freitag berichtete. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur dazu, eine entsprechende Genehmigung sei erteilt worden.

Die Panzerkampfwagen Typ PbV-501 (früher BMP-1) sind mit Kanonen und Maschinengewehren ausgerüstet und gehörten zur Standardausrüstung der Armeen des Warschauer Paktes. Die Schützenpanzer waren mit der Wiedervereinigung in den Besitz der Bundeswehr gelangt und von dieser Ende der 90er-Jahre zunächst an die schwedische Armee abgegeben worden. Diese verkaufte sie später an eine tschechische Firma weiter, die nun ihrerseits den Verkauf an die ukrainische Armee anstrebt. Dafür war jedoch eine deutsche Zustimmung erforderlich.

11.44 Uhr: Ukrainischer Flüchtling trainiert bei ManCity mit

Der englische Fußballmeister Manchester City integriert einen ukrainischen Flüchtling in den laufenden Trainings- und Spielbetrieb. Der nach Großbritannien geflohene U21-Nationalspieler Andrej Krawtschuk soll bis zum Saisonende in der U23 eingesetzt werden. Zuvor hatte er seinen Vertrag bei seinem russischen Klub Torpedo Moskau aufgelöst.

Wegen des russischen Angriffskrieges hatte der Weltverband FIFA ausländischen Spielern in Russland und der Ukraine erlaubt, ihre Verträge vorübergehend auszusetzen, um in ein anderes Land zu wechseln. Die Premier League verbietet allerdings Einsätze solcher Spieler in den ersten Mannschaften der Vereine.

„Ich bin Manchester City sehr dankbar dafür, dass sie mir die Chance geben, hier zu trainieren“, sagte Krawtschuk (23): „Die letzten Wochen und Monate waren sehr schwierig und es bedeutet mir sehr viel, wieder auf dem Platz zu stehen.“

9:01 Uhr: Gouverneur: Ukrainische Hubschrauber greifen Treibstofflager in Russland an

Ukrainische Hubschrauber haben nach russischen Angaben einen Angriff auf ein Treibstofflager im Westen Russlands geflogen. Zwei tieffliegende ukrainische Armeehubschrauber hätten russisches Territorium überflogen und das Treibstofflager in der Stadt Belgorod angegriffen, erklärte der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, am Freitag auf seinem Kanal des Messengerdienstes Telegram. In dem Lager sei ein Feuer ausgebrochen.

Zwei Beschäftigte des Lagers seien durch das Feuer verletzt worden, teilte der Gouverneur weiter mit. Nach Angaben des russischen Katastrophenschutzministeriums waren rund 170 Menschen im Einsatz, um den Brand zu löschen. Der Betreiber des Treibstofflagers, Rosneft, teilte russischen Nachrichtenagenturen mit, die Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden.

6:25 Uhr: Nach Selenskyj-Rede: Australien sagt Ukraine Panzerfahrzeuge zu

Nach der Ansprache des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an das australische Parlament hat Premierminister Scott Morrison dem Krisenland die Lieferung weiterer militärischer Ausrüstung zugesagt. Selenskyj hatte am Donnerstag speziell um Bushmaster-Panzerfahrzeuge gebeten, die die australische Armee benutzt. Diese würden helfen, die ukrainischen Streitkräfte zu stärken, betonte er. Morrison erklärte am Freitag, Australien werde der Bitte nachkommen.

„Wir schicken unsere Waffen, Munition, humanitäre Hilfe, unsere Schutzwesten. Und wir werden auch unsere gepanzerten Fahrzeuge – unsere Bushmaster – schicken“, erklärte der Regierungschef. Die Ausrüstung werde mit Militärtransportflugzeugen in die Ukraine geflogen.

5:13 Uhr: Ukraine meldet militärische Erfolge

Ukrainische Truppen eroberten nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen elf Siedlungen im südukrainischen Gebiet Cherson zurück. Beim Vormarsch im Norden der Region sei ihnen auch schwere russische Militärtechnik in die Hände gefallen, darunter Panzer vom Typ T-64. Nach Angaben des Generalstabs in Kiew konnten russischen Einheiten nirgendwo Geländegewinne verzeichnen. Die östliche Großstadt Charkiw werde weiter beschossen, ein Durchbruchsversuch nahe Isjum sei aber gescheitert. Ein russischer Vorstoß im südlichen Gebiet Mykolajiw sei erfolglos gewesen. Im Norden hätten sich einige russische Einheiten zurückgezogen. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

4:41 Uhr: Selenskyj bestraft eigene Generäle

Der ukrainische Präsident entzog zwei Generälen ihren Titel, dem früheren Chef des Geheimdiensts SBU, Andrij Naumow, sowie dem Ex-SBU-Chef für das Gebiet Cherson, Serhej Kryworutschko. „Jetzt habe ich keine Zeit, mich um all die Verräter zu kümmern. Aber nach und nach werden sie alle bestraft“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Nähere Angaben machte er nicht. Naumow war bereits im vorigen Sommer als Geheimdienstchef abgesetzt worden und hat sich angeblich vor Kriegsbeginn ins Ausland abgesetzt. Er soll Medien zufolge in Schmuggel und Korruption beim Zoll verwickelt sein.

Eine Frau geht an den Trümmern eines Autos im Stadtteil Soltavka in Charkiw, Ukraine, vorbei. Aziz Karimov/ZUMA Press Wire Service/dpa

3:27 Uhr: Stadtkommandant: Lage in Kiew verbessert sich

Unterdessen entspannte sich die Lage in Kiew nach Angaben des Stadtkommandanten etwas. Die Situation rund um die Hauptstadt verbessere sich, hieß es in einer am Donnerstagabend veröffentlichten Mitteilung von General Mykola Schyrnow. Die zivile Infrastruktur werde wiederhergestellt, dies betreffe Unternehmen wie auch Handels- und Dienstleistungseinrichtungen. In den Außenbezirken Kiews werde aber weiter gekämpft. Schyrnow rief die Bevölkerung zur Vorsicht auf. Luftalarmsignale sollten weiter beachtet werden.

23:35 Uhr: US-Präsident: Putin scheint "sich selbst zu isolieren"

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Einschätzung der US-Regierung im Ukraine-Krieg womöglich einige seiner Berater von ihren Aufgaben entbunden und sich selber isoliert. „Es gibt Anzeichen dafür, dass er einige seiner Berater entlassen oder unter Hausarrest gestellt hat“, sagte US-Präsident Joe Biden am Donnerstag im Weißen Haus. Es gebe aber „nicht so viele handfeste Beweise“. Auf die Frage, ob Putin von seinen Beratern falsch informiert werde, antwortete Biden: „Es gibt eine Menge Spekulationen. Aber er scheint - ich sage das nicht mit Gewissheit - er scheint sich selbst zu isolieren.“

Das Weiße Haus hatte am Vortag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen berichtet, dass Putin nicht richtig über die Lage informiert werde. Der Kreml wies das am Donnerstag zurück und warf der US-Regierung vor, weder Putin noch die Vorgänge oder die Entscheidungsmechanismen der Regierung in Moskau zu verstehen.

23:15 Uhr: Ukraine befürchtet hohe Ernte-Ausfälle, Minister spricht von bis zu 50 Prozent

Wegen des russischen Angriffskriegs könnte in der Ukraine nach Einschätzung der ukrainischen Regierung die Hälfte der jährlichen Ernte ausfallen. Die Erträge könnten in diesem Jahr um 25 oder sogar 50 Prozent sinken, erklärte Landwirtschaftsminister Mykola Solskyj in einem schriftlichen Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Dies sei „noch eine optimistische Prognose“.

Die Ukraine gilt wegen ihrer fruchtbaren Böden als Kornkammer Europas. Vor dem Krieg war das Land der weltweit viertgrößte Exporteur von Mais und auf dem besten Weg, der drittgrößte Exporteur von Weizen zu werden. 2021 wurde eine Rekordernte von 106 Millionen Tonnen Getreide eingefahren. Inzwischen sind jedoch mehrere Anbauregionen Schauplätze heftiger Kämpfe oder wegen des Krieges für die Landwirtschaft unzugänglich.

22:40 Uhr: USA schließen dauerhaft erhöhte Präsenz von Truppen in Europa nicht aus

Die US-Regierung schließt angesichts des Konflikts mit Russland eine dauerhafte erhöhte Präsenz von US-Truppen in Europa nicht aus. „Unabhängig davon, wie dieser Krieg endet und wann er endet, wird sich das Sicherheitsumfeld in Europa verändert haben“, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Donnerstag in Washington. Darauf müsse man reagieren. „Wie das aussehen wird, wissen wir nicht“, sagte er weiter.

Aber man sei offen für Gespräche, ob es eine größere dauerhafte Präsenz von US-Truppen in Europa geben müsse. Zu gegebener Zeit werde die US-Regierung sich daher mit den Verbündeten zusammensetzen, um das zu besprechen. Aufgrund der Truppenverstärkungen wegen des Ukraine-Krieges sind inzwischen mehr als 100.000 US-Soldaten in Europa, davon etwa 40.000 in Deutschland.

21:45 Uhr: Neuer Anlauf für humanitären Korridor aus Mariupol

Russland will nach eigenen Angaben an diesem Freitag einen neuen Anlauf für einen humanitären Korridor aus der umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol nehmen. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau kündigte am Donnerstagabend eine Feuerpause für den Morgen und den geplanten Beginn der Evakuierung von 9.00 Uhr MESZ an. Die Menschen sollten unter Beteiligung des Roten Kreuzes und des UN-Flüchtlingshilfswerks aus der Stadt herausgebracht werden, sagte  Generalmajor Michail Misinzew.

Der neuerliche Versuch für einen humanitären Korridor folge einem Appell von Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, teilte das Ministerium in Moskau weiter mit. Misinzew warf der ukrainischen Seite vor, sie habe die Evakuierung der Stadt am Donnerstag durch Beschuss verhindert. Tausende Menschen seien allerdings aus Mariupol herausgebracht worden. Die ukrainische Seite hingegen wirft Moskau immer wieder vor, die Flüchtlingskorridore durch Beschuss zu sabotieren und die Menschen nach Russland zu verschleppen.

Zerstörte Wohnblocks in Mariupol. Russland will nach eigenen Angaben an diesem Freitag einen neuen Anlauf für einen humanitären Korridor aus der umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol nehmen. imago-images.de/Sergei Bobylev

20:55 Uhr: Handelsblatt: Wirtschaftsministerium denkt über Verstaatlichung und Enteignung nach

In der Bundesregierung werden einem Bericht zufolge verschiedene Szenarien durchgespielt für den Fall, dass die deutschen Töchter russischer Staatskonzerne in ernste Schwierigkeiten geraten. Es gehe um die Möglichkeiten der Verstaatlichung oder sogar Enteignung der deutschen Töchter der Energieriesen Gazprom und Rosneft, berichtete das Handelsblatt am Donnerstag. Die Regierung wolle einer massiven Beeinträchtigung der Energieversorgung insbesondere in Ostdeutschland vorbeugen.

Das Thema liegt dem Bericht zufolge beim Bundeswirtschaftsministerium. Die Zeitung berief sich auf mehrere Regierungsvertreter.

Die beiden Firmen sind von großer Bedeutung für die deutsche Energieversorgung. Gazprom Germania betreibt große Gasspeicher, Rosneft Deutschland steht für 25 Prozent des deutschen Raffineriegeschäfts.„Insider“ berichteten dem „Handelsblatt“ zufolge, im Bundeswirtschaftsministerium beschäftigten sich Mitarbeitende seit Wochen intensiv mit der Frage, wie sich der Weiterbetrieb der PCK-Raffinerie in Schwedt gewährleisten lasse. Sie gehört teilweise Rosneft und versorgt den Großraum Berlin/Brandenburg mit Benzin, Diesel, Heizöl und Kerosin.

20:40 Uhr: Wladimir Klitschko wirbt in Berlin für mehr Unterstützung

Der frühere Box-Weltmeister Wladimir Klitschko, Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko, hat am Donnerstag in Berlin um mehr deutsche Unterstützung für die Ukraine geworben. Er traf unter anderem mit Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zusammen. „Wir brauchen Unterstützung, mit Taten, nicht mit Worten“, sagte Klitschko anschließend dem Sender Bild Live.

Wladimir Klitschko war am Morgen als Mitglied einer ukrainischen Delegation in Deutschland angekommen. An dem Gespräch mit Habeck beteiligt waren nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums auch der Sonderbeauftragte des ukrainischen Außenministeriums für Sanktionspolitik, Oleksij Makiejev, sowie die ukrainische Abgeordnete und Ko-Vorsitzende der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe, Halyna Janschenko.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb zuvor auf Twitter, sein Bruder plane Treffen mit mehreren hochrangigen deutschen Politikern. Vitali Klitschko ist als Bürgermeister von Kiew eine Schlüsselfigur des ukrainischen Widerstands gegen den russischen Angriffskrieg

Ein Mann und sein Hund inmitten der Zerstörung am Stadtrand von Mariupol. dpa/AP/Alexei Alexandrov

19:19 Uhr: Russland verhängt Einreiseverbote für EU-Vertreter

Als Antwort auf europäische Sanktionen hat Moskau Einreiseverbote gegen führende Vertreter der Europäischen Union verhängt. „Die Beschränkungen gelten für die höchste Führung der Europäischen Union (...) sowie für die Mehrheit der Abgeordneten des Europäischen Parlaments“, teilte das Außenministerium in Moskau am Donnerstag mit. Die „schwarze Liste“ umfasse auch Vertreter von Regierungen und Parlamenten einzelner EU-Staaten. Namen wurden keine genannt.

