Rettungskräfte im Einsatz, nachdem am Morgen russische Raketen in diesem Wohnhaus in Kiew eingeschlagen sind. imago

Seit dem 24. Februar 2022 führt Russland Krieg gegen die Ukraine. Monate sind vergangen, in denen die russische Armee nicht ansatzweise so vorankommt, wie Machthaber Wladimir Putin sich das vorgestellt hat. Monate, in denen Russland immer mehr den Druck vom Westen zu spüren bekommt und dennoch nicht von seinem barbarischen Feldzug ablässt. Der Ton des Kremls wird immer rauer. Die Angriffe nehmen kein Ende. Lesen Sie hier alle Updates zur Invasion Russlands in der Ukraine.

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+++ 27. Juni +++

Ruinen der Stadtverwaltung von Ochtyrka vorbei. dpa/Michal Burza/ZUMA Press Wire

12.23 Uhr Selenskyj fordert von G7 Kraftanstrengung für Kriegsende noch in diesem Jahr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat von den G7-Staaten eine Kraftanstrengung gefordert, um den Krieg in seinem Land noch in diesem Jahr zu beenden. Per Videogespräch rief Selenskyj am Montag die Staats- und Regierungschefs der G7-Gruppe auf, „alles zu tun“, um dieses Ziel zu erreichen, wie es aus G7-Kreisen bei dem Gipfel auf Schloss Elmau hieß. Die Fortsetzung des Krieges durch den Winter würde sein Land vor große Probleme stellen.

Um den Krieg zu beenden, müssten die G7-Staaten die Sanktionen gegen Russland weiter verschärfen, sagte Selenskyj den Angaben zufolge. Der Präsident war dem G7-Gipfel in den bayerischen Alpen per Videoleitung zugeschaltet.

Selenskyj habe den Gipfelteilnehmern eine „sehr starke Botschaft“ übermittelt, hieß es aus den Kreisen. Die G7-Gruppe müsse Russland weiterhin mit „massiven“ Strafmaßnahmen belegen und dürfe „den Druck nicht verringern“.

10.24 Uhr: G7 verhängen neue Sanktionen gegen russische Rüstungsindustrie

Die G7-Staaten wollen nach US-Angaben neue Sanktionen gegen die russische Rüstungsindustrie verhängen. Die G7-Staats- und Regierungschefs hätten sich auf „gezielte Sanktionen“ geeinigt, um den Zugang Russlands zu westlicher Technologie weiter einzuschränken, erklärte das Weiße Haus am Montag am Rande des G7-Gipfels in Schloss Elmau. Zudem hätten sie sich darauf geeinigt, Einnahmen aus erhöhten Zöllen auf russische Exporte als Finanzhilfe an die Ukraine weiterzuleiten.

08.51 Uhr: Staatsanleihen: Russland zahlt fällige Zinsen nicht

Russland steht offenbar vor dem ersten Zahlungsausfall auf Auslandsschulden seit mehr als 100 Jahren. In der Nacht auf Montag lief eine 30-Tage-Frist aus, innerhalb der fällige Zinsen auf zwei Staatsanleihen in Auslandswährung zu zahlen waren. Es geht um insgesamt rund 100 Millionen US-Dollar. Haben die Anleger das Geld nicht erhalten, wovon angesichts scharfer Finanzsanktionen des Westens auszugehen ist, wäre es der erste Zahlungsausfall auf Auslandsschulden seit dem Jahr 1918. Der jüngere Zahlungsausfall aus dem Jahr 1998 bezog sich auf von Inländern gehaltene Schuldtitel.

Die Hintergründe des aktuellen Falls sind kompliziert und suchen ihren historischen Vergleich. Russland betont, wirtschaftlich in der Lage und auch Willens zu sein, seine Schulden zu bedienen. Dem stehen jedoch scharfe Sanktionen vornehmlich westlicher Länder entgegen, die als Reaktion auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine ergriffen wurden. Deswegen kann Moskau weder auf den Großteil seiner Finanzreserven im westlichen Ausland zugreifen noch heimische Reserven an westliche Gläubiger weiterleiten.

Russlands Finanzminister Anton Siluanow hatte den drohenden Zahlungsausfall in der vergangenen Woche als „Farce“ bezeichnet. Jeder, der die Vorgänge verstehe, wisse, dass es sich nicht um einen Zahlungsausfall handele.

5.21 Uhr: Ukrainische Schwarzmeerregion Odessa meldet Raketenangriffe

Bei einem Raketeneinschlag im Gebiet Odessa im Süden der Ukraine sind sechs Menschen zu Schaden gekommen. Die Rakete sei von einem russischen strategischen Bomber des Typs Tu-22 abgefeuert worden, teilte das ukrainische Wehrkommando Süd am Montag mit. Unter den Opfern ist den Behördenangaben nach auch ein Kind. Aus den Angaben geht nicht hervor, ob die betroffenen Personen verletzt oder getötet wurden.

„Wegen des Einschlags im Wohnviertel einer zivilen Siedlung sind mehrere Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude auf einer Fläche von etwa 500 Quadratmetern zerstört und in Brand gesetzt worden“, heißt es. Die Feuerwehr ist noch bei der Brandbekämpfung.

5.15Uhr: Selenskyj spricht bei G7-Gipfel

Aus dem Krieg zugeschaltet ins bayerische Alpenidyll: An Tag zwei des G7-Gipfels auf Schloss Elmau will der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Staats- und Regierungschefs der großen Industrieländer ins Gewissen reden.

Der 44-Jährige soll am Vormittag per Video zu den Beratungen zugeschaltet werden. Bereits am Wochenende hatte er erneut mehr Militärhilfe für sein Land gefordert. Bei den G7 kündigte sich mit einem Importverbot für russisches Gold zudem eine Verschärfung der Sanktionen an.

Selenskyj sieht die Ukraine in einer schwierigen Phase des Krieges. Erstmals seit drei Wochen wurde die Hauptstadt Kiew am Wochenende wieder mit Raketen beschossen. Außerdem gelang es Russland nach wochenlangem Kampf, die Großstadt Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine unter Kontrolle zu bringen.

Durch russischen Beschuss beschädigte Autos in Charkiw. Die Bombardierungen in der gesamten Ukraine sind eskaliert, auch in Kiew an diesem Tag. Carol Guzy/ZUMA Press Wire/dpa

5.01 Uhr: Ukrainischer Verteidigungsminister fordert Raketenabwehrsysteme

Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow forderte konkret moderne Raketenabwehrsysteme mit hoher Reichweite vom Westen. Diese müssten schnell stationiert werden, um so auch die Sicherheit für europäische Städte zu gewährleisten, schrieb er bei Facebook. Er bezeichnete Raketenangriffe auf „friedliche ukrainische Städte“ als heimtückisch, weil sie entweder vom russischen Territorium aus oder von Belarus oder vom Kaspischen und Schwarzen Meer aus abgefeuert würden. Resnikow schlug zudem eine Entmilitarisierung von Teilen Russlands vor als Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Beziehungen zwischen Moskau und dem Westen.

Auch in der Nacht zum Montag gab es wieder einen schweren Raketenangriff. Im Gebiet Odessa im Süden der Ukraine sind sechs Menschen dabei zu Schaden gekommen. Die Rakete sei von einem russischen strategischen Bomber des Typs Tu-22 abgefeuert worden, teilte das ukrainische Wehrkommando Süd am Montag mit.

4.35 Uhr: Kämpfe um die Stadt Lyssytschansk

Nach der Einnahme der Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine durch russische Truppen gehen die Kämpfe um die Stadt Lyssytschansk weiter. Der Feind versuche verstärkt mit Unterstützung der Artillerie, die strategisch wichtige Stadt aus südlicher Richtung zu blockieren, teilte der ukrainische Generalstab am Sonntagabend mit. Dabei seien auch zivile und militärische Infrastruktur getroffen worden. Das ließ sich nicht unabhängig überprüfen. Laut ukrainischen Angaben gab es zudem Kämpfe auf der von Russland eroberten Schlangeninsel im Schwarzen Meer. Details lagen zunächst nicht vor.

Völlige Zerstörung in Kyiv, Ukraine. IMAGO/ZUMA Wire

1.17 Uhr: Moskau stellt erneut Bedingung für Verhandlungen mit Kiew

Russland hat abermals Verhandlungen mit der Ukraine an die Bedingung geknüpft, dass Kiew die Forderungen Moskaus akzeptiert. Das sagte die Vorsitzende des russischen Föderationsrats, Valentina Matwijenko, wie die Staatsagentur Tass meldete. Die in der Öffentlichkeit geäußerten Forderungen Moskaus zu Beginn des Kriegs bestanden etwa in der Anerkennung der ostukrainischen Separatistengebiete Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten sowie der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Staatsgebiet.

+++ 26. Juni +++

22.15 Uhr: Kanada schickt zwei Kriegsschiffe in Ostsee und Nordatlantik

Kanada hat am Sonntag zwei Kriegsschiffe in die Ostsee und den Nordatlantik geschickt. Die „HMCS Kingston“ und die „HMCS Summerside“ schlossen sich nach Angaben der kanadischen Marine zwei Fregatten an, die sich bereits zur Stärkung der Ostflanke der Nato in der Region befinden. Der viermonatige Einsatz sei Teil der „Abschreckungsmaßnahmen in Mittel- und Osteuropa“, die 2014 nach der russischen Annexion der Krim eingeleitet wurden.

Die kanadischen Schiffe wurden den Angaben zufolge in „hohe Alarmbereitschaft“ versetzt, um alle Einsätze zu der Nato „schnell und effektiv“ unterstützen zu können. Sie sollen demnach bis Oktober unter anderem an Übungen zur Minenräumung teilnehmen.

20.27 Uhr: Krim-Vertreter: Erneut Bohrinsel im Schwarzen Meer angegriffen

Im Schwarzen Meer ist erneut eine Gasförderplattform angegriffen worden. Das teilten Vertreter der von Russland einverleibten Halbinsel Krim am Sonntagabend mit, wie die russische Staatsagentur Tass meldete. Sie machten die Ukraine für den Angriff verantwortlich. Das ließ sich nicht überprüfen. Es habe keine Verletzten gegeben, hieß es. Unklar war, ob ein Feuer ausbrach.

Erst am Montag waren drei Bohrinseln im Schwarzen Meer mit Raketen attackiert worden. Die ursprünglich ukrainischen Anlagen waren im März 2014 im Zuge der Annexion der Krim besetzt worden. Ende Februar dieses Jahres marschierten russische Truppen in die Ukraine ein. Auch das Seegebiet des Schwarzen Meeres ist dabei von Kämpfen betroffen.

17.43 Uhr: Russland meldet fast 800 getötete ukrainische Soldaten an einem Tag

In der erbitterten Schlacht um den Osten der Ukraine haben russische Truppen nach eigenen Angaben binnen 24 Stunden fast 800 gegnerische Soldaten getötet - darunter 80 freiwillige Kämpfer aus Polen. Die „Söldner“ seien durch einen Raketenangriff auf ein Zinkwerk in der Stadt Kostjantyniwka getötet worden, erklärte am Samstag das Verteidigungsministerium in Moskau. Ein Raketenangriff auf Mykolajiw im Süden habe etwa 300 Soldaten getötet, hieß es weiter aus dem Verteidigungsministerium in Moskau. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

15.59 Uhr: Medienberichte: Auslandsreise von Putin nach Zentralasien

Bei seiner ersten Auslandsreise seit Kriegsbeginn in der Ukraine vor rund vier Monaten will Russlands Präsident Wladimir Putin Berichten zufolge in den nächsten Tagen Zentralasien besuchen. Zunächst werde das Staatsoberhaupt nach Tadschikistan fliegen und dort Gespräche mit dem Präsidenten Emomali Rachmon führen, berichtete das russische Staatsfernsehen am Sonntag. Ein genauer Tag wurde zunächst nicht genannt. Die Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan gehört zu den militärischen Bündnispartnern Russlands.

Danach will Putin dem Bericht zufolge weiter nach Turkmenistan reisen und dort an einem Gipfel der Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres teilnehmen. Das sei für diesen Mittwoch geplant, hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Staatsagentur Tass zufolge zuletzt gesagt.

14.37 Uhr: Johnson lobt Deutschlands Unterstützung für die Ukraine

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine gelobt und gegen Kritik verteidigt. Deutschland wie auch Frankreich hätten beide „erstaunlich viel getan, wenn man bedenkt, wo sie vor Beginn des Konflikts standen“, sagte Johnson am Sonntag in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN am Rande des G7-Gipfels in Bayern. Mit Blick auf Kritik aus der Ukraine, Deutschland tue zu wenig, sagte Johnson, man müsse objektiv betrachten, wie weit Bundeskanzler Olaf Scholz das Land gebracht habe hin zu deutlich größeren Verteidigungsausgaben. „Niemals in meinem Leben hätte ich erwartet, dass Deutschland einen direkten militärischen Beitrag zur Unterstützung eines anderen europäischen Landes leisten würde, so wie es jetzt der Fall ist.“

13.43 Uhr: Moskau meldet Angriffe auf militärische Ausbildungszentren in Westukraine

Russland hat nach eigenen Angaben drei militärische Ausbildungszentren im Westen und Norden der Ukraine beschossen. Dafür seien „Hochpräzisionswaffen“ und „Kalibr-Raketen“ eingesetzt worden, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow, am Sonntag. Die Ziele befanden sich demnach in der nördlichen Region Tschernihiw, bei Schytomyr westlich von Kiew sowie in der Region Lwiw (Lemberg) rund 30 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt.

Durch die Angriffe hätten mehrere ukrainische Brigaden „ihre Kampffähigkeiten vollständig eingebüßt“, erklärte Konaschenkow weiter. „Pläne, sie in Kampfgebieten einzusetzen, wurden vereitelt.“ Er machte keine Angaben, von wo aus die russischen Raketen abgefeuert worden waren. Der ukrainische Geheimdienst hatte am Samstag gemeldet, Russland habe vom Nachbarland Belarus aus eine Reihe von Angriffen ausgeführt.

Die ukrainischen Behörden meldeten am Sonntagmorgen zudem russische Angriffe auf die Hauptstadt Kiew. Konaschenkow erwähnte dies in seiner Erklärung nicht.

06.11 Uhr: Explosionen erschüttern ukrainische Hauptstadt Kiew

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat es mehrere Explosionen gegeben. Krankenwagen und Rettungskräfte seien im Bezirk Schewtschenko im Einsatz, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko im Nachrichtendienst Telegram. Anton Heraschtschenko, ein Berater des ukrainischen Innenministers, schrieb, Augenzeugen hätten von Raketen berichtet. Ob es Verletzte oder Tote gab, war zunächst unklar. Bereits am Samstag hatte es einen Raketenangriff auf die westukrainische Stadt Sarny gegeben, bei dem Behördenangaben zufolge mindestens drei Menschen getötet wurden.

+++ 25. Juni +++

22.39 Uhr: Nukleares Forschungszentrum in Charkiw unter Beschuss

Die nukleare Forschungseinrichtung „Neutronenquelle“ in der ostukrainischen Stadt Charkiw ist nach ukrainischen Angaben erneut unter Beschuss geraten. Dabei seien Gebäude und Infrastruktur wie Lüftungskanäle beschädigt worden, teilte die Nuklearaufsichtsbehörde des Landes am Samstag mit. Der Teil der Anlage, wo der Kernbrennstoff gelagert wird, wurde nicht in der Auflistung der Schäden erwähnt. Es sei keine erhöhte Strahlung festgestellt worden.

20.45 Uhr: Putin: atomwaffenfähige Raketen an Belarus

Diktatoren unter sich: Wladimir Putin mit dem Präsidenten von Belarus, Alexander Lukaschenko am Samstag. Der russische Präsident will Atomraketen nach Belarus verlegen lassen. dpa/Pool Sputnik Kremlin

Russische Truppen haben die zuletzt umkämpfte strategisch wichtige Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine eingenommen. Das bestätigten beide Seiten am Samstagabend. Zugleich will Russland Boden-Raketen vom Typ Iskander nach Belarus verlegen, die auch mit atomwaffenfähigen Raketen bestückt werden können. Das versprach Präsident Wladimir Putin dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Die Verlegung werde in den nächsten Monaten erfolgen, sagt Putin bei dem Treffen in St. Petersburg der Staatsagentur Tass zufolge.

Die Iskander-M könnten „sowohl ballistische Raketen als auch Marschflugkörper aufnehmen - sowohl in konventioneller als auch in nuklearer Ausführung“, meinte Putin. Sie haben russischen Medien zufolge eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Putins Angaben zufolge sollen zudem die Kampfflugzeuge von Belarus vom Typ Su-25 nachgerüstet werden. „Diese Modernisierung sollte in Flugzeugfabriken in Russland vorgenommen werden.“ Dann könnten diese Flugzeuge auch Atomwaffen transportieren.

19.07 Uhr: Sjewjerodonezk gefallen

Die Ukraine hatte ihren Rückzug aus Sjewjerodonezk bereits am Freitag angekündigt. „Nach dem Rückzug von Einheiten unserer Truppen hat sich der Feind in Sjewjerodonezk festgesetzt“, teilte der ukrainische Generalstab am Samstag mit. Auch Russland meldete am Abend, die Kontrolle über die Stadt zu haben. Prorussische Kämpfer der Volksrepublik Luhansk hätten mit Unterstützung russischer Truppen die Stadt „vollständig befreit“, sagte Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Russische Truppen wollen zudem die gesamte linke Uferseite des Flusses Siwerskyj Donez im Luhansker Gebiet eingenommen haben. Angaben aus dem Kriegsgebiet lassen sich gar nicht oder nur schwer überprüfen.

Türkei: Keine Fortschritte im Streit um geplanten Nato-Beitritt Schwedens

Im Streit um den Nato-Beitritt Schwedens gibt es nach Angaben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan keine Fortschritte. Ein Telefonat mit der schwedischen Ministerpräsidentin Magdalena Andersson sei ohne Ergebnis geblieben, erklärte das türkische Präsidialamt am Samstag, wenige Tage vor Beginn des Nato-Gipfeltreffens in Madrid.

Erdogan habe in dem Telefonat bekräftigt, dass Schweden „in so wichtigen Fragen wie dem Kampf gegen den Terrorismus Maßnahmen ergreifen muss“, erklärte das Präsidialamt weiter. Er mahnte demnach „konkrete und klare Maßnahmen“ als Reaktion auf die Forderungen der Türkei ein.

Schweden und Finnland hatten im Mai unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ihre jahrzehntelange militärische Neutralität aufgegeben und beide einen Antrag auf Nato-Mitgliedschaft gestellt. Dem Beitritt eines Staates zur Nato müssen alle 30 Mitgliedsländer zustimmen - die Türkei droht mit einem Veto.

15.46 Uhr: Separatisten: Russische Armee dringt nach Lyssytschansk vor - Straßenkämpfe

Russische Truppen sind nach Angaben der prorussischen Separatisten am Samstag in die ostukrainische Stadt Lyssytschansk vorgedrungen. Die russische Armee und die Miliz der selbsternannten Volksrepublik Luhansk seien in die Stadt einmarschiert, teilte Andrej Maroschko, ein Vertreter der prorussischen Separatisten, im Onlinedienst Telegram mit. „Derzeit gibt es Straßenkämpfe.“

Die Angaben, die von unabhängiger Seite zunächst nicht überprüft werden konnten, erfolgten, nachdem die ukrainischen Streitkräfte am Freitag den Befehl erhalten hatten, sich aus der benachbarten, wochenlang umkämpften Stadt Sjewjerodonezk zurückzuziehen.

14.01 Uhr: Russland entfernt polnische Flagge von Gedenkstätte in Katyn

Russische Behörden haben die polnische Flagge von der Gedenkstätte in Katyn entfernt, die an die Ermordung tausender polnischer Militärangehöriger auf Befehl Stalins erinnert. Der Bürgermeister der westrussischen Stadt Smolensk, Andrej Borissow, veröffentlichte am Freitagabend im Onlinedienst VKontakte ein Foto, auf dem nur die russische Flagge am Eingang der Gedenkstätte weht. Besucher hatten zuvor das Verschwinden der polnischen Flagge bemerkt und in Onlinediensten darüber berichtet.

Borissow schrieb, es könne keine polnische Flagge auf russischen Denkmälern geben, „erst recht nicht nach den offen russlandfeindlichen Äußerungen polnischer Verantwortlicher“. Das russische Kulturministerium habe die richtige Entscheidung getroffen, als es die Flagge entfernte, Katyn sei eine russische Gedenkstätte, fügte er hinzu.

13.42 Uhr: Kiew meldet massive russische Raketenangriffe aus Belarus

Nach ukrainischen Berichten über russische Raketenangriffe aus Belarus hat die Führung in Kiew Russland vorgeworfen, das Nachbarland in den Krieg hineinziehen zu wollen. 20 Raketen seien „von belarussischem Territorium und aus der Luft“ auf das Dorf Desna abgeschossen worden, teilte der ukrainische Geheimdienst am Samstag mit. Russland meldete unterdessen die Tötung von dutzenden polnischen Kämpfern bei Angriffen in der Ostukraine.

„Der Angriff von heute steht in direkter Verbindung mit den Bemühungen des Kreml, Belarus als Mitkämpfer in den Krieg in der Ukraine hineinzuziehen“, erklärte die dem Verteidigungsministerium unterstellte Generaldirektion des ukrainischen Geheimdienstes auf Telegram.

11.35 Uhr: Russisches Militär meldet Tötung von 80 polnischen Kämpfern

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben im Osten der Ukraine 80 polnische Kämpfer in den Reihen der ukrainischen Armee getötet. Durch einen Raketenangriff auf das Zinkwerk „Megatex“ in der Stadt Kostjantyniwka seien 80 polnische „Söldner“ liquidiert worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstag in Moskau. Russland bezeichnet alle auf Seiten der Ukraine kämpfenden Freiwilligen als Söldner. Konaschenkow berichtete zudem über einen Raketenangriff auf Mykolajiw im Süden der Ukraine, bei dem 300 Soldaten getötet worden seien.

Insgesamt bezifferte der Generalleutnant die ukrainischen Verluste allein durch Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe innerhalb von 24 Stunden auf 780 „Nationalisten“. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Einzelheiten zur Bodenoffensive der russischen Truppen im Donbass nannte Konaschenkow nicht. In den vergangenen Tagen hatten die russischen Streitkräfte mehrere Ortschaften im Ballungsraum Sjewjerodonezk-Lyssytschansk eingenommen. Die erste der beiden Großstädte ist inzwischen unter russischer Kontrolle. Zudem stehen moskautreue Truppen am südlichen Stadtrand von Lyssytschansk.

11.15 Uhr: Ukrainische Armee: Raketen von Belarus in Richtung Tschernihiw abgefeuert

Von Belarus aus sind nach ukrainischen Angaben am Samstagmorgen Raketen in Richtung des Grenzgebiets bei Tschernihiw abgefeuert worden. Gegen 05.00 Uhr morgens (04H00 Uhr MESZ) sei die Region Tschernihiw massiv mit Raketen angegriffen worden, teilte das Nordkommando der ukrainischen Armee auf Facebook mit. „20 Raketen“ seien von belarussischem Gebiet und aus der Luft auf das Dorf Desna abgeschossen worden, hieß es in der Mitteilung. Opfer gab es demnach aber keine.

Es sei Infrastruktur getroffen worden, erklärte die ukrainische Armee, ohne mitzuteilen, ob es sich um militärische Infrastruktur handelte. Das Dorf Desna, das vor dem Krieg 7500 Einwohner zählte, liegt 70 Kilometer nördlich von Kiew und zugleich 70 Kilometer südlich der Grenze zu Belarus.

Die Angriffe erfolgten vor einem Treffen von Kreml-Chef Wladimir Putin und dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko am Samstag im russischen St. Petersburg. Für Donnerstag und Freitag ist dann ein Besuch des russischen Außenminister Sergej Lawrow in Belarus geplant.

06.00 Uhr: Unmut in Moskau, Proteste in Tiflis

Das russische Außenministerium sieht in der Entscheidung für einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine und der Republik Moldau eine gegen Moskau gerichtete Politik. Die Europäische Union setze damit ihre Linie fort, in die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) zum Zweck der Eindämmung Russlands weiter vorzudringen, teilte Sprecherin Maria Sacharowa am Freitagabend in Moskau mit.

In Georgien am Schwarzen Meer gingen in der Nacht zum Samstag Zehntausende Menschen für einen EU-Beitritt der Südkaukasus-Republik auf die Straße. Sie forderten in der Hauptstadt Tiflis zugleich den Rücktritt von Regierungschef Irakli Garibaschwili. Seine Regierung habe sich nicht ausreichend dafür eingesetzt, dass Georgien EU-Beitrittskandidat werde, berichteten georgische Medien.

00.26 Uhr: Landesweit Luftalarm in der Ukraine ausgelöst

In der von Russland angegriffenen Ukraine ist in der Nacht zum Samstag landesweit Luftalarm ausgelöst worden. Das ging aus einer entsprechenden Übersicht zur Lage in dem Land hervor. Wie die ukrainische Nachrichtenseite 24tv berichtete, gab es Berichte über Explosionen aus der Stadt Saporischschja im Südosten des Landes - ebenso wie aus der zentralukrainischen Stadt Dnipro. Die genauen Hintergründe waren zunächst unklar.

00.02 Uhr: Experte: Tausende Delfine im Schwarzen Meer wegen Kriegs verendet

Naturschützer bringen den Tod von Tausenden Delfinen im Schwarzen Meer mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine in Verbindung. Mindestens 3000 Tiere seien verendet, schrieb Forschungsleiter Iwan Rusew bei Facebook. Der Einsatz von Sonar-Technik und Explosionen zerstörten das „empfindliche Navigationssystem“ der Tiere. So könnten sie nicht mehr genug Fische fangen und seien deshalb anfälliger für Infektionskrankheiten. Die Folge sei, dass mehr Tiere sterben, erläuterte der Experte eines Nationalparks in der Nähe von Odessa im Süden der Ukraine.

Nach seinen Angaben gibt es zudem Berichte über verendete Tiere aus Bulgarien und Rumänien. „Wir bitten alle, die tote Delfine am Strand sehen, dies zu melden.“ In den vergangenen Jahren hätten Fischfang und Wilderei die größten Gefahren für Delfine dargestellt.

Russland hat seinen Krieg gegen die Ukraine am 24. Februar begonnen und greift das Nachbarland auch über das Schwarze Meer an.