Die EU hatte noch vor dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vor fünf Wochen Sanktionen unter anderem gegen 351 Abgeordnete des russischen Parlaments erlassen. Sie hatten sich für eine Anerkennung der selbst ernannten ostukrainischen Volksrepubliken Luhansk und Donezk ausgesprochen. Danach hatte der russische Präsident Wladimir Putin beide als unabhängige Staaten anerkannt und einen Krieg gegen die Ukraine begonnen.

17.13 Uhr: Russischer Rückzug von Atomruine Tschernobyl hat begonnen

Fünf Wochen nach ihrer Einnahme der Atomruine Tschernobyl haben die russischen Truppen mit dem Abzug aus dem Sperrgebiet im Norden der Ukraine begonnen. „Heute Morgen haben die Invasoren ihre Absicht erklärt, das Atomkraftwerk Tschernobyl zu verlassen“, teilte der ukrainische Atomenergiekonzern Energoatom am Donnerstag im Messengerdienst Telegram mit. Die russischen Soldaten würden nun „in zwei Kolonnen in Richtung der ukrainisch-belarussischen Grenze marschieren“.

Eine „kleine Zahl“ an russischen Soldaten befinde sich weiterhin in dem Atomkomplex, erklärte Energoatom.

15.55 Uhr: Habeck kündigt weitere Sanktionen gegen Russland an

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine weitere Sanktionen gegen Russland angekündigt. Das letzte Sanktionspaket sollte nicht das letzte gewesen sein, sagte er am Donnerstag in Berlin nach einem Treffen mit dem französischen Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire. Es sei darüber gesprochen worden, welche weiteren Sanktionen den russischen Präsidenten Wladimir Putin hindern könnten, den „barbarischen“ Krieg in der Ukraine fortzusetzen. Es seien Punkte identifiziert worden. Einzelheiten nannte Habeck nicht.

Habeck sagte weiter, Le Maire und er hätten einen täglichen Austausch zwischen Deutschland und Frankreich zur Gasversorgung vereinbart. Falls gravierendere Maßnahmen ergriffen werden müssten, solle diese koordiniert passieren.

15.20 Uhr: Russland: Ukraine hält 68 Schiffe in Schwarzmeer-Häfen fest

Russland hat der Ukraine vorgeworfen, in seinen Schwarzmeer-Häfen bei Odessa 68 internationale Schiffe festzuhalten. Die Schiffe gehörten unter anderem China, der Türkei, der Schweiz und Griechenland, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Donnerstag in Moskau. Russland öffne jeden Tag einen sicheren Korridor, damit sie die ukrainischen Hoheitsgewässer verlassen könnten. Nach Angaben der Besatzungen hätten die ukrainischen Behörden ausländischen Schiffen jedoch „unter Androhung der sofortigen Versenkung“ das Auslaufen verboten. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Zugleich wies das Ministerium Vorwürfe aus Kiew zurück, Seeminen im Schwarzen Meer ausgelegt zu haben. Vielmehr hätten ukrainische Einheiten rund 370 veraltete Minen im Schwarzen Meer ausgebracht. Etwa zehn Sprengkörper hätten sich aus den Verankerungen gelöst und trieben nun in den westlichen Teil des Meeres. Das ukrainische Außenministerium hatte zuvor Russland für die vor den Küsten der Schwarzmeer-Anrainer treibenden Minen verantwortlich gemacht. Es handle sich um Minen, die Russland 2014 bei der Annexion der Halbinsel Krim in Sewastopol erbeutet habe. Türkische Experten hatten zwei Seeminen unschädlich gemacht.

10.53 Uhr: Russische Truppen setzen Angriffe im Osten der Ukraine fort

Die russischen Truppen setzen eigenen Angaben zufolge ihre Angriffe im Osten der Ukraine fort. Die Ortschaft Solota Nywa südwestlich von Donezk sei nun unter russischer Kontrolle, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Donnerstag laut Agentur Interfax. Dort seien russische Einheiten seit Mittwoch sechs Kilometer vorgerückt. Bis zu 60 Gegner seien getötet worden. Diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Einheiten des von Russland als unabhängig anerkannten Separatistengebietes Luhansk seien unterdessen fünf Kilometer vorgerückt und lieferten sich Kämpfe mit ukrainischen „Nationalisten“ bei der Ortschaft Kreminna nordwestlich von Luhansk.

Seit Mittwoch wurden nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums insgesamt 53 ukrainische Militärpunkte durch Luftschläge zerstört, darunter Flugabwehr-Raketensysteme sowie Munitions- und Waffenlager.

10.13 Uhr: Ritter Sport und dutzende weitere Firmen machen weiter Geschäfte mit Russland

Einige Firmen wie Aldi und Daimler haben sich als Konsequenz aus der Ukraine-Invasion aus Russland zurückgezogen, doch dutzende internationale Unternehmen beteiligen sich nicht an den Sanktion, darunter auch deutsche. Gegen den Schoko-Produzenten Ritter Sport braut sich derzeit ein massiver Shitstorm zusammen: Als Begründung für die Weigerung, das lukrative Russland-Geschäft zurückzufahren, müssen ausgerechnet die armen Kakao-Bauern herhalten. >>>

9:51 Uhr: 288.500 Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland gezählt

Die Zahl der in Deutschland angekommenen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ist weiter leicht gestiegen. Das Bundesinnenministerium meldete am Donnerstag 288.500 festgestellte Kriegsflüchtlinge, rund 5.000 mehr als am Vortag. Zeitweise waren bis zu 10.000 Menschen pro Tag von der Bundespolizei gezählt worden. Sie nimmt derzeit verstärkte Kontrollen auch in Zügen vor.

Die tatsächliche Zahl der nach Deutschland Geflüchteten liegt wahrscheinlich aber höher, weil es an der deutsch-polnischen Grenze keine regulären Kontrollen gibt und sich Menschen mit ukrainischem Pass zunächst für 90 Tage frei in der EU bewegen können. Sie müssen sich erst registrieren, wenn sie staatliche Leistungen beantragen.

9:31 Uhr: Geheimdienste: Putin von Beratern falsch informiert

Der russische Präsident Wladimir Putin ist nach Erkenntnissen westlicher Geheimdienste falsch über die Lage in der Ukraine informiert worden. Putins Berater hätten Angst, ihm die Wahrheit zu sagen, sagte der Chef der britischen Geheimdienstbehörde GCHQ, Jeremy Fleming, bei einem Besuch in Australien. Dennoch müsse dem Kreml das Ausmaß der Fehleinschätzungen klar sein. Zuvor hatte sich die US-Regierung ähnlich geäußert.

8:40 Uhr: Kiew entsendet 45 Busse zur Evakuierung von Einwohnern Mariupols

Nach der russischen Ankündigung einer Feuerpause für Mariupol will die Regierung in Kiew 45 Busse zur Evakuierung von Einwohnern aus der seit Wochen massiv beschossenen Hafenstadt entsenden. In der vergangenen Nacht sei die ukrainische Regierung vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) darüber informiert worden, „dass Russland bereit ist, den Zugang für humanitäre Konvois aus Mariupol zu öffnen“, schrieb Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Donnerstagvormittag im Onlinedienst Telegram. Deshalb würden nun die 45 Busse zum „Korridor“ aus Mariupol geschickt.

Mariupol: Es soll erneut versucht werden, Menschen aus der Stadt zu evakuieren. dpa/Alexei Alexandrov

5:26 Uhr: Russland stellt Feuerpause in Mariupol in Aussicht

Für die seit Wochen umkämpfte Stadt Mariupol bot Russland für Donnerstag eine Feuerpause an, um Zivilisten die Möglichkeit zur Flucht zu geben. „Russlands Streitkräfte erklären - ausschließlich zu humanitären Zwecken - am 31. März ab 10.00 Uhr (9.00 Uhr MESZ) eine Feuerpause“, sagte Generalmajor Michail Misinzew laut Agentur Interfax. Zugleich setzte er der Ukraine eine Frist bis 05.00 Uhr deutscher Zeit, um ihrerseits eine Feuerpause zu erklären.

5:03 Uhr: Ukraine: Russland bereitet „Referendum“ im eroberten Cherson vor

Russland soll nach Angaben des ukrainischen Generalstabs in der eroberten Großstadt Cherson ein „Referendum“ über die Errichtung einer moskaufreundlichen „Volksrepublik“ vorbereiten. Damit versuche die einmarschierte Armee, die Gebiete im Süden der Ukraine mit „zivil-militärischen Verwaltungen“ zu kontrollieren, teilte der Generalstab in der Nacht zu Donnerstag mit.

Das Muster würde den mittlerweile von Russland als unabhängig anerkannten Separatistengebieten Donezk und Luhansk in der Ostukraine ähneln. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte unlängst von der Gefahr einer solchen „Abstimmung“ gesprochen.

4:15 Uhr: Raketenangriff auf Öldepot in Dnipro

Bei einem Raketeneinschlag in der Stadt Dnipro wurde nach ukrainischen Angaben ein mit Treibstoff gefülltes Öldepot zerstört. Trümmer hätten zudem zwei Tanklastwagen beschädigt, teilte der Leiter des Regionalrats, Mykola Lukaschuk, mit. Es habe keine Opfer gegeben. In Nowomoskowsk nordöstlich von Dnipro schlug ukrainischen Angaben zufolge eine Rakete in eine Fabrik ein. Auch hier gab es demnach keine Toten. Pawlo Kyrylenko vom Koordinierungszentrum der Region Donezk warf Russland den Einsatz von Phosphorgranaten vor. Der Luftwaffe in Kiew zufolge feuert Russland sogar vom Kaspischen Meer aus Raketen auf Ziele in der Ukraine ab. Die Angaben der Kriegsparteien sind nicht unabhängig zu überprüfen.

Wurde die Stadt Dnipro wurde im Krieg in der Ukraine Opfer eines weiteren Raketenangriffs? -/Ukrinform/dpa

3:45 Uhr: Selenskyj: Russland zieht sich nicht freiwillig zurück

In den Verhandlungen mit der Ukraine über ein Ende des Kriegs hatte Russland am Dienstag angekündigt, seine Kampfhandlungen an der nördlichen Front deutlich zurückzufahren. Die Gespräche mit der russischen Delegation sollen auch nach Angaben des ukrainischen Verhandlungsführer David Arachamija am 1. April im Online-Format fortgesetzt werden. Ziel der Ukraine ist ein direktes Gespräch der Präsidenten beider Länder.

Der ukrainische Präsident Selenskyj äußerte Misstrauen. „Ja, es gibt einen Verhandlungsprozess, der fortgesetzt wird. Aber es sind bisher Worte. Nichts Konkretes“, sagte er in einer Videobotschaft. Russland ziehe sich nicht freiwillig aus der Umgebung der Hauptstadt Kiew und umkämpften Stadt Tschernihiw zurück, sondern werde von der ukrainischen Armee dort verdrängt.

22.50 Uhr: Russen verlassen Atomruine Tschernobyl wieder

Die russischen Streitkräfte haben nach US-Angaben mit einem Rückzug von der Zone um die Atomruine Tschernobyl begonnen. Russische Soldaten würden die Gegend verlassen und in das benachbarte Belarus abziehen, sagte ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums am Mittwoch. „Wir denken, dass sie gehen. Ich kann nicht sagen, dass alle gegangen sind.“ Der Pentagon-Vertreter sprach von einer „Neupositionierung“ der Streitkräfte.

21.58 Uhr: Pentagon: Russland zieht kleinen Teil seiner Truppen um Kiew ab

Russlands Militär hat der US-Regierung zufolge einen kleinen Teil seiner Truppen rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew abgezogen. „Wir haben in den letzten 24 Stunden gesehen, dass ein kleiner Prozentsatz der Truppen, die (...) Russland gegen Kiew in Stellung gebracht hatte, verlegt wurde, wahrscheinlich etwa 20 Prozent der Truppen“, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Mittwoch in Washington. Einige dieser Soldaten seien nach Belarus verlagert worden.

Über der ukrainischen Stadt Lwiw steigt Rauch auf. AP/Nariman El-Mofty

21.45 Uhr: Weißes Haus: Berater sagen Putin nicht Wahrheit über Lage in Ukraine

Russlands Präsident Wladimir Putin bekommt von seinen Beratern nach Einschätzung der US-Regierung keine ehrliche Beschreibung der Lage im Ukraine-Krieg. Die Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses, Kate Bedingfield, sagte am Mittwoch in Washington unter Berufung auf Geheimdienstinformationen: „Wir glauben, dass er von seinen Beratern nicht richtig darüber informiert wird, wie schlecht das russische Militär agiert und wie die russische Wirtschaft durch die Sanktionen gelähmt wird.“ Putins hochrangige Berater hätten „zu viel Angst, ihm die Wahrheit zu sagen“.

21.30 Uhr: Trotz russischer Zusagen weitere Angriffe in der Ukraine

Entgegen der russischen Zusicherung vom Vortag wurde nach ukrainischen Angaben die Stadt Tschernihiw am Mittwoch weiter beschossen. Das ukrainische Außenministerium widersprach zudem Aussagen von Russlands Außenminister Sergej Lawrow in Bezug auf eine möglicherweise bevorstehende Einigung zum Status des Donbass und der Krim.

„Im Moment kann man leider nicht feststellen, dass die Russen die Intensität der Feindseligkeiten in Richtung Kiew und Tschernihiw verringern“, sagte Wadym Denysenko, Berater des ukrainischen Innenministers. Auch der ukrainische Generalstab zeigte sehr skeptisch: Der von Moskau angekündigte Truppenabzug bei Kiew und Tschernihiw sei „wahrscheinlich eine Rotation einzelner Einheiten, die darauf abzielt, die militärische Führung der ukrainischen Streitkräfte zu täuschen“.

Der Gouverneur der Region Tschernihiw meldete, die Stadt sei „die ganze Nacht bombardiert“ worden. Die Stadt mit ehemals 280.000 Einwohnern sei noch immer ohne Wasser und Strom, erklärte Wjatscheslaw Tschaus. Nach Mariupol im Südosten ist Tschernihiw die Stadt, die seit Beginn des von Russland am 24. Februar begonnenen Krieges mit am schwersten bombardiert wurde.

20.05 Uhr: Krimtataren fordern Rückgabe von Schwarzmeer-Halbinsel an Ukraine

Die Vertreter der Krimtataren haben die Regierung in Kiew aufgefordert, bei den Verhandlungen mit Moskau auf eine Rückgabe der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim an die Ukraine zu bestehen. „Die Wiederherstellung der territorialen Integrität der Ukraine in ihren international anerkannten Grenzen“ – darunter die „autonome Republik“ Krim - müsse eine „zwingende Voraussetzung“ in den Gesprächen sein, erklärte der Vorsitzende des Medschlis des Krimtatarischen Volkes, Refat Tschubarow, am Mittwoch.

Die Krimtataren stellten vor der russischen Krim-Annexion 2014 rund zwölf bis 15 Prozent der dortigen Bevölkerung. Das von Moskau organisierte und von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannte Referendum zum Anschluss der Krim an Russland im selben Jahr wurde von den meisten Krimataren boykottiert.

Nach der Krim-Annexion wurde der Medschlis von den russischen Behörden als „extremistisch“ eingestuft und verboten. Dutzende Vertreter der Volksgruppe wurden festgenommen. Etwa 30.000 Krimtataren flohen nach der Annexion in andere ukrainische Landesteile.

18.16 Uhr: Moskau bestätigt Umgruppierung der Truppen vor Kiew

Russlands Verteidigungsministerium hat eine „Umgruppierung“ seiner Truppen bei den ukrainischen Städten Kiew und Tschernihiw bestätigt. „In den Gebieten Kiew und Tschernihiw findet eine geplante Umgruppierung von Truppen statt“, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Mittwochabend in Moskau. Russlands Soldaten hätten dort ihre Hauptaufgaben erfüllt. Das Ziel der Truppenverlegung sei „vor allem der Abschluss der Operation zur vollständigen Befreiung des Donbass“.

Nach Gesprächen mit der Ukraine hatte Russland am Dienstag zugesagt, seine Kampfhandlungen bei Kiew und Tschernihiw deutlich zurückzufahren. Die ukrainische Militärführung sprach daraufhin bereits von einer Umgruppierung. Der „sogenannte Truppenabzug“ sei eher eine Rotation von Einheiten, mit der die ukrainische Militärführung getäuscht werden solle, teilte der ukrainische Generalstab in der Nacht mit. Auch solle damit das falsche Bild gezeichnet werden, dass der Plan zur Einkesselung Kiews aufgegeben werde.

Aus dem russischen Verteidigungsministerium hieß es nun einmal mehr, eine „erste Etappe“ der „militärischen Spezialoperation“ - wie Moskau den Krieg gegen das Nachbarland nennt - sei erfolgreich beendet worden. Die russischen Truppen bei Kiew und Tschernihiw hätten die ukrainische Armee gezwungen, in den vergangenen Wochen ihre Mittel und Ressourcen dort zu bündeln, sagte Konaschenkow.

17.48 Uhr: Boris Johnson fordert Verschärfung der Sanktionen

Der britische Premierminister Boris Johnson hat einen vollständigen Abzug der russischen Truppen aus der Ukraine zur Voraussetzung für eine Lockerung der gegen Russland verhängten Sanktionen erklärt und zunächst ein Verschärfung der Strafmaßnahmen gefordert. Eine Lockerung bereits im Gegenzug für eine Waffenruhe würde Kreml-Chef Wladimir Putin in die Hände spielen, warnte Johnson. „Ich bin der Ansicht, dass wir die Sanktionen durch ein rollierendes Programm intensivieren sollten, bis jeder einzelne seiner Soldaten aus der Ukraine abgezogen ist“, so der Premier.

17.36 Uhr: UN-Menschenrechtskommissarin spricht von russischen „Kriegsverbrechen“

Die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet hat großangelegte und wahllose Angriffe Russlands in bewohnten Gebieten der Ukraine als „äußerst besorgniserregend“ bezeichnet. Sie könnten „Kriegsverbrechen gleichkommen“, sagte Bachelet am Mittwoch vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf.

Bachelet betonte, dass „die massive Zerstörung ziviler Objekte und die hohe Zahl ziviler Opfer stark darauf hindeuten, dass die grundlegenden Prinzipien der Unterscheidung, der Verhältnismäßigkeit und der Vorsorge nicht ausreichend beachtet wurden“.

17.08 Uhr: Bundesregierung bereitet weitere Waffenlieferungen vor

Die Bundesregierung bereitet nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung umfangreiche weitere Waffenlieferungen an die Ukraine vor. Dazu liege der Regierung eine Liste mit etwa 200 Produkten im Wert von rund 300 Millionen Euro vor, die aus deutscher Industrieproduktion kurzfristig an die Ukraine abgegeben werden könnten.

Darunter seien 2650 Panzerfäuste und 18 Aufklärungsdrohnen, die umgehend geliefert werden könnten. Es stünden Mörser, Maschinenkanonen, Nachtsichtgeräte, Schutzwesten und Helme auf der Liste, zudem acht Bodenüberwachungsradargeräte und weitere Anlagen zur Luftraumüberwachung sowie ungeschützte und geschützte Fahrzeuge vom Reisebus bis hin zum gepanzerten Geländewagen. Dabei handele es sich nicht um Waffen und Ausrüstung aus Beständen der Bundeswehr, sondern um Güter, die die Industrie ohne großen Vorlauf liefern könne.

17.02 Uhr: Auch Österreich aktiviert Gas-Notfallplan

Nach Deutschland hat auch Österreich die Frühwarnstufe im Notfallplan für die Gasversorgung ausgerufen. Mit der Frühwarnstufe werde die Situation am Gasmarkt noch engmaschiger beobachtet, teilten Energieministerium und Kanzleramt am Mittwoch mit. Energielenkungsmaßnahmen wie zum Beispiel Rationierungen seien aber erst ab Stufe 3 vorgesehen. Zugleich erinnerte das Energieministerium daran, dass die Gaslieferungen aus Russland derzeit uneingeschränkt liefen. Die heimischen Gasspeicher seien zu 13 Prozent gefüllt, was dem Durchschnitt der letzten Jahre entspreche.

16.36 Uhr: Tote in Irpin in Parks begraben

Im Kiewer Vorort Irpin sind nach Angaben des Bürgermeisters seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs mindestens 200 Menschen getötet worden. „Ich denke, dass ungefähr 200 oder 300 Menschen leider gestorben sind“, sagte Oleksandr Markuschin vor Journalisten. Während der heftigsten Kämpfe um die nordwestlich der ukrainischen Hauptstadt gelegene Stadt seien die Toten „einfach in Gärten oder Parks begraben“ worden.

16.28 Uhr: RT Frankreich scheitert mit Eilantrag

Der französische Ableger von RT (vormals: Russia Today) ist mit einem Eilantrag gegen das Sendeverbot gescheitert, das die EU nach der russischen Invasion in die Ukraine verhängt hatte. Der Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz wurde abgelehnt, teilte das Gericht der Europäischen Union nach der Entscheidung seines Präsidenten am Mittwoch in Luxemburg mit. Das Verfahren soll in der Hauptsache nun beschleunigt durchgeführt werden. Der Rat der EU hatte am 1. März den Beschluss zum Sendeverbot von RT English, RT UK, RT Germany, RT France, RT Spanish sowie Sputnik erlassen.

16.04 Uhr: Schon mehr als 3000 Zivilisten verletzt oder getötet

Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine sind laut den Vereinten Nationen mindestens 3090 Zivilisten verletzt oder getötet worden. Durch Gewalt seien 1189 Menschen ums Leben gekommen, 1901 weitere hätten Verletzungen erlitten, teilte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte am Mittwoch in Genf mit. Unter den Getöteten befinden sich den Angaben zufolge 108 Kinder. Weitere 142 Mädchen und Jungen seien verletzt worden.

15.47 Uhr: Schwesig bezeichnet Unterstützung von Nord Stream 2 als Fehler

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat ihre jahrelange Unterstützung der russischen Erdgaspipeline Nord Stream 2 als Fehler bezeichnet. Auch die Gründung der Klimaschutzstiftung Mecklenburg-Vorpommern, in die 20 Millionen Euro von Nord Stream 2 geflossen sind, sei aus heutiger Sicht ein Fehler gewesen, sagte Schwesig in Schwerin bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach sechswöchiger Krankheit. Es sei gut, dass Nord Stream 2 nun gestoppt sei und dass die Stiftung abgewickelt werden soll.

15.18 Uhr: 15 Tote bei Raketenangriff auf Verwaltungsgebäude in Mykolajiw

Durch den russischen Raketentreffer auf die Gebietsverwaltung im südukrainischen Mykolajiw am Dienstag sind ukrainischen Angaben zufolge mindestens 15 Menschen getötet worden. Das teilte der Gouverneur des Gebiets, Witalij Kim, am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal mit. Das Geschoss hatte am Vortag ein klaffendes Loch in das Verwaltungshochhaus gerissen. Auch Kims Arbeitszimmer wurde nach seinen Angaben zerstört, er hatte sich aber nicht dort aufgehalten.

Rettungskräfte bargen zunächst drei Tote, doch dann stieg die Zahl der Toten bis Mittwoch auf 15 Todesopfer. 34 Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur mit. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

15.05 Uhr: „Reporter ohne Grenzen“: Russen schießen absichtlich auf Medienteams

Die Journalistenorganisation „Reporter ohne Grenzen“ hat die russischen und die ukrainischen Behörden aufgefordert, die Sicherheit der Medienschaffenden in der Ukraine zu gewährleisten. Die russischen Streitkräfte hätten in den vergangenen fünf Wochen absichtlich auf mindestens acht Berichterstattende oder Medienteams geschossen. „Reporter ohne Grenzen“ habe deshalb am 25. März beim Internationalen Strafgerichtshof erneut Beschwerde gegen die russischen Streitkräfte eingereicht – bereits die dritte seit Beginn des Krieges. Geschäftsführer Christian Mihr sagte, dass ein Viertel der seit Jahresbeginn weltweit getöteten Medienschaffenden während des Krieges in der Ukraine ums Leben gekommen seien.

14.58 Uhr: Bereits zwei Millionen Kinder geflüchtet

Rund zwei Millionen Kinder sind nach Angaben von Unicef bisher aus der Ukraine geflüchtet. Hinzu kommen 2,5 Millionen Kinder, die innerhalb des Landes vor dem Krieg fliehen mussten, teilte das UN-Kinderhilfswerk mit. Damit sei mehr als jedes zweite Kind nicht mehr in seinem bisherigen Zuhause. „Während die Zahl der Kinder, die ihre Heimat verlassen, weiter ansteigt, müssen wir bedenken, dass jedes einzelne davon Schutz, Erziehung, Sicherheit und Unterstützung braucht“, sagte Unicef-Direktorin Catherine Russell. Kinder machen demnach die Hälfte aller Kriegsflüchtlinge aus.

14.44 Uhr: Russen-Propagandasender RT zahlt erstes Zwangsgeld – und sendet illegal weiter

In den Streit zwischen dem vom russischen Staat finanzierten deutschsprachigen Sender RT DE und der deutschen Medienaufsicht kommt Bewegung. Die RT DE Productions GmbH habe das von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) am 9. März festgesetzte erste Zwangsgeld in Höhe von 25.000 Euro inzwischen gezahlt, sagte eine Sprecherin der Medienaufsichtsbehörde am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst. Allerdings habe das Unternehmen die Veranstaltung und Verbreitung des Fernsehprogramms RT DE in Deutschland trotz fehlender Sendelizenz nach wie vor nicht vollständig eingestellt.

Die MABB hatte daher am 18. März ein weiteres Zwangsgeld in Höhe von 40.000 Euro mit einer Zahlungsfrist bis zum 28. März festgesetzt. Dieses sei von RT DE Productions bislang nicht gezahlt worden, sagte die Sprecherin. Die MABB kündigte an, das Geld nun durch das zuständige Finanzamt als Vollstreckungsbehörde eintreiben zu lassen. Weil RT DE in Deutschland weiterhin über einige Webseiten verfügbar sei, setze die MABB zudem ein weiteres Zwangsgeld in Höhe von 50.000 Euro mit einer Zahlungsfrist bis zum 5. April fest.

14.17 Uhr: Ukrainische Abgeordnete: Russland bombardiert Gebäude von Rotem Kreuz in Mariupol

In der südukrainischen Hafenstadt Mariupol ist ein Gebäude des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) nach ukrainischen Angaben Ziel russischer Luftangriffe geworden. „Die Besatzer haben absichtlich ein IKRK-Gebäude in Mariupol bombardiert“, schrieb Ljudmyla Denisowa, Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, am Mittwoch im Messengerdienst Telegram. Es gebe noch keine gesicherten Informationen, ob bei dem Angriff Menschen getötet oder verletzt wurden.

„Feindliche Flugzeuge und Artillerie schossen auf ein Gebäude, das mit einem roten Kreuz auf weißem Grund gekennzeichnet ist, was auf die Anwesenheit von Verletzten oder ziviler oder humanitärer Fracht hinweist“, hieß es in der Erklärung von Denisowa.