+++ 24. Juni +++

Nach einem russischen Raketenangriff steht diese Sporthochschule im Norden der ostukrainischen Stadt Charkiw in Schutt und Asche. imago/Vyacheslav Madiyevskyi

18.30 Uhr: Russischer Professor kritisiert Ukraine-Krieg – gefeuert

Ein Professor an einer russischen Universität ist endgültig entlassen worden, nachdem er den russischen Militäreinsatz in der Ukraine kritisiert hatte. Seine Klage auf Wiedereinstellung sei abgewiesen worden, erklärte der Rechtswissenschaftler Roman Melnitschenko am Freitag auf Facebook. Er hatte sich zu Beginn der Offensive Ende Februar im Internet kritisch dazu geäußert und unter anderem ein Video vom Tod eines Mädchens in einem Krankenhaus in Mariupol verbreitet.

Melnitschenko, dessen Eltern in der Ukraine leben, hatte die beanstandeten Einträge in den Online-Netzwerken auf Anweisung seines Arbeitgebers, der staatlichen Universität von Wolgograd, gelöscht. Mitte April wurde er dennoch entlassen. Die Universität nannte seine „Unmoral“ als Grund. Der 49-jährige Rechtswissenschaftler ging gerichtlich gegen die Entlassung vor - ohne Erfolg.

16.01 Uhr: Von der Leyen: Heizung zwei Grad runter, Klimaanlage zwei Grad hoch

Angesichts drohender Gas-Engpässe hat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen europäische Verbraucher erneut zum Energiesparen aufgefordert. Wenn man die Heiztemperatur in der gesamten EU nur um zwei Grad senke und die von Klimaanlagen um zwei Grad erhöhe, könne man die gesamten Lieferungen der Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 einsparen, sagte die deutsche Politikerin nach einem EU-Gipfel in Brüssel. „Darin liegt also eine Menge Potenzial.“ Zugleich bekräftigte von der Leyen, dass auch die Bezugsquellen von Energieträgern diversifiziert und in Erneuerbare investiert werden müsse.

13.59 Uhr: G7 fordern von Moskau Ende der Blockade der Schwarzmeerhäfen

Die G7-Außenminister haben Russland aufgefordert, die ukrainischen Schwarzmeerhäfen für Lebensmittelexporte freizugeben. Durch die Blockade der Häfen, die Bombardierung von Getreidesilos und die Zerstörung der landwirtschaftlichen Infrastruktur der Ukraine verschärfe Russland die weltweite Lebensmittelkrise, hieß es in einer am Freitag in Berlin veröffentlichten Erklärung.

Die Darstellung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, nach der die drohende Hungersnot eine Folge westlicher Sanktionen sei, wiesen sie als „falsches Narrativ und Desinformation“ zurück. Die Erklärung wurde zwei Tage vor dem am Sonntag beginnenden G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern veröffentlicht. Deutschland hat in diesem Jahr den G7-Vorsitz inne.

12.43 Uhr: Scholz hält russische Begründung für Gas-Drosselung für Lüge

Bundeskanzler Olaf Scholz hält die russische Begründung für die Drosselung der Gaslieferungen nach Deutschland für vorgeschoben. „Niemand von uns glaubt, dass die technischen Gründe, die für die Reduktion von Gaslieferungen gegenwärtig von russischen Lieferanten angeführt werden, zutreffen“, sagte Scholz am Freitag nach einem EU-Gipfel in Brüssel. Russlands staatlicher Energieriese Gazprom hatte Mitte des Monats die Gaslieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 weiter runtergefahren. Der Gaslieferant begründete den Schritt mit Verzögerungen bei Reparaturarbeiten.

10.49 Uhr: Russische Truppen erobern ukrainische Siedlungen bei Lyssytschansk

Im ostukrainischen Gebiet Luhansk haben russische und prorussische Kämpfer eigenen Angaben zufolge die Siedlungen Hirske und Solote erobert. Die Luhansker Separatisten zeigten am Freitag das Hissen einer sowjetischen Flagge auf dem Gebäude der Stadtverwaltung von Solote, das südlich der umkämpften Großstadt Lyssytschansk liegt. Eine Bestätigung der ukrainischen Seite gab es zunächst nicht.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass russische Truppen das Gebiet rund um die beiden Siedlungen eingeschlossen haben. Unklar blieb, ob zumindest Teile der ukrainischen Einheiten sich rechtzeitig zurückziehen und somit retten konnten.

10.24 Uhr: Widerstand gegen russische Besatzung: Mann in Südukraine getötet

Im südukrainischen Gebiet Cherson ist ein Mitarbeiter der russischen Besatzungsverwaltung bei einem Anschlag getötet worden. Russischen Medienberichten vom Freitag zufolge detonierte eine Bombe im Auto des Mannes. Details waren zunächst nicht bekannt. In dem besetzten Gebiet kam es in den vergangenen Tagen mehrfach zu Anschlägen auf ukrainische Überläufer.

Angaben des Chefs des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, zufolge war etwa am Mittwoch der Parlamentsabgeordnete Olexij Kowaljow Ziel eines Anschlags geworden. Der 33-Jährige war Ende April aus der Fraktion der ukrainischen Präsidentenpartei wegen des Verdachts der Zusammenarbeit mit den russischen Besatzern ausgeschlossen worden. Über seinen Verbleib wurde nichts bekannt.

8.14 Uhr: Ukraine ordnet Rückzug aus umkämpfter Stadt Sjewjerodonezk an

Vier Monate nach Kriegsbeginn hat die Ukraine den Rückzug ihrer Truppen aus der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk im Osten des Landes angeordnet. Das sagte der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, am Freitag im Fernsehen. Sjewjerodonezk zählte bislang zu den letzten Teilen von Luhansk, die noch nicht von russischen und prorussischen Kämpfern erobert waren.

5.15 Uhr: Ukrainische Politiker warnen Flüchtlinge vor übereilter Rückkehr

Aus der Ukraine kommen Warnungen vor einer übereilten Rückkehr der etwa fünf Millionen Kriegsflüchtlinge, die in Europa aufgenommen wurden. „Es gibt zwei wesentliche Voraussetzungen: Wir müssen Mittel und Wege finden, die zerstörte Infrastruktur zumindest teilweise wieder aufzubauen. Und es braucht da, wo sie hingehen, ein funktionierendes Raketenabwehrsystem - so wie es jetzt mehr oder weniger für Kiew existiert“, sagte Olena Sotnyk, Beraterin von Vize-Regierungschefin Olha Stefanischyna, nach Gesprächen in Berlin.

Als weitere Voraussetzung nannte Olena Haluschka, Vorstandsmitglied der ukrainischen Organisation Anticorruption Action Centersei, die Räumung von Minen und versteckten Sprengfallen in Gebieten, die die ukrainische Seite von der russischen Armee wieder zurückerobert hat.

Russische Soldaten bewachen ein Gebiet neben einem Weizenfeld bei Saporischschja. Uncredited/AP/dpa

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4.17 Uhr: Russische Truppen stoßen bis an Stadtrand von Lyssytschansk vor

Im Osten der Ukraine drangen russische Truppen nach ukrainischen Angaben bis an den Stadtrand der Großstadt Lyssytschansk vor. „Unsere Kämpfer haben den Vorstoß in Richtung der südlichen Ränder von Lyssytschansk aufgehalten, dem Feind Verluste zugefügt und ihn zum Rückzug gezwungen“, hieß es am Donnerstagabend im Lagebericht des Generalstabs in Kiew. Die russische Armee ziehe nun Reserven heran.

Lyssytschansk ist die letzte größere Stadt im Gebiet Luhansk, die völlig unter ukrainischer Kontrolle steht. Die Zwillingsstadt Sjewjerodonezk auf der anderen Seite des Flusses Siwerskyj Donez ist größtenteils von russischen Truppen erobert.

Am Donnerstagmorgen wurde bekannt, dass südlich von Lyssytschansk eine ukrainische Gruppierung in den Ortschaften Solote und Hirske eingekesselt ist. Am Abend teilte das ukrainische Militär mit, dass die russischen Truppen Hirske inzwischen teilweise erobert hätten. Dem Bericht zufolge konnten sie den Kessel komplett schließen.

+++ 23. Juni +++

Einwohner im Schutt eines von einer russischen Rakete zerstörten Hauses in Liubotyn in der Region Charkiw. IMAGO/Ukrinform

23.00 Uhr: USA sagen Ukraine weitere Waffenlieferungen zu

Vor dem G7-Gipfel in Deutschland haben die USA weitere Waffenlieferungen an die Ukraine im Umfang von 450 Millionen Dollar (etwa 428 Millionen Euro) angekündigt. Dazu gehörten auch Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesysteme und Patrouillenboote, sagte ein hochrangiger Vertreter des Weißen Hauses, John Kirby, am Donnerstag in Washington. Die USA haben dem von Russland angegriffenen Land in den bisherigen vier Kriegsmonaten nach eigenen Angaben Waffen und Ausrüstung im Wert von rund 6,1 Milliarden US-Dollar (5,8 Milliarden Euro) zugesagt oder bereits geliefert.

21.15 Uhr: Präsident Selenskyj spricht von "historischem Moment"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Vergabe des EU-Kandidatenstatus für sein Land als „historischen Moment“ gewürdigt. „Die Zukunft der Ukraine liegt in der EU“, schrieb Selenskyj am Donnerstagabend bei Twitter.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union hatten zuvor bei ihrem Gipfel in Brüssel die von Russland angegriffene Ukraine und Moldau in den Kreis der Beitrittskandidaten aufgenommen.

20.35 Uhr: EU macht Ukraine und Moldau zu Beitrittskandidaten

Die Europäische Union hat die von Russland angegriffene Ukraine offiziell in den Kreis der Beitrittskandidaten aufgenommen. Zudem beschlossen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und seine Kollegen am Donnerstag bei einem EU-Gipfel, auch Moldau den Status eines Bewerberlandes zu gewähren, wie Ratspräsident Charles Michel mitteilte. Der Belgier sprach von einem „historischen Moment“. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kommentierte: „Heute ist ein guter Tag für Europa.“

Mit dem Schritt erkennt die EU die Anstrengungen der beiden Länder um eine EU-Beitrittsperspektive an und will ihnen Mut machen, den Weg entschlossen fortzuführen. Vor allem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte angesichts des russischen Kriegs gegen sein Land zuletzt immer wieder eine solche Botschaft der EU eingefordert - auch um den mehr als 40 Millionen Bürgern seines Landes zu zeigen, dass sich der Kampf für Freiheit und Demokratie lohne.

16.15 Uhr: Ostukraine: ‚Bild‘-Reporterteam mit Paul Ronzheimer beschossen - „hätten tot sein können“

Mordsgefährlicher Einsatz an der Front: Das Team von ‚Bild‘-Reporter Paul Ronzheimer ist im Auto während der Fahrt beschossen worden. Ein Video zeigt den erfahrenen Kriegsreporter in Todesangst auf dem Beifahrersitz, während Geschosse in dem Auto einschlagen, der Fahrer dennoch kaltblütig aus der Gefahrenzone steuert. Auf Twitter kommentierte Ronzheimer: „Wir wissen, dass wir jetzt auch hätten tot sein können.“

15.38 Uhr: Nike verlässt Russland endgültig

Der US-Sportartikelhersteller Nike verlässt Russland endgültig. Der Konzern erklärte am Donnerstag, die zunächst vorübergehend geschlossenen Filialen würden nicht mehr öffnen. Auch online seien Käufe für Menschen in Russland nicht mehr möglich. Bereits aufgegebene Bestellungen würden erstattet.

Nike hatte Anfang März seine 116 Filialen in Russland geschlossen. Ende Mai stoppte der Konzern auch das Franchise-Geschäft. Nike ist eines von einer ganzen Reihe westlicher Unternehmen, die sich seit Kriegsbeginn aus Russland zurückgezogen haben.

14.59 Uhr: Putin ruft Brics-Staaten zu engerer Kooperation gegen Sanktionen auf

Der russische Staatschef Wladimir Putin hat unter Verweis auf die westlichen Sanktionen gegen sein Land die Staaten der sogenannten Brics-Gruppe zu einer engeren Zusammenarbeit aufgerufen. „Allein auf der Grundlage ehrlicher und gegenseitig nützlicher Kooperation können wir nach Wegen aus dieser Krisenlage suchen“, sagte Putin am Donnerstag zum Auftakt eines virtuellen Wirtschaftsgipfels der Brics-Gruppe. Neben Russland gehören China, Indien, Brasilien und Südafrika dieser Gruppe an.

Für die „Krisenlage“ in der „globalen Wirtschaft“ machte Putin in seiner vom russischen Fernsehen übertragenen Ansprache die „unausgereiften, selbstsüchtigen Handlungen bestimmter Staaten“ verantwortlich. Damit bezog er sich auf die vom Westen wegen des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine verhängten Strafmaßnahmen.

14.01 Uhr: Kiew erhält US-amerikanische Raketenwerfersysteme

Für den Kampf gegen die russischen Invasionstruppen hat die Ukraine jetzt nach deutschen Haubitzen US-amerikanische Raketenwerfersysteme des Typs HIMARS erhalten. „Der Sommer wird heiß für die russischen Besatzer und für einige von ihnen der letzte“, schrieb Verteidigungsminister Olexij Resnikow am Donnerstag auf Twitter.

Der 55-Jährige dankte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin persönlich für die Lieferung. Kiew soll für die Systeme Raketen mit einer auf etwa 80 Kilometer begrenzten Reichweite erhalten. Technisch sind jedoch auch Präzisionsraketen mit einer Reichweite von 500 Kilometern und damit das Erreichen von Zielen im russischen Hinterland möglich. Washington verzichtete jedoch vorerst darauf, um eine weitere Eskalation des Ende Februar vom Kreml gestarteten Krieges zu vermeiden.

Kiew ist aufgrund aufgebrauchter und zerstörter Reserven und mangels eigener Rüstungskapazitäten inzwischen völlig abhängig von westlichen Waffenlieferungen.

13.19 Uhr: Kreml besteht auf Maximalforderungen für Frieden mit der Ukraine

Vier Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine besteht der Kreml mit Blick auf mögliche künftige Verhandlungen auf allen seinen Forderungen. „Was einen Friedensplan betrifft, so ist der möglich, nachdem Kiew alle Forderungen der russischen Seite erfüllt hat“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge.

Peskow nannte die Forderungen nicht im Detail. „Die Ukraine kennt sie genau“, sagte er nur. Die in der Öffentlichkeit geäußerten Forderungen Moskaus zu Beginn des Kriegs bestanden etwa in der Anerkennung der ostukrainischen Separatistengebiete Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten sowie der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Staatsgebiet.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wiederum hatte kürzlich die Rückeroberung der Krim und der seit Ende Februar besetzten Gebiete als ausdrückliches Ziel Kiews formuliert.

13.09 Uhr: Kreml: Gekürzte Gaslieferungen nicht politisch motiviert

Angesichts drastisch verringerter Gaslieferungen hat Moskau jede Schuld von sich gewiesen. „Die Russische Föderation erfüllt alle ihre Verpflichtungen“, bekräftigte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge. Einmal mehr bestritt Peskow zudem, dass die Gasdrosselung über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 politisch motiviert sei. Vielmehr seien sanktionsbedingte Verzögerungen bei Reparaturarbeiten Ursache des Problems. Nach russischen Angaben steckt eine Siemens-Turbine für die Pipeline im Ausland fest.

Kurz zuvor hatte die Bundesregierung die Alarmstufe im Notfallplan Gas ausgerufen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sieht die russischen Erklärungen für die Lieferengpässe als Vorwand und warf Kremlchef Wladimir Putin zuletzt einen „ökonomischen Angriff“ vor.

Russlands staatlicher Energieriese Gazprom hat die Gaslieferungen nach Deutschland seit rund einer Woche von maximal 167 Millionen Kubikmeter pro Tag auf 67 Millionen Kubikmeter reduziert – das entspricht einer Drosselung von rund 60 Prozent.

10.24 Uhr: Russen rücken vor – Ukrainer: Im Luhansker Gebiet droht Einkesselung

Im ostukrainischen Gebiet Luhansk droht ukrainischen Truppen südlich der strategisch wichtigen Stadt Lyssytschansk akut die Einkesselung durch russische Einheiten. „In der Richtung Sjewjerodonezk hat der Gegner die Siedlungen Loskutiwka, Raj-Olexandriwka erobert“, teilte der ukrainische Generalstab am Donnerstag auf Facebook mit. Damit steht den ukrainischen Einheiten um die Bergarbeitersiedlung nur noch maximal ein Schlauch von vier Kilometern Breite für den Rückzug zur Verfügung. Nach Angaben britischer Geheimdienste zogen sich einige ukrainische Truppen zurück.

Angaben der Separatisten zufolge wird allerdings auch dieser bereits von den russischen Einheiten kontrolliert. Unabhängig überprüfen lässt sich das nicht. Dem Vertreter der Luhansker Separatisten in Moskau, Rodion Miroschnik, zufolge haben die russischen Truppen zudem bereits die letzte Verbindungsstraße von Lyssytschansk nach Westen gekappt. Damit sind seinen Schätzungen zufolge mindestens 5000 ukrainische Soldaten eingekesselt.

Schwere Kämpfe toben auch südlich des weitgehend von Russen eroberten Sjewjerodonezks. Sjewjerodonezk und Lyssytschansk sind die letzten noch unter ukrainischer Kontrolle stehenden größeren Städte im Luhansker Gebiet. Die Eroberung von Luhansk - ebenso wie die des Gebiets Donezk - zählt zu Russlands Hauptzielen im vor vier Monaten begonnenen Krieg gegen das Nachbarland.

04.10 Uhr: Umfrage: Mehrheit sieht Verhältnis zu Russland dauerhaft beschädigt

Eine Mehrheit der Bundesbürger hält das deutsch-russische Verhältnis wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine für dauerhaft beschädigt. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa halten es mehr als zwei Drittel der Befragten (71 Prozent) für ausgeschlossen, dass mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Rückkehr zu den Beziehungen zwischen Moskau und Berlin möglich ist, wie sie vor Kriegsbeginn bestanden hatten.

Nur ein knappes Viertel (24 Prozent) glaubt demnach, die Beziehungen könnten nach einem Ende des Krieges wieder so werden wie davor. Zudem glauben im Osten Deutschlands mit 81 Prozent mehr Menschen, dass das deutsch-russische Verhältnis auch nach einem Ende des Krieges dauerhaft beschädigt bleibt, als im Westen (69 Prozent).

Mit Blick auf die parteipolitischen Präferenzen fällt bei der Umfrage auf, dass Unionswähler (77 Prozent), Wähler der SPD (76 Prozent) und der AfD (75 Prozent) gefolgt von jenen der Grünen (72 Prozent) am stärksten davon überzeugt sind, dass es eine Rückkehr zu den Beziehungen vor dem Krieg nicht geben wird. Anhänger der FDP sind seltener dieser Meinung (66 Prozent).

+++ 22. Juni +++

23.10 Uhr: Russland wirft USA Blockade eines Diplomaten-Fluges vor

Russland wirft den USA die Blockade eines Flugs mit ausgewiesenen russischen Diplomaten vor. Die russische Maschine habe Diplomaten ausfliegen sollen, die von der US-Regierung angewiesen wurden, die Vereinigten Staaten bis Ende des Monats zu verlassen, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Washington habe dies jedoch nicht erlaubt. Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa drohte deshalb am Mittwoch mit nicht näher bezeichneten Gegenmaßnahmen. Das US-Außenministerium äußerte sich nicht im Detail. Es beklagte aber, Russland stelle die Sachlage nicht richtig dar.

Zwischen den USA und Russland gibt es seit längerem Streit über diplomatisches Personal. Beide Länder hatten bereits vor dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine vor vier Monaten gegenseitig Diplomaten ausgewiesen.

22.40 Uhr: Fiala: Russland führt Wirtschaftskrieg gegen den Westen

Tschechiens Ministerpräsident Petr Fiala hat Russland vorgeworfen, neben dem Krieg gegen die Ukraine auch einen Wirtschaftskrieg gegen den Westen zu führen. Ziel sei, die demokratischen Staaten zu schwächen und zu destabilisieren, sagte der liberalkonservative Politiker am Mittwochabend in einer TV-Ansprache. Es bestehe die reale Gefahr, dass Russland in den nächsten Wochen oder Monaten den Gashahn zudrehen könnte.

Fiala kündigte einen Fünf-Jahres-Plan an, um die Abhängigkeit seines Landes von russischem Erdgas und Erdöl entscheidend zu verringern. Zudem kündigte er staatliche Entlastungsmaßnahmen gegen die Teuerung bei den Energiekosten von umgerechnet 2,6 Milliarden Euro an.

21.20 Uhr: Estland fordert EU-Kandidatenstatus für die Ukraine

Estlands Ministerpräsidentin Kaja Kallas hat sich vor dem EU-Gipfel nachdrücklich dafür stark gemacht, die von Russland angegriffene Ukraine offiziell zum Kandidaten für einen EU-Beitritt zu erklären. „Wir müssen der Ukraine Hoffnung geben“, sagte sie am Mittwoch in Tallinn bei einem Online-Pressebriefing. Es sei nun der richtige Zeitpunkt, um den gegenwärtig in der Ukraine vorhandenen politischen Willen zu nutzen, die notwendigen Reformen durchzuführen. Ansonsten könnte diese Gelegenheit verpasst werden, sagte Kallas mit Blick auch auf die eigenen historischen Erfahrungen ihres Landes.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union entscheiden bei einem Gipfel am Donnerstag in Brüssel darüber, ob die Ukraine den Status eines EU-Beitrittskandidaten bekommt.

20.25 Uhr: EKD-Ratsvorsitzende wirft Patriarch Kirill Gotteslästerung vor

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, hat dem Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, Gotteslästerung vorgeworfen. „Mich empört, wenn der Patriarch von Moskau einen Angriffskrieg als gottgewolltes Mittel darstellt, um seine eigene Auffassung des Christentums und seine Sicht der Geschichte durchzusetzen“, sagte Kurschus am Mittwochabend in einer Rede zum traditionellen Johannisempfang der EKD in Berlin. „Gott in dieser Weise vor den eigenen Karren zu spannen, halte ich für Gotteslästerung.“

Umgekehrt warnte Kurschus aber auch vor einer Idealisierung der Ukraine. Es sei Skepsis geboten, „wenn die Verteidigung der Ukraine pauschal als Verteidigung westlicher Werte idealisiert“ werde, sagte Kurschus nach vorab verbreitetem Redetext. „Auch hier wittere ich eine geschichtstheologische Überhöhung des Krieges, die mir suspekt ist.“ Es stimme zwar, dass die Verteidigung von Freiheit und Recht einen engagierten Streit wert sei. Damit dürfe aber keine hasserfüllte Abwertung derer, die anders dächten, verbunden sein.

20.15 Uhr: Ukrainischer Botschafter bedauert "Leberwurst"-Äußerung

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, will sich bei Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) für seine umstrittene „Leberwurst“-Äußerung entschuldigen. „Das ist eine Äußerung, die ich im Nachhinein natürlich bedauere“, sagte Melnyk dem „Spiegel“ in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. „Ich werde mich bei ihm persönlich entschuldigen“, kündigte er an.

Die Äußerung sei „diplomatisch nicht angemessen“ gewesen und habe „viele Menschen nicht nur in Deutschland vor den Kopf gestoßen“, sagte Melnyk weiter. Hintergrund war die Entscheidung von Scholz Anfang Mai gewesen, vorerst nicht in die Ukraine zu reisen. Scholz hatte das damit begründet, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dort damals nicht willkommen gewesen sei. Melnyk hatte daraufhin gesagt, der Kanzler spiele „eine beleidigte Leberwurst“.

15.25 Uhr: Polen: Sechs Tage Wartezeit an der Grenze für Lkw aus der Ukraine

Tausende von Lkw stauen sich derzeit auf der ukrainischen Seite des Grenzübergangs Dorohusk vor der Einfahrt nach Polen. Rund 2900 Lastwagen steckten dort fest, die Wartezeit für die Abfertigung betrage bis zu sechs Tage, sagte eine Sprecherin der Kammer für Finanzverwaltung in Lublin am Mittwoch. Die meisten Lkw sind demnach mit Getreide beladen, aber auch Viehfutter und Lebensmittel gehören zu den Ausfuhrgütern.

Die Ukraine wehrt seit Ende Februar dieses Jahres eine russische Invasion ab. Das Land ist einer der größten Getreideproduzenten der Welt. Russland unterbindet in der Ukraine die Ausfuhr von 20 Millionen Tonnen Getreide vor allem nach Nordafrika und Asien, ein Großteil davon im Hafen von Odessa.

14.04 Uhr: Moskau wirft Berlin „russenfeindliche Hysterie“ vor

Die russische Regierung hat der Bundesregierung das Schüren von Russenfeindlichkeit vorgeworfen. Berlin gefährde „jahrzehntelange Bemühungen Russlands und Deutschlands, die Feindschaft nach dem Krieg zu überwinden“, erklärte das Außenministerium in Moskau am Mittwoch anlässlich des Gedenktags an den Angriff Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion. Deutsche Regierungsmitglieder würden mit fast „täglichen Attacken auf unser Land russenfeindliche Hysterie schüren“.

In Deutschland werde derzeit eine „antirussische Propagandakampagne“ gefahren, erklärte das Ministerium weiter. Dies habe zu einer „grundlosen, an eine Massenpsychose grenzende Aggression“ gegen Russen und russischsprachige Menschen in Deutschland geführt.

Das Außenministerium warf dem Nato-Mitglied Deutschland zudem vor, seine Militärpräsenz an der westlichen Grenzen Russlands auszubauen. Dies „ruft Erinnerung an die bittersten Zeiten der russisch-deutschen Beziehungen für unser Volk wach, einschließlich der Ereignisse, die dem Mai 1945 vorangingen“.

12.45 Uhr: Angeblicher Drohnenangriff löst Feuer in russischer Raffinerie aus

Ein Feuer in einer russischen Ölraffinerie nahe der Grenze zur Ukraine ist nach Angaben der russischen Behörden mutmaßlich auf einen Drohnenangriff zurückzuführen. „Einer Version zufolge wurde das Feuer durch einen Drohnenangriff auf technische Vorrichtungen der Anlage verursacht“, erklärte der Gouverneur der Region Rostow, Wassili Golubow, am Mittwoch im Messengerdienst Telegram. Auf dem Gelände der Nowoschachtinsk-Raffinerie seien Drohnenteile gefunden worden. Angaben zur möglichen Herkunft der Drohnen machte er nicht.