13.58 Uhr: Bericht: Johnson erwägt Lieferung „tödlicherer Waffen“ in die Ukraine

Der britische Premier Boris Johnson soll einem Bericht zufolge die Lieferung „tödlicherer Waffen“ in die Ukraine erwägen. Bei einer Kabinettssitzung soll der Premierminister am Dienstag über solche Lieferungen gesprochen und gewarnt haben, der russische Präsident Wladimir Putin könne „unberechenbarer und rachsüchtiger“ werden, wie die „Times“ am Mittwoch unter Berufung auf nicht genannte Insider-Quellen berichtete. „Die ukrainische Armee behält nicht nur die Kontrolle über größere Städte, sie zwingt sogar die Russen zum Rückzug. Damit muss sich unsere Unterstützung ändern“, hieß es demnach von einer Quelle aus dem britischen Kabinett.

Johnson soll sich dem Bericht zufolge dafür aussprechen, dass die USA der Ukraine Schiffsabwehrraketen und fortschrittlichere Luftabwehrsysteme zur Verfügung stellen. Aus Verteidigungskreisen hieß es laut der „Times“, der Regierungschef habe in der Kabinettssitzung nicht konkretisiert, welche Art von Waffen Großbritannien liefern könne. Auch Sorgen über eine weitere Eskalation des Konfliktes sollen bei den Überlegung eine Rolle spielen. Bislang hat London der Ukraine vor allem Panzerabwehrraketen und andere Geschosse zur Unterstützung geschickt.

13.49 Uhr: Norwegen unterstützt Ukraine mit weiteren Waffen

Norwegen hat die Ukraine mit weiteren Verteidigungswaffen ausgestattet. Den Ukrainern wurden rund 2000 Panzerabwehrhandwaffen vom Typ M72 zur Verfügung gestellt, wie das norwegische Verteidigungsministerium am frühen Mittwochnachmittag mitteilte. Kurz darauf war eine Videoansprache des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor dem norwegischen Parlament geplant.

Bereits Anfang März hatte Norwegen rund 2000 Panzerabwehrwaffen sowie Schutzausrüstung in die Ukraine geschickt.

12.48 Uhr: Noch kein Durchbruch bei Verhandlungen

Bei den Gesprächen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation in Istanbul hat es nach Angaben des Kreml keinen „Durchbruch“ gegeben. „Im Moment können wir nichts sehr Vielversprechendes oder irgendeinen Durchbruch vermelden“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow vor Journalisten in Moskau. „Es gibt noch viel zu tun“, betonte der Sprecher von Staatschef Wladimir Putin.

11.21 Uhr: Munitionslager im Donezk-Gebiet zerstört

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben mit Boden-Boden-Raketen zwei Munitionslager im ostukrainischen Gebiet Donezk zerstört. In dem Ort Kamjanka habe die ukrainische Armee Munition für ihre Raketenartillerie gelagert, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau. Insgesamt seien binnen 24 Stunden 64 militärische Objekte der Ukraine zerstört worden.

Die Ukraine habe auch drei Flugabwehrsysteme der Typen S-300 und Buk verloren sagte Generalmajor Konaschenkow. Außerdem hätten russische Raketen, die von Flugzeugen abgefeuert wurden, Treibstofflager bei Starokostjantyniw und Chmelnizki im Westen der Ukraine getroffen. Dies deckt sich mit ukrainischen Angaben über Raketenangriffe in der Region.

11.13 Uhr: Schon mehr als 4 Millionen Geflüchtete

Die Zahl der aus der Ukraine geflüchteten Menschen hat die Marke von vier Millionen überschritten. Seit dem Beginn der russischen Invasion am 24. Februar haben 4,02 Millionen Menschen das Land verlassen, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR meldete. Zusätzlich sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen rund 6,5 Millionen Menschen innerhalb der Ukraine auf der Flucht.

Die weitaus größte Zahl der ins Ausland Geflüchteten (2,34 Millionen) sind bislang in Polen gezählt worden, gefolgt von Rumänien (609.000). In Moldau, Ungarn und der Slowakei sind ebenfalls Hunderttausende angekommen. In Deutschland wurden mehr als 280.000 gezählt. Da Menschen mit ukrainischem Pass für 90 Tage visumsfrei einreisen können, dürfte die Zahl tatsächlich aber deutlich höher liegen.

10.39 Uhr: Z-Symbol auf Auto! Ermittlungen gegen russischstämmige Familie – Staatsschutz ermittelt

Mehrere Bundesländer haben die Verwendung des Z-Symbols als Zustimmung zur Ukraine-Invasion unter Strafe gestellt. Ermittelt wird nun gegen eine russischstämmige Familie im niedersächsischen Rinteln. „Der Staatsschutz der Polizei wurde eingeschaltet“, heißt es in den Schaumburger Nachrichten.

10.13 Uhr: Stadtverwaltung: Über 70 Menschen aus Entbindungsstation in Mariupol verschleppt

In der belagerten Stadt Mariupol sind nach ukrainischen Behördenangaben dutzende Menschen aus einer Entbindungsstation nach Russland verschleppt worden. „Mehr als 70 Personen, darunter Frauen und medizinisches Personal, wurden von den Besatzern der Entbindungsstation Nr. 2 gewaltsam abtransportiert“, erklärte die Stadtverwaltung der südukrainischen Hafenstadt am Mittwoch im Messengerdienst Telegram.

9.09 Uhr: Frühwarnstufe des Notfallplans ausgerufen – wegen Gasstreits mit Russland

Wegen des Streits mit Russland über die Bezahlung für die Gaslieferungen nach Europa hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Mittwoch die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Dies diene der Vorsorge, sagte Habeck am Morgen in Berlin. „Wichtig ist zu betonen, dass die Versorgungssicherheit gewährleistet ist“, fügte er hinzu.

Lesen Sie hier mehr dazu: Stufe 1 des Notfallplans ausgerufen: Wie gefährdet ist unsere Gasversorgung wirklich? >>

9.08 Uhr: Kiew hofft am Mittwoch auf drei humanitäre Korridore in Südostukraine

Der ukrainischen Regierung zufolge sind für den heutigen Mittwoch drei humanitäre Korridore im Südosten des Landes geplant. Dabei handele es sich um Fluchtrouten aus den Städten Berdjansk am Asowschen Meer und Melitopol, teilte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk mit. Dafür würden Busse in die umkämpften Städte fahren. Private Autos könnten sich der Buskolonne auf dem Rückweg anschließen. Zudem würden Hilfsgüter in die Städte gebracht. Zusätzlich sei ein Korridor für die Flucht von Zivilisten aus der Atomkraftwerksstadt Enerhodar nach Saporischschja vereinbart worden. Wereschtschuk zufolge sind der russischen Delegation bei den Verhandlungen in Istanbul am Vortag Vorschläge für humanitäre Korridore für 97 Siedlungen in 9 Regionen übergeben worden.

8.11 Uhr: Lawrow und Wang beginnen Gespräche über Ukraine und Afghanistan

Erstmals seit Kriegsbeginn in der Ukraine sind Russlands Außenminister Sergej Lawrow und sein chinesischer Amtskollege Wang Yi persönlich zusammengetroffen. Zum Auftakt der Gespräche am Mittwoch in Tunxi in der südostchinesischen Provinz Anhui unterstrich Lawrow das Interesse Russlands an guten Beziehungen zu China, wie die russische Staatsagentur Tass berichtete.

Anlass der Begegnung sind zweitägige internationale Gespräche über die Entwicklung in Afghanistan, an denen auch Vertreter der USA, der Nachbarstaaten und der seit August herrschenden Taliban-Regierung teilnehmen. China gibt Russland im Ukraine-Konflikt politisch Rückendeckung und weigert sich, die Invasion zu verurteilen. Peking stellt die USA und die Nato als Hauptverursacher der Krise dar. Lawrow sprach laut Tass von einer sehr schwierigen Zeit in der Geschichte der internationalen Beziehungen. Als Ergebnis dürften sich Russland, China und andere gleichgesinnte Länder gemeinsam in Richtung einer neuen, multipolaren Weltordnung zubewegen.

7.58 Uhr: Heil dringt auf Anerkennung von Berufsabschlüssen aus der Ukraine

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wünscht sich mehr Tempo bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen. Das sei über die aktuelle Ankunft von Menschen aus der Ukraine hinaus wichtig, sagte Heil am Mittwoch im „Morgenmagazin“ der ARD. Zwar sei deren Aufenthaltsstaus mit einer Arbeitserlaubnis gekoppelt, doch viele könnten ihre Qualifikationen nicht nachweisen. Ziel sei es, dass die Menschen nicht in Hilfstätigkeiten gedrängt werden.

Praktische Fragen in diesem Zusammenhang wolle er am Nachmittag in Berlin mit Vertretern von Arbeitgeber- und Sozialverbänden sowie Gewerkschaften erörtern, sagte Heil. Zu dem Treffen in Berlin sind unter anderem die Spitzen von BDA, DGB, ver.di, DIHK, Diakonie und Bundesagentur für Arbeit eingeladen.

Der Minister erwartet, dass die Ukrainerinnen und Ukrainer Deutschland nicht binnen kurzer Zeit wieder verlassen. „Viele werden länger hier bleiben“, sagte er. Die Zerstörungen und die Länge des Krieges seien nicht vollständig absehbar. Daher seien längerfristige Perspektiven für die Menschen notwendig. „Das ist eine Frage der Humanität, aber das ist auch eine Frage der Vernunft“, sagte Heil.

5.34 Uhr: London sieht russische Offensive bei Kiew als gescheitert an

Die britische Militäraufklärung betrachtet die russische Offensive zur Einkesselung der ukrainischen Hauptstadt Kiew als gescheitert, wie aus einem Update des Verteidigungsministeriums hervorgeht. Zudem lasse die russische Ankündigung, den militärischen Druck auf Kiew zu senken, darauf schließen, dass Russland seine Initiative in der Region verloren habe. Britische Militärexperten hielten es nun für „höchst wahrscheinlich“, dass Russland seine Kampfkraft aus dem Norden der Ukraine in den Südosten verlege. Dort solle jetzt die Offensive in der Region Luhansk und Donezk verstärkt werden.

Ein Mann geht mit seinem Hund in der Nähe eines Wohnhauses entlang, das durch den Beschuss von Kämpfen am Stadtrand von Mariupol in der Ukraine beschädigt wurde. Das Gebiet steht unter der Kontrolle der separatistischen Regierung der Donezker Volksrepublik. Alexei Alexandrov/AP/dpa

4.51 Uhr: Selenskyj: Streitkräfte einzige Garantie für Überleben

„Die Verteidigung der Ukraine ist unsere Aufgabe Nummer eins, alles andere wird davon abgeleitet“, betonte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Nur auf dieser Grundlage könne mit Russland weiter verhandelt werden. „Der Feind befindet sich weiterhin auf unserem Gebiet.“ Realität sei, dass die ukrainischen Städte weiter belagert und beschossen würden. Daher seien die ukrainischen Streitkräfte „die einzige Garantie für unser Überleben“, sagte Selenskyj. „Ukrainer sind nicht naiv.“

3.15 Uhr: USA verlegen weitere Kampfflugzeuge und Soldaten nach Osteuropa

Die US-Streitkräfte verlegen angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine weitere Kampfflugzeuge, Transportmaschinen und Soldaten nach Osteuropa. Eine Einheit von rund 200 Marineinfanteristen aus den USA sei nach einem Manöver in Norwegen nach Litauen verlegt worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, John Kirby. Zudem würden aus den USA zehn Kampfflugzeuge vom Typ „F/A-18 Hornet“ und „ein paar“ Transportmaschinen vom Typ „C-130 Hercules“ mit rund 200 dazugehörigen Soldaten nach Osteuropa gebracht.

23.35 Uhr: EU-Einrichtung in Mariupol beschossen

Eine Vertretung der EU-Beratermission in der Ukraine ist nach Angaben des EU-Chefdiplomaten Josep Borrell von Russland beschossen worden. Man habe glaubwürdige Informationen darüber erhalten, dass die Räumlichkeiten der Außenstelle Mariupol der EU-Beratungsmission in der Ukraine vor kurzem unter russischen Beschuss geraten sei, heißt es in einer Mitteilung von Dienstagabend. Das Büro und die Ausrüstung seien stark beschädigt worden. Missionsmitglieder wurden den Angaben zufolge nicht verletzt.

22.32 Uhr: Selenskyj sieht positive Signale bei Verhandlungen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht positive Signale bei der jüngsten Runde der Verhandlungen in Istanbul. Dennoch gehe der Beschuss durch die russischen Angreifer weiter, sagte er in einer Videobotschaft. „Die russische Armee hat immer noch ein großes Potenzial, um die Angriffe auf unseren Staat fortzusetzen.“

Daher werde die Ukraine ihre Verteidigungsanstrengungen nicht verringern. Auch sollte es keinerlei Aufhebung von Sanktionen gegen Russland geben, sagte Selenskyj weiter. Dies könne „erst in Betracht gezogen werden, wenn der Krieg vorbei ist und wir zurückbekommen, was uns gehört“.

21.44 Uhr: Pentagon betrachtet Truppenabzug als taktisches Manöver

Das US-Verteidigungsministerium sieht die russische Ankündigung, die Kampfhandlungen im Norden der Ukraine zu drosseln, als taktisches Manöver und warnt vor einer neuen Offensive in anderen Landesteilen. Man dürfe sich trotz der russischen Erklärung „nichts vormachen“, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby. Es sei bislang nur zu beobachten, dass sich „eine sehr kleine Zahl“ russischer Soldaten nördlich von Kiew von der Hauptstadt wegbewege. „Wir sind nicht bereit zu glauben, dass es ein Abzug ist“, sagte er. Es sei möglich, dass die Soldaten dort nur weggebracht würden, um woanders, etwa im Donbass, eingesetzt zu werden.