Nach Angaben des Gouverneurs konnte das Feuer gelöscht werden, alle Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden, es gebe keine Verletzten.

Die Raffinerie liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zur von pro-russischen Separatisten kontrollierten Region Luhansk in der Ostukraine entfernt. In einem in Online-Netzwerken veröffentlichten Video, dessen Echtheit zunächst nicht überprüft werden konnte, ist eine Drohne zu sehen, die über einem Industriegebiet fliegt, bevor eine Explosion und ein Feuerball zu beobachten sind.

11.30 Uhr: Moskau ändert Adresse von US-Botschaft zu Ehren von Separatisten

Die Stadt Moskau hat die offizielle Adresse der US-Botschaft in der russischen Hauptstadt zu Ehren der pro-russischen Separatisten in der Ukraine geändert. Die diplomatische Vertretung befindet sich nun am Platz der Volksrepublik Donezk, wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte. Russland hatte die selbsternannte Volksrepublik im ukrainischen Donbass kurz vor seinem Angriff auf die Ukraine als unabhängig anerkannt.

Die Straßenkreuzung, an der die Botschaft liegt, hatte zuvor keinen Namen. Die umliegenden Straßennamen ändern sich deshalb nicht.

Der Schritt erinnert an eine ähnliche Aktion der USA im Jahr 2018. Damals wurde ein Teil der Straße entlang der russischen Botschaft in Washington in „Boris Nemtsov Plaza“ umbenannt. Der russische Regierungskritiker war 2015 in der Nähe des Kremls in Moskau ermordet worden.

09.31 Uhr: London: Separatisten in Donezk haben enorme Verluste erlitten

Die prorussischen Separatisten der Donezker Volksrepublik (DVR) in der Ost-Ukraine haben nach Einschätzung britischer Experten seit Beginn des Krieges enorme Verluste erlitten. Die Truppen hätten rund 55 Prozent ihrer ursprünglichen Kampfstärke verloren, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Update des britischen Verteidigungsministeriums. Daran werde die außergewöhnliche Zermürbung der russischen und prorussischen Truppen in der hart umkämpften Donbass-Region ersichtlich.

Nach Angaben der Separatistenvertreterin Darja Morosowa sind seit Jahresbeginn bis zum 16. Juni 2128 der prorussischen Kämpfer im Gefecht getötet und 8897 verletzt worden. Die britischen Geheimdienste halten es für wahrscheinlich, dass die Separatisten mit veralteter Ausrüstung kämpfen.

Insgesamt sollen die Verluste der russischen und prorussischen Truppen laut ukrainischen Angaben inzwischen bei weit über 30.000 liegen. Diese Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

08.03 Uhr: Ukrainischen Einheiten nahe Sjewjerodonezk droht Blockade

Im Kampf um das Verwaltungszentrum Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine droht den ukrainischen Truppen ein weiterer Rückschlag: „Der Feind versucht die volle Kontrolle über Sjewjerodonezk herzustellen und Einheiten der Verteidigungskräfte in den Ortschaften Boriwske und Woronowe zu blockieren, die Kampfhandlungen halten an“, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Mittwoch mit. Boriwske und Woronowe sind zwei Vororte Sjewjerodonezks am Ostufer des Siwerskyj Donez.

Laut dem Lagebericht konzentrieren die russischen Truppen ihre Offensivbemühungen im Donezker und Luhansker Gebiet auf den Raum zwischen Sjewjerodonezk und Bachmut. In dem Ballungsraum droht ukrainischen Einheiten nach früheren Meldungen südlich der Großstadt Lyssytschansk ebenfalls eine Einschließung.

Das zweite Hauptziel der russischen Attacke, der Ballungsraum Slowjansk-Kramatorsk mit rund einer halben Million Einwohnern (vor dem Krieg), bleibt hingegen vorerst außer Reichweite moskautreuer Bodentruppen. Derzeit würden die ukrainischen Stellungen nördlich von Slowjansk unter Artilleriefeuer genommen, um den Angriff vorzubereiten, teilte der Generalstab mit.

05.00 Uhr: Selenskyj-Berater: „Wir können den Krieg gewinnen“

Selenskyjs Wirtschaftsberater Alexander Rodnyansky äußerte sich überzeugt von einem Sieg seines Landes gegen den russischen Aggressor. „Wir können den Krieg gewinnen“, sagte er in der ARD-Sendung „Maischberger“. Er hoffe, dass im August die Gegenoffensive beginnen könne. Die Unterstützung aus dem Ausland helfe sehr und komme auch an, aber bis die Waffen eingesetzt werden könnten, dauere es eben. Der Illusion eines nachhaltigen Friedens mit Russland dürfe man sich jedenfalls nicht hingeben. Unter Präsident Wladimir Putin gehe es dem Nachbarland um Imperialismus - „und dabei wird es auch bleiben“.

05.00 Uhr: Russland: Dutzende Schiffe in Ukraine blockiert

In sechs Häfen der Ukraine hängen nach russischen Angaben derzeit 70 Schiffe aus 16 Staaten fest. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge können sie wegen des Beschusses durch ukrainische Kräfte und hoher Minengefahr nicht ungehindert aufs Meer fahren. Die Ukraine - einer der größten Getreideexporteure der Welt - kritisiert hingegen, dass Russland durch eine Blockade ukrainischer Häfen die Ausfuhr von Getreide verhindere und damit eine Lebensmittelkrise provoziere. Auch die internationale Gemeinschaft fordert von Russland seit Wochen, den Export von ukrainischem Getreide zu ermöglichen.

01.35 Uhr: Selenskyj fordert neues Sanktionspaket gegen Russland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert wegen des Kriegs gegen sein Land weitere Sanktionen der EU gegen Russland. Ein siebtes Sanktionspaket werde so schnell wie möglich benötigt, sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft in der Nacht zu Mittwoch. Das habe er in Gesprächen mit verschiedenen europäischen Staats- und Regierungschefs am Dienstag betont. „Russland muss den wachsenden Druck infolge des Kriegs und seiner aggressiven antieuropäischen Politik spüren“, sagte Selenskyj.

Selenskyj betonte erneut die Dringlichkeit weiterer Waffenlieferungen. „Das Leben von Tausenden von Menschen hängt direkt von der Geschwindigkeit unserer Partner ab“, sagte er. An der Front im Osten des Landes habe die ukrainische Armee die Verteidigung in der schwer umkämpften Region Luhansk stärken können. In der Region Charkiw gebe es weiter heftigen Beschuss durch russische Truppen. Das durch russische Truppen besetzte Gebiet um die Stadt Cherson werde allmählich zurückerobert, sagte Selenskyj.

+++ 21. Juni +++

20.02 Uhr: Tote und Verletzte durch russischen Beschuss des Gebiets Charkiw

In der ostukrainischen Region Charkiw sind durch russische Angriffe 15 Menschen getötet worden. 16 weitere wurden verletzt, wie der Gouverneur des Gebiets Oleh Synjehubow am Dienstag im Nachrichtendienst Telegram mitteilte. Demnach gab es in der Metropole Charkiw durch russischen Raketenbeschuss vier Tote und elf Verletzte. Drei Zivilisten wurden den Angaben nach nahe der russischen Grenze in Udy und ein achtjähriges Mädchen in Besruky bei Derhatschi getötet. In Tschuhujiw südöstlich von Charkiw starben am Abend sechs Menschen durch russischen Beschuss, drei wurden verletzt. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Seit Beginn der russischen Invasion vor rund vier Monaten haben die Vereinten Nationen über 4500 getötete Zivilisten in der Ukraine registriert. Die UN geht aber wie Kiew von weitaus höheren zivilen Opferzahlen aus.

16.58 Uhr: Verfolgung von Kriegsverbrechen: US-Justizminister Garland in Ukraine

US-Justizminister Merrick Garland ist überraschend in die Ukraine gereist, um das weitere Vorgehen zur Aufarbeitung von russischen Kriegsverbrechen zu diskutieren. Ein Sprecher des Ministeriums veröffentlichte am Dienstag einen Videoclip von einem kurzen Statement Garlands bei einem Treffen mit der ukrainischen Generalstaatsanwältin Irina Wenediktowa.

Garland sagte, es gehe darum, wie die USA die ukrainischen Behörden bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen unterstützen könnten. „Die Vereinigten Staaten senden eine unmissverständliche Botschaft: Es gibt keinen Ort, um sich zu verstecken.“ Er versprach, die USA und ihre Partner würden jedem Hinweis nachgehen, um die Verantwortlichen für Kriegsverbrechen und Gräueltaten zur Rechenschaft zu ziehen.

15.55 Uhr: Merz warnt Russland vor Eskalation der Lage in Litauen

Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat Russland vor einer Eskalation des Konflikts mit dem Nato- und EU-Land Litauen gewarnt. „Ich kann nur hoffen, dass die russische Seite genug Respekt hat, auch vor dem Abschreckungspotenzial, das es dort durch die Nato unter Beteiligung auch deutscher Streitkräfte gibt“, sagte der CDU-Chef am Dienstag vor einer Sitzung der Unionsfraktion in Berlin. Die Moskauer Führung hatte Litauen mit schweren Folgen gedroht, sollte das Land die Transitbeschränkungen gegenüber der zu Russland gehörenden Ostsee-Exklave Kaliningrad nicht einstellen.

Die Lage in Litauen spitze sich auf doppelte Weise zu, sagte Merz. Dass Litauen den Zugang über den Landweg für russische Transporte, die unter das Sanktionsregime fallen, nicht weiter erlaube, sei richtig.

Seit mehreren Tagen gebe es mit einem Antrag in der russischen Duma, das Dekret über die Anerkennung der staatlichen Eigenständigkeit Litauens zurückzunehmen, eine zweite Eskalation, kritisierte Merz. Es gebe noch keine Erkenntnisse darüber, wie breit die Zustimmung zu dem Antrag sei. „Aber das ist eine weitere Eskalation, die von Russland ausgeht und die jetzt erstmalig unmittelbar Nato-Gebiet betrifft.“

15.40 Uhr: Erste Panzerhaubitzen aus Deutschland in der Ukraine angekommen

Knapp vier Monate nach Kriegsbeginn sind die ersten schweren Artilleriegeschütze aus Deutschland nach ukrainischen Angaben in der Ukraine eingetroffen. Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow bedankte sich am Dienstag auf Twitter bei Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) für die Lieferung der Panzerhaubitzen 2000. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass die modernen Geschütze in der Ukraine eingetroffen sind.

Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr. Die ersten Waffen dieser Art sind jetzt in der Ukraine eingetroffen. imago/Sven Eckelkamp

14.22 Uhr: Moskau: Ukrainische Truppen bei Sjewjerodonezk abgeschnitten

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben einen Angriff auf die strategisch wichtige Schlangeninsel abgewehrt und die ukrainischen Truppen im Großraum Sjewjerodonezk – Lyssytschansk vom Nachschub abgeschnitten. „Die Gruppierung des ukrainischen Militärs im Raum Lyssytschansk ist vom Nachschub abgeschnitten und befindet sich unter der Feuerkontrolle der russischen Streitkräfte“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag.

Ein Soldat einer ukrainischen Spezialeinheit legt eine von Deutschland gespendete DM22-Panzerabwehrmine auf einem Waldweg aus. dpa/Efrem Lukatsky

Nach Angaben des russischen Armeesprechers haben die ukrainischen Kräfte in der Region hohe Verluste erlitten. Von der in Sjewjerodonezk stationierten 57. mechanisierten Brigade seien nur noch 28 Soldaten übrig, in der Kleinstadt etwas weiter westlich davon seien Hunderte ukrainischer Soldaten desertiert, meinte er. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.

Der Großraum Sjewjerodonezk - Lyssytschansk ist derzeit das Epizentrum der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine.

Konaschenkow erklärte zudem einen Versuch der Ukrainer, die seit Februar von Russland besetzte und strategisch wichtige Schlangeninsel zurückzuerobern, für gescheitert. Die russischen Streitkräfte hätten 13 Drohnen, 4 Raketen vom Typ Totschka-U und 21 reaktive Geschosse vom Raketenwerfer Uragan abgeschossen. Der Misserfolg dieser Artillerievorbereitung habe die Kiewer Truppen dazu gezwungen, auf das anschließend geplante Landungsmanöver zu verzichten, sagte Konaschenkow. Auch diese Angaben waren zunächst nicht unabhängig überprüfbar.

11.24 Uhr: Deutsche Exporte nach Russland gehen weiter zurück

Die deutschen Exporte nach Russland sind wegen der Folgen des Ukraine-Kriegs im Mai im Vorjahresvergleich um 50 Prozent zurückgegangen. Insgesamt betrugen die Ausfuhren demnach noch 1,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag erklärte. Bereits im April waren die Exporte nach Russland im Vorjahresvergleich um gut 64 Prozent eingebrochen.

09.38 Uhr: Ukrainer verhindern russische Kontrolle über das Meer

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste hat der ukrainische Widerstand bislang erfolgreich verhindert, dass Russland Kontrolle über das an die Ukraine grenzende Meeresgebiet übernimmt. Dies habe das ursprüngliche Konzept der russischen Invasion untergraben, hieß es am Dienstag in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Ursprünglich habe Moskau nämlich vorgehabt, die Region um den wichtigen ukrainischen Hafen von Odessa vom Schwarzen Meer aus anzugreifen.

Berdjansk: Vor einiger Zeit meldete die ukrainische Marine, sie habe ein russisches Schiff der Alligator-Klasse  im Asowschen Meer nahe der Hafenstadt Berdjansk versenkt. Jetzt bestätigen Geheimdienstberichte, dass die Russen keine wirkliche Kontrolle über die See vor der ukrainischen Küste erlangen konnten. (Archivbild) AP

Am 17. Juni sei es ukrainischen Kräften erstmals gelungen, mit Schiffsabwehrraketen aus dem Westen ein russisches Schiff anzugreifen, das mit hoher Wahrscheinlichkeit Waffen und Personal auf die strategisch wichtige Schlangeninsel im Nordwesten des Schwarzen Meeres habe bringen wollen, hieß es von den Briten. Die Insel ist von russischen Truppen besetzt. Die Zerstörung des Schleppers zeige, wie schwierig es für Moskau sei, Nachschub auf die Insel zu bringen.

07:08 Uhr: Selenskyj: Ukraine gehört zu Europa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bekräftigt, dass die Ukraine seiner Meinung nach zu Europa gehört und den Status als EU-Beitrittskandidat verdient hat. Das von Russland angegriffene Land beweise jeden Tag, dass es schon jetzt Teil eines vereinten europäischen Werteraums sei, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache in der Nacht zu Dienstag. Die Bestrebungen der Ukraine, der EU beizutreten, machten Russland sehr nervös, meinte er. Die EU-Kommission hatte am Freitag empfohlen, die Ukraine und Moldau zu Kandidaten für den Beitritt zur Europäischen Union zu ernennen. Die Entscheidung darüber müssen nun die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder bei ihrem Gipfel ab Donnerstag treffen.

06:01 Uhr: Sjewjerodonezk: Russische Truppen im Industriegebiet

In der heftig umkämpften Stadt Sjewjerodonezk drangen russische Truppen ukrainischen Angaben zufolge in das Industriegebiet vor, wo das eigene Militär nur noch das Chemiewerk Azot kontrolliere. Auch umliegende Ortschaften stünden unter ständigem Beschuss, sagte Gouverneur Serhij Hajdaj. Die russischen Truppen konzentrieren sich seit einiger Zeit auf die Einnahme des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk in Luhansk. Auch in anderen Gebieten im Osten und zentralen Regionen des Landes gab es in der Nacht Luftalarm.

05.45 Uhr: Hunderte Zivilisten im Chemiewerk Azot

Im Chemiewerk Azot hielten sich nach Angaben der ukrainischen Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk zuletzt noch etwa 300 Zivilisten auf. Die Lage ändere sich allerdings ständig, sagte sie nach Angaben der ukrainischen Agentur Ukrinform. Sollten die dort Schutz suchenden Zivilisten evakuiert werden wollen, werde man versuchen, einen Fluchtkorridor einzurichten. Am Samstag hatte Gouverneur Hajdaj gesagt, die Zivilisten wollten nicht evakuiert werden, es gebe jedoch ständigen Kontakt.

Nach Angaben der russischen Agentur Interfax konnten etwa 20 ukrainische Zivilisten das Chemiewerk am Montag verlassen. Sie hätten einen nicht von ukrainischen Truppen kontrollierten Durchgang genutzt und seien nun „in Sicherheit“, sagte der Separatistenvertreter Rodion Miroschnik demnach. Er warf der Ukraine vor, durch „ständigen Beschuss“ die Evakuierung der Zivilisten aus der Region zu behindern.

05.15 Uhr: Ukraine beklagt Tote und Verletzte im Osten

Im Osten des Landes wurden nach Angaben ukrainischer Behörden im Gebiet Donezk und in Charkiw durch russischen Beschuss jeweils drei Zivilisten getötet und zwei weitere verletzt. In der Region Sumy soll ein Zivilist getötet und ein weiterer verletzt worden sein. Die Angaben waren nicht unabhängig zu prüfen. Nach einer Zählung der Vereinten Nationen wurden seit Kriegsbeginn mindestens 4569 Zivilisten getötet und 5691 weitere verletzt, wobei die tatsächliche Zahl auch nach UN-Schätzungen deutlich höher liegen dürfte.

02.11 Uhr: Ukrainische Vize-Regierungschefin rät zu Flucht aus Cherson

Vize-Regierungschefin Wereschtschuk rief die Einwohner des von russischen Truppen besetzten Gebiets Cherson auf, die Region zu verlassen, bevor die ukrainische Armee eine größer angelegte Gegenoffensive starte. Insbesondere Familien mit Kindern sollten ausreisen. „Bitte gehen Sie, denn unsere Armee wird dieses Land definitiv räumen“, appellierte Wereschtschuk. Sie erwarte dort schwere Kämpfe und dann werde es schwierig, Fluchtkorridore einzurichten.

Wereschtschuk empfahl den Menschen sogar – wenn nötig – eine Flucht auf die von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim, die an Cherson grenzt. Normalerweise ist für Reisen dorthin eine Erlaubnis der ukrainischen Behörden notwendig – für fliehende Menschen aber sei ein vorübergehender Aufenthalt auf der Krim straffrei, betonte Wereschtschuk.

+++ 20. Juni +++

06.14 Uhr: Militärexperten: Moskaus Artilleriestärke unzureichend für Offensive

Russlands Überlegenheit bei der Artilleriebewaffnung reicht Militärexperten zufolge nicht für die Einnahme des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine aus. „Russlands konzentrierte Artilleriekapazität gepaart mit wohl geschwächten Infanterieeinheiten bleibt unzureichend, um russische Fortschritte in Sjewjerodonezk zu erzielen“, heißt es in der jüngsten Analyse des Institute for the Study of the War (ISW) vom Sonntagabend. Russische Truppen kämpften zwar weiter um die Kontrolle der Stadt, hätten aber wenig Fortschritte am Sonntag gemacht.

Russland dürfte den Experten zufolge weiter versuchen, die ehemalige Großstadt einzukesseln und die dort verbliebenen ukrainischen Kräfte, die sich weitgehend im Chemiewerk Azot verschanzt haben, vom Nachschub abzuriegeln. Allerdings seien derzeit wenig Fortschritte bei diesem Vorhaben zu sehen. Zudem bereite Moskau eine Offensive auf Slowjansk vor. Der Raum Slowjansk-Kramatorsk gilt als Zentrum der ukrainischen Verteidigungskräfte im Donbass-Gebiet.

03.38 Uhr: Selenskyj warnt vor noch heftigeren russischen Angriffen in der Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor noch heftigeren russischen Angriffen in der Ukraine. „Natürlich erwarten wir, dass Russland seine feindliche Aktivität in dieser Woche verstärkt“, sagte Selenskyj am Sonntagabend in seiner abendlichen Videobotschaft. Er ergänzte: „Wir bereiten uns vor. Wir sind bereit.“

Der ukrainische Präsident bekräftigte zudem die Bedeutung der anstehenden Entscheidung der EU-Mitgliedsstaaten über einen möglichen Kandidatenstatus seines Landes. Wenige Entscheidungen seien je „so schicksalhaft für die Ukraine“ gewesen, sagte Selenskyj. „Nur eine positive Entscheidung ist im Interesse ganz Europas“, ergänzte er.

Die Kämpfe gehen derweil vor allem im ostukrainischen Donbass mit voller Härter weiter. Die Ortschaften im Umkreis der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk stehen weiterhin unter intensivem russischem Beschuss. Die ukrainischen Streitkräfte erklärten am Sonntag, es sei ihnen gelungen, die Russen um Sjewjerodonezk zurückzudrängen. In einem Post im Online-Netzwerk Facebook verwies die ukrainische Armee auf einen Erfolg in der Gegend um Toschkiwka. Laut Kiew „stürmen“ russische Kräfte hingegen in Richtung des Dorfs Orichowe.

+++ 19. Juni +++

22.18 Uhr: Preis-Schock! Weihnachtsbäume werden wegen Ukraine-Krieg megateuer!

Der Ukraine-Krieg wirft nun sogar düstere Schatten auf das kommende Jahresende voraus. Auch infolge des Ukraine-Krieges werden sich Weihnachtsbäume massiv verteuern. Davon geht Thomas Emslander aus, Vorsitzende des Vereins Bayerische Christbaumanbauer. Laut „Bild“ begründet Emslander den Preisanstieg unter anderem mit den gestiegenen Dieselkosten. Ein weiterer Grund sei die Erhöhung des Mindestlohnes zum 1. Oktober. Unter 20 Euro pro Meter werden die Tannen jedenfalls in Bayern nicht zu haben sein. Die Kosten belasten auch Betriebe in anderen Ländern, sodass in Berlin und Brandenburg ebenfalls mit steigenden Preisen zu rechnen ist.

21.09 Uhr: Enthüllungsvideo zeigt unglaubliche Protz-Villa von Gazprom-Oligarch Alexej Miller

Neue Enthüllungen des Teams um den inhaftierten russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny. Alexej Miller (60), enger Putin-Vertrauter, ist der Chef des russischen Gazprom-Konzerns. Das Unternehmen droht gerade Deutschland damit, das Gas abzudrehen. Im Film Putin.Miller.Gazprom, unter anderem auf Youtube veröffentlicht, wird der unfassbare Reichtum des Oligarchen offengelegt, darunter ein pompöses Anwesen in der Umgebung der russischen Hauptstadt Moskau. 62.000 Quadratmeter groß ist das Grundstück, darauf steht eine 240 Millionen teure Luxus-Villa. Insgesamt soll Miller Immobilien im Wert von 750 Millionen Dollar besitzen.

18.22 Uhr: Scholz: Längere Laufzeiten für Atommeiler helfen nicht kurzfristig

Bundeskanzler Olaf Scholz hält nicht viel von Vorschlägen, angesichts drohender Energieengpässe die Laufzeiten für Atomkraftwerke in Deutschland zu verlängern. „Die Fachleute sagen uns: Das wird nicht funktionieren“, sagte Scholz in einem Interview mit dem „Münchner Merkur“ (Montag). Der Atomausstieg sei lange beschlossen. Brennelemente und die nötigen Wartungsintervalle der Anlagen seien genau darauf abgestimmt. So reichten die Brennstäbe noch bis zum Ende des Jahres. Neue zu besorgen, würde mindestens 12 bis 18 Monate dauern, betonte Scholz.

„Ich befürworte den Ausstieg aus der Atomenergie aus vollem Herzen. Gleichwohl: Wenn es problemlos möglich wäre, die Laufzeit um ein oder zwei Jahre zu verlängern, würde sich jetzt wohl kaum jemand dagegen stellen“, sagte Scholz der Zeitung. Das sei aber eben nicht der Fall.

17.39 Uhr: Erdgasförderung: FDP will Fracking in Deutschland prüfen

Die FDP will angesichts der Energiekrise das Verbot der Erdgasförderung in Deutschland durch das sogenannte Fracking auf den Prüfstand stellen. „Wie wissenschaftliche Studien zeigen, verursacht Fracking unter modernen Sicherheitsstandards keine relevanten Umweltschäden“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP, Torsten Herbst, der „Welt am Sonntag“. Wer Fracking-Gas aus den USA importiere, könne nicht gegen eine sichere Fracking-Förderung in Deutschland sein. „Es sollte daher ernsthaft geprüft werden, ob eine größere Schiefergasförderung unter wirtschaftlichen und technischen Gesichtspunkten in Deutschland machbar ist“, sagte er.

16.59 Uhr: Boris Johnson will ESC in der Ukraine statt in Großbritannien

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich für eine Austragung des nächsten Eurovision Song Contest (ESC) in der Ukraine ausgesprochen. „Tatsache ist, dass sie ihn gewonnen haben, und sie verdienen es, ihn zu haben“, sagte Johnson in einem Interview am Samstag. „Kiew oder eine andere sichere ukrainische Stadt wäre ein fantastischer Austragungsort“, so Johnson und fügte hinzu: „Es ist noch ein Jahr bis dahin, ein Jahr! Das wird okay sein.“ Wegen Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem seit fast vier Monaten andauernden russischen Krieg gegen die Ukraine hatte die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Freitag verkündet, Gespräche mit der BBC in Großbritannien über die Austragung zu beginnen.

16.03 Uhr: Moskaus Militär meldet Tötung Dutzender Generäle und Offiziere

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben mit einem Raketenangriff einen Führungsgefechtsstand der ukrainischen Streitkräfte mit hochrangigen Offizieren zerstört. „Durch den Schlag wurden mehr als 50 Generäle und Offiziere der ukrainischen Streitkräfte, darunter auch Generalstabsoffiziere und der Kommandostab des Truppenverbands ‚Kachowka‘, der Luftlandetruppen und der Verbände vernichtet, die im Gebiet Mykolajiw und Saporischschja agieren“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow am Sonntag.

Laut Konaschenkow lag der ukrainische Führungsgefechtsstand im Gebiet Dnipropetrowsk nahe der Siedlung Schyroka Datscha, südlich der Großstadt Krywyj Rih und wurde von seebasierten Marschflugkörpern des Typs „Kalibr“ getroffen. Die Lenkwaffen sollen eine Reichweite von bis zu 2500 Kilometer haben.

15.01 Uhr: Habeck kündigt Entlastung für hohe Energiepreise an

Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) hat angesichts der weiter stark steigenden Energiepreise „demnächst Antworten“ der Bundesregierung angekündigt. „Die hohe Inflation, getrieben durch die fossilen Energien, drückt das Land schwer“, sagte der Wirtschaftsminister am Sonntag in Flensburg.

„Wir haben verschiedene Möglichkeiten, diese Preise abzufedern“, sagte Habeck. „Aber die Gerechtigkeitsfrage stellt sich natürlich unmittelbar und wird sicherlich auch weiter diskutiert werden müssen: Wie halten wir die Unternehmen am Markt? Welche Unterstützung müssen wir geben und wie unterstützen wir Haushalte, die in der Heizperiode natürlich darauf angewiesen sind, dass sie ihre Wohnung oder ihre Häuser warm bekommen, aber die hohen Preise vielleicht nicht so ohne Weiteres bezahlen können? Darauf werden wir demnächst Antworten geben.“

14:40 Uhr: Ukrainisches Parlament verbietet Musik aus Russland

Das ukrainische Parlament hat die Musik von Künstlern mit russischer Staatsbürgerschaft in der Öffentlichkeit verboten. Die Oberste Rada stimmte am Sonntag mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit für den Gesetzentwurf, teilte der Abgeordnete Jaroslaw Schelesnjak am Sonntag auf seinem Telegram-Kanal mit.

Russische Musik würde die Annahme einer russischen Identität attraktiver machen und ziele auf eine Schwächung des ukrainischen Staates ab, hieß es im Text. Ausnahmen gelten nur für Künstler, welche den russischen Einmarsch in die Ukraine öffentlich verurteilt haben.

Ukrainische Artillerie im Osten der Ukraine. AFP/Aris Messinis

6:40 Uhr: Weiter erbitterte Kämpfe um Sjewjerodonezk

In dem erbitterten Kampf um die ostukrainische Stadt Sjewjerodonezk haben russische Truppen Geländegewinne erzielt und sind in einen Vorort eingedrungen. „Durch Beschuss und die Erstürmung hat der Feind in der Ortschaft Metjolkine einen Teilerfolg erzielt und versucht sich dort festzusetzen“, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Samstagabend mit.

Das große Dorf Metjolkine liegt südöstlich von Sjewjerodonezk. Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow hatte zuvor erklärt, russische Kräfte hätten die Ortschaft vollständig eingenommen. Die russischen Streitkräfte setzen in der Ukraine mehrere Einheiten aus Tschetschenien mit Tausenden Bewaffneten ein. In Metjolkine seien Offiziere und Soldaten des ukrainischen Bataillons Ajdar freiwillig in Gefangenschaft gegangen, meldete die russische Agentur Tass unter Berufung auf die prorussischen Separatisten der Volksrepublik Luhansk. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Russische Truppen haben das weitgehend zerstörte Sjewjerodonezk immer noch nicht unter Kontrolle. Allerdings wird die Lage immer prekärer für ukrainische Zivilisten, die Zuflucht im örtlichen Chemiewerk Azot gesucht haben. Sie wollten aber nicht evakuiert werden, sagte der Gouverneur des Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj.

06:35 Uhr: Selenskyj verspricht, Südukraine zurück zu erobern

Nach der Rückkehr von seiner Reise in den Süden Landes hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den bedrohten Regionen dort Schutz versprochen und die Rückeroberung der bereits von russischen Truppen besetzten Gebiete angekündigt. „Wir werden niemandem den Süden abgeben. Alles, was uns gehört, holen wir zurück“, sagte Selenskyj in einer Videoansprache in der Nacht zum Sonntag. Die Ukraine werde dabei auch den sicheren Zugang zum Meer wiederherstellen, versicherte er.

In den Ukrainern stecke mehr Lebenswille als Russland Raketen habe, sagte Selenskyj. Die Ukraine werde alles tun, um die Lebensmittelexporte über die Häfen wieder aufzunehmen, sobald dies mit internationaler Hilfe sicher zu bewerkstelligen sei.

Russische Truppen haben bereits kurz nach Kriegsbeginn große Teile der Südukraine eingenommen. Beim Vormarsch eroberten sie die gesamte ukrainische Küste des Asowschen Meeres - wo in der Hafenstadt Mariupol noch bis Mai ukrainische Verteidiger ausharrten - und mit dem Gebiet Cherson Teile der ukrainischen Schwarzmeerküste. Die Halbinsel Krim hatte Russland bereits 2014 annektiert.

+++ 18. Juni +++

21.40 Uhr: Moskau: Fast zwei Millionen Ukrainer nach Russland gebracht

Aus den umkämpften Gebieten der Ukraine sind nach Angaben des Moskauer Militärs fast zwei Millionen Menschen nach Russland gebracht worden. Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums nannte eine Gesamtzahl von 1,936 Millionen Menschen aus der Ukraine, darunter 307 000 Kinder. Allein am Samstag seien 29 730 Menschen nach Russland evakuiert worden, darunter 3500 Kinder, sagte Generaloberst Michail Misinzew.

Nach Moskauer Darstellung werden die Menschen aus den Kampfgebieten und aus den Separatistengebieten Donezk und Luhansk nach Russland in Sicherheit gebracht. Die Ukraine wirft Russland vor, die Menschen nicht auf Gebiet fliehen zu lassen, das von der Kiewer Regierung kontrolliert wird. Aus Sicht der Ukraine deportiert Russland ihre Bürger. Viele ukrainische Flüchtlinge versuchen, Russland wieder zu verlassen und in Drittländer weiterzureisen. Russland hat das Nachbarland am 24. Februar angegriffen.

20.23 Uhr: Russische Raketen zerstören ukrainische Öltanks bei Dnipro

Russische Truppen haben am Samstag mit einem Raketenangriff Öltanks nahe der zentralukrainischen Stadt Dnipro zerstört. Die regionale Verwaltung berichtete von drei Raketen, die das Depot im Kreis Nowomokowsk trafen. „Es gibt ein starkes Feuer“, schrieb der Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, auf Telegram. Drei Menschen seien mit Verbrennungen in Krankenhäuser gekommen.

In der Nähe der Stadt Isjum in der Ostukraine trafen russische Raketen eine Fabrik, die Gas verarbeitet. Auch dort gab es einen großen Brand, wie der Gouverneur des Gebietes Charkiw, Oleh Synjehubow, mitteilte. Außer der Fabrik seien auch Wohnhäuser getroffen worden. Angaben zu Opfern wurden in diesem Fall nicht gemacht.

18.59 Uhr: Lügeninterview in der BBC: Russen-Außenminister Lawrow bezeichnet Kanzler Scholz als „weltfremd“

Der russische Außenminister Sergei Lawrow hat in einem Interview mit dem britischen Sender BCC Bundeskanzler Olaf Scholz vorgeworfen, „dass er nicht von dieser Welt ist“. Lawrow bezieht sich dabei auf Scholz' Forderung, Russland müsse zur Einhaltung der territorialen Integrität der Ukraine gezwungen werden. Russland, behauptet Lawrow nun, habe acht Jahre lang die Einhaltung des Minsker Abkommens gefordert. Das 2014 geschlossene Abkommen sollte den Krieg in der Ukraine beenden, wurde aber in erster Linie von russischen Truppen verletzt. Außerdem wiederholt Lawrow in dem Interview seine bereits widerlegte Behauptung, Berichte über die Bombardierung eines Krankenhauses in Kiew seien falsch. Mehrfach behauptet Lawrow in dem Interview, Russland sei überhaupt nicht in die Ukraine einmarschiert.

18.45 Uhr: Scholz: Putin trägt „furchtbare Schuld“

Russlands Präsident Wladimir Putin hat mit dem Angriff auf die Ukraine nach Überzeugung von Bundeskanzler Olaf Scholz „furchtbare Schuld“ auf sich geladen. Über seine Reise in das angegriffene Land sagte Scholz in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Deutschen Presse-Agentur, es sei „etwas anderes, wenn man die Zerstörungen mit eigenen Augen sieht und selbst spürt, dass an einem Ort konkret Menschen gestorben sind, dass in den Autos, die dort zerstört herumstehen, Familien saßen, die fliehen wollten und brutal erschossen wurden“.

Der SPD-Politiker hatte am Donnerstag mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi und dem rumänischen Staatschef Klaus Iohannis die Ukraine besucht. Dabei machte er unter anderem in Irpin Halt, wo nach dem Abzug russischer Truppen Ende März knapp 300 teils hingerichtete Zivilisten gefunden worden waren.

17.13 Uhr: Von Russen kontrollierte Behörden behaupten: Zivilisten durch ukrainische Angriffe in Donezk getötet

In der separatistischen Stadt Donezk in der Ostukraine sind nach Angaben der örtlichen Behörden durch ukrainische Angriffe Zivilisten getötet und verletzt worden. „Infolge der Bombardierung durch die ukrainischen Streitkräfte wurden in der Volksrepublik Donezk (DNR) fünf Menschen getötet und zwölf weitere verletzt“, erklärten die Behörden der Region am Samstag im Onlinedienst Telegram.

Donezk ist der Hauptort der selbsternannten Republik Donezk im ostukrainischen Donbass. Die Region wurde seit 2014 teilweise von pro-russischen Separatisten kontrolliert. Seit Beginn des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine am 24. Februar ist sie Schauplatz erbitterter Kämpfe.

14.05 Uhr: Kiew peilt Verhandlungen Ende August an

Die Ukraine stellt sich auf einen länger andauernden Abwehrkrieg gegen Russland ein. Erst Ende August, nach Gegenangriffen, will der ukrainische Chefunterhändler David Arachamija die Friedensverhandlungen mit Moskau wieder aufnehmen, wie er in einem am Sonnabend erschienenen Interview mit dem Sender Voice of America sagte. Dann werde sein Land eine bessere Verhandlungsposition haben

13.48 Uhr: Ukrainer verabschieden sich mit Trauerfeier von getötetem Aktivisten

Trauerfeier für  Roman Ratushnyi auf dem Maidan-Platz in Kiew. AP/Natacha Pisarenko

Hunderte Ukrainer haben in Kiew Abschied von einem im Krieg getöteten Demokratie-Aktivisten genommen. Die Beerdigung des 24-jährigen Roman Ratuschny fand am Sonnabend im Sankt-Michaels-Kloster in der Hauptstadt Kiew statt. Ratuschny hatte eine wichtige Rolle in der pro-europäischen Revolution von 2013-14 gespielt. Er wurde m 9. Juni nahe der Stadt Isjum in der ostukrainischen Region Charkiw bei Kämpfen mit russischen Truppen getötet.

Ratuschny - damals Schüler - war einer der ersten Demonstranten auf dem Maidan im Winter 2013/2014 gewesen. Später engagierte er sich im Kampf gegen die Korruption. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am vergangenen 24. Februar trat er in die Armee ein.

Ratuschny soll auf dem Baikowe-Friedhof in Kiew beigesetzt werden. Dort haben viele berühmte ukrainische Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte.

13.04 Uhr: Selenskyj zu Frontbesuch im Süden der Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat offiziellen Angaben nach eine weitere Frontregion besucht – Mykolajiw im Süden des Landes. Auf einem am Samstag erschienenen Video in seinem Telegram-Kanal ist zu sehen, wie Selenskyj Ruinen in der Stadt in Augenschein nimmt und nach einer Lagebesprechung Orden verteilt.

Er habe an einem Treffen zu wichtigen Themen in der Region teilgenommen. „Wir haben den Zustand der Wirtschaft, die Wiederherstellung der Wasserversorgung und die Situation in der Landwirtschaft besprochen. Besonderes Augenmerk wurde auf Bedrohungen von Land und Meer gelegt“, heißt es in der Beschreibung des Videos.

08.18 Uhr: Russische Medien führen in Ukraine gefangene US-Soldaten vor

Russische Medien haben zwei angeblich in der ukrainischen Armee kämpfende und von moskautreuen Truppen gefangen genommene US-Soldaten vorgeführt. Er habe der westlichen „Propaganda“ von den „schlechten Russen“ geglaubt und sei deswegen in den Krieg gezogen, rechtfertigte sich einer der Männer im Interview mit der kremlnahen Zeitung „Iswestija“, das das Blatt am Freitag auf seinem Telegram-Kanal zeigte. „In den westlichen Medien wird uns nicht gesagt, wie inkompetent und korrupt die ukrainische Armee ist“, sagte er.

Der zweite Gefangene trat beim Kremlsender RT auf. Er übermittelte nur einen Gruß an seine Mutter und sprach von der Hoffnung, nach Hause zurückkehren zu dürfen. Beide Soldaten stammen laut den russischen Medien aus dem US-Bundesstaat Alabama und sollen in der Nähe von Charkiw gefangen genommen worden sein.

08.17 Uhr: Ukraine meldet Versenkung von russischem Schlepper

Der von ukrainischen Raketen getroffene Schlepper der russischen Schwarzmeerflotte ist nach ukrainischen Behördenangaben gesunken. Der Schlepper „Wassili Bech“ sei am Morgen von ukrainischen Raketen beschädigt worden. „Später wurde bekannt, dass er gesunken ist“, sagte der Militärgouverneur von Odessa, Maxym Martschenko, am Donnerstagabend in einer Videoansprache auf seinem Telegram-Kanal. Eine Bestätigung von russischer oder unabhängiger Seite für die Versenkung gibt es nicht.

+++ 17. Juni +++

21.28 Uhr: Ukraine will ESC 2023 weiterhin austragen

Die Ukraine ist mit der Entscheidung der Europäischen Rundfunkunion (EBU), den Eurovision Song Contest im kommenden Jahr nicht in der Ukraine auszutragen, nicht einverstanden, wie Kulturminister Oleksandr Tkatschenko erklärte. „Wir fordern weitere Verhandlungen zur Austragung des Eurovision 2023 in der Ukraine“, betonte der Minister.

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hatte zuvor angekündigt, den Wettbewerb wegen des russischen Angriffskrieges nicht im diesjährigen ESC-Siegerland Ukraine auszutragen. Stattdessen werde geprüft, ob das zweitplatzierte Großbritannien als Gastgeberland einspringen könne.

19.20 Uhr: Scholz betont Bedeutung von Dialog mit Putin

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat direkte Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verteidigt und weitere angekündigt. „Es ist absolut notwendig, mit Putin zu sprechen“, sagte Scholz am Freitag in einem dpa-Interview. „Ich werde dies auch weiterhin tun, ebenso wie der französische Präsident.“ Er rede aber Klartext mit Putin und fordereihn auch auf, seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen und eine Vereinbarung mit der Ukraine zu erzielen, die für diese akzeptabel sei, sagte Scholz.

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19.09 Uhr: Johnson verspricht bei Blitzbesuch in Kiew Ausbildung ukrainischer Soldaten

Der britische Premierminister Boris Johnson ist überraschend nach Kiew gereist. Bei seinem zweiten Besuch in der ukrainischen Hauptstadt seit Beginn des russischen Angriffskriegs überbrachte Johnson das Angebot einer britisch-geführten Ausbildungsmission, die das Potenzial habe, „ausschlaggebend für den Kriegsverlauf“ zu sein. Regierungsangaben zufolge sollen dabei bis zu 10.000 Soldaten innerhalb von nur 120 Tagen ausgebildet werden können. Großbritannien hat seit 2015 mehr als 22.000 Personen in der Ukraine für das Militär ausgebildet. Seit Beginn des Kriegs findet das Training jedoch in Nachbarländern statt.

14.20 Uhr: „Unverschämtheit!“ Innenminister-Vorsitzender weist Vorwürfe von Ukraine-Botschafter Melnyk zurück

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Joachim Herrmann, hat die Vorwürfe des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk strikt zurückgewiesen, dass ukrainische Flüchtlinge sich in Deutschland nicht willkommen fühlen. „Das ist eine Unverschämtheit und geht vollkommen an der Realität vorbei, das ist einfach falsch“, sagte der CSU-Politiker und bayerische Innenminister in einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Hermann verwies auf die sehr große Hilfsbereitschaft und Willkommenskultur bei den Bundesbürgern - auch fast vier Monate nach Beginn des russischen Angriffskrieges. Er sagte zu Melnyks Vorwurf, dass sich die Flüchtlinge in Deutschland nicht wohlfühlen würden: „Das ist wirklich Unsinn. Es ist eine Beleidigung gegenüber diesen Tausenden von deutschen Familien, die bereit waren und immer noch sind, Flüchtlinge bei sich zu Hause aufzunehmen und zu begleiten.“

14.07 Uhr: Wegen Russlands Krieg! Eurovision Song Contest wird 2023 doch nicht in der Ukraine ausgetragen

Das Kalush Orchestra gewann beim ESC in Turin. dpa/Jens Büttner

Wegen des russischen Angriffskriegs wird der Eurovision Song Contest im kommenden Jahr nicht beim diesjährigen Sieger Ukraine ausgetragen. Dies teilte die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Freitag in Genf mit. Stattdessen werde geprüft, ob das zweitplatzierte Großbritannien als Gastgeberland einspringen könne.

„In Anbetracht der aktuellen Umstände“ sei die ukrainische Rundfunkanstalt UA nicht in der Lage, die für die Ausrichtung und Organisation des ESC notwendigen „Sicherheits- und Betriebsgarantien“ zu erfüllen, hieß es in der Erklärung. Stattdessen werde die EBU nun Gespräche mit der BBC aufnehmen, „um möglicherweise den Eurovision Song Contest 2023 im Vereinigten Königreich auszurichten“.

13.36 Uhr: Selenskyj kündigt Visumspflicht für russische Staatsbürger an

Die Ukraine wird wegen Russlands Angriffskrieg eine Visumspflicht für russische Staatsbürger einführen. Die Regelung trete am 1. Juli in Kraft, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitag im Online-Dienst Telegram. Die Ukraine müsse „den beispiellosen Bedrohungen ihrer nationalen Sicherheit, Souveränität und territorialen Integrität“ entgegenwirken. Die Regierung soll demnach im Laufe des Tages einen entsprechenden formellen Beschluss fassen.

12.44 Uhr: Moskau: Knapp 2000 ausländische Kämpfer in Ukraine getötet

Seit Kriegsbeginn im Februar sind in der Ukraine russischen Angaben zufolge knapp 2000 ausländische Kämpfer getötet worden. „Insgesamt umfassen unsere Listen (...) Söldner und Waffenspezialisten aus 64 Ländern“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow, am Freitag. Die meisten getöteten Kämpfer stammten demnach aus Polen, den USA, Kanada und Großbritannien. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben nicht.

Die Ukraine hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, es kämpften inzwischen Freiwillige aus rund 55 Staaten – darunter auch aus Deutschland – an ihrer Seite gegen die russischen Truppen. Anfang Juni hatte die als staatliche Stelle eingerichtete Legion erstmals auch den Tod eines Deutschen bestätigt, der bei den Gefechten im Zuge des russischen Einmarsches in die Ukraine gestorben war.

12.42 Uhr: Mehr als 5,7 Millionen Ukrainer in EU geflohen

Mehr als 5,7 Millionen Menschen aus der Ukraine haben sich nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der EU in Sicherheit gebracht. Inzwischen seien aber auch mehr als 2,8 Millionen wieder zurück in ihre Heimat gereist, teilte die Behörde am Freitag mit. In der Woche vom 8. bis 14. Juni lag die Zahl der Ausreisenden und Rückkehrer in etwa gleich bei 237.000.

„Dem größten Druck sind weiterhin die Grenzen von Polen und Rumänien ausgesetzt“, hieß es in der Mitteilung weiter. Beide EU-Mitgliedsstaaten spielten auch die entscheidende Rolle für den Transport von ukrainischem Getreide über Land. Dies führte an Grenzübergängen zu Lkw-Staus bis zu 20 Kilometern Länge.

09.23 Uhr: Britischer Geheimdienst: Millionäre wollen Russland massenhaft verlassen

Die russischen Truppen in der Ukraine haben nach Einschätzung britischer Geheimdienst-Experten ihre Bemühungen fortgesetzt, den Ring um die Stadt Sjewjerodonezk von Süden zu schließen. „In den vergangenen 24 Stunden haben russische Kräfte wahrscheinlich weiterhin versucht, auf der Popasna-Achse die Oberhand zu bekommen, von der sie den Kessel von Sjewjerodonezk vom Süden her einkreisen wollen“, hieß es in dem täglichen Update zum Ukraine-Krieg auf der Webseite des britischen Verteidigungsministeriums am Freitagmorgen.

Trotz Umfragen, die nahelegten, dass die Mehrheit der Russen den Krieg in der Ukraine unterstützt, gebe es „Elemente“ in der russischen Bevölkerung, die aktiv und passiv ihre Opposition zum Ausdruck brächten, so die britischen Experten weiter. Eine aus Russen rekrutierte Einheit namens Freiheit-für-Russland-Legion nehme beinahe sicher an Kampfhandlungen auf Seiten der ukrainischen Streitkräfte teil.

Die Skepsis an dem Krieg sei besonders groß in Kreisen der Wirtschaftselite und der Oligarchen. So legten Ausreiseanträge nahe, dass 15.000 Dollar-Millionäre versuchten, Russland zu verlassen, hieß es in dem Geheimdienst-Update.

06.48 Uhr: Schwere Kämpfe in Gebiet Luhansk

Die ukrainischen Truppen im Osten des Landes befinden sich nach Angaben ihres Generalstabs weiter unter schwerem Beschuss durch russische Artillerie und Mehrfachraketenwerfer. Das Militär nannte in einem Bericht vor allem die seit Tagen umkämpften Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk und deren Umgebung. An zwei anderen Stellen der Front sei es dagegen gelungen, ein Vorrücken des Feindes abzuwehren.

Mit der Eroberung von Sjewjerodonezk und Lyssytschansk würde Russland das gesamte ukrainische Gebiet Luhansk unter Kontrolle bringen. Dies ist eins der russischen Kriegsziele.

Ein ukrainischer Soldat während schwerer Kämpfe an der Front in Sjewjerodonezk. AP/Oleksandr Ratushniak

Im Gebiet Charkiw hinderten die russischen Truppen mit Artilleriefeuer die Ukrainer daran, dichter auf die Grenze zwischen beiden Ländern vorzurücken, hieß es in dem Bericht. An südlicheren Frontabschnitten bei der Stadt Donezk und bei Saporischschja gebe es russische Entlastungsangriffe, um ukrainische Truppen dort zu binden.

+++ 16. Juni +++

22.48 Uhr: Selenskyj nennt Scholz-Besuch „historisch“

Nach dem Besuch von vier europäischen Spitzenpolitikern in Kiew hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von einem „historischen Tag“ für sein Land gesprochen. „Die Ukraine hat die Unterstützung von vier mächtigen europäischen Staaten gespürt“, sagte der Präsident in seiner abendlichen Videoansprache. Noch nie seit ihrer Unabhängigkeit sei die Ukraine so dicht an die Europäische Union herangerückt.

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Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Ministerpräsident Mario Draghi und Rumäniens Staatschef Klaus Iohannis hatten zuvor Kiew besucht. Sie unterstützten das EU-Beitrittsgesuch der Ukraine. Die EU-Kommission will am Freitag das Ergebnis ihrer Prüfung des ukrainischen Aufnahmeantrags bekannt geben.

22.16 Uhr: Ukraine nimmt Krim-Brücke ins Visier

In ihrem Abwehrkampf gegen Russland sieht die Ukraine auch die wichtige russische Brücke auf die Halbinsel Krim als militärisches Ziel. Als eine Art Drohgebärde veröffentlichte der ukrainische Militärgeheimdienst eine angebliche offizielle russische Baubeschreibung der Brücke mit Details der Konstruktion. Die Echtheit des knapp 300 Seiten langen Dokuments war nicht sofort zu überprüfen.

Zuvor hatte der ukrainische General Dmytro Martschenko gesagt, wenn die Ukraine die dafür notwendigen Waffen erhalte, sei die Zerstörung der Brücke „Ziel Nr. 1“. Schließlich rolle der russische Nachschub über die Brücke auf die Krim und von dort weiter in den Süden der Ukraine. Die mit Milliardenaufwand gebaute, 18 Kilometer lange Brücke über die Straße von Kertsch verbindet seit 2018 das russische Festland und die vier Jahre zuvor annektierte Halbinsel.

21.52 Uhr: Scholz: Putins Vorstellung ist eine Illusion

Unter dem Eindruck seines Besuchs in der Ukraine hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bekräftigt, dass Deutschland einen „Diktatfrieden“ unter einseitig von Moskau aufgestellten Bedingungen ablehnt. „Es kann keinen Diktatfrieden geben“, sagte Scholz am Donnerstag in einem ARD-„Brennpunkt“. Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin habe er bereits mehrfach gesagt, dass dessen Vorstellung von einem Frieden dieser Art eine „Illusion“ sei.

17.29 Uhr: Russen-Politiker Medwedew beleidigt Scholz als „Leberwurst“-Fan

Anlässlich des gemeinsamen Kiew-Besuchs von Bundeskanzler Scholz mit den Staatschefs von Italien und Frankreich hat der Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dimitri Medwedew, die drei westeuropäischen Politiker Draghi, Macron und Scholz mit einem Tweet beleidigt. „Europäische Fans von Fröschen, Leberwurst und Spaghetti lieben es, #Kyiv zu besuchen. Mit null Einsatz. #EU-Mitgliedschaft und alte Haubitzen der #Ukraine versprochen, auf Gorilka gespült und mit dem Zug nach Hause gefahren, wie vor 100 Jahren. Die Uhr tickt.“

17.03 Uhr: Scholz und Macron: Ukraine soll EU-Beitrittskandidat werden

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben sich erstmals dafür stark gemacht, dass die Ukraine ein Beitrittskandidat für die Europäischen Union wird. Scholz sagte am Donnerstag bei seinem lang erwarteten Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew: „Meine Kollegen und ich sind heute hier nach Kiew gekommen mit einer klaren Botschaft: Die Ukraine gehört zur europäischen Familie.“

Macron ergänzte: „Auf jeden Fall unterstützen wir den Beitrittsstatus der Ukraine zur Europäischen Union.“ Neben Macron begleiteten auch Italiens Ministerpräsident Mario Draghi und der rumänischen Präsident Klaus Iohannis den Bundeskanzler bei diesem Solidaritätsbesuch.