21.13 Uhr: Russen beschießen Fliegerhorst Starokostjantyniw

Die russischen Streitkräfte haben in der Westukraine den Militärflughafen von Starokostjantyniw beschossen und ukrainischen Angaben zufolge die dortigen Treibstoffvorräte vollständig zerstört. „Wir werden seit dem ersten Tag des Krieges mit Raketen beschossen, aber heute (...) war der Angriff sehr ernst und hat erheblichen Schaden verursacht“, erklärte der Bürgermeister der Stadt, Mykola Melnytschuk, am Dienstag auf Facebook. Demnach wurden die gesamten Treibstoffvorräte der Stadt zerstört.

20.51 Uhr: EU-Staaten weisen Dutzende russische Diplomaten aus

Vier EU-Staaten weisen Dutzende russische Diplomaten aus: Belgien weist insgesamt 21 Vertreter der russischen Botschaft und des Konsulats wegen Spionageverdachts aus, wie Außenministerin Sophie Wilmes am Dienstag mitteilte. In den Niederlanden müssen 17 russische Diplomaten das Land verlassen, die vom Geheimdienst als Agenten eingestuft wurden. Irland verweist vier russische Diplomaten des Landes. Irland verkündete die Ausweisung von vier ranghohen Vertretern der russischen Botschaft in Dublin. Diese seien in Aktivitäten verwickelt gewesen, die nicht dem Diplomatenstatus entsprächen, erklärte Außenminister Simon Coveney. In Tschechien ist ein Diplomat betroffen.

20.32 Uhr: Biden reagiert zurückhaltend auf russische Ankündigungen

US-Präsident Joe Biden hat auf die russische Ankündigung, die Kampfhandlungen im Norden der Ukraine deutlich zu drosseln, zurückhaltend reagiert. Er wolle die Aussagen nicht bewerten, bis er „die Handlungen“ der russischen Streitkräfte sehen werde, so Biden. „Wir werden sehen, ob sie das umsetzen, was sie vorschlagen“, sagte er. Bis es eine tatsächliche Veränderung gebe, werde der Druck auf Moskau mit „harten Sanktionen“ weiter aufrechterhalten und auch das ukrainische Militär werde weiter unterstützt.

19.58 Uhr: Rumänien verteilt vorsorglich Jod-Tabletten

Das ukrainische Nachbarland Rumänien wird die Bevölkerung ab der kommenden Woche kostenlos mit Jod-Tabletten versorgen, um sie für einen atomaren Zwischenfall zu wappnen. Die Gefahr sei nicht „vollständig auszuschließen“, und bei einem Atomunfall bleibe keine Zeit, die Pillen zu verteilen, sagte Gesundheitsminister Alexandru Rafila am Dienstag. Er kündigte eine Informationskampagne für die Menschen an, denn sie Tabletten sollten nicht präventiv eingenommen werden

19.17 Uhr: Kreml: Putin informiert Macron über Lage in Mariupol

Der russische Präsident Wladimir Putin und sein französischer Kollege Emmanuel Macron haben sich nach Kremlangaben über die schwierige humanitäre Lage in der umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol ausgetauscht. Putin habe Macron in dem Telefonat am Dienstag darüber informiert, dass die russischen Armee humanitäre Hilfe liefere und Zivilisten in Sicherheit bringe, hieß es in einer vom Kreml veröffentlichten Mitteilung.

Putin habe dabei betont, dass die „ukrainischen nationalistischen Kämpfer den Widerstand aufgeben und die Waffen niederlegen sollten“. Die ukrainischen Behörden werfen den russischen Truppen vor, Bürger aus Mariupol zu verschleppen und gezielt zu töten. Russland weist das zurück – und wirft wiederum ukrainischen Nationalisten vor, sie würden sich in Wohn- und Krankenhäusern verschanzen und die Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzen.

Der Kremlchef informierte demnach auch über die Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau für eine Beendigung des Krieges, bei denen in Istanbul weitere Schritte vereinbart wurden. Zudem sei es um die Frage von Erdgaslieferungen nach Europa gegangen, die sich Russland nun in seiner Währung Rubel bezahlen lasse, hieß es. Details nannte der Kreml nicht.

18.31 Uhr: London fordert vollständigen Abzug russischer Truppen

Der britischen Regierung zufolge wäre ein möglicher Waffenstillstand in der Ukraine keine ausreichende Grundlage für eine Aufhebung von Sanktionen gegen Moskau. Stattdessen fordert London einen vollständigen Abzug aller russischen Truppen aus dem Land. Ein Waffenstillstand alleine könne nicht als bedeutender Schritt dahin gelten, sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson am Dienstag in London. Hinsichtlich des von Moskau angekündigten teilweisen Rückzugs von Truppen sagte der Sprecher, man werde den russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht nach Worten, sondern nach seinen Taten bewerten.

16.20 Uhr: Türkei lobt „bedeutendste Fortschritte“ bei Friedensverhandlungen

Die türkische Regierung wertet die Ergebnisse der Friedensverhandlungen in Istanbul als deutliche Schritte zu einem Ende des Kriegs in der Ukraine. Bei den Gesprächen der russischen und ukrainischen Delegation seien „die bedeutendsten Fortschritte“ seit Beginn der Gespräche erzielt worden, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Dienstag. Er fügte hinzu, der Kriege müsse „jetzt enden“. Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Verhandlungen in Istanbul seien beendet, sie würden am Mittwoch nicht fortgeführt.

15.57 Uhr: Kein zweiter Verhandlungstag in Istanbul geplant

Die aktuelle Verhandlungsrunde zwischen Russland und der Ukraine ist nach Angaben der Türkei beendet. Es werde keinen zweiten Verhandlungstag geben, teilte das türkische Außenministerium mit.

15.51 Uhr: Kreml will im Dialog mit den USA bleiben

Der Kreml hält den weiteren Dialog zwischen Russland und den USA trotz der jüngsten Missstimmungen wegen Äußerungen von US-Präsident Biden für notwendig. Die „persönlichen Beleidigungen“ Bidens gegenüber dem russischen Präsidenten Putin hätten aber einen „negativen Einfluss“ auf die Beziehungen beider Länder, sagte Kremlsprecher Peskow.

„Dennoch ist der Dialog zwischen Russland und den USA in jedem Fall notwendig“, betonte er. „Das liegt nicht nur im Interesse beider Länder, sondern im Interesse der ganzen Welt.“ Früher oder später müssten Russland und die USA etwa über Fragen der strategischen Stabilität und der Sicherheit reden.

14.16 Uhr: Russland will Militäraktivitäten bei Kiew und Tschernihiw „radikal“ verringern

Russland will seine militärischen Aktivitäten in der Region Kiew nach eigenen Angaben „radikal“ verringern. Wie Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin nach russisch-ukrainischen Verhandlungen am Dienstag in Istanbul mitteilte, sollen zudem auch die Militäraktionen im Raum Tschernihiw reduziert werden. Die strategisch wichtige Stadt Tschernihiw liegt rund 150 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kiew an der Grenze zu Belarus und war in den vergangenen Wochen von der russischen Armee heftig beschossen worden.

13.56 Uhr: Verhandlungen zwischen Russland und Ukraine in Istanbul beendet

Die Delegationen der Ukraine und Russlands haben ihre Verhandlungsrunde in Istanbul beendet. Das meldete der türkische Staatssender TRT etwa vier Stunden nach Beginn der Friedensgespräche am Dienstag.

Die Unterhändler hatten sich seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs vor gut vier Wochen zuvor dreimal im Grenzgebiet von Belarus getroffen. Danach gab es regelmäßige Videoschalten.

Die Verhandlungen über ein Ende des Angriffskriegs gestalten sich schwierig, die Positionen liegen weit auseinander: Die ukrainische Regierung will einen Abzug der russischen Truppen und Sicherheitsgarantien. Moskau fordert unter anderem einen Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Beitritt sowie eine Anerkennung der abtrünnigen ostukrainischen Separatistengebiete als eigene Staaten und der 2014 annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim als Teil Russlands.

12.41 Uhr: Macron berät erneut mit Putin – Hilfsmission für Mariupol geplant

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Kremlchef Wladimir Putin wollen am Dienstagnachmittag erneut über Auswege im Ukraine-Krieg beraten. Ein Telefonat der beiden Präsidenten sei für 16.30 Uhr angesetzt, hieß es aus dem Élyséepalast in Paris. Der Kreml bestätigte das geplante Telefonat.

Macron hatte im Vorfeld angekündigt, dass es ihm um eine Abstimmung mit Russland über eine Evakuierungsmission für die belagerte ukrainische Hafenstadt Mariupol gehe. Frankreich strebt die Hilfsaktion gemeinsam mit der Türkei und Griechenland an. Als Voraussetzung nannte Frankreich, dass Russland die Belagerung der Stadt aufhebt.

In Istanbul trafen sich unterdessen am Dienstag rund viereinhalb Wochen nach Start des Kriegs Delegationen aus der Ukraine und Russland zu einer neuen Verhandlungsrunde. Ungeachtet dessen kündigte Russland an, seine Angriffe in der Ukraine fortzusetzen.

12.39 Uhr: Sieben Tote bei Raketenangriff in Mykolajiw

In der südukrainischen Großstadt Mykolajiw ist das Gebäude der Gebietsverwaltung von der russischen Armee mutmaßlich mit einer Rakete angegriffen worden. Bei der Attacke sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens sieben Menschen getötet worden.

Der Zivilschutzes hatte zunächst von drei Todesopfern gesprochen. „Sie haben mein Arbeitszimmer getroffen, die Bastarde“, sagte Gouverneur Witalij Kim am Dienstag bei Telegram. Er zeigte ein Foto mit einem riesigen Loch und Trümmern im Verwaltungsgebäude sowie den Mitschnitt einer Überwachungskamera mit der mutmaßlichen Rakete. 50 bis 100 Mitarbeiter hätten sich retten können, sagte er.

11.05 Uhr: Menschenrechler fordern Schutz für Deserteure

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl und zahlreiche weitere Verbände fordern die Bundesregierung auf, russischen Kriegsdienstverweigerern und Deserteuren in Deutschland Schutz zu gewähren. Die Forderung erstreckt sich auch auf belarussische sowie ukrainische Kriegsdienstverweigerer und Deserteure. „Deutschland und alle anderen EU-Länder müssen diese Menschen, die vor dem Kriegseinsatz fliehen, unbürokratisch aufnehmen und ihnen ein dauerhaftes Bleiberecht ermöglichen“, erklärten die Organisationen am Dienstag.

Derzeit müssten geflüchtete Deserteure und Kriegsdienstverweigerer aus Russland und Belarus ein normales Asylverfahren anstrengen - „mit ungewissem Ausgang“. Denn die Verfolgung dieser Menschengruppe gelte in Deutschland „nicht ohne weiteres als Asylgrund“. Deutsche Behörden und Gerichte stellten oft „sehr hohe Beweisanforderungen“ an die Betroffenen.

Die Organisationen äußerten sich auch kritisch zum Vorgehen der ukrainischen Regierung. Das dort derzeit geltende Ausreiseverbot für Männer zwischen 18 und 60 Jahren widerspreche dem 4. Zusatzprotokoll der Europäischen Menschenrechtskonvention. Darin heißt es: „Jeder Person steht es frei, jedes Land, einschließlich des eigenen, zu verlassen.“ Dieses Recht kann demnach allerdings aufgrund gesetzlicher Regelungen eingeschränkt werden, unter anderem „für die nationale oder öffentliche Sicherheit“.

9.45 Uhr: Verhandlungen in Istanbul gestartet

In Istanbul haben die Gespräche über einen möglichen Waffenstillstand zwischen der Ukraine und Russland begonnen. Erstmals seit fast drei Wochen reden Vertreter beider Länder wieder direkt miteinander.

Zu den zentralen Themen gehören nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj „Sicherheitsgarantien und die Neutralität“ sowie der Status der Ukraine als „atomwaffenfreier Staat“. Eine Neutralität der Ukraine ist eine der russischen Hauptforderungen.

Das Treffen kam unter Vermittlung des türkischen Präsidenten Recep Erdogan zustande. Dieser sagte im Vorfeld, er halte telefonischen Kontakt zum ukrainischen Präsidenten Selenskyj und zu Kremlchef Wladimir Putin, es gehe in eine „positive Richtung“. Erste Verhandlungen auf Ministerebene am 10. März im türkischen Antalya hatten keine konkreten Fortschritte gebracht.

An den Verhandlungen in Istanbul soll auch der russische Milliardär Roman Abramowitsch beteiligt sein.

8:59 Uhr: Giffey will Modulwohnungen für Geflüchtete

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey plädiert für sogenannte Modulwohnungen, um schnell Flüchtlinge aus der Ukraine unterzubringen. Pläne aus den Jahren 2015 und 2016 würden wieder auf den Tisch geholt, wenn Bundestag und Bundesrat Änderungen im Baurecht beschlössen, sagte die SPD-Politikerin in einem am Dienstag veröffentlichten Interview des rbb. Von 60 damaligen Vorhaben seien 27 verwirklicht worden, 33 seien also noch offen.

„Meiner Meinung nach müssen wir diese Modulbauweise realisieren“, sagte Giffey. „Wir können sie zunächst für die Unterbringung von Geflüchteten nutzen; perspektivisch sind das alles Wohnungen für Auszubildende oder Studierende. Wir brauchen diese Orte dringend.“ Modulbauweise heißt, dass vorgefertigte Einheiten auf der Baustelle zu Wohnungen zusammengefügt werden. Das beschleunigt den Bau.

8:27 Uhr: Kauflaune in Deutschland leidet unter Ängsten wegen Ukraine-Krieg

Das Konsumklima nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ist im März geradezu eingebrochen, wie die monatliche Konsumklimastudie des Nürnberger Forschungsunternehmens GfK ergab.

„Noch im Februar waren die Hoffnungen groß, dass sich mit den absehbaren Lockerungen der pandemiebedingten Beschränkungen auch die Konsumstimmung deutlich erholen kann“, sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. „Mit Beginn des Ukraine-Krieges hat sich dies jedoch schlagartig in Luft aufgelöst.“

Die größer gewordene Verunsicherung sowie die Folgen der Sanktionen gegen Russland hätten vor allem die Energiepreise explosionsartig in die Höhe getrieben. Dies drücke spürbar auf die allgemeine Verbraucherstimmung, sagte Bürkl.

8:14 Uhr: Biathlon-Weltverband suspendiert Russland und Belarus

Der Biathlon-Weltverband IBU hat wegen der russischen Invasion in die Ukraine mit sofortiger Wirkung Russland und Belarus suspendiert. Die Entscheidung des Vorstandes sei einstimmig gefallen, teilte die IBU am Dienstag mit.

Beide Verbände hätten gegen die humanitären Verpflichtungen der Mitgliedsverbände gemäß der IBU-Satzung verstoßen. Diese Verstöße der Verbände „bringen die IBU und den Biathlonsport in Verruf, und ihre aktive Mitgliedschaft würde die Bemühungen der IBU und ihrer Mitglieder untergraben, ihre verfassungsmäßigen Grundsätze und Ziele glaubwürdig zu fördern“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Suspendierung soll beim nächsten Ordentlichen Kongress vom 15. bis 19. September überprüft werden, wenn sie nicht vorher vom IBU-Exekutivrat aufgehoben werden sollte. Nach Beginn des Angriffskrieges am 24. Februar waren die Russen und Belarussen schon von den letzten drei Weltcups der Saison ausgeschlossen worden.

5:31 Uhr: Kreml: Keine Pläne für Atomwaffen-Einsatz im Ukraine-Krieg

Kremlsprecher Peskow trat zugleich Spekulationen entgegen, Moskau könne im Ukraine-Krieg Atomwaffen einsetzen. „Niemand in Russland denkt an den Einsatz oder auch nur an die Idee eines Einsatzes von Atomwaffen“, sagte er im PBS-Interview. Russland greife zum Atomwaffenarsenal nur bei einer „Bedrohung der Existenz“ einsetzen werde. Die staatliche Existenz Russlands und die Ereignisse in der Ukraine hätten „nichts miteinander zu tun“. Die Sorge im Westen über mögliche Atomwaffenpläne Moskaus war gestiegen, als Putin zum Auftakt des Angriffskrieges in der Ukraine eine erhöhte Alarmbereitschaft der russischen Nuklearstreitkräfte anordnete.

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22.52 Uhr: Halbe Million Ukrainer seit Kriegsbeginn zurückgekehrt

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges sind nach Angaben der ukrainischen Grenzpolizei rund 510 000 Menschen aus dem Ausland zurückgekehrt. Allein in der vergangenen Woche seien es 110.000 Menschen gewesen, sagte der Sprecher der ukrainischen Grenzpolizei, Andrij Demtschenko, der Tageszeitung Die Welt. Acht von zehn Einreisenden seien Männer. Die meisten kämen aus Polen.

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22.21 Uhr: Irpin wieder in ukrainischer Hand

Die ukrainischen Truppen haben nach Angaben der Regierung in Kiew die Stadt Irpin von russischen Truppen befreit. „Die Stadt ist nun befreit worden, aber es ist immer noch gefährlich, dort zu sein“, sagte der ukrainische Innenminister Denys Monastyrsky am Montagabend im Fernsehen. Die bewaffneten Truppen und die Polizei seien in den Vorort der Hauptstadt Kiew vorgerückt und „sofort wurden die Straßen völlig leer gefegt“. Nach Angaben von AFP-Journalisten vor Ort dauerten die Kämpfe nahe Irpin am Montag aber an.

22.03 Uhr: Weiteres Treibstofflager mit Raketen angegriffen

Russland hat in der Nordwestukraine nach Anhaben dortiger Behörden ein weiteres Treibstofflager mit Raketen angegriffen. Der Angriff sei im Gebiet Riwne erfolgt, teilte der Gouverneur der Region, Witalij Kowal, im Nachrichtendienst Telegram mit. Der Zivilschutz sei bereits vor Ort. Aufgrund des weiter geltenden Luftalarms sollen die Bürger jedoch weiter in den Schutzkellern bleiben.

21.35 Uhr: US-Präsident Biden steht zu seiner Äußerung über Putin

US-Präsident Joe Biden hat seine umstrittene Äußerung verteidigt, wonach der russische Staatschef Wladimir Putin wegen des Ukraine-Kriegs „nicht an der Macht bleiben“ könne. Biden sagte, er nehme seinen Satz „nicht zurück“. Er habe bei seiner Rede am Wochenende in der polnischen Hauptstadt Warschau „moralische Empörung“ zum Ausdruck gebracht und nicht etwa eine neue US-Politik verkündet. „Ich entschuldige mich nicht für meine Gefühle“, sagte der US-Präsident.

18.57 Uhr: UN-Delegierter soll Feuerpause verhandeln

UN-Generalsekretär António Guterres hat seinen Nothilfekoordinator Martin Griffiths darum gebeten, die Möglichkeit eines „humanitären Waffenstillstands“ im Ukraine-Krieg auszuloten. Griffiths werde damit sofort beginnen und, „sobald das möglich wird“, auch nach Moskau und Kiew reisen, sagte Guterres am Montag vor Journalisten in New York. „Es ist sehr wichtig, einen ernsthaften Dialog mit beiden Seiten aufzubauen in Hinsicht auf die Möglichkeit eines humanitären Waffenstillstands.“

18.11 Uhr: Überfall kostete die Ukraine schon mehr als 500 Milliarden Euro

Durch den Angriffskrieg Russlands hat die Ukraine bereits mehr als 500 Milliarden Euro an wirtschaftlichen Verlusten erlitten. Die Kosten der „direkten Auswirkungen der Zerstörungen“ seit Kriegsbeginn am 24. Februar belaufen sich auf umgerechnet 515,8 Milliarden Euro, wie Wirtschaftsministerin und Vize-Regierungschefin Julia Swyrydenko am Montag auf Facebook mitteilte. Hinzu kommen ihren Angaben zufolge die indirekten Folgen der Kämpfe für die Wirtschaft.

18.06 Uhr: Nowaja Gaseta setzt Erscheinen aus

Die wichtigste unabhängige Zeitung in Russland, die Nowaja Gaseta, setzt ihr Erscheinen vorerst aus. Diese Entscheidung gelte bis zum Ende der russischen Militäraktion in der Ukraine , teilte die Zeitung am Montag in einer im Internet veröffentlichten Erklärung mit. Betroffen seien die gedruckte Zeitung, die Website und alle Aktivitäten in Online-Netzwerken. Chefredakteur Dmitri Muratow sprach von einer schwierigen Entscheidung. Er deutete jedoch an, es handele sich bei dem Schritt um Bemühungen, die Zeitung vor einem vollständigen Verbot zu retten.

17.58 Uhr: Mindestens 5000 Tote in Mariupol

In der von russischen Truppen belagerten Stadt Mariupol sind nach ukrainischen Angaben mindestens 5000 Menschen getötet worden. Etwa 5000 Todesopfer seien beerdigt worden. Allerdings würden seit ungefähr zehn Tagen wegen der anhaltenden Bombardements durch die russischen Truppen in Mariupol keine Bestattungen mehr vorgenommen, die Zahl der Todesopfer könnte sogar bei „ungefähr 10.000“ liegen, sagte die ukrainische Verantwortliche für Flüchtlingskorridore, Tetjana Lomakina.

17.27 Uhr: Olaf Scholz rechnet mit deutlich mehr Flüchtlingen

Bundeskanzler Olaf Scholz rechnet damit, dass noch erheblich mehr Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine nach Deutschland kommen. Bisher seien mehr als 300.000 Menschen aufgenommen worden, sagte er. „Aber das wird nur der Anfang sein.“ Je länger der Krieg andauere, umso mehr Menschen würden Schutz suchen müssen.

Innenministerin Nancy Faeser dringt derweil auf ein „solidarisches Verteilsystem“ ohne feste Quoten. Beide stellten klar, dass Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland Schutz bekämen.

17.15 Uhr: Vitali Klitschko meldet mehr als 100 Tode in Kiew seit Kriegsbeginn

In Kiew sind Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge seit Beginn der russischen Invasion mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien vier Kinder, sagte er in einer Ansprache an den Rat der italienischen Partnerstadt Florenz. In der Hauptstadt seien inzwischen 82 mehrstöckige Gebäude zerstört worden.

16.15 Uhr: Russland verhängt Einreisebeschränkungen

Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow mitteilt, will Russland die Visa-Vergabe für Bürger aus „unfreundlichen Staaten“ einschränken. Die Maßnahme sei ein Akt der Vergeltung für die Beschlüsse westlicher Staaten. Die EU und weitere Staaten hatten Einreisesperren für zahlreiche russische Oligarchen und Politiker verhängt.

15.51 Uhr: Bürgermeister meldet große Zerstörung aus Charkiw

In der ostukrainischen Stadt Charkiw sind seit Beginn der russischen Angriffe nach ukrainischen Angaben fast 1180 mehrgeschossige Wohnhäuser zerstört worden. Außerdem seien mehr als 50 Kindergärten, fast 70 Schulen und 15 Krankenhäuser vernichtet worden, sagte der Charkiwer Bürgermeister Ihor Terechow nach Angaben der Agentur Unian. Binnen 24 Stunden hätten die russischen Truppen Charkiw fast 60 Mal mit Artillerie und Mörsern beschossen.

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Rund 30 Prozent der Bevölkerung hätten die Stadt verlassen, sagte Terechow. Einige Menschen seien aber auch wieder zurückgekehrt. Charkiw hatte vor Kriegsbeginn rund 1,5 Millionen Einwohner und ist nach Kiew die zweitgrößte Stadt der Ukraine.

15.15 Uhr: Brauerei Carlsberg zieht sich aus Russland zurück

Der dänische Bierbrauer Carlsberg will sich wegen des Ukraine-Kriegs komplett aus Russland zurückziehen und sein dortiges Geschäft verkaufen. „Der Krieg in der Ukraine und die eskalierende humanitäre und Flüchtlingskrise schockieren uns alle“, teilte der Konzern am Montag in Kopenhagen mit. Man verurteile den russischen Einmarsch zutiefst, der zu vielen Toten, Verwüstung und menschlichem Leid geführt habe.

Bereits vor gut zweieinhalb Wochen hatte die Carlsberg-Gruppe entschieden, ihre Hauptmarke Carlsberg in Russland nicht mehr zu produzieren oder zu verkaufen. In dem Zuge war eine strategische Überprüfung der Präsenz in dem Land in Gang gesetzt worden. Darauf basierend habe man sich nun entschlossen, das Geschäft in Russland vollständig veräußern zu wollen, schrieb Carlsberg und betonte: Man bedauere die Entscheidung für die 8400 Angestellten in Russland.

Zuvor hatte auch der niederländische Bierbrauer Heineken verkündet, sich vollständig aus Russland zu verabschieden. Unter den heutigen Umständen sei es nicht länger möglich, in dem Land aktiv zu sein, hatte das Unternehmen am Montag in Amsterdam mitgeteilt. Heineken und Carlsberg zählen zu den größten Bierbrauereigruppen der Welt. In Russland ist Carlsberg Mehrheitseigentümer der Großbrauerei Baltika.

14.51 Uhr: Freie Zeitung „Nowaja Gaseta“ setzt Arbeit aus

Die kremlkritische „Nowaja Gaseta“, setzt ihr Erscheinen vorerst aus. Diese Entscheidung gelte bis zum Ende der russischen Militäraktion in der Ukraine, teilte die Zeitung in einer im Internet veröffentlichten Erklärung mit. Betroffen seien die gedruckte Zeitung, die Website und alle Aktivitäten in Online-Netzwerken.

Die „Nowaja Gaseta“ gilt als wichtigste unabhängige Zeitung in Russland. Ihr Chefredakteur Dmitri Muratow war wegen seiner Verdienste um die Meinungsfreiheit im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Die Redaktion verwies in ihrer Erklärung darauf, dass sie erneut von der Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor verwarnt worden sei. Seit Beginn der russischen Militäraktion in der Ukraine hat der Kreml sein Vorgehen gegen unabhängige russische sowie ausländische Medien nochmals verschärft.

13.55 Uhr: Kirche in Würzburg mit Z-Symbol beschmiert

Eine Kirche in Würzburg wurde mit dem Z-Symbol beschmiert. Unter diesem Kennzeichen zog die russische Armee in den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Nun hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen, teilte das Präsidium Unterfranken mit. Die Tat soll sich in der Nacht zu Sonntag an der Außenmauer der evangelischen Kirche im Stadtteil Heuchelhof ereignet haben.