14.37 Uhr: Großbritannien erlässt Sanktionen gegen russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill

Russisch-orthodoxer Patriarchen Kirill. AP/Alexander Zemlianichenko

Großbritannien hat Sanktionen gegen den russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill erlassen. Das Außenministerium in London erklärte am Donnerstag, die Sanktionierung erfolge in Reaktion auf Kirills „Unterstützung und Befürwortung“ des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Der Geistliche darf nun nicht mehr nach Großbritannien reisen und eventuelle Vermögen auf britischen Konten werden eingefroren.

Kirill gilt als vehementer Unterstützer von Kreml-Chef Wladimir Putin. Er soll wie Putin für den russischen Geheimdienst KGB gearbeitet haben, verficht konservative Werte und sieht den Westen als eine Macht des Bösen. Die EU, die das russische Kirchenoberhaupt ebenfalls sanktionieren wollte, war davon auf Druck Ungarns hin abgerückt.

Die britische Regierung sanktionierte auch die russische Kommissarin für die Rechte von Kindern, Maria Lwowa-Belowa, wegen ihrer angeblichen Rolle bei Zwangsadoptionen ukrainischer Kinder.

13.20 Uhr: Selenskyj empfängt Scholz und weitere EU-Politiker zum Arbeitsessen

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sind erstmals in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammengetroffen. Selenskyj empfing Macron und Scholz sowie den italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi und den rumänischen Präsidenten Klaus Johannis am Donnerstagmittag im ukrainischen Präsidentenpalast. Die Politiker traten kurz vor die Kameras, der ukrainische Präsident wie üblich in einem kakifarbenen T-Shirt, die übrigen in Anzug und Krawatte.

Selenskyj empfing Macron und Scholz sowie den italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi. AFP/Sergei SUPINSKY

Anschließend war ein Arbeitsessen geplant, bei dem es vor allem um den von der Ukraine gewünschten EU-Beitritt und weitere Waffenlieferungen gehen soll. Am Nachmittag ist eine Pressekonferenz geplant. Die EU-Kommission will sich am Freitag zur Kandidatur der Ukraine äußern, entscheiden müssen später alle 27 Staats- und Regierungschefs.

12.44 Uhr: China sagt Russland Unterstützung gegen „unrechtmäßige Sanktionen“ zu

Russland und China wollen nach Kreml-Angaben angesichts „unrechtmäßiger Sanktionen des Westens“ ihre Zusammenarbeit verstärken. Dies sei bei einem Telefongespräch zwischen den Präsidenten Wladimir Putin und Xi Jinping vereinbart worden, teilte das russische Präsidialamt am Mittwoch in Moskau mit. Xi sagte Putin dabei laut chinesischen Staatsmedien Unterstützung in Fragen der „Souveränität und Sicherheit“ Russlands zu.

Aus Moskau hieß es, die Zusammenarbeit solle „angesichts der weltweiten Wirtschaftssituation, die sich durch die unrechtmäßigen Sanktionen des Westens verkompliziert hat“, verstärkt werden. Betroffen sein sollten unter anderem die Bereiche Energie, Finanzen, Industrie und Transport. Putin und Xi hätten zudem über „die Entwicklung der militärischen Beziehungen“ gesprochen, erklärte der Kreml.

12.13 Uhr: Bundesregierung hält Gas-Versorgung weiter für gesichert

Trotz der erneut reduzierten Gasliefermenge des russischen Energiekonzerns Gazprom nach Deutschland sieht die Bundesregierung die sichere Versorgung mit Gas derzeit als weiter gewährleistet an. „Aktuell können die Mengen am Markt beschafft werden, wenn auch zu hohen Preisen. Es wird aktuell noch eingespeichert“, teilte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Donnerstag auf Anfrage mit. „Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet.“ Das Ministerium beobachte die Dinge aber sehr genau und sei über die Krisenstrukturen in engstem Austausch mit den relevanten Akteuren.

11.13 Uhr: Litauen liefert Ukraine gepanzerte Fahrzeuge

Die Ukraine hat aus Litauen gepanzerte Fahrzeuge als Militärhilfe für den Krieg gegen Russland erhalten. Mit der Übergabe von Mannschaftstransportern des Typs M113 sei eine Lieferung im Wert von etwa 15,5 Millionen Euro abgeschlossen worden, teilte die litauische Armee am Donnerstag in Vilnius mit. Zuvor hatte das EU- und Nato-Mitglied bereits zehn Minenräum-Geländefahrzeuge und zehn Lkw zur Verfügung gestellt.

Litauen hat damit nach eigenen Angaben seit dem russischen Angriff Ende Februar militärische Hilfe im Wert von rund 115 Millionen Euro geleistet. Unter den Waffen waren etwa Stinger-Flugabwehrraketen, Panzerabwehr- und Flugabwehrwaffen und Mörser.

11.10 Uhr: Kanzler Scholz besucht Kiewer Vorort Irpin

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist nach seiner Ankunft in der Ukraine zunächst nach Irpin gereist. Gemeinsam mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Italiens Regierungschef Mario Draghi besuchte er am Donnerstagmorgen den Kiewer Vorort, der wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen zum Symbol des russischen Angriffskrieges in der Ukraine geworden war, wie AFP-Reporter berichteten. Begleitet wurden die drei Staats- und Regierungschefs vom rumänischen Präsidenten Klaus Johannis und einem großen Sicherheitsaufgebot.

Kanzler Scholz gemeinsam mit Emmanuel Macron und Mario Draghi im Kiewer Vorort Irpin. AFP/Ludovic Marin

In Irpin und in weiteren Städten der Region waren während der russischen Besetzung im März hunderte Zivilisten getötet worden. Derzeit laufen internationale Ermittlungen, um die Schuldigen für diese Kriegsverbrechen zu ermitteln.

10.00 Uhr: Nach Ankunft von Scholz: Luftalarm in Kiew

Kurz nach der Ankunft von Bundeskanzler Olaf Scholz am Donnerstag in Kiew ist in der ukrainischen Hauptstadt Luftalarm ausgelöst worden. Das bestätigte ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur vor Ort. Gemeinsam mit Scholz waren auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der italienische Ministerpräsident Mario Draghi mit einem Zug in Kiew eingetroffen. Auch in zahlreichen weiteren Landesteilen gab es Luftalarm.

Scholz, Macron und Draghi waren am Morgen mit einem Sonderzug in die ukrainische Hauptstadt gereist.

07.18 Uhr: Medien: Scholz, Draghi und Macron im Zug auf dem Weg nach Kiew

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der französische Präsident Emmanuel Macron und der italienische Regierungschef Mario Draghi sind Medienberichten zufolge gemeinsam an Bord eines Sonderzuges auf dem Weg nach Kiew. Die Staats- und Regierungchefs hatten den Zug in Polen bestiegen und wurden am Donnerstagmorgen in Kiew in der Ukraine erwartet, wie die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ berichtete. Sie veröffentlichte dazu ein Foto der drei Politiker an Bord des Zuges. Auch das ZDF meldete den Beginn der Reise.

03:13 Uhr: UNHCR warnt vor Flüchtlingswelle wegen Nahrungskrise durch Ukraine-Krieg

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat die Zahl der Vertriebenen weltweit nach UN-Angaben bereits auf mehr als hundert Millionen ansteigen lassen. Der Chef des Flüchtlingshilfswerk UNHCR, Filippo Grandi, warnte bei der Vorstellung des am Donnerstag veröffentlichten Jahresberichts der Organisation, dass der Kampf gegen die wegen des Kriegs drohende Nahrungsmittelknappheit von „größter Bedeutung“ sei, „um zu verhindern, dass noch mehr Menschen fliehen“ müssen.

Der Jahresbericht gab die Zahl der weltweit Geflüchteten Stand Ende 2021 mit 89,3 Millionen an. Das an sich war schon ein Rekordwert; ein Jahrzehnt zuvor hatte UNHCR nur halb so viele Flüchtlinge gezählt. Da seit dem Beginn der russischen Invasion am 24. Februar geschätzt bis zu 14 Millionen Ukrainer innerhalb ihres eigenen Landes oder über die Grenzen geflohen sind, liegt die Zahl erstmals seit Beginn der Aufstellung im dreistelligen Millionenbereich.

00.27 Uhr: Türkei zu Organisation von Vierergipfel über Getreide-Exporte aus Ukraine bereit

Die Türkei hat sich bereit erklärt, einen Vierer-Gipfel zur Getreide-Ausfuhr aus der Ukraine zu organisieren. „Wenn Russland eine positive Antwort gibt, wird es einen Vier-Parteien-Gipfel in Istanbul geben“, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Mittwoch. An den Verhandlungen beteiligt werden sollen demnach außerdem die Ukraine und die Vereinten Nationen.

Cavusoglu verwies auf einen Plan der UNO, der die Schaffung sicherer Korridore im Schwarzen Meer vorsehe, um Getreideexporte aus der Ukraine zu ermöglichen. Eine Entminung im Schwarzen Meer wäre für die Einrichtung solcher Korridore laut Cavusoglu nicht nötig.

UN-Sprecher Stephane Dujarric erklärte, die Vereinten Nationen arbeiteten bei dem Thema eng mit den türkischen Behörden zusammen. „Ich denke, die Rolle des türkischen Militärs wird in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle spielen“, fügte er hinzu.

+++ 15. Juni +++

21.42 Uhr: Selenskyj nimmt Gipfel-Einladungen an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Einladungen zu den Gipfeln von G7 und Nato angenommen. Das schrieb Selenskyj auf Twitter. Die Gruppe sieben führender Industrienationen (G7) wird Ende Juni in Bayern tagen, die Nato direkt danach in Madrid.

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15.29 Uhr: Gazprom drosselt Lieferung durch Nord Stream 1 noch weiter

Der russische Energiekonzern Gazprom reduziert die maximalen Gasliefermengen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 nach Deutschland erneut. Von Donnerstagfrüh an werden täglich nur noch maximal 67 Millionen Kubikmeter durch die Leitung gepumpt, kündigte Gazprom am Mittwoch an. Erneut begründete das russische Staatsunternehmen diesen Schritt mit Verzögerungen bei Reparaturarbeiten durch die Firma Siemens. Deshalb müsse eine weitere Gasverdichtungsanlage abgestellt werden, hieß es.

Bereits am Dienstag hatte Gazprom die Reduktion der maximalen Liefermenge auf zunächst bis zu 100 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag verkündet. Die Bundesnetzagentur wies die Angaben von Gazprom, wonach Verzögerungen bei Reparaturen an einem Gasverdichteraggregat der Grund für die reduzierten Gasliefermengen seien, wenig später zurück.

Für Deutschland ist Nord Stream 1 die Hauptversorgungsleitung mit russischem Gas.

14.42 Uhr: Russlands Ex-Präsident Medwedew schockiert mit neuen Ukraine-Aussagen

Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat das Fortbestehen der Ukraine als souveräner Staat infrage gestellt – und damit einmal mehr für Aufsehen gesorgt. Er habe gelesen, die Ukraine wolle Verträge über die Lieferung von US-amerikanischem Flüssiggas für zwei Jahre abschließen, schrieb Medwedew, der mittlerweile stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates ist, am Mittwoch auf Telegram. Dann fügte er hinzu: „Nur eine Frage: Wer hat denn gesagt, dass die Ukraine in zwei Jahren überhaupt noch auf der Weltkarte existieren wird?“

Der Kreml kommentierte Medwedews neueste Äußerungen nicht direkt. Sprecher Dmitri Peskow sagte auf Nachfrage von Journalisten lediglich: „Wir wissen, dass die Ukraine große Probleme hat.“ Das Land weigere sich weiterhin, „nationalistische Einheiten“ in den eigenen Reihen zu „zügeln“, meinte Peskow weiterhin. „Und deshalb verspricht das natürlich nichts Gutes für die Ukraine.“

12.48 Uhr: Ukrainische Heimkinder angeblich nach Russland gebracht

In von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine sollen Kinder aus Heimen verschwunden sein. Hinweise dazu hat die Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats bei ihrem Besuch in der Ukraine erhalten, wie sie am Mittwoch in Kiew berichtete. Man müsse Berichten nachgehen, „wonach Kinder, die in Einrichtungen in den vorübergehend besetzten Gebieten untergebracht waren, nach Russland gebracht wurden“, sagte Kommissionsmitglied Jasminka Džumhurin.

Sie hätten gehört, dass diese Kinder die russische Staatsbürgerschaft bekämen und Adoptionsprozesse in Gang gesetzt würden. Nach Džumhurins Worten konnte die Kommission die Berichte zunächst nicht selbst prüfen, da sie nicht in die besetzten Gebiete reisen konnte. Um wie viele Kinder es sich handelt, konnte Džumhurin nicht sagen. Sie sprach von einer „bedeutenden Anzahl“.

Auf ihrer Reise habe die dreiköpfige Kommission seit dem 7. Juni Informationen erhalten, die auf Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit hindeuten könnten, sagte der Kommissionsvorsitzende Erik Møse.

11.22 Uhr Bericht: Lambrecht will Ukraine drei Mars-II-Raketenwerfer anbieten

Deutschland will der Ukraine einem Bericht zufolge drei statt der bisher im Gespräch gewesenen vier Mars-II-Raketenwerfer liefern. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) wolle den Plan beim Treffen der EU-Verteidigungsminister an diesem Mittwoch verkünden, berichtete das Portal Business Insider. Die deutschen Raketenwerfer aus Bundeswehr-Beständen sollten im August oder September an die Ukraine gegeben werden können. Vorher sollen ukrainische Soldaten noch an dem System ausgebildet werden, wie das Portal weiter berichtete.

Dass nun drei statt vier Raketenwerfer geliefert werden, hänge unter anderem mit fehlender Munition zusammen. Deutschland könne einen größeren Teil seiner eigenen Munition nicht verschießen, weil ein Software-Update fehle. Das Update sei für Ende des Jahres angekündigt, berichtete das Portal weiter.

Nach Informationen von Business Insider klappt die deutsche Lieferung deshalb jetzt auch nur, weil die USA zusätzliche Munition für Mars II liefern wollen. Zudem sei in Deutschland weniger als die Hälfte der Mars-Systeme einsatzfähig, das System werde von der Industrie auch nicht mehr gebaut.

Die Ukraine könnte Mars II nutzen, um damit Artillerie-Stellungen der russischen Armee anzugreifen. Im Juni sollen zudem noch sieben Panzerhaubitzen in die Ukraine geliefert werden, ab Juli sollen schrittweise 30 Gepard-Flugabwehrpanzer folgen.

11.08 Uhr: Moskau meldet Zerstörung von Waffenlager in der Westukraine

Die russische Armee hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums ein Waffendepot in der Westukraine zerstört, in dem von der Nato gelieferte Waffen gelagert gewesen sein sollen. Das Depot nahe der Stadt Solotschiw in der Region Lwiw sei mit Kalibr-Marschflugkörpern zerstört worden, erklärte das Moskauer Verteidigungsministerium am Mittwoch.

Die Ukraine habe darin „ausländische Waffen“ gelagert, die sie von Nato-Ländern erhalten habe, vor allem Panzerhaubitzen vom Typ M777.

09.03 Uhr: Lage im umkämpften Sjewjerodonezk wird schwieriger

Im Osten der Ukraine dauern die Gefechte um die Großstadt Sjewjerodonezk und weitere Orte im Gebiet Luhansk an. „Es wird schwieriger, aber unsere Soldaten halten den Feind gleich an drei Seiten auf. Sie schützen Sjewjerodonezk und erlauben keinen Vormarsch nach Lyssytschansk“, teilte der Gouverneur des Luhansker Gebiets, Serhij Hajdaj, am Mittwoch in seinem Blog des Nachrichtenkanals Telegram mit.

Lyssytschansk, wo es laut Hajdaj viele Verletzte gibt, liegt an einem Fluss gegenüber von Sjewjerodonezk, das bereits zum großen Teil von russischen Truppen kontrolliert wird. Die Brücken zwischen beiden Städten sind zerstört.

Die Russen beschössen weiter Häuser und hätten in Sjewjerodonezk erneut das Chemiewerk Azot angegriffen, sagte Hajdaj. „Der Gegner ist schwächer in den Straßenkämpfen, deshalb eröffnet er das Feuer aus Artillerie, wodurch unsere Häuser zerstört werden“, sagte er. Auch in den umliegenden Ortschaften gebe es schwere Schäden. Vielerorts habe es zudem russische Luftschläge gegeben.

05.18 Uhr: Vizeministerin: Ukraine hat nur ein Zehntel an Waffen bekommen

Um Waffenlieferungen dürfte es auch gehen, wenn Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der italienische Regierungschef Mario Draghi Kiew besuchen. Die Reise wird erwartet, allerdings ist offiziell noch kein Termin mitgeteilt.

Die Ukraine hat nach Angaben ihrer Militärführung aus dem Ausland bislang nur ein Zehntel der notwendigen Waffenhilfe bekommen. „Von dem, was die Ukraine gesagt hat, dass sie es braucht, haben wir bis heute etwa zehn Prozent“, sagte Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar im ukrainischen Fernsehen. Russland sei an Rüstung und Zahl der Soldaten unendlich überlegen. „Egal wie die Ukraine sich anstrengt, egal wie professionell unsere Armee ist, ohne Hilfe von Partnern werden wir diesen Krieg nicht gewinnen können.“

05.18 Uhr: Fluchtkorridor aus einem umkämpften Chemiewerk

Der Fluchtweg für Zivilisten aus dem Chemiewerk Azot in Sjewjerodonezk soll nach Moskauer Angaben am Mittwoch von 7.00 bis 19.00 Uhr MESZ (Ortszeit: 8.00 bis 20.00 Uhr) offen sein. Er führe in nördlicher Richtung in die Stadt Swatowe (Swatowo), sagte der General Michail Misinzew vom russischen Verteidigungsministerium.

Swatowe liegt in der von prorussischen Separatisten kontrollierten und von Russland als Staat anerkannten Volksrepublik Luhansk. Moskau lehnte den ukrainischen Vorschlag ab, die Menschen auf von Kiew kontrolliertes Gebiet fliehen zu lassen. Die Ukraine wolle nur ihre Bewaffneten aus Sjewjerodonezk herausschleusen wie zuletzt beim Stahlwerk Azovstal in der Hafenstadt Mariupol, sagte Misinzew. Er forderte die ukrainischen Soldaten auf, sich zu ergeben.

Selenskyj rief dagegen angesichts der verlustreichen Abwehrschlacht im Osten seine Truppen zum Durchhalten auf. „Das ist unser Staat. Dort im Donbass durchzuhalten ist lebenswichtig“, sagte er. „Es gibt Verluste, und sie sind schmerzhaft.“ Doch an der Front im Osten entscheide sich, welche Seite in den kommenden Wochen dominieren werde. Je höher die Verluste des Feindes dort seien, desto weniger Kraft habe er, die Aggression fortzusetzen, sagte der Präsident.

04.18 Uhr: Ukraine-Kontaktgruppe berät über weitere Waffenlieferungen

Bis zu 50 Länder der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe beraten am Mittwoch über weitere Waffenlieferungen an das Land (ab 15.00 Uhr). US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat die anderen Nato-Staaten sowie eine Reihe von Partnerländern ins Brüsseler Hauptquartier eingeladen. Auch Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) wird erwartet.

Die Ukraine forderte vor dem Treffen schwere Waffen wie Panzer und Haubitzen, um sich gegen die russische Offensive im Osten des Landes verteidigen zu können. Am Mittwochabend kommen in Brüssel dann die Nato-Verteidigungsminister zu einem Arbeitsessen mit der Ukraine und Georgien sowie Schweden und Finnland zusammen (18.30 Uhr). Der bis Donnerstag dauernde Nato-Rat dient der Vorbereitung des Gipfeltreffens in Madrid in zwei Wochen.

+++ 14. Juni +++

20.57 Uhr: Russische Sturmangriffe in Ostukraine

Russische Truppen haben nach ukrainischen Angaben an mehreren Stellen in der Ostukraine Sturmangriffe geführt. In der Stadt Sjewjerodonezk werde weiter um jede Straße gekämpft, teilte der ukrainische Generalstab mit. Der Feind gruppiere seine Truppen um und versuche, Verstärkung heranzuführen.

Russische Sturmangriffe wurden außerdem bei Rubischne im Gebiet Charkiw und bei Solote im Gebiet Luhansk verzeichnet. Bei Berestowe im Gebiet Donezk sei ein solcher Angriff abgewehrt worden, hieß es. Die Militärangaben waren wie meist nicht unabhängig überprüfbar. An fast allen Frontabschnitten im Osten und Süden wurde von schwerem russischen Artilleriefeuer berichtet.

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15.14 Uhr: Ukraine meldet Austausch getöteter Soldaten mit Russland

Die Ukraine hat erneut den Austausch getöteter Soldaten mit Russland bekannt gegeben. Russland habe die Leichen von 64 „heldenhaften“, gefallenen Verteidigern des Asow-Stahlwerks in Mariupol übergeben, teilte das ukrainische Ministerium für die Wiedereingliederung der von pro-russischen Separatisten kontrollierten Gebiete am Dienstag mit. Wie viele Leichen an Russland übergeben wurden, blieb unklar.

Der Austausch fand demnach in der Region Saporischschja statt. Zum genauen Ort und Zeitpunkt machte Kiew keine Angaben. Bei zwei früheren ähnlichen Aktionen waren bereits 210 getötete ukrainische Soldaten wieder in ihre Heimat überführt worden.

13.35 Uhr: Gazprom reduziert Lieferung durch Nord Stream 1 um 40 Prozent

Der russische Energieriese Gazprom reduziert die maximalen Gasliefermengen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 nach Deutschland um 40 Prozent. Grund seien Verzögerungen bei Reparaturarbeiten durch die Firma Siemens, teilte der Staatskonzern am Dienstag mit. Ein Gasverdichteraggregat sei nicht rechtzeitig aus der Reparatur zurückgekommen. Deshalb könnten nun nur noch täglich bis zu 100 Millionen Kubikmeter Gas durch die Pipeline gepumpt werden – oder rund 60 Prozent des bisher geplanten Tagesvolumens von 167 Millionen Kubikmeter Gas, hieß es.

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Für Deutschland ist Nord Stream 1 die Hauptversorgungsleitung mit russischem Gas.

Mecklenburg-Vorpommern, Lubmin: Blick auf Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1. dpa/Stefan Sauer

11.20 Uhr: Russland greift Waffenlager in Nordukraine mit Raketen an

Russland hat die Region Tschernihiw im Norden der Ukraine nach eigenen Angaben mit Langstreckenraketen angegriffen. In der Nähe des Ortes Pryluky sei ein Waffen- und Munitionslager durch Kalibr-Raketen zerstört worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag in Moskau. Auch auf ukrainische Einheiten und Waffenlager in den ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk seien Raketen abgefeuert worden.

Von dem Beschuss auf Pryluky hatte die ukrainische Seite bereits am Montag berichtet und mehrere Dörfer im Umkreis evakuieren lassen. Russland hat seine Bodentruppen aus dem Gebiet Tschernihiw – ebenso wie aus dem Umkreis von Kiew – seit Ende März abgezogen und konzentriert sich derzeit auf Kampfhandlungen im Osten. Mit Raketen werden der Norden und der Westen der Ukraine aber weiter beschossen.

09.03 Uhr: Russen machen kleine Fortschritte im Bereich Charkiw

Die russischen Invasionstruppen in der Ukraine haben nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums wohl erstmals seit Wochen kleinere Fortschritte im Bereich um die Millionenstadt Charkiw gemacht. Die hauptsächlichen russischen Angriffsbemühungen seien aber weiterhin auf den Kessel von Sjewjerodonezk gerichtet, hieß es in dem täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg am Dienstag.

Nach Einschätzung britischer Regierungsexperten passt sich Russlands Industrie dank Finanzierung durch den Kreml langsam an die Nachfrage durch den Ukraine-Krieg an. „Die Industrie könnte aber Schwierigkeiten haben, viele dieser Bedürfnisse zu decken, zum Teil wegen der Sanktionen und eines Mangels an Expertise“, so die Mitteilung. Schwierigkeiten, Material zu ersetzen, dürfte Moskau vor allem im Bereich hochwertiger Optik und fortschrittlicher Elektronik haben, hieß es weiter.

+++ 13. Juni +++

22.35 Uhr: Selenskyj verspricht Rückeroberung aller besetzten Gebiete

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Landsleuten eine Rückeroberung der von Russland annektierten Halbinsel Krim versprochen. „Die ukrainische Flagge wird wieder über Jalta und Sudak, über Dschankoj und Jewpatorija wehen“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. „Natürlich werden wir auch unsere Krim befreien.“

Russland hatte die Halbinsel im Schwarzen Meer 2014 besetzt, als die Ukraine nach einem Machtwechsel geschwächt war. Dann wurde ein international nicht anerkanntes Referendum abgehalten und die Krim Russland angegliedert. Selenskyj hat immer eine Rückkehr der Halbinsel verfochten, dies aber selten so nachdrücklich als Kriegsziel formuliert.

Der Präsident rief die Ukrainer auf, den Kontakt in die russisch besetzten Landesteile, nach Donezk oder ins Gebiet Charkiw, zu halten. Auch diese Gebiete würden wieder befreit, kündigte er an. „Sagen Sie ihnen, dass die ukrainische Armee auf jeden Fall kommen wird!“

22.26 Uhr: Ukraine büßt ein Viertel der Agrarflächen ein

Die Ukraine hat seit Beginn des russischen Angriffskrieges rund ein Viertel ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche eingebüßt. Trotz dieses Verlustes könne in diesem Jahr genug angepflanzt werden, um die Nahrungsmittelsicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, sagte der stellvertretende ukrainische Landwirtschaftsminister Taras Wysozkyj. Denn der Bedarf sei aufgrund von „Massenvertreibungen“ und Flucht ins Ausland stark gesunken.

20.45 Uhr: Separatisten melden heftigen ukrainischen Beschuss von Donezk

Die Moskau-treuen Separatisten in Donezk haben den bislang angeblich heftigsten ukrainischen Beschuss auf die Stadt seit Beginn des Krieges vermeldet. Vier Menschen seien getötet und mindestens 23 verletzt worden, hieß es in örtlichen Medienberichten. Auch eine Geburtsklinik in der früheren Millionenstadt sei in Brand geraten, dort sei aber niemand verletzt worden. Die Berichte waren nicht unabhängig überprüfbar.