Am vergangenen Freitag hatte das Land Bayern angekündigt, gegen die Verwendung des Symbol als Verherrlichung des Angriffskrieges vorzugehen. Ermittelt wird laut Polizei wegen „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“ sowie wegen des Anfangsverdachts einer Straftat nach Paragraf 140 des Strafgesetzbuches, da die Verwendung des „Z“-Symbols grundsätzlich dazu geeignet sei, den Angriffskrieg in der Ukraine zu billigen.

12.31 Uhr: Verwirrung um Verhandlungen zwischen Ukraine und Russland

Neue persönliche Friedensverhandlungen zwischen zwei Delegationen aus der Ukraine und aus Russland könnten Angaben des Kreml zufolge am Dienstag in Istanbul beginnen. „Heute werden sie wahrscheinlich nicht dort fortgesetzt“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. „Wir erwarten, dass das theoretisch morgen passieren könnte.“

Zuvor hatte bereits der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski mitgeteilt, dass nach rund zweiwöchigen Online-Verhandlungen ein persönliches Aufeinandertreffen ab Dienstag geplant sei.

Die ukrainische Seite und auch türkische Angaben sprachen zunächst von einem Verhandlungsbeginn bereits am Montag. Später schrieb die Zeitung „Ukrajinska Prawda“ unter Berufung auf eigene Quellen, dass die Delegationen zwar am Montag nach Istanbul anreisen, aber erst am Dienstag mit den Gesprächen beginnen würden.

12.05 Uhr: Ukraine meldet Kriegsschäden in Höhe von 565 Milliarden Dollar

Das menschliche Leid, was die russische Armee seit mehr als vier Wochen in der Ukraine hinterlässt, ist unermesslich. Nun hat die ukrainische Regierung zumindest die materiellen Kriegsschäden einmal beziffert. Laut dem Wirtschaftsministerium der Kiewer Regierung belaufen sich die Schäden auf 564,9 Milliarden Dollar.

Darin sind die Schäden an der Infrastruktur, Verluste bei der Wirtschaftsleistung und andere Faktoren eingerechnet, heißt es. 8000 Kilometer Straßen und 10 Millionen Quadratmeter Wohnfläche seien beschädigt oder zerstört.

Noch ist ein Frieden in der Ukraine nicht absehbar. Wenn es irgendwann so weit ist, werden die Menschen diese wohl noch steigende Schadenssumme als Hypothek mit sich herumtragen müssen.

11.59 Uhr: Feuer um Tschernobyl gelöscht

In der ukrainischen Sperrzone um das 1986 havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl sind ukrainischen Angaben zufolge keine größeren Brände mehr festgestellt worden. Aufnahmen von Satelliten würden derzeit keine derartigen Wärmequellen feststellen, teilte der ukrainische Zivilschutzdienst mit.

Anderslautende Informationen seien falsch. Vergangene Woche hatte das Parlament unter Berufung auf europäische Satellitendaten über mehrere große Feuer in dem weitgehend von russischen Truppen kontrollierten Sperrgebiet informiert. Auslöser der Feuer sei Beschuss gewesen.

11.11 Uhr: Russland liefert weiter Gas durch die Ukraine in den Westen

Auch viereinhalb Wochen nach Kriegsbeginn setzt Russland die Gaslieferungen durch die Ukraine in unvermindertem Umfang fort. Heute würden 109,5 Millionen Kubikmeter Gas durch das Leitungssystem des Nachbarlandes gepumpt, sagte der Sprecher des Energieriesen Gazprom, Sergej Kuprijanow, der Agentur Interfax zufolge. Das entspricht der vertraglich möglichen maximalen Auslastung pro Tag.

10.36 Uhr: Kiew: Einrichtung von Fluchtkorridoren unmöglich

Immer mehr Ukrainer wollen die Flucht vor den russischen Truppen antreten, die immer öfter auch zivile Ziele unter Beschuss nehmen. Dafür versucht die ukrainische Regierung Fluchtkorridore einzurichten. Doch das scheitert offenbar vermehrt an der Bedrohung durch russische Truppen.

Es gebe Geheimdienstinformationen über mögliche „Provokationen“ auf den Routen, sagte die stellvertretende Regierungschefin Iryna Wereschtschuk. Die Ukraine und Russland werfen sich seit Wochen gegenseitig vor, die Evakuierung von Zivilisten aus besonders umkämpften Gebieten zu sabotieren.

09.35 Uhr: Ukraines Präsident Selenskyj fordert schnellen Frieden

Vor der Wiederaufnahme direkter Gespräche zwischen der Ukraine und Russland zur Beendigung des Krieges hat der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj auf Frieden „ohne Verzögerung“ gedrungen. „Unser Ziel ist klar - so schnell wie möglich Frieden und die Wiederherstellung des normalen Lebens in unserem Heimatland“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft in der Nacht zu Montag.

Laut dem ukrainischen Unterhändler David Arachamia sollen die Gespräche von Montag bis Mittwoch in der türkischen Metropole Istanbul stattfinden. Es ist das erste Mal seit Wochen, dass ein persönliches Treffen der ukrainischen und russischen Verhandler angesetzt wurde. In den vergangenen Wochen waren einige Gesprächsrunden ergebnislos zu Ende gegangen, zuletzt war lediglich online verhandelt worden.

Selenskyj formulierte in seiner Video-Botschaft seine roten Linien bei den Verhandlungen mit Russland. „Die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine stehen nicht in Zweifel“, sagte er. „Wirksame Sicherheitsgarantien für unseren Staat sind zwingend.“

09.20 Uhr: Russisches „Z“-Symbol auch in Berlin strafbar

In Berlin soll das Tragen des „Z“-Symbols der russischen Streitkräfte strafrechtlich verfolgt werden. „Wird der Kontext zum Krieg hergestellt mit der Verwendung des weißen Z, wie es auf den russischen Militärfahrzeugen zu sehen ist, dann bedeutet das natürlich die Befürwortung des Angriffskrieges“, sagte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) dem Tagesspiegel (Online): „Das wäre strafbar, da schreiten wir auch sofort ein.“ Auch andere Länder wie etwa Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben angekündigt, das öffentliche Tragen des Symbols zu ahnden.

Grundlage ist demnach Paragraf 140 im Strafgesetzbuch, der das Billigen bestimmter Delikte unter Strafe stellt. Möglich seien bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. In Russland wird der lateinische Buchstabe „Z“ an Autos, Gebäuden oder auf T-Shirts gezeigt, um Zustimmung zum Krieg Russlands gegen die Ukraine zu zeigen. Das Symbol soll für „Za Pobedu“ - „Für den Sieg“ stehen. Das Symbol wird aber auch im Ausland und in den sozialen Medien verwendet.

06.04 Uhr: Neue Brände um die Atomruine von Tschernobyl

In der von russischen Streitkräften besetzten Zone um die Atomruine Tschernobyl sind nach Angaben der ukrainischen Behörden neue Brände ausgebrochen. „In der Sperrzone haben große Brände begonnen, die sehr ernste Folgen haben können“, schrieb die stellvertretende ukrainische Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Sonntagabend auf Telegram. Allerdings sei es wegen der russischen Truppen im Moment „unmöglich, die Brände vollständig zu kontrollieren und zu löschen“.

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Wereschtschuk forderte vom UN-Sicherheitsrat „sofortige Maßnahmen“ zur „Entmilitarisierung“ des Gebiets rund um die Atomruine. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte am Sonntag mit, dass die Sicherheitslage in den ukrainischen Kernkraftwerken unverändert sei. Sie hatte vergangene Woche festgestellt, dass die Waldbrände in der Umgebung von Tschernobyl kein größeres radiologisches Risiko darstellten.

05.55 Uhr: Kiew befürchtet Zuspitzung der Lage in Mariupol

Nach der Ankündigung Russlands, sich im Ukraine-Krieg künftig auf die „Befreiung des Donbass“ konzentrieren zu wollen, befürchtet die Regierung in Kiew eine Zuspitzung der Lage in Mariupol und im Osten des Landes. „Dies bedeutet eine potenzielle oder starke Verschlechterung rund um Mariupol“, sagte der ukrainische Präsidentenberater Oleksij Arestowytsch in einer auf dem Telegram-Konto des Präsidenten veröffentlichten Videobotschaft. Die ukrainische Armee ging mancherorts unterdessen zum Gegenangriff über.

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In der belagerten Hafenstadt Mariupol kämpften die Eingeschlossenen weiter „ums Überleben“, erklärte das ukrainische Außenministerium in der Nacht zum Montag auf Twitter. „Die humanitäre Lage ist katastrophal.“ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte wiederum, es sei weiterhin „unmöglich, Lebensmittel und Medikamente“ in die Stadt zu bringen. „Die russischen Streitkräfte bombardieren die Konvois mit humanitärer Hilfe und töten die Fahrer.“

04.30 Uhr: Droht ein Streit um die Verteilung der Flüchtlinge?

Der Europäischen Union droht angesichts der riesigen Fluchtbewegung aus der Ukraine neuer Streit über die Verteilung der Schutzsuchenden. Die Innenminister der 27 EU-Staaten beraten am Montag (14.30 Uhr) in Brüssel über das gemeinsame Vorgehen. Deutschland und Polen hatten sich zuvor mit einem dringenden Hilfsappell an die EU-Kommission gewandt. Bundesinnenministerin Nancy Faeser dringt auf Quoten für die Flüchtlingsverteilung innerhalb Europas. Derlei Forderungen hatte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson jedoch bereits eine Absage erteilt.

Von den mehr als 44 Millionen Ukrainern haben seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine nach UN-Angaben bereits mehr als 3,8 Millionen Menschen das Land verlassen. Mehr als 2 Millionen sind allein in Polen angekommen, in Deutschland wurden dem Innenministerium zufolge rund 267 000 Flüchtlinge registriert.

22.58 Uhr: Ukraine fordert UN-Schutzzone für Tschernobyl

Die Ukraine hat vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Einrichtung einer Schutzzone für das Atomkraftwerk Tschernobyl gefordert. Nach den Worten der stellvertretenden Regierungschefin Iryna Wereschtschuk sollte dort eine Sondermission der UN die Kontrolle übernehmen: „Im Sinne der nuklearen Sicherheit stellen die verantwortungslosen und unprofessionellen Aktionen der russischen Militärs eine ernsthafte Bedrohung nicht nur für die Ukraine, sondern auch für Hunderte Millionen Europäer dar.“

21.06 Uhr: Selenskij: Putin verzögert Verhandlungen

In einem Interview mit russischen Journalisten hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Kremlchef Wladimir Putin eine Verzögerung der Friedensverhandlungen vorgeworfen. In dem rund anderthalbstündigen Video-Gespräch, das unter anderem von dem kritischen Portal Meduza veröffentlicht wurde, forderte Selenskyj erneut den Abzug russischer Truppen von ukrainischem Territorium. Erst dann könne es Sicherheitsgarantien für die Ukraine geben, die wiederum Grundlage für den von Moskau geforderten Nato-Verzicht der Ukraine seien, sagte der ukrainische Staatschef.

20.49 Uhr: Kiew will Forderung nach Neutralität prüfen

In den Verhandlungen über die Zukunft der Ukraine will die Regierung in Kiew die Frage der von Russland geforderten Neutralität des Landes „gründlich“ prüfen. Dies sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Sonntag in einem Interview mit mehreren unabhängigen russischen Medien. „Dieser Punkt der Verhandlungen ist für mich verständlich und er wird diskutiert, er wird gründlich geprüft.“

19.57 Uhr: Ukraine befürchtet Zuspitzung der Lage in Mariupol

Nach der Ankündigung Russlands, sich im Ukraine-Krieg künftig auf die „Befreiung des Donbass“ konzentrieren zu wollen, befürchtet die Regierung in Kiew eine Zuspitzung der Lage in Mariupol und im Osten des Landes. „Dies bedeutet eine potenzielle oder starke Verschlechterung rund um Mariupol“, sagte der ukrainische Präsidentenberater Oleksij Arestowytsch in einer auf dem Telegram-Konto des Präsidenten veröffentlichten Videobotschaft.

17.59 Uhr: Geheimdienstchef: Teilung der Ukraine wie in Nord- und Südkorea droht

Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes fürchtet eine Teilung der Ukraine ähnlich wie bei Nord- und Südkorea. Russland sei mit seinem Versuch „gescheitert, Kiew einzunehmen und die ukrainische Regierung zu stürzen“, schrieb Kyrylo Budanow am Sonntag auf Facebook. Kreml-Chef Wladimir Putin ändere die Strategie, eine Teilung der Ukraine könnte eines seiner Ziele sein.

„Es gib Gründe anzunehmen, dass er eine Trennungslinie schaffen will zwischen den besetzten und den nicht besetzten Gebieten unseres Landes - ein Versuch, Süd- und Nordkorea in der Ukraine zu schaffen“, erklärte der Chef des Militärgeheimdienstes GUR mit Blick auf Putin.

17.25 Uhr: Kiew: Neue russisch-ukrainische Verhandlungen ab Montag in der Türkei

Russland und die Ukraine werden nach Angaben der ukrainischen Regierung am Montag in der Türkei eine neue Verhandlungsrunde starten. „Bei den heutigen Gespräch per Videokonferenz wurde beschlossen, die nächste Runde in Präsenz in der Türkei vom 28. bis 30. März abzuhalten“, teilte der ukrainische Unterhändler David Arachamia am Sonntag im Online-Netzwerk Facebook mit. Am 10. März hatten bereit Verhandlungen auf Ministerebene im türkischen Antalya stattgefunden, die keine konkreten Fortschritte im Bemühen um eine Waffenruhe in der Ukraine gebracht hatten.