Zum Schutz der Stadt und der Volksrepublik Donezk seien weitere Truppen „verbündeter Kräfte“, also der russischen Armee, nötig, sagte Separatistenführer Denis Puschilin der Agentur DAN zufolge.

18.03 Uhr: Luftangriffe im Norden der Ukraine

Nach Luftangriffen auf die nordukrainische Stadt Pryluky sind vier umliegende Ortschaften evakuiert worden. „Der Feind hat drei Raketen auf Pryluky gefeuert“, schrieb der Gouverneur der Region Tschernihiw, Wjatscheslaw Tschaus, im Online-Dienst Telegram. Wegen Brandgefahr sei die Evakuierung angeordnet worden, sagte der Leiter des Zivilschutzes der Region, Sergej Boldyrew, laut der Nachrichten-Website Suspilne.

Pryluky liegt 150 Kilometer östlich von Kiew und hat einen Militärflugplatz. Genauere Angaben zu entstandenen Schäden machten die Behördenvertreter zunächst nicht. Das Ausmaß der Zerstörung werde noch geprüft, erklärte Tschaus. Nach dem Abzug russischer Truppen aus der Region Kiew und dem Norden des Landes Anfang April war die Gegend von Kämpfen weitgehend verschont geblieben. Bei einem Angriff auf eine Militärbasis in der Region Tschernihiw am 17. Mai waren allerdings 87 Menschen getötet worden.

17.46 Uhr: Weitere Leichen nahe Butscha gefunden

In der Nähe des Kiewer Vororts Butscha sind nach Polizeiangaben die Leichen von sieben weiteren Zivilisten gefunden worden. Sie seien „von den Russen gefoltert und dann feige mit einem Kopfschuss hingerichtet“ worden, erklärte der Polizeichef von Kiew, Andrij Nebytow, auf Facebook. Mehrere der Opfer, die in einer Grube nahe der Ortschaft Myrozke entdeckt wurden, seien an Händen und Knien gefesselt gewesen.

Die Behörden arbeiteten nun an deren Identifizierung, erklärte Nebytow. Myrozke liegt rund zehn Kilometer von Butscha und 35 Kilometer von Kiew entfernt. Ende April waren dort bereits drei Leichen mit gefesselten Händen in einer Grube entdeckt worden.

14.37 Uhr: Ukraine: Russen kontrollieren über 70 Prozent von Sjewjerodonezk

Im umkämpften Donbass haben russische Truppen nach ukrainischen Angaben den Großteil der wichtigen Stadt Sjewjerodonezk eingenommen. „Stand heute kontrolliert Russland leider über 70 Prozent, jedoch nicht die ganze Stadt“, sagte der Gouverneur des Luhansker Gebiets, Serhij Hajdaj, am Montag beim TV-Sender Belsat. Es gebe harte Kämpfe um jedes Haus. Mit der Einnahme des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk hätten die prorussischen Separatisten mit Moskaus Hilfe die Region Luhansk fast komplett unter ihrer Kontrolle und ein wichtiges Kriegsziel erreicht.

Im umkämpften Industriegebiet Azot würden sich weiter etwa 500 Zivilisten, darunter etwa 40 Kinder aufhalten.

Über laufende Verhandlungen über die Evakuierung von Zivilisten aus dem Werksgelände hatten bereits Separatistenvertreter berichtet. Demnach sind außerdem 300 bis 400 ukrainische Soldaten dort eingeschlossen.

13.21 Uhr: Nach Kriegskritik: Putin entlässt bekannte Juristin aus Staatsdienst

Nachdem sie sich kritisch über Russlands Krieg gegen die Ukraine geäußert hat, hat Kremlchef Wladimir Putin eine prominente Juristin aus dem Staatsdienst entlassen. Per Dekret entzog Putin am Montag Natalja Poklonskaja ihren Posten als stellvertretende Leiterin von Rossotrudnitschestwo – eine ans russische Außenministerium angegliederte Organisation, die sich unter anderem für Russlands Interessen in anderen Ex-Sowjetstaaten einsetzt.

Die heute 42 Jahre alte Poklonskaja war nach Russlands Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim von 2014 schlagartig berühmt geworden – als Generalstaatsanwältin, die dem Kreml treue Dienste erwies. In der Ukraine wurde sie als Verräterin beschimpft.

Nach Russlands Einmarsch in die Ukraine aber sprach sie von einer „Katastrophe“.

Später bezeichnete sie den Buchstaben Z, der als Propaganda-Symbol für Russlands Krieg gegen die Ukraine gilt, als Sinnbild für „Tragödie und Trauer sowohl für Russland als auch für die Ukraine“. Nach diesen Äußerungen kündigte die Staatsorganisation Rossotrudnitschestwo, für die Poklonskaja erst einige Monate lang arbeitete, „Konsequenzen“ an.

12.27 Uhr: Kiew: Brauchen Hunderte Panzer und Geschütze für einen Sieg

Die Ukraine hat Forderungen nach umfassenden Waffenlieferungen konkretisiert, die sie nach Einschätzung der Regierung in Kiew für einen Sieg im Krieg gegen Russland benötigt. „1000 Haubitzen vom Kaliber 155 Millimeter, 300 Mehrfachraketenwerfersysteme, 500 Panzer, 2000 gepanzerte Fahrzeuge, 1000 Drohnen“, schrieb am Montag Präsidentenberater Mychajlo Podoljak auf Twitter. Kiew erwarte dazu vom Treffen der Nato-Verteidigungsminister am kommenden Mittwoch in Brüssel eine Entscheidung.

11.04 Uhr: Ukrainischer Oberbefehlshaber: Front mehr als 2400 Kilometer lang

Bei der Abwehr andauernder russischer Angriffe hat die ukrainische Armee eigenen Angaben zufolge inzwischen eine Front von etwa 2450 Kilometer zu verteidigen. „Davon werden an 1105 Kilometern aktive Kampfhandlungen geführt“, schrieb der Oberbefehlshaber Waleryj Saluschnyj in der Nacht zum Montag bei Facebook nach einem Gespräch mit dem US-General Mark Milley.

Besonders schwer sei die Situation um die Stadt Sjewjerodonezk im Luhansker Gebiet in der Ostukraine. Der Gegner habe dort sieben Bataillonsgruppen eingesetzt und eine zehnfache Feuerüberlegenheit. „Jeder Meter der ukrainischen Erde ist dort mit Blut durchtränkt – doch nicht nur mit unserem, sondern auch mit dem der Besatzer“, sagte Saluschnyj.

An einigen Frontabschnitten seien ukrainische Einheiten auch zu Gegenangriffen übergegangen. Zuletzt gab es Berichte über ukrainische Geländegewinne an der Grenze der südukrainischen Gebiete Mykolajiw und Cherson.

10.03 Uhr: Geheimdienst: Flussquerungen werden im Krieg zentrale Rolle spielen

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste dürften Flussquerungen in der kommenden Phase des Ukraine-Krieges eine entscheidende Rolle spielen. Ein zentraler Teil der russischen Frontlinie in der Donbass-Region liege westlich des Flusses Siwerski Donez, hieß es am Montag in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums.

Um weitere Fortschritte im Donbass zu erzielen, müsse Russland daher entweder komplizierte Flankenangriffe durchführen oder Flussquerungen unternehmen. Bislang sei es den Russen oft nicht gelungen, unter Beschuss groß angelegte Überquerungen von Flüssen erfolgreich zu meistern. Die Ukrainer hätten es hingegen mehrfach geschafft, vor ihrem Rückzug Brücken zu zerstören.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor mehr als drei Monaten veröffentlicht die britische Regierung regelmäßig Geheimdienstinformationen zum Verlauf.

+++ 12. Juni +++

22.22 Uhr: Vier Verletzte bei Explosion in Melitopol

Bei einer Explosion in der von russischen Truppen besetzten ukrainischen Stadt Melitopol sind nach Behördenangaben vier Personen verletzt worden. Die Besatzungsbehörden gingen davon aus, dass ein Sprengsatz in einem Mülleimer neben ihrer Lokalverwaltung des Innenministeriums explodiert sei, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass. Es seien ausschließlich Zivilisten zu Schaden gekommen, hieß es. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Melitopol liegt im ukrainischen Gebiet Saporischschja, das zum Teil von russischen Truppen besetzt ist.

12.01 Uhr: Moskau meldet Zerstörung von Waffenlager in der Westukraine – laut Kiew 22 Verletzte

Die russische Armee hat nach eigenen Angaben in der Westukraine ein Waffendepot zerstört, in dem aus dem Westen gelieferte Waffen gelagert gewesen sein sollen. Die „große Lagerstätte mit Panzerabwehrraketen, tragbaren Luftabwehrsystemen und Granaten“ nahe der Stadt Tschortkiw sei mit Kalibr-Marschflugkörpern angegriffen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Sonntag mit. Die Ukraine meldete 22 Verletzte durch den russischen Angriff in Tschortkiw.

Der Angriff auf das Waffenlager wurde nach russischen Angaben mit Kalibr-Marschflugkörpern ausgeführt, die vom Meer aus abgefeuert wurden.

Die ukrainischen Regionalbehörden erklärten am Sonntag, Tschortkiw sei am Vorabend von vier russischen Raketen getroffen worden, die vom Schwarzen Meer aus abgefeuert worden seien. Bei dem Angriff seien 22 Menschen verletzt worden, darunter sieben Frauen und ein zwölfjähriges Kind. Zudem seien eine Militäreinrichtung teilweise zerstört und mehrere Wohngebäude beschädigt worden. Alle 22 Verletzten seien in Krankenhäuser gebracht worden, sagte der Regionalgouverneur Wolodymyr Trusch bei einer auf Facebook übertragenen Pressekonferenz.

10.59 Uhr: Bericht: Russen bereiten sich auf Krieg bis Oktober vor

Das russische Militär bereitet sich nach Einschätzung des ukrainischen Militärgeheimdienstes auf einen längeren Krieg vor. Die Planung der russischen Streitkräfte sei für 120 weitere Tage bis Oktober 2022 verlängert worden, berichteten die Militärexperten des US-amerikanischen Institute for the Study of the War (ISW) am Samstag (Ortszeit) unter Berufung auf Informationen von Geheimdienst-Vizedirektor Wadym Skibizkij. Das russische Militär werde seine Pläne abhängig vom Erfolg im Donbas aber weiter anpassen, dies geschehe nahezu monatlich.

Die Informationen deuteten nach Einschätzung des ISW darauf hin, dass der Kreml nicht daran glaubt, seine Ziele in der Ukraine schnell erreichen zu können. Es handele sich um einen Versuch des russischen Militärs, anfängliche Mängel der Offensive zu korrigieren.

10.36 Uhr: Seit Kriegsbeginn rund zehntausend deutsche Visa für Russen ausgestellt

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine haben etwa zehntausend Russinnen und Russen ein Visum für Deutschland bekommen. Von Anfang März bis Ende Mai seien etwa 3560 entsprechende Schengen-Visa ausgestellt worden, teilte das Auswärtige Amt der „Welt am Sonntag“ mit. Hinzu kommen demnach 5530 nationale Visa, die einen längeren Aufenthalt ermöglichen.

Seit dem 18. Mai sei außerdem 43 russischen Staatsangehörigen eine Aufnahme aus humanitären Gründen zugesagt worden, teilte das Bundesinnenministerium der Zeitung mit. Von Kriegsbeginn bis zu diesem Zeitpunkt seien es vier gewesen. Im Mai hatte sich die Bundesregierung intern auf Erleichterungen für die Aufnahme von besonders gefährdeten Kreml-Kritikern aus Russland verständigt.

01.21 Uhr: Selenskyj: Kandidaten-Status für Ukraine wird auch EU stärker machen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat kurz vor wichtigen Weichenstellungen in Brüssel noch einmal für den EU-Beitritt seines Landes geworben. Er sei überzeugt, dass mit der Entscheidung über einen Kandidatenstatus für die Ukraine auch die Europäische Union gestärkt werden könne, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache in der Nacht zum Sonntag.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte bei einem Besuch in Kiew am Samstag angekündigt, dass die Auswertung des EU-Beitrittsantrags der Ukraine Ende der kommenden Woche abgeschlossen werde. Die Kommission soll eine Empfehlung mit Blick auf einen möglichen Beitrittskandidaten-Status für das Land abgeben - wobei eine Entscheidung darüber eine etwaige Aufnahme nicht vorwegnimmt und auch nicht mit einem Zeitrahmen verbunden ist.

+++ 11. Juni +++

19.31 Uhr: Weiter Kämpfe um Sjewjerodonezk

Die Kämpfe um die Großstadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine halten nach Angaben des ukrainischen Militärs weiter an. Die russische Armee habe die zivile Infrastruktur in der Stadt sowie im benachbarten Lyssytschansk und drei weiteren Orten beschossen, teilte der Generalstab der ukrainischen Armee auf Facebook mit. Die ukrainischen Soldaten widersetzten sich den Angriffen der Russen in Sjewjerodonezk. Im Vorort Metelkino sei ein Angriff erfolgreich abgewehrt worden, die russische Armee habe sich zurückgezogen, hieß es in dem Lagebericht. In einem weiteren Vorort hielten die Kämpfe an. Unabhängig sind die Angaben nicht zu überprüfen.

17. 32 Uhr: Mindestens 287 Kinder getötet

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Kiew mindestens 287 Kinder getötet worden. Mehr als 492 wurden verletzt, wie die Behörde mitteilte. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass zusätzlich zu den bereits bekannten Fällen in der Stadt Mariupol 24 weitere Kinder durch den wahllosen Beschuss vom russischen Militär ums Leben gekommen seien. Diese Zahlen seien nicht vollständig, da die Ermittlungen in den zurzeit umkämpften und den zeitweise von Russland besetzten und nun von der Ukraine zurückgewonnenen Gebieten noch anhielten.

15.09 Uhr: Ostbeauftragter gegen Embargo-Ausnahmen für Schwedt und Leuna

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider, hat Sonderregeln beim Öl-Embargo für die ostdeutschen Raffinerien Schwedt und Leuna eine Absage erteilt. „Wir haben eine gesamtstaatliche Verantwortung, da kann ich nicht sagen, nur weil ich hier im Osten bin, machen wir nicht mit“, sagte der SPD-Politiker der Süddeutschen Zeitung.

Aus der Entscheidung der Bundesregierung, aus dem russischen Öl auszusteigen, folge politische Verantwortung des Bundes für die Transformation, sagte Schneider. Der Prozess müsse „rechtsstaatlich sauber“ sein, „aber auch die Schwedter mitnehmen und den Beschäftigten klare, umsetzbare Perspektiven geben“.

11.04 Uhr: Seit Kriegsbeginn rund zehntausend deutsche Visa für Russen ausgestellt

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine haben etwa zehntausend Russinnen und Russen ein Visum für Deutschland bekommen. Von Anfang März bis Ende Mai seien etwa 3560 entsprechende Schengen-Visa ausgestellt worden, teilte das Auswärtige Amt der Welt am Sonntag mit. Hinzu kommen demnach 5530 nationale Visa, die einen längeren Aufenthalt ermöglichen.

Seit dem 18. Mai sei außerdem 43 russischen Staatsangehörigen eine Aufnahme aus humanitären Gründen zugesagt worden, teilte das Bundesinnenministerium der Zeitung mit. Von Kriegsbeginn bis zu diesem Zeitpunkt seien es vier gewesen. Im Mai hatte sich die Bundesregierung intern auf Erleichterungen für die Aufnahme von besonders gefährdeten Kreml-Kritikern aus Russland verständigt.

10.53 Uhr: Von der Leyen zu Gesprächen über EU-Beitrittsantrag in Kiew

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist am Samstag zu Gesprächen über den EU-Beitrittsantrag der Ukraine in Kiew eingetroffen. Die deutsche Spitzenpolitikerin wollte mit Präsident Wolodymyr Selenskyj unter anderem noch offene Punkte des Aufnahmegesuchs erörtern. Die EU-Kommission wird voraussichtlich kommenden Freitag ihre Einschätzung dazu veröffentlichen, ob der Ukraine der Status als Kandidat für einen EU-Beitritt gewährt werden sollte.

08.47 Uhr: Kliniken haben 220 Verletzte und Kranke aus Ukraine aufgenommen

Kliniken in Deutschland haben bislang mehr als 200 Kranke und Verletzte aus der Ukraine aufgenommen. Von insgesamt 620 Hilfeleistungsersuchen auf europäischer Ebene habe Deutschland bereits 220 Patienten zur Behandlung übernommen, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Samstag). „Mehr als 50 weitere Patientenübernahmen werden bald abgeschlossen sein.“

Die Aufnahme der Verletzten geschieht über das sogenannte „Kleeblatt-Verfahren“, bei dem Deutschland in fünf Regionen aufgeteilt ist. Von den 220 Patientinnen und Patienten seien 52 ins Kleeblatt Süd gebracht worden, das Bayern entspricht. 50 Menschen kamen ins Kleeblatt Nord mit den nördlichen fünf Bundesländern, 44 ins Kleeblatt Ost, 39 ins Kleeblatt West, das Nordrhein-Westfalen entspricht, und 35 ins Kleeblatt Südwest.

06.04 Uhr: Bürgermeister: Russen reißen in Mariupol Häuser mit Toten ab

Der von russischen Truppen aus Mariupol vertriebene Bürgermeister Wadym Boitschenko hat den Besatzern vorgeworfen, in der Stadt Mehrfamilienhäuser abzureißen, ohne zuvor die Leichen getöteter Bewohner zu bergen. Die Toten würden mit dem Schutt abtransportiert, schrieb Boitschenko am Freitag im Nachrichtendienst Telegram. In der wochenlang von russischen Truppen belagerten Hafenstadt seien 1300 Gebäude zerstört worden und unter den mehrstöckigen Häusern würden jeweils 50 bis 100 Tote vermutet. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Ukrainische Behörden schätzten die Zahl der in Mariupol getöteten Zivilisten noch vor der Eroberung durch russische Truppen auf bis zu 20.000.

06.00 Uhr: Russland händigt in ukrainischem Gebiet russische Pässe aus

Russland setzt seine Versuche fort, besetzte ukrainische Gebiete enger an sich zu binden. In den von russischen Truppen kontrollierten Teilen der Region Saporischschja sollen von Samstag an russische Pässe ausgehändigt werden. Die Empfänger würden danach als vollwertige Bürger Russlands betrachtet, sagte ein Mitglied der Besatzungsbehörden, Wladimir Rogow, dem Fernsehsender Rossija-24. Ihm zufolge haben dort mehr als 70 000 Menschen Anträge gestellt.

Präsident Wladimir Putin hatte im Mai das Verfahren für den Erhalt russischer Pässe vereinfacht. Russland verteilt sie auch in anderen besetzen Gebieten und führt dort auch den Rubel als Zahlungsmittel ein. Ukrainische Behörden werfen den Besatzern vor, Menschen in die russische Staatsbürgerschaft zu drängen und befürchten eine Annexion der besetzten Gebiete. Laut Arestowytsch wurde im besetzten Gebiet Cherson ein russischer General getötet, der eine Volksabstimmung über einen Anschluss an Russland habe durchführen sollen.

05.10 Uhr: Russland nicht in Wirtschafts- und Sozialrat der Uno gewählt

Russlands muss vorerst auf einen Sitz im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (Ecosoc) verzichten. In der UN-Vollversammlung in New York verfehlte Russland am Freitag in sechs Wahlrunden die erforderliche Zweidrittelmehrheit, eine siebte Wahlrunde soll erst kommende Woche stattfinden. Nach Angaben von Diplomaten wurde Russland für seinen Angriffskrieg in der Ukraine abgestraft.

In der ersten Wahlrunde wurden Slowenien und die Slowakei problemlos als Vertreter Osteuropas in den Wirtschafts- und Sozialrat gewählt. Gegen Russland trat dann aber Nordmazedonien an, so dass Russland nur 118 Stimmen der 193 UN-Mitgliedstaaten bekam. Im sechsten Wahlgang bekam Russland nur 99 Stimmen. Es gab zudem zwei Enthaltungen. Elf Länder nahmen nicht an der Abstimmung teil.

01.20 Uhr: Selenskyj-Berater: Bisher etwa 10.000 ukrainische Soldaten getötet

Etwa 10 000 Soldaten der ukrainischen Armee sind nach Angaben eines Beraters von Präsident Wolodymyr Selenskyj seit der russischen Invasion im Februar getötet worden. Die Zahl fiel am Freitag in einem der regelmäßigen Youtube-Videointerviews des Präsidenten-Vertrauen Olexij Arestowytsch mit dem russischen Oppositionellen Mark Feygin.

Diese Woche hatte Verteidigungsminister Olexij Resnikow gesagt, dass aktuell täglich bis zu 100 ukrainische Soldaten getötet würden. Arestowytsch sagte darüber hinaus, dass auf ukrainischer Seite auch zu Beginn des Krieges rund 100 Militärangehörige pro Tag gestorben seien. Auf Feygins Frage, ob man also von rund 10 000 getöteten Soldaten insgesamt ausgehen könne, antwortete er: „Ja, so in etwa“.

Weder von der Ukraine, noch von Russland gab es bisher erschöpfende Angaben zu den Verlusten in dem am 24. Februar begonnenen Krieg. Laut Arestowytsch werden dauerhaft mehr russische als ukrainische Soldaten getötet. Am Freitag seien die Angriffe der ukrainische Artillerie mit westlicher Munition besonders effizient gewesen, sagte er und nannte die Schätzung von rund 600 getöteten russischen Soldaten.

+++ 10. Juni +++

21.26 Uhr: Estland bestellt wegen Putin-Äußerungen Botschafter ein

Estland hat aus Protest gegen Äußerungen von Kremlchef Wladimir Putin zur Geschichte des baltischen Landes den russischen Botschafter einbestellt. Der russische Präsident hatte in einer Rede eine Anspielung auf die Eroberung der Stadt Narva im 18. Jahrhundert gemacht. Das estnische Außenministerium in Tallinn sprach am Freitag von „völlig inakzeptablen“ Äußerungen.

Putin hatte am Donnerstag den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit dem Großen Nordischen Krieg unter Zar Peter I. verglichen und von einer Rückholaktion russischer Erde gesprochen. Peter I. habe das Gebiet um die heutige Millionenstadt St. Petersburg nicht von den Schweden erobert, sondern zurückgewonnen. Gleiches gelte in ähnlicher Weise auch für Narva, das direkt an der Grenze zur Russland liegt.

Mit knapp 60.000 Einwohnern ist Narva drittgrößte Stadt des EU- und Nato-Mitglieds Estland. Viele Einwohner haben russische Wurzeln.

17.50 Uhr: Slowakei repariert und modernisiert ukrainische Militärtechnik

Die ukrainische Armee kann beschädigte Militärtechnik künftig in einer grenznahen Rüstungsfirma in der Ostslowakei reparieren lassen. Wie der slowakische Verteidigungsminister Jaroslav Nad bei einem Betriebsbesuch am Freitag der Nachrichtenagentur TASR sagte, werden die Rüstungsgüter in der Staatsfirma in Moldava nad Bodvou nicht nur repariert, sondern auch modernisiert. Grundlage dafür sei ein zwischen beiden Ländern abgeschlossener Geschäftsvertrag, erklärte Nad. Er machte keine weiteren Angaben, für welche Art von Militärtechnik die Vereinbarung gilt.

Bekannt ist die Staatsfirma Konstrukta-Defence vor allem für die von ihr produzierte Panzerhaubitze Zuzana 2, die demnächst auch an die Ukraine geliefert werden soll. Die Service- und Reparaturabteilung des Unternehmens sei vor allem auf Reparaturen von Artillerie- und Raketentechnik spezialisiert, erläuterte ihr Generaldirektor Alexander Gursky der TASR.

Nachdem das Nato-Land der Ukraine unter anderem sein einziges Raketenabwehrsystem geschenkt hat, ist derzeit die Übergabe von Kampfflugzeugen des sowjetischen Typs MiG-29 in Vorbereitung.

17.01 Uhr: Frankreich zu Einsatz für ein Ende der Blockade des Hafens von Odessa bereit

Frankreich will sich an einem möglichen Einsatz zum Beenden der Blockade des ukrainischen Hafens von Odessa beteiligen. Ziel sei es, Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen, um das in der Ukraine gelagerte Getreide zu exportieren, teilte der Elysée-Palast am Freitag mit. Frankreich strebe einen „Sieg der Ukraine“ an, hieß es weiter. Präsident Emmanuel Macron will in der kommenden Woche Rumänien und Moldau besuchen.

Für einen Besuch des Präsidenten in Kiew gebe es noch keinen Termin, teilte der Elysée weiter mit. Macron hatte mehrfach betont, dass er in die ukrainische Hauptstadt reisen wolle, sobald es nützlich sei.

Frankreich hatte in Rumänien im Mai ein neues Boden-Luft-Abwehrsystem stationiert, das den Nato-Stützpunkt sichern sollte. Die Nato hatte im März angekündigt, vier zusätzliche Kampfeinheiten an die Ostflanke zu entsenden, neben Rumänien auch in die Slowakei, nach Ungarn und Bulgarien.

16.18 Uhr: Polen will Getreide-Transport aus der Ukraine ausweiten

Polen will die Möglichkeiten zum Transport von Getreide aus der Ukraine ausweiten. „Wenn wir sehr intensiv daran arbeiten, können wir in nächster Zeit auf 1,5 Millionen Tonnen pro Monat kommen“, sagte Landwirtschaftsminister Henryk Kowalczyk am Freitag nach einem Treffen mit EU-Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski. Gegenwärtig sei man dabei, die Abfertigungskapazitäten an den polnisch-ukrainischen Grenzübergängen zu erhöhen.

Die Ukraine habe die Erwartung geäußert, auf dem Landweg über Polen bis zu fünf Millionen Tonnen Getreide ausführen zu können. Dies sei aber nicht zu schaffen, da Polen dafür technisch nicht vorbereitet sei, räumte Kowalczyk ein. Das größte Problem sei die unterschiedliche Spurbreite der Eisenbahnen – in der Ukraine sind Gleise in russischer Breitspur verlegt. Außerdem mangele es an Containern für den Transport, sagte Polens Landwirtschaftsminister weiter. Er habe deshalb bei seinem Treffen mit Bundesagrarminister Cem Özdemir am Donnerstag diesen gebeten, dass Deutschland mit Containern aushelfe.

14.58 Uhr: Gouverneur: Zum Tod verurteilte Briten waren reguläre Soldaten

Die beiden von prorussischen Separatisten zum Tode verurteilten Briten in der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben reguläre Soldaten. „Alle Leute, die kommen, um auf der ukrainischen Seite zu kämpfen, unterzeichnen Dokumente der Streitkräfte, wodurch sie einen offiziellen Status erlangen“, sagte der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, am Freitag dem Sender BBC Radio 4. „Deshalb unterliegen sie der Genfer Konvention, wenn sie in Kriegsgefangenschaft geraten.“ Sie dürften deshalb nicht zum Tode verurteilt werden, auch wenn sie keine Ukrainer sind, sagte Hajdaj. Die Männer waren am Donnerstag gemeinsam mit einem Marokkaner als Söldner zum Tode verurteilt worden.

Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf sprach auch von Kriegsgefangenen, die Anspruch auf Schutz hätten. „Prozesse gegen Kriegsgefangene sind Kriegsverbrechen“, sagte eine Sprecherin in Genf.

Die beiden Briten im Alter von 28 und 48 Jahren hatten sich nach wochenlangen Kämpfen in der südostukrainischen Hafenstadt Mariupol prorussischen Truppen ergeben. Sie lebten laut Medienberichten schon vor dem Krieg in der Ukraine und heirateten dort auch. Die britische Außenministerin Liz Truss sprach von einem „Scheinurteil ohne jegliche Legitimität“.

14.10 Uhr: Wann bekommt die Ukraine Waffen aus Deutschland – Regierung bleibt vage

Die Bundesregierung hält sich ungeachtet ukrainischer Forderungen nach mehr Klarheit beim Zeitpunkt der Lieferung schwerer Waffensysteme an das von Russland angegriffene Land weiterhin bedeckt. Aus organisatorischen Gründen und wegen Sicherheitsfragen sei es heikel, über Zeitpläne zu sprechen, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit.

Die Bundesregierung habe die Lieferung schwerer Waffen zugesagt, betonte er. Hebestreit erinnerte an die geplante Lieferung etwa von Flugabwehrpanzern Gepard, der Panzerhaubitze 2000, des Flugabwehrsystems Iris-T und oder des Mehrfachraketenwerfer Mars. Er verstehe zwar die Ungeduld, aber diese Fragen müssten geklärt und sehr gründlich geprüft werden, „bevor man eine Aussage trifft, die man dann womöglich nicht halten kann“.

13.55 Uhr: Finnland will robusteren Zaun zu Russland

Finnland will vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs die Grenzbarrieren zum Nachbarland Russland verstärken. Das Land müsse sich vor „hybriden Bedrohungen“ schützen, sagte Anne Ihanus, die leitende Beraterin im finnischen Innenministerium, der Nachrichtenagentur AFP. Geplant sei ein „robuster Zaun mit echter Barrierewirkung“, erläuterte Sanna Palo, Leiterin der Rechtsabteilung des finnischen Grenzschutzes. Dahinter steht die Sorge, Moskau könnte Migrationsbewegungen nutzen, um politischen Druck auszuüben.

Bislang wird die 1300 Kilometer lange Grenze zu Russland in erster Linie durch leichte Holzzäune geschützt. Der Krieg in der Ukraine habe zur „Dringlichkeit“ der Angelegenheit beigetragen, sagte Ihanus. Der geplante Grenzzaun werde sich „aller Wahrscheinlichkeit nach“ nicht über die gesamte Grenze erstrecken.

12.09 Uhr: Russen berichten von neuen Angriffen

Die russischen Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge in der Nacht einen Flughafen und eine Panzerfabrik im Osten der Ukraine angegriffen. „Auf dem Flughafen Dnipro wurde mit hochpräzisen Boden-Luft-Raketen Luftfahrtechnik der ukrainischen Streitkräfte vernichtet, im Raum Charkiw Produktionskapazitäten zur Reparatur von Waffentechnik“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

10.59 Uhr: Lauterbach und Özdemir: Zwei deutsche Spitzenpolitiker besuchen die Ukraine

Bundesagrarminister Cem Özdemir ist in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu Gesprächen mit seinem Amtskollegen Mykola Solskyj zusammengekommen. Zentrale Themen sollen zum einen Hilfen zur Stabilisierung der Landwirtschaft in der Ukraine und zum anderen mögliche Exportwege für ukrainisches Getreide abseits der Schiffsrouten über das Schwarze Meer sein. Die dortigen Häfen werden von Russland blockiert.

Özdemir will anschließend auch Landwirtschaftsbetriebe besuchen, um sich ein Bild von der Lage auf den Höfen und dem aktuellen Bedarf der ukrainischen Agrarbranche zu machen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist indes im westukrainischen Lwiw angekommen. Er nimmt dort Angaben seines Ministeriums zufolge an einer Geberkonferenz für den Aufbau eines Reha-Zentrums für Kriegsversehrte teil. Zudem wolle Lauterbach mehrere Krankenhäuser vor Ort besuchen. „Kinder treten auf Minen, verlieren Gliedmaßen“, sagte der SPD-Politiker. „Die humanitären Folgen“ dieses Krieges seien „unermesslich.“ Deshalb helfe Deutschland auch gezielt bei der Gesundheitsversorgung der Menschen.

Karl Lauterbach mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wiktor Ljaschko in Lwiw. BMG

08.02 Uhr: Melnyk will Klarheit in Sachen Waffenlieferungen

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat im „Tagesspiegel“ erneut auf zügige Waffenlieferungen aus Deutschland gedrängt und gleichzeitig kritisiert, wann die Bundesregierung bislang zugesicherte Waffensysteme ausliefern werde.

Es gebe bisher keinerlei Klarheit, wann die Mehrfachraketenwerfer Mars aus Beständen der Bundeswehr übergeben werden, sagte Melnyk. Dabei würden die ukrainischen Truppen diese Ausrüstung dringend benötigen, „um die ukrainische Zivilbevölkerung vor barbarischen Angriffen Russlands zu schützen“. Man müsse dringend die „enorme militärische Überlegenheit“ Russlands brechen.

06.01 Uhr: Ukraine hat ein Problem mit dem Nachschub

Laut dem Militärexperten Gustav Gressel, der mit den Tagesthemen sprach, mangle es der ukrainischen Armee auch mehr als 100 Tage nach Beginn des russischen Angriffskrieges nicht an Eifer und Kämpfern, dafür aber zunehmend bei der Feuerkraft und Mobilität. Für erfolgreiche Gefechte seien zum Beispiel Kampf- und Schützenpanzer sowie Artilleriegeschütze nötig. Doch die komme aus dem Westen nur zäh, wenig und langsam, so der Experte beim European Council On Foreign Affairs in Berlin.

Wenn man sich vor Augen führe, dass die Frontlinie rund 1000 Kilometer lang sei und an verschiedenen Orten intensiv gekämpft werde, relativiere sich auch die Anzahl von etwa 90 US-Haubitzen. „Die verlieren sich in einem so großen Land in der Landschaft sehr schnell.“

+++ 9. Juni +++

22.12 Uhr: Schlacht um Sjewjerodonezk: „Sie sterben wie die Fliegen“

Die russischen Truppen erleiden ukrainischen Angaben zufolge beim Kampf um die strategisch wichtige Stadt Sjewjerodonezk erhebliche Verluste. „Die Russen haben wesentlich mehr Verluste als die Ukrainer“, teilte der Luhansker Gouverneur Serhij Hajdaj am Donnerstag bei Facebook mit. Das Verhältnis liege „bei eins zu zehn“. Zu ukrainischen Verlusten könne er keine Angaben machen.

Die russische Armee habe die Überreste von Einheiten aus der Teilrepublik Burjatien im Fernen Osten Russlands abgezogen, meinte Hajdaj. „Sie sterben wie die Fliegen.“ Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

22.05 Uhr: Putin vergleicht seine Politik mit Peter dem Großen

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht Parallelen zwischen seiner Politik und jener Peters des Großen während dessen Krieg gegen Schweden im 18. Jahrhundert. Putin sagte am Donnerstag nach einem Besuch einer Ausstellung zum 350. Geburtstag Peters des Großen in Moskau, es könne der Eindruck entstehen, dass der Zar etwas „an sich gerissen“ habe, indem er gegen Schweden kämpfte. Doch Peter der Große habe „nichts genommen, er hat es zurückgeholt“, fügte Putin hinzu.

Als Peter der Große St. Petersburg gegründet und zur russischen Hauptstadt ernannt habe, habe „keines der Länder in Europa dieses Gebiet als zu Russland gehörend anerkannt“, sagte Putin nach dem Besuch der Ausstellung „Peter der Große: Geburt eines Reiches“ vor russischen Jungunternehmern. „Alle haben es als Teil Schwedens betrachtet. Aber seit Menschengedenken haben dort Slawen Seite an Seite mit finno-ugrischen Völkern gelebt.“

Das „Zurückholen und die Stärkung“ sei auch heute Aufgabe der Verantwortlichen in Russland, führte der Kreml-Chef, offenbar in Anspielung auf die Offensive in der Ukraine, aus. „Ja, es hat Zeiten in der Geschichte unseres Landes gegeben, in denen wir gezwungen waren, uns zurückzuziehen - aber nur, um unsere Stärke wiederzuerlangen und nach vorne zu gehen.“

16.15 Uhr: Separatisten verurteilen zwei Briten und einen Marokkaner in ukrainischer Armee zum Tod

Das Oberste Gericht der separatistischen sogenannten Donezker Volksrepublik (DVR) hat drei ausländische Kämpfer in den Reihen der ukrainischen Streitkräfte als Söldner zum Tode verurteilt. Die Todesstrafe werde für „alle Verbrechen zusammengenommen“ verhängt, heißt es laut der russischen Nachrichtenagentur Tass in der Urteilsbegründung. Bei den Angeklagten handelt es sich um zwei Briten und einen Marokkaner. Sie können innerhalb eines Monats gegen das Urteil noch Berufung einlegen.

15.17 Uhr: Johnson: Dürfen Ukraine nicht zu nachteiligem Friedensabkommen drängen

Der britische Premierminister Boris Johnson hat westliche Staaten davor gewarnt, die Ukraine zu einem Friedensabkommen zu ihrem Nachteil mit Russland zu drängen. Versuche, der Ukraine einen „schlechten Frieden“ mit territorialen Zugeständnissen an Russland aufzuzwingen, seien „moralisch abstoßend“, sagte Johnson am Donnerstag in einer Rede in Blackpool. „Wir sind einfach nicht in der Position, ihnen zu sagen, was sie tun sollen.“

Die Ukrainer seien „die Opfer“ in diesem Krieg und hätten „das absolute Recht, ein freies und unabhängiges Land zu verteidigen“, fügte der Premierminister hinzu. Gegen wen sich seine Kritik richtete, sagte er nicht.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte jedoch vergangene Woche erklärt, westliche Staaten sollten Russland nicht „demütigen“, um weiterhin einen diplomatischen „Ausweg“ zu ermöglichen. Die Äußerungen hatten insbesondere in osteuropäischen Staaten Kritik hervorgerufen.

14.13 Uhr: Kriegverletzungen: Lauterbach reist in die Ukraine

Nach Außenministerin Baerbock von den Grünen will nun auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach in die Ukraine fahren. Im Deutschlandfunk kündigte der SPD-Politiker an, er werde deutsche Hilfe bei der Versorgung von Kriegsverletzten anbieten. Dabei gehe es um Behandlungen in Deutschland, aber auch Unterstützung bei der Versorgung Schwerstverletzter in der Ukraine, etwa mit Verbrennungen oder amputierten Gliedmaßen.

14.07 Uhr: Kreml – Keine weiteren Gas-Lieferstopps geplant

Polen, Bulgarien, Finnland, die Niederlande und Dänemark erhalten kein Gas mehr aus Russland - weitere Länder sollen Kreml-Angaben zufolge aber nicht hinzu kommen. Auf die Frage, ob neue Gas-Lieferstopps geplant seien, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge: „Nein. Das System funktioniert, das System wurde angepasst, und diejenigen, die Gas erhalten, arbeiten bereits nach dem neuen System.“

Kremlchef Wladimir Putin hatte Ende März ein neues Zahlungssystem angeordnet - als Reaktion auf die Sanktionen des Westens im Zuge von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das Verfahren sieht vor, dass Kunden bei der staatlichen russischen Gazprombank ein sogenanntes K-Konto eröffnen. Dort können sie wie bisher ihre Rechnungen in Euro oder Dollar begleichen, die Bank konvertiert das Geld in Rubel und überweist es an Gazprom.

13.37 Uhr: Deutschland und Polen wollen Ukraine bei Getreideexport helfen

Deutschland und Polen wollen die Ukraine gemeinsam beim Export von Getreide unterstützen. Er habe mit seinem polnischen Amtskollegen Henryk Kowalczyk darüber beraten, wie Deutschland konkret bei der Abfertigung der Transporte helfen könne, sagte Bundesagrarminister Cem Özdemir am Donnerstag nach dem Treffen in Warschau. Die Schwierigkeit sei, das Getreide aus der Ukraine herauszukriegen, „weil wir nicht in der Lage sind, die Menge, um die es da geht, über die Alternativrouten abzutransportieren“, betonte der Grünen-Politiker. Deshalb sei es besonders wichtig, der Ukraine bei der Zurückgewinnung ihrer Souveränität zu helfen, damit sie so schnell wie möglich wieder als Produzent auf dem Weltmarkt agieren könne.

Die Ukraine ist einer der größten Getreideproduzenten der Welt. Russland unterbindet in der Ukraine die Ausfuhr von 20 Millionen Tonnen Getreide vor allem nach Nordafrika und Asien, ein Großteil davon im Hafen von Odessa.

13.10 Uhr: Im Donbass sterben täglich bis zu hundert ukrainische Soldaten

Die Ukraine verzeichnet in den Kämpfen mit der russischen Armee Tag für Tag „bis zu hundert getötete Soldaten und bis zu 500 verwundete“ Soldaten. Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow erklärte am Donnerstag, die Lage an den Frontlinien in der östlichen Donbass-Region sei schwierig.

„Der Kreml übt weiter Druck mit schierer Masse aus, gerät ins Stolpern, stößt auf starken Widerstand und erleidet hohe Verluste“, hieß es in der in Onlinediensten veröffentlichten Erklärung Resnikows.

Insbesondere rund um die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk liefern sich beide Seiten derzeit heftige Gefechte im Donbass. Es sind die letzten Städte der Region Luhansk, die Russland noch nicht erobert hat.

Die Einnahme der beiden Städte würde Moskau den Vormarsch auf die Großstadt Kramatorsk in der Region Donezk ermöglichen. Der Kreml käme damit seinem Ziel der vollständigen Eroberung des Donbass einen entscheidenden Schritt näher.

11.36 Uhr: Minister will russische Oligarchen in bestimmten Fällen enteignen

Bundesjustizminister Marco Buschmann hat sich offen dafür gezeigt, russische Oligarchen zu enteignen und deren Vermögen für den Wiederaufbau der Ukraine zu nutzen. Man müsse einen Unterschied zwischen staatlichem und privatem Vermögen machen, sagte der FDP-Politiker am Donnerstag am Rande eines EU-Treffens in Luxemburg. Bei Privatvermögen bestehe die Möglichkeit, Vermögensgegenstände „abzuschöpfen“. Voraussetzung sei, dass vor Gericht nachgewiesen werde, dass Verdächtige etwa an Kriegsverbrechen oder der illegalen Kriegsführung beteiligt waren.

Russland sei für schreckliche Kriegsschäden in der Ukraine verantwortlich, sagte Buschmann. Der Wiederaufbau des Landes werde viel Geld kosten. „Das wird die Ukraine nicht alleine machen können.“ Deshalb müsse darüber diskutiert werden, wie man Russland daran beteilige. Die EU-Kommission hatte im vergangenen Monat vorgeschlagen, das Umgehen von Sanktionen in allen EU-Staaten als Straftat zu definieren. In derlei Fällen sollten Oligarchen enteignet werden können.

09.02 Uhr: Russen beschießen Chemiefabrik in Sjewjerodonezk

Im Osten der Ukraine setzen russische Truppen nach ukrainischen Angaben ihre Angriffe auf Wohn- und Industriegebiete in der schwer umkämpften Stadt Sjewjerodonezk fort. Durch den Beschuss der Chemiefabrik Azot seien vier Menschen getötet worden, schrieb der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, am Donnerstag im sozialen Netzwerk Telegram. Die Anlage wird nach ukrainischen Angaben von Hunderten Zivilisten als Luftschutzbunker genutzt. Eine vergleichbare Einkesselung durch russische Truppen wie bis vor kurzem in der Hafenstadt Mariupol drohe derzeit jedoch nicht.

Von russischer und prorussischer Seite wird immer wieder der Vorwurf geäußert, die Ukrainer hätten die Zivilisten in die Azot-Keller gelockt und das Gelände dann vermint. Belege dafür gibt es nicht. Mehr als 90 Prozent des Luhansker Gebiets, in dem Sjewjerodonezk liegt, ist von Russland bereits besetzt. Der russische Angriffskrieg auf das Nachbarland dauert inzwischen schon dreieinhalb Monate. Die Angaben der Kriegsparteien können oft nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.

07.01 Uhr: Berichte über Tote und Verletzte bei russischen Angriffen

Bei Angriffen auf ukrainische Orte sind den Behörden zufolge mehrere Zivilisten getötet oder verwundet worden. Der Gouverneur des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, machte Russland für vier Tote und fünf Verletzte in dem von Regierungstruppen kontrollierten Teil der Region im Osten des Landes verantwortlich. „Die Lage bleibt schwierig. Die Frontlinie steht unter ständigem Beschuss“, teilte Kyrylenko mit. Die ukrainische Armee sprach von sieben abgewehrten russischen Angriffen im Donbass. Dabei seien 31 Kämpfer getötet und mehrere gepanzerte Fahrzeuge zerstört worden. Das russische Militär habe beim Beschuss ukrainischer Orte etwa 20 Häuser sowie zwei Schulen und eine Bahnstation zerstört. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

06.34 Uhr: Gesandter Selenskyjs rechnet mit EU-Kandidatenstatus für Ukraine

Selenskyjs Sondergesandter für eine EU-Beitrittsperspektive hat sich nach Gesprächen in Berlin zuversichtlich gezeigt, dass sein Land den Kandidatenstatus für die Europäische Union erhalten wird. Wenn die EU-Kommission in der kommenden Woche eine entsprechende Empfehlung abgebe, gehe er von einer Zustimmung der 27 Mitgliedstaaten bei ihrem Gipfeltreffen am 23. und 24. Juni in Brüssel aus, sagte der Minister für regionale Entwicklung, Oleksij Tschernyschow, der dpa. Er rechne auch mit einer Zustimmung Deutschlands. Die Bundesregierung war bisher noch zurückhaltend. Vom Kandidatenstatus bis zur EU-Mitgliedschaft dauert es in der Regel noch viele Jahre.

06.12 Uhr: Russland isoliert

Wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine bleibt Russland im Arktischen Rat isoliert. „Wir beabsichtigen eine begrenzte Wiederaufnahme unserer Arbeit im Arktischen Rat in Projekten, die keine Beteiligung der Russischen Föderation beinhalten“, teilten die restlichen Mitglieder Schweden, Dänemark, Finnland, Island, Kanada, Norwegen und die USA mit.

Anfang März hatten die Regierungen der Länder mitgeteilt, dass sie ihre Teilnahme an Aktivitäten des Rats aussetzen. Russland hält derzeit den Vorsitz im Arktischen Rat. Das Gremium gilt als wichtigstes Forum zur Zusammenarbeit in der Region rund um den Nordpol. Deutschland hat einen Beobachterstatus. „Entscheidungen im Namen des Arktischen Rates, die ohne unser Land angenommen werden, sind illegitim und verletzen das vorgesehene Konsensprinzip“, kritisierte Russlands Botschafter in den USA, Anatoli Antonow.

+++ 8. Juni +++

19.56 Uhr: Sjewjerodonezk in Ostukraine weitgehend unter russischer Kontrolle

Nach wochenlangen schweren Kämpfen befindet sich die strategisch wichtige Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine nach Angaben des ukrainischen Gouverneurs der Region Luhansk „weitgehend“ unter russischer Kontrolle. „Das Industriegebiet gehört noch immer uns, dort gibt es keine Russen“, erklärte der Gouverneur Serhij Gajdaj am Mittwoch im Messengerdienst Telegram. „Enorme Zerstörungen“ gebe es auch im benachbarten Lyssytschansk, fügte er hinzu.

Sjewjerodonezk war neben Lyssytschansk zuletzt die letzte größere Stadt in der Region Luhansk, die noch von der Ukraine kontrolliert wurde. Gajdaj hatte am Mittwoch im Sender 1+1 gesagt, die Verteidigung von Sjewjerodonezk gegen die russischen Truppen gleicher einer „Mission Impossible“. Die russische Armee bombardiere die Stadt „rund um die Uhr“.

19.01 Uhr: UN: Russischer Krieg bringt nie dagewesene Welle von Hunger und Elend

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat laut den UN verheerende und sich beschleunigende Auswirkungen auf die Menschheit. Der Waffengang drohe zusammen mit anderen Krisen eine noch nie dagewesene Welle von Hunger und Elend auszulösen, erklärte UN-Generalsekretär António Guterres bei der Vorstellung eines Experten-Berichts am Mittwoch in New York.

Soziales und wirtschaftliches Chaos könnten die Folge sein. Das Welternährungsprogramm schätze, dass wegen des Krieges im Jahr 2022 bis zu 47 Millionen Menschen mehr hungern könnten.

17.23 Uhr: Russland bleibt im Arktischen Rat wegen Ukraine-Krieg isoliert

Wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine bleibt Russland im Arktischen Rat isoliert. „Wir beabsichtigen eine begrenzte Wiederaufnahme unserer Arbeit im Arktischen Rat in Projekten, die keine Beteiligung der Russischen Föderation beinhalten“, teilten die restlichen Mitglieder Schweden, Dänemark, Finnland, Island, Kanada, Norwegen und die USA am Mittwoch mit. Anfang März hatten die Regierungen der Länder mitgeteilt, dass sie ihre Teilnahme an Aktivitäten des Rats aussetzen.

Russland hält derzeit den Vorsitz im Arktischen Rat. Das Gremium gilt als wichtigstes Forum zur Zusammenarbeit in der Region rund um den Nordpol. Deutschland hat einen Beobachterstatus.

15.19 Uhr: US-Diplomatin – Ukraine-Krieg war Deutschlands 11. September

Eine US-Topdiplomatin hat die politischen Folgen des Ukraine-Kriegs für Deutschland mit denen der Anschläge vom 11. September 2001 für die USA verglichen. „Das war sicherlich Deutschlands 9/11“, sagte die Top-Diplomatin des US-Außenministeriums für Europa, Karen Donfried, am Mittwoch vor Journalisten in Washington. Sie verwies auf die „Zeitenwende“-Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Kriegsbeginn, bei der er unter anderem mit der Regel gebrochen habe, dass Deutschland keine Waffen in Konfliktgebiete liefert. Donfried begrüßte auch die Steigerung der Verteidigungsausgaben durch die Bundesregierung.

Ihr habe zunächst ein europäischer Kollege gesagt, der 24. Februar - der Beginn der russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine - sei „Europas 9/11“, sagte Donfried. „Ich denke, dass das im Fall von Deutschland besonders zutreffend war.“ Mehrere aufeinanderfolgende US-Regierungen hätten sich gewünscht, dass Deutschland eine größere Rolle bei der Sicherheitspolitik spielt. „Deutschland ist natürlich seit Jahrzehnten ein wichtiger Verbündeter und Partner“, sagte die Diplomatin. „Und wir glauben, dass das deutsche Engagement eine Kraft für das Gute ist. Daher begrüßen wir diese Entscheidungen sehr.“

12.40 Uhr: Ukraine lehnt Minen-Räumung vor Hafen von Odessa ab

Aus Angst vor russischen Angriffen ist die Ukraine nach eigenen Angaben nicht dazu bereit, den Hafen von Odessa von Minen zu befreien, um den Export von Getreide zu ermöglichen. „Sobald die Zufahrt zum Hafen von Odessa von Minen geräumt wird, wird die russische Flotte dort sein“, sagte der Sprecher der Regionalverwaltung von Odessa, Serhij Bratschuk, in einer Videobotschaft im Online-Dienst Telegram.

Russland werde nach einer Entfernung der Minen Odessa „angreifen wollen“, es „träume davon“, Soldaten dort per Fallschirm landen zu lassen. Bratschuk veröffentlichte seine Erklärung kurz vor dem Treffen zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu in Ankara am Mittwoch, in dem es um Möglichkeiten für den Export von Getreide aus ukrainischen Häfen ging.

12.00 Uhr: Russland gibt Ukraine Schuld an Getreideblockade

Im Streit um die Blockade von ukrainischem Getreide in Häfen am Schwarzen Meer hat Russland jegliche Schuld von sich gewiesen. Außenminister Sergej Lawrow machte bei einem Besuch in der Türkei am Mittwoch die Ukraine selbst dafür verantwortlich. Die Ukraine weigere sich bislang, ihre Häfen zu entminen oder anderweitig Durchfahrten von Frachtschiffen zu gewährleisten, sagte Lawrow nach einem Treffen mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu in Ankara. Konkrete Ergebnisse wie etwa die Einrichtung eines Sicherheitskorridors brachte das Treffen nicht.

„Wir sind bereit, die Sicherheit von Schiffen zu gewährleisten, die die ukrainischen Häfen verlassen“, sagte Lawrow weiter. Mit Blick auf die Ukraine fügte er hinzu: „Wenn sie jetzt – wie uns unsere türkischen Freunde sagen – bereit ist, entweder Minen zu räumen oder den Durchgang durch Minenfelder zu gewährleisten, dann hoffen wir, dass dieses Problem gelöst wird.“ Cavusoglu sagte, die Türkei befürworte einen Plan der Vereinten Nationen, der alle drei Länder einbeziehe. Kiew und Moskau müssten dem aber noch zustimmen.

Faktisch blockiert die russische Marine seit Beginn des Angriffskriegs auf das Nachbarland vor mehr als drei Monaten die ukrainischen Schwarzmeer-Häfen. Kiew traut den Moskauer Zusagen einer sicheren Passage nicht. Lawrow spielte die weltweite Sorge vor Hungerkrisen herunter. Das Problem beim Export von ukrainischem Getreide werde vom Westen als „universelle Katastrophe“ eingestuft, obwohl der ukrainische Anteil an der weltweiten Produktion von Weizen und anderen Getreidearten weniger als ein Prozent ausmache.