17.01 Uhr: Hohe Dieselpreise: Transporteure wollen Lastwagen notfalls stilllegen

Angesichts der hohen Dieselpreise hat der Transporteurverband Camion Pro die Unternehmen der Branche aufgerufen, ihre Lastwagen notfalls stillzulegen, abzumelden und die Fahrer in Kurzarbeit zu schicken. Das sei keine Protestaktion, sondern bei permanenten Verlusten eine Alternative, teilte der Verband am Sonntag mit.

Seit einigen Wochen wendeten sich verzweifelte Unternehmen an den Verband und berichten von drohender Insolvenz. „In solch einer Situation gibt es nur eines: Frachtpreise rauf oder LKW stehenlassen“, sagte Verbandschef Andreas Mossyrsch. „Treibstoff, Maut und Lohn sind die größten Kostenfaktoren im Straßen-Güterverkehr. Durch das Stilllegen des LKW kann man fünf der sechs wichtigsten Betriebskosten auf „null“ stellen.“ Die Betriebe müssten sich aber mit den rechtlichen Grundlagen der Vertragsanpassung und des Kurzarbeitergelds vertraut machen.

16.17 Uhr: Jede dritte Ukrainerin würde zu den Waffen greifen, zwei Drittel der Männer

Im Konflikt mit Russland sind einer Umfrage zufolge fast die Hälfte der Ukrainer zwischen 18 und 55 Jahren bereit, zu den Waffen zu greifen. Rund 70 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen erklärten ihre Kampfbereitschaft, wie aus der Umfrage des Friedensforschungsinstituts Prio in Oslo hervorging.

Für die Umfrage wurden zwischen dem 9. und 12. März die Angaben von tausend Ukrainern ausgewertet. 49 Prozent bejahten demnach die Aussage, sie seien bei einem Andauern des Krieges zur „aktiven Teilnahme an offenen Kämpfen gegen die Russen oder pro-russischen Kräfte“ bereit. 47 Prozent sagten, sie würden sich am „direkten militärischen Kampf in abgesicherten Verteidigungsstellen der ukrainischen Kräfte“ beteiligen.

15.35 Uhr: Luhansker Separatisten planen Referendum über Beitritt zu Russland

Die prorussischen Separatisten im umkämpften Gebiet Luhansk im Osten der Ukraine wollen über einen Beitritt der Region zu Russland abstimmen lassen und erhöhen damit den Druck auf Kiew. „Ich denke, dass in nächster Zeit auf dem Gebiet der Volksrepublik ein Referendum durchgeführt wird, auf dem das Volk sein absolutes verfassungsmäßiges Recht wahrnehmen wird und seine Meinung sagt zu einem Beitritt zur Russischen Föderation.“ Das sagte der Luhansker Separatistenführer Leonid Passetschnik der Staatsagentur Tass zufolge am Sonntag.

Russland hatte im Februar gegen den Protest der Ukraine und des Westens die abtrünnigen Gebiete Luhansk und Donezk als Staaten anerkannt. Am 24. Februar hatte der russische Präsident Wladimir Putin auf Bitten der selbsternannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk zum Schutz vor der ukrainischen Armee den Befehl zu einer „Militäroperation“ gegeben. Der Westen verhängte wegen Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine beispiellose Sanktionen.

15.01 Uhr: Ukraine kauft 5100 Panzerabwehrwaffen in Deutschland

Die ukrainische Regierung hat bei einem deutschen Waffenhersteller 5100 Panzerabwehrwaffen gekauft. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus ukrainischen Regierungskreisen. Das für die Waffenexportkontrolle zuständige Bundeswirtschaftsministerium wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Hersteller der schultergestützten Waffen vom Typ RGW90 HH „Matador“ ist das Rüstungsunternehmen Dynamit Nobel Defence im nordrhein-westfälischen Burbach. Die Kosten in Höhe von 25 Millionen Euro trägt die ukrainische Regierung. 2650 der Waffen haben die Ukraine bereits am Samstag erreicht, die restlichen 2450 sollen nach ihrer Fertigstellung bis Ende Mai in wöchentlichen Tranchen geliefert werden.

13.26 Uhr: Ukraine-Botschafter Melnyk lässt Solidaritätskonzert platzen und brüskiert Bundespräsident Steinmeier

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wollte mit einem Konzert der Berliner Philharmoniker im Berliner Schloss Bellevue Solidarität mit der Ukraine bekunden, doch der ukrainische Botschafter sorgte mit seiner Absage für einen Eklat. Sein Fernbleiben begründete Andrij Melnyk am Sonntag auf Twitter damit, dass bei der Veranstaltung in Steinmeiers Amtssitz allein russische Solisten auftreten sollten.

Bei dem Konzert führten Musikerinnen und Musiker unter anderem aus der Ukraine, aus Russland, Belarus und Deutschland Werke ukrainischer, russischer und polnischer Komponisten auf. Melnyk kritisierte, dass die beiden Solisten, der Star-Pianist Jewgeni Kissin und der Bariton Rodion Pogossov, beide aus Russland stammten.

11.12 Uhr: Russisches „Z“-Symbol: Niedersachsen und Bayern drohen mit drei Jahren Haft

Niedersachsen und Bayern gehen gegen das „Z“-Symbol vor, das Zeichen der russischen Armee im Ukraine-Krieg. Beide Bundesländer ordneten an, dass die öffentliche Verwendung des Symbols in Deutschland etwa bei Demonstrationen strafbar ist. Möglich sind bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. In Russland taucht der lateinische Buchstabe „Z“ vielerorts im öffentlichen Raum auf. Er ist als Symbol gut zu erkennen, da es ihn im kyrillischen Alphabet nicht gibt. Auch zahlreiche russische Militärfahrzeuge tragen das „Z“.

Ukraine-Krieg Russland empört über Bidens Äußerung zu Putins Amtsverbleib US-Präsident Biden spart in seiner Rede in Warschau zum Ukraine-Krieg nicht mit drastischen Worten. Er stellt sogar den Machtverbleib Putins in Frage - und löst Empörung in Russland aus.

11:01 Uhr: Verwechslungsgefahr im Krieg: Versicherer Zurich entfernt Logo „Z“

Der Schweizer Versicherungskonzern Zurich vermeidet vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine das Firmenlogo „Z“. „Wir entfernen vorübergehend die Verwendung des Buchstabens „Z“ aus sozialen Kanälen, wo er isoliert erscheint und missverstanden werden könnte“, bestätigte das Unternehmen am Sonntag. Auf der Konzern-Website ist das Logo weiterhin zu sehen. Der Buchstabe ist in Russland zum Symbol für den Krieg geworden.

Laut dem russischen Verteidigungsministerium steht das Schriftzeichen für den Slogan „Für den Sieg“. Das „Z“ prangt in Russland auf vielen Autos. In sozialen Netzwerken fügen auch Prominente ein groß geschriebenes „Z“ in ihren Namen ein.

10:37 Uhr: Russland schockiert über Bilden-Äußerungen zu Putin-Ende

Russland zeigt sich empört und nervös über die Äußerungen von US-Präsident Joe Biden zu Kremlchef Wladimir Putins Verbleib an der Macht. Biden mache mit „erschreckender Regelmäßigkeit“ Äußerungen und Fehler, die schlimmer seien als Verbrechen, meinte der prominente russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow. Er reagierte damit auf Worte Bidens, nach denen Putin wegen des Krieges in der Ukraine nicht im Amt bleiben könne. Es habe Zeiten gegeben, da habe das Wort eines US-Präsidenten Gewicht gehabt, das sei nun vorbei, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im russischen Föderationsrat.

Auch der Kreml hatte am Samstagabend klargestellt, dass nicht die USA über die Führung in Russland entschieden. „Das entscheidet nicht Biden, der Präsident Russlands wird vom russischen Volk gewählt“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach einer Rede Bidens in Polen. Der US-Präsident hatte vor historischer Kulisse im Innenhof des Warschauer Königsschlosses gesagt: „Um Gottes willen, dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben.“

10:07 Uhr: Sean Penn: Oscar-Boykott, falls Gala ohne Selenskyj stattfindet

Oscar-Preisträger und Aktivist Sean Penn (61) hat am Vortag der 94. Academy Awards zu einem Boykott der Gala aufgerufen, falls sie ohne den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stattfindet. In einem CNN-Interview sagte der Schauspieler und Regisseur am Samstag, dass ein Erscheinen Selenskyjs bei der Show vor einem Millionenpublikum eine großartige Gelegenheit für eine Ansprache gewesen wäre. Er befürchte aber, dass die Filmakademie dies nicht weiter verfolgt habe. In diesem Fall wäre das der „schamloseste Moment in der Geschichte Hollywoods“.

Penn rief zu Protesten und zu einem Boykott der Gala auf, falls sich die Filmakademie tatsächlich nicht um Selenskyj bemüht habe, dessen Land von Russland angegriffen worden war. Er selbst würde seine beiden Oscar-Statuen aus Protest „einschmelzen“, sagte Penn.

10:13 Uhr: Visa-Lockerungen für oppositionelle Russen gefordert

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg (Grüne), fordert Visa-Lockerungen für russische Menschenrechtler, um ihnen den Weg ins Exil nach Deutschland zu erleichtern. „Innerhalb Russlands wird die Repression gegen Andersdenkende, insbesondere als Reaktion auf den Krieg, immer schärfer“, sagte sie der „Welt am Sonntag“. „Gegenüber diesen mutigen Menschen stehen wir in der Pflicht zu helfen, denn auch sie verteidigen Freiheit, Demokratie und Menschenrechte in Europa.“ Sie wünsche sich, „dass wir ein gesondertes Profilraster für humanitäre Visa entwickeln, analog zu dem, was es bereits für belarussische Menschenrechtsverteidiger gibt“. Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr nach den Protesten in Belarus beschlossen, politisch Verfolgten von dort in Einzelfällen eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen zu erteilen.

08:23 Uhr: Steinmeier bereitet Deutsche auf wirtschaftliche Einbußen durch Ukraine-Krieg vor

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland auf wirtschaftliche Einbußen als Folgen des Kriegs in der Ukraine vorbereitet. Die scharfen Sanktionen gegen Russland würden unvermeidlich auch Unsicherheiten und Einbußen für die Deutschen bringen, sagte der an Corona erkrankte Steinmeier am Sonntag in einer Videotschaft, die vor dem Konzert „Für Freiheit und Frieden“ der Berliner Philharmoniker in Schloss Bellevue ausgestrahlt wurde.

„Ja, es kommen auch auf uns in Deutschland härtere Tage zu“, sagte Steinmeier. Die Deutschen müssten aber die Unsicherheiten und Einbußen tragen, wenn die Solidarität mit der Ukraine ernst genommen werden solle. „Und die ganze Wahrheit ist: Viele Härten liegen erst noch vor uns“, sagte der Bundespräsident.

06:45 Uhr: Forschungsreaktor in Charkiw erneut unter Beschuss

Der nukleare Forschungsreaktor „Neutronenquelle“ in der ostukrainischen Stadt Charkiw ist nach lokalen Medienberichten erneut unter Artilleriebeschuss geraten. „Eine Überprüfung des Ausmaßes der Schäden ist wegen der ununterbrochenen Kampfhandlungen in der Umgebung der nuklearen Anlage unmöglich“, teilte die staatliche Atomaufsicht mit. Die Anlage war vor knapp zwei Wochen bei einer Bombardierung beschädigt und von der Energieversorgung abgeschnitten worden. Allerdings war der Reaktor schon zu Kriegsbeginn in einen sogenannten unterkritischen Zustand heruntergefahren worden.

06:36 Uhr: Selenskyj fordert schwere Waffen

In seiner jüngsten Videoansprache hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Westen erneut um schwere Waffen, darunter Kampfjets, gebeten. „Wir brauchen mehr Waffen, um nicht nur die Ukraine, sondern auch andere osteuropäische Länder zu schützen, denen Russland mit einem Einmarsch gedroht hat“, appellierte er in der Nacht zum Sonntag. Während des Treffens mit den Vertretern der USA am Samstag in Polen sei dies nochmal deutlich gemacht worden.

„Was macht die Nato? Wird sie von Russland gelenkt? Worauf warten sie? Es sind jetzt 31 Tage vergangen. Wir fordern nur ein Prozent dessen, was die Nato hat, mehr nicht“, forderte der Präsident mit scharfen Worten.

06:11 Uhr: „Heroischer Widerstand“ in Mariupol

Die Verteidiger der ukrainischen Hafenstadt Mariupol bieten den russischen Angreifern nach den Worten von Bürgermeister Wadym Bojtschenko „heroischen Widerstand“. Bojtschenko berichtete in der Nacht zum Sonntag von extrem schweren Kämpfen. Er warf den russischen Militärs vor, rücksichtslos gegen alle Bewohner der inzwischen schwer zerstörten Stadt vorzugehen, auch gegen die ethnischen Russen. „Sie hatten nicht den Auftrag, irgendjemanden zu schützen“, sagte Bojtschenko. „Ihre Aufgabe ist einfach, die Stadt von der Erdoberfläche auszuradieren, samt Bewohnern.“ Dies sei schlicht Völkermord, „eine andere Bezeichnung kann es dafür nicht geben“.

Über Mariupol wehe aber weiterhin die ukrainische Flagge, es bleibe weiterhin eine ukrainische Stadt. „Und unsere Soldaten tun alles, damit dies auch in Zukunft so bleibt“, sagte Bojtschenko. Allerdings seien einige Stadtteile bereits unter russischer Kontrolle. „Die Stadt ist eingekesselt, der Ring zieht sich immer enger.“

Alle News über Russlands Krieg in der Ukraine, die vor dem 26. März stattgefunden haben, finden Sie in unserem alten Newsblog zum Nachlesen.