11.03 Uhr: Moskau meldet hohe Verluste für ukrainisches Militär im Donbass

Die ukrainischen Streitkräfte verzeichnen nach russischen Angaben hohe Verluste bei den Kämpfen um die Region Donbass im Osten des Landes. Allein bei Gefechten um die Stadt Swjatohirsk habe die Ukraine innerhalb von drei Tagen mehr als 300 Kämpfer verloren, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Mittwoch in Moskau. Zudem seien 15 Kampffahrzeuge und 36 Waffensysteme zerstört worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Der Generalleutnant berichtete auch von russischen Raketenangriffen auf eine Panzerfabrik in Charkiw. Im Gebiet um die Millionenstadt seien zudem mehrere Gefechtsstände und Truppenansammlungen sowie Stellungen von Raketenwerfern mit Luft-Boden-Raketen beschossen worden. Darüber hinaus habe Russland seine taktische Luftwaffe, die Raketenstreitkräfte und Artillerie in den Gebieten Donezk und Luhansk sowie im südukrainischen Saporischschja eingesetzt. Insgesamt habe die Ukraine binnen 24 Stunden mehr als 480 Soldaten verloren.

09.56 Uhr: Norwegen liefert 22 Panzerhaubitzen an Ukraine

Norwegen hat der Ukraine 22 Panzerhaubitzen des Typs M109 sowie Munition und Ersatzteile geliefert. Die Entwicklung des Krieges mache es erforderlich, dem von Russland angegriffenen Land nun auch schwerere Waffen zu schicken, sagte Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram am Mittwoch in Oslo. Eine Panzerhaubitze ist ein schweres Artilleriesystem mit einer Kanone auf einem Kettenfahrzeug, ähnlich einem Panzer.

Aus Sicherheitsgründen sei die Lieferung nicht vorab angekündigt worden, sagte der Minister. Die Ausbildung der ukrainischen Soldaten an den Waffen habe in Deutschland stattgefunden. Norwegen selbst ersetzte die Waffensysteme nach diesen Angaben mit neuer Ausrüstung aus Südkorea.

06.50 Uhr: Das ist passiert, während Sie geschlafen haben

Seit 105 Tage dauert der brutale Angriffskrieg Putins in der Ukraine an - und vor allem im Osten des Landes gehen die erbitterten Kämpfe in der Ostukraine gehen weiter. Trotz ihrer Überlegenheit haben die russischen Truppen nach Darstellung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bisher keinen Durchbruch erzielt. „Die Situation an der Front hat in den letzten 24 Stunden keine wesentlichen Änderungen erfahren“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft am Dienstag. Hier lesen Sie die große Zusammenfassung der Ereignisse aus der Nacht - und erfahren, was heute wichtig wird. >>

+++ 7. Juni +++

19.25 Uhr: Polen unterzeichnet Waffenexportvertrag mit Ukraine

Polen unterzeichnet nach Angaben von Regierungschef Mateusz Morawiecki gerade einen umfangreichen Vertrag über die Lieferung von Waffen an die Ukraine. Es handele sich um „einen der größten, wenn nicht den größten Waffenexportvertrag der vergangenen dreißig Jahre“, sagte Morawiecki am Dienstag bei einem Besuch bei dem Rüstungsunternehmen Huta Stalowa Wola im Südosten des Landes. Die polnischen Waffen würden sehr wichtig für die Kampfgebiete im Osten der Ukraine sein, fügte Morawiecki hinzu.

Um welche Art von Waffen es sich genau handelt und welchen Umfang der Waffendeal hat, sagte Polens Regierungschef nicht. Bei der Ankündigung vor der Presse posierten er und Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak aber vor einer Reihe von Panzerhaubitzen des Typs Krab, die in Stalowa Wola hergestellt werden.

Morawieckis Kanzlei twitterte zeitgleich ein Bild von der Panzerhaubitze mit einer Übersicht ihrer Eigenschaften. Die maximale Schussreichweite der schweren Waffe beträgt 40 Kilometer, sie kann in einer Minute sechsmal feuern.

16.18 Uhr: Baltenstaaten fordern EU-Kandidatenstatus für Ukraine

Die baltischen Staaten haben sich nachdrücklich dafür stark gemacht, die von Russland angegriffene Ukraine zügig zum EU-Beitrittskandidaten zu machen. „Eine wichtige politische Botschaft, die wir so schnell wie möglich senden müssen, ist die Zuerkennung des EU-Kandidatenstatus für die Ukraine. Es ist an der Zeit klarzustellen, dass die Ukraine in die Europäische Union gehört“, sagte der litauische Staatspräsident Gitanas Nauseda am Dienstag nach Gesprächen mit Bundeskanzler Olaf Scholz in Vilnius. „Wir haben kein moralisches Recht, diesen Augenblick zu verpassen. Die Ukraine verteidigt dieses Recht mit ihrem Blut.“

Auch die Regierungschefs von Lettland und Estland, Krisjanis Karins und Kaja Kallas, forderten nach dem Treffen mit Scholz und Nauseda eine klare europäische Perspektive für die Ukraine. „Wir, die baltischen Länder, vor allem Lettland, wissen immer noch sehr gut, wie ein positives Signal aus der EU an uns gesendet wurde. Und wie dieses Signal - der künftige Beitritt zur EU - fruchtbare Reformen ausgelöst hat“, betonte Karins. Scholz äußerte sich nicht zu der Frage, bei der sich die Bundesregierung bislang noch nicht festgelegt hat.

14.51 Uhr: Russland: Fast 6500 ukrainische Kriegsgefangene

Russland hat nach Angaben von Moskaus Verteidigungsminister Sergej Schoigu fast 6500 ukrainische Soldaten in Gefangenschaft genommen. Die Zahl liege bei 6489, nachdem sich in den vergangenen Tagen 126 Angehörige der ukrainischen Streitkräfte ergeben hätten, sagte Schoigu am Dienstag zu den vorläufigen Ergebnissen der militärischen Spezial-Operation, wie der Krieg in Moskau offiziell genannt wird. Nach Darstellung des Ministers wurden in den vergangenen zehn Tagen auch rund 50 Einheiten ausländischer Militärtechnik zerstört, darunter gepanzerte Fahrzeuge und Haubitzen. Überprüfbar von unabhängiger Seite waren die Angaben nicht.

11.49 Uhr: FDP und Union dringen auf rasche Genehmigung von spanischer Leopard-Lieferung

Spanien will einem Bericht zufolge rund 40 gebrauchte Leopard-Panzer an die Ukraine liefern - Union und FDP fordern von der Bundesregierung dafür nun rasch grünes Licht. „Ich hoffe sehr, dass Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck umgehend die Genehmigung für den Export erteilt“, sagte die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann am Dienstag dem „Spiegel“.

Die spanische Zeitung „El País“ hatte berichtete, dass Spanien nun auch schwere Waffen an die Ukraine liefern wolle. Neben Luftabwehr-Raketen zählten rund 40 gebrauchte Leopard-Panzer 2 A4 zu dem Paket, die Deutschland 1995 an Spanien verkauft habe. Allerdings müssten sie erst noch einsatzfähig gemacht werden. Zudem müssten ukrainische Soldaten an den Panzern geschult werden, was anfangs in Lettland geschehen solle, wo spanische Soldaten im Rahmen der Nato-Truppen stationiert sind.

Unionsfraktionsvize Wadephul sagte der Zeitung „Welt“ vom Dienstag: „Deutschland lässt die Ukraine jeden Tag, an dem dort keine schweren Waffen ankommen, im Stich.“ Er fügte hinzu: „Wenn Spanien Leopard 2 liefern will, muss die Bundesregierung das schnell ermöglichen.“

07.54 Uhr: Ukraine meldet Luftangriffe im Süden

Das ukrainische Militär hat laut eigenen Angaben mehrere Luftangriffe auf russische Stellungen im Süden der Ukraine geflogen. „Ukrainische Hubschrauber haben Schläge gegen Ansammlungen feindlicher Truppen im Gebiet Cherson geführt - und Flugzeuge gegen Munitionsdepots im Gebiet Mykolajiw“, teilte der Generalstab am Dienstag mit. Die Ukraine hat die eigene Luftwaffe im Krieg wegen der russischen Luftüberlegenheit bislang nur spärlich eingesetzt.

An der Grenze der Schwarzmeer-Gebiete Mykolajiw und Cherson hatten die ukrainischen Truppen zuletzt mehrere Ortschaften zurückerobert. Eine russische Gegenoffensive in Richtung Losowe - Bila Krynyzja sei trotz Artillerie- und Luftwaffenunterstützung erfolglos gewesen, hieß es im Bericht des Generalstabs. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht.

06.44 Uhr: Asowstal-Leichen an die Ukraine übergeben

Die Leichen Dutzender ukrainischer Soldaten, die bei dem Kämpfen um das Asovstal-Werk in Mariupol getötet wurden, sind von den russischen Besatzern an die Ukraine übergeben worden. Das bestätigen sowohl das ukrainische Militär, als auch eine Sprecherin des Asov-Regiments. In Kiew sollen nun DNA-Tests die genaue Identität der Getöteten klären. Wieviele Leichen sich noch in den Bunkeranlagen unterhalb des Asovstal-Werks befinden, ist derzeit unklar.

Das Asov-Regiment war die wichtigste Einheit bei der monatelangen Verteidigung des Asovstal-Werks in Mariupol. Nach anhaltendem heftigen Beschuss und zahlreichen Angriffen durch Russland hatten sich die verbleibenden ukrainischen Kämpfer Mitte Mai ergeben. Sie befinden sich jetzt in russischer Kriegsgefangenschaft.

06.00 Uhr: Baltische Staaten fordern Nato-Präsenz

Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda dringt auf eine stärkere NATO-Präsenz in den baltischen Staaten. „Der NATO-Gipfel in Madrid muss der Gipfel der Entscheidungen sein“, sagte Nauseda der dpa vor dem eintägigen Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz Vilnius. „Wir hoffen, uns auf dem Gipfel zu einigen: auf einen Übergang von Abschreckung zur Vorwärtsverteidigung, von einem Bataillon zu einer Brigade, von der Luftüberwachung zu Luftverteidigung“.

Auch Lettlands Staatspräsident Egils Levits erhofft sich vom Scholz-Besuch „konkrete Vorschläge“ für einen stärkeren Schutz des östlichen Nato-Bündnisgebietes. „Wir erwarten, dass auch Deutschland die gesamte Sicherheit der NATO im Auge hat und deshalb auch diese Aufstockung der NATO-Präsenz in allen drei baltischen Staaten unterstützt“, sagte Levits der dpa.

+++ 6. Juni +++

23.13 Uhr: Moskau: Swjatohirsk mit alter Klosteranlage praktisch eingenommen

Das russische Militär und die von Moskau unterstützten Separatisten schließen die Einnahme der ukrainischen Stadt Swjatohirsk (Swjatogorsk) mit ihrem historischen Kloster nun ab. „Swjatogorsk ist praktisch befreit. Und es läuft die Säuberung“, sagte der Anführer der Separatistenregion Donezk, Denis Puschilin, am Montagabend im russischen Stadtfernsehen. Dort liegt das zuletzt auch beschossene Erzkloster Mariä-Entschlafung, das zu den wichtigsten Heiligtümern der russischen Orthodoxie gehört.

Der Moskauer Patriarch Kirill, der den Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützt, steht seit langem im Ruf, die alten religiösen Stätten in der Ukraine für die russisch-orthodoxe Kirche unter seinem Einfluss halten zu wollen. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, hatte zuvor erklärt, dass die Eroberung der Stadt in den letzten Zügen sei.

Die letzten Soldaten der ukrainischen Streitkräfte hätten die Militärtechnik und Waffen zurückgelassen und seien selbst geflüchtet. Nach Darstellung von Konaschenkow überquerten rund 80 ukrainische Soldaten den Fluss der Stadt, die russische Seite habe sie fliehen lassen und nicht das Feuer eröffnet, sagte er.

Eine Bestätigung von ukrainischer Seite, dass Swjatohirsk aufgegeben ist, gab es zunächst nicht. Allerdings hatte der ukrainische Generalstab am Morgen über schwere Kämpfe im Donezker Gebiet um die Stadt berichtet.

20.06 Uhr: UN-Vertreter Russlands verlässt während Rede von EU-Ratschef den Saal

Während einer Rede von EU-Ratschef Charles Michel hat Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja den UN-Sicherheitsrat verlassen. Michel hatte den russischen Vertreter bei dem Treffen des Rates zum Krieg in der Ukraine am Montag in New York zuvor direkt adressiert und dem Kreml unter anderem den Diebstahl von Getreide aus der Ukraine vorgeworfen. Daraufhin verließ Nebensja, der zuvor schon eine Rede gehalten und auch von Vertretern anderer Länder gegen Russland vorgebrachte Vorwürfe zum wiederholten Mal zurückgewiesen hatte, den Rat. „Sie können den Raum verlassen, lieber Herr Botschafter, vielleicht ist es einfacher, der Wahrheit nicht zuzuhören“, kommentierte Michel.

19.47 Uhr: Selenskyj warnt vor andauernder Blockade der Getreide-Exporte

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat wegen des russischen Krieges gegen sein Land vor einer immer dramatischeren Blockade der Getreide-Exporte gewarnt. Die blockierte Menge des für den Export bestimmten Getreides aus der Ukraine könnte sich bis „zum Herbst“ auf 75 Millionen Tonnen verdreifachen, sagte Selenskyj am Montag. Vor der russischen Invasion war die Ukraine der weltweit viertgrößte Exporteur von Weizen und Mais.

Derzeit seien zwischen 20 und 25 Millionen Tonnen Getreide blockiert, „bis zum Herbst könnte diese Zahl auf 70 bis 75 Millionen Tonnen ansteigen“, sagte Selenskyj vor Journalisten in Kiew.

19.04 Uhr: Scholz reist zum Truppenbesuch nach Litauen

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) reist am Dienstag nach Litauen. Er trifft dort zunächst Staatspräsident Gitanas Nauseda; gemeinsam sprechen beide Politiker außerdem bei einem Mittagessen mit der litauischen Ministerpräsidentin Ingrida Simonyte, der estnischen Regierungschefin Kaja Kallas und dem lettischen Regierungschef Krisjanis Karins. Gegen 12.45 Uhr ist eine Pressekonferenz geplant.

Zentrales Thema der Reise sind laut Bundespresseamt der russische Angriffskrieg in der Ukraine und die Absicherung der Nato-Ostflanke. In diesem Zusammenhang besucht Scholz am Nachmittag auch das deutsche Einsatzkontingent der Nato Enhanced Forward Presence (EFP) in Rukla. Deutschland hat die Leitung der in Litauen stationierten, multinationalen EFP-Battlegroup inne.

17.36 Uhr: Ukraine meldet Erfolge gegen russische Schwarzmeer-Flotte

Der ukrainischen Armee ist es nach eigenen Angaben gelungen, die russische Flotte auf mehr als 100 Kilometer Entfernung von der Schwarzmeerküste des Landes zurückzudrängen. Der russischen Flotte sei die „totale Kontrolle über den Nordwesten des Schwarzen Meers entzogen“ worden, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew am Montag über den Onlinedienst Telegram mit.

Russland versuche aber, die Kontrolle über das Meeresgebiet zurückzuerobern, den Städten an der Küste drohten weiterhin russische Raketenangriffe. Zudem blockiere die russische Flotte weiterhin die zivile Schifffahrt, erklärte das Ministerium. Als Reaktion auf die ukrainischen Erfolge im Schwarzen Meer hätten die russischen Streitkräfte Systeme zur Küstenverteidigung auf die Halbinsel Krim und das von Russland besetzte Gebiet rund um die Stadt Cherson verlegen müssen.

Ein Boot der russischen Schwarzmeerflotte patrouilliert vor Mariupol. dpa

Zudem wurden nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums zusätzliche russische Kräfte auf der russisch besetzten Schlangeninsel stationiert. Die Informationen ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Kriegsschiffe der russischen Marine halten seit Wochen eine Seeblockade vor der Ukraine aufrecht.

13.15 Uhr: Russland wütet wegen Lavrov-Flug nach Serbien

Russland hat die Sperrung des Luftraums durch drei osteuropäische Länder für den geplanten Flug seines Außenministers Sergej Lawrow nach Serbien als „feindliche Aktion“ bezeichnet. Der Sprecher des Präsidialamtes in Moskau, Dmitri Peskow, sagte vor der Presse, solche Aktionen könnten Probleme bei der Planung hochrangiger diplomatischer Treffen verursachen. Aber sie würden Russland nicht daran hindern, Kontakte zu befreundeten Ländern zu pflegen.

Die ultranationalistische Regierung Serbiens, hat selbst imperialistische Bestrebungen in Bosnien-Herzogowina und hat erst kürzlich einen neuen Gasvertrag mit Russland geschlossen, der Putin die Kriegskasse füllen dürfte.

Lawrow selbst sprach von einer beispiellosen Aktion. Sein für Montag geplanter Besuch in Belgrad war am Widerstand mehrerer Nachbarländer Serbiens gescheitert. Man habe noch keine Erklärung für dieses Verhalten bekommen. Bulgarien, Nordmazedonien und Montenegro hatten der russischen Regierungsmaschine einen Flug durch ihre Lufträume verweigert.

12.12 Uhr: Experten warnen von HIV und Tuberkulose in der Ukraine

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria rechnet damit, dass der Angriffskrieg Russlands in der Ukraine zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen bei HIV und Tuberkulose führen wird. „Es ist noch zu früh, um die langfristigen Folgen des Krieges genau einzuschätzen, aber wir gehen davon aus, dass sich der Konflikt erheblich auf die Tuberkulose- und HIV-Raten in der Ukraine und in der gesamten Region auswirken wird“, sagte der Direktor des Globalen Fonds, Peter Sands, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Große Fluchtbewegungen, die Unterbringung in beengten Unterkünften und die Unterbrechung der medizinischen Versorgung begünstigten die Verbreitung von Infektionskrankheiten, so Sands weiter. Nach Angaben des Globalen Fonds hatte die Ukraine bereits vor dem Krieg eine der höchsten Tuberkulose- und HIV-Raten in der Region Osteuropa/Zentralasien, hieß es weiter.

11.43 Uhr: Ukraine bestätigt Tod eines russischen Generals

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben einen weiteren hochrangigen russischen Offizier im Generalsrang getötet. Der Kommandeur des 1. Armeekorps der separatistischen Donezker Volksrepublik, Generalmajor Roman Kutusow, sei „entnazifiziert und entmilitarisiert“ worden, teilte die Verwaltung für strategische Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte laut dem Online-Portal „Ukrajinskaja Prawda“ in der Nacht zum Montag mit. Über den Tod Kutusows hatte zuerst ein Korrespondent des russischen Staatsfernsehens berichtet.

Kutusow soll gefallen sein, während er einen russischen Angriff auf eine Ortschaft nahe Popasna im Gebiet Luhansk im Osten der Ukraine leitete. Die ukrainische Seite hatte zuvor berichtet, die russische Attacke sei abgewehrt worden und der Feind habe sich unter „erheblichen Verlusten“ zurückziehen müssen.

10.22 Uhr: Selenskyj besucht Frontgebiet

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die umkämpfte Region Saporischschja besucht und sich dort über die militärische Lage informiert. Knapp 60 Prozent der südostukrainischen Region seien seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar inzwischen von Moskaus Truppen besetzt worden, sagte der Militärgouverneur des Gebiets, Olexander Staruch, bei dem Gespräch mit dem Präsidenten in der Großstadt Saporischschja. „Viele Menschen treffen aus Orten ein, die zeitweise vom Feind besetzt sind“, schilderte Selenskyj. Die Flüchtlinge bräuchten Wohnungen und Arbeit.

Wolodymyr Selenskyj in der Frontstadt Saporischschja. AFP/UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE

07.35 Uhr: Die Nacht im Überblick: Das ist passiert, während Sie schliefen

Das Verteidigungsministerium in Kiew hat nach den ersten Raketenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt seit Ende April vor der Gefahr neuer Attacken gewarnt. „Wir haben immer offen gesagt, dass Kiew ständig der Bedrohung ausgesetzt ist“, sagte Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar am Sonntag im Fernsehen. Auch wenn viele Menschen inzwischen zurückkehrten: „Wir sollten trotzdem begreifen, dass der Krieg in einer heißen Phase ist und Kiew als Hauptziel der Russischen Föderation erhalten bleibt.“ In der Nacht zum Montag gab es erneut Luftalarm in Kiew. Hier finden Sie den Überblick der Nacht im Ukraine-Krieg. >>

+++ 5. Juni +++

17.20 Uhr: Ukraine will Fußball-Liga im August starten

Trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine will der nationale Fußball-Verband die Meisterschaft im August neu starten.

Die Entscheidung für den Wiederbeginn des am 24. Februar ausgesetzten Spielbetriebs der Premier Liga sei gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen worden, sagte Verbandspräsident Andrej Pawelko der Nachrichtenagentur AP. Dieser habe auch mit den Chefs von FIFA und UEFA gesprochen, um einen sicheren Weg für die Austragung von Heimspielen der Nationalmannschaften des Landes zu finden, berichtete AP am Sonntag weiter.

16.55 Uhr: Kiew fordert neue Sanktionen gegen Russland

Nach den Angriffen der russischen Armee auf die ukrainische Hauptstadt Kiew forderte der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak vom Westen weitere Sanktionen gegen Russland sowie die Lieferung schwerer Waffen. „Die heutigen Raketenangriffe auf Kiew haben nur ein Ziel - so viele Ukrainer wie möglich zu töten“, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. Er bezeichnete den Angriff als „Akt des Terrorismus“.

14.45 Uhr: Papst ruft zu „echten Friedensverhandlungen“ auf

Angesichts der seit hundert Tagen anhaltenden Kämpfe in der Ukraine hat Papst Franziskus erneut zu „echten Verhandlungen“ aufgerufen. „Bitte stürzen Sie die Menschheit nicht ins Verderben“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag vor 25.000 Gläubigen in Rom. Er appelliere „an die Verantwortlichen der Nationen“, in dem Konflikt „echte Verhandlungen über einen Waffenstillstand und eine nachhaltige Lösung“ aufzunehmen".

„Auf der Menschheit lastet der Albtraum des Krieges“, sagte Franziskus vom Fenster des Apostolischen Palastes aus. „Völker, die sich bekämpfen, die sich gegenseitig umbringen, Menschen, die ... aus ihren Häusern vertrieben werden.“

Wie schon bei früheren Aussagen zum Krieg in der Ukraine benannte der Papst weder Russland noch Präsident Wladimir Putin als Agressoren. Nach Angaben aus dem Vatikan will er sich damit Möglichkeiten für eine Vermittlerrolle offenhalten.

11.54 Uhr: Ukrainische Flüchtlinge unter Todesopfern von Garmisch

Laut Berichten der BamS sollen bei dem Zugunglück bei Garmisch auch zwei geflüchtete Frauen aus der Ukraine sein, die in der Nähe des Unglücksortes bei Gastfamilien untergebracht waren. Eine der Frauen soll demnach ihr Kind dabei gehabt haben. Es wurde schwer verletzt, liegt dem Bericht zur Folge im Krankenhaus.

11.33 Uhr: Briten-Experten: Ukraine-Angriffen nehmen Russen ihre Stoßkraft

Das britische Militär hat in seinem täglichen Geheimdienstbericht zur Lage erklärt, die ukrainischen Gegenangriffe in Sjewjerodonezk nähmen den russischen Truppen vermutlich viel von der „operativen Stoßkraft“, die diese durch die Konzentration von Kampfeinheiten und Feuerkraft zuvor gewonnen hätten.

Das russische Militär stütze sich teilweise auf Reservetruppen aus der Region Luhansk. Diese Truppen seien schlecht ausgerüstet und ausgebildet, ihnen fehle es im Vergleich zu regulären Einheiten an schwerem Gerät, hieß es in dem Lagebericht. Hintergrund sei vermutlich der Wunsch, Verluste regulärer russischer Truppen zu begrenzen.

11.09 Uhr: Spanien liefert Leopard-Panzer

Laut einem Bericht der spanischen Zeitung El Pais hat sich die linke Regierung des iberischen Landes entscheiden, Leopard-Kampfpanzer an die Ukraine zu liefern. Spanien werde dem ukrainischen Militär auch Schulungen im Umgang mit den Panzern anbieten, die in Lettland stattfinden könnten, heißt es.

In Lettland hat Spanien im Rahmen eines Nato-Einsatzes ohnehin 500 Soldaten stationiert. Eine zweite Phase der Ausbildung könne in Spanien stattfinden.

Neben den Panzern soll Spanien auch Flugabwehrraketen an die Ukraine schicken wollen. Spanien hat das Land, das seit Ende Februar von Russland angegriffen wird, bereits mit Munition, Schutzausrüstung für die Soldaten und leichten Waffen versorgt.

10.31 Uhr: Putin droht den Unterstützern der Ukraine

Präsident Wladimir Putin hat den Westen gewarnt, dass Russland neue Ziele angreifen würde, falls die Vereinigten Staaten die Ukraine mit Langstreckenraketen beliefern sollten, berichtete die Nachrichtenagentur TASS. Wenn solche Raketen geliefert werden, „werden wir Ziele angreifen, die wir bisher nicht getroffen haben“, wurde Putin in einem Interview mit dem staatlichen Fernsehsender Rossiya-1 zitiert.

07:11 Uhr: Schwere Explosionen in Kiew

Erstmals seit Woche sind am Sonntagmorgen in Kiew wieder schwere Explosionen zu hören.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb beim Messenger-Dienst Telegram: „Mehrere Explosionen in den Stadtbezirken Darnyzky und Dniprowsky. Die Rettungsdienste sind dabei zu löschen.“ Augenzeugen berichten zudem von Rauch über der Hauptstadt der Ukraine. Zuvor waren demnach Luftschutzsirenen zu hören.

07:03 Uhr Selenskyj: Schließt Russland aus Unesco aus!

Angesichts der massenhaften Vernichtung von kulturellem Erbe durch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat deren Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Nachdruck den Ausschluss Moskaus aus der Unesco gefordert. „Die Unesco ist kein Platz für Barbaren“, sagte Selenskyj in einer Videoansprache aus Kiew. Die russischen Truppen würden massenhaft Kulturdenkmäler, Kirchen und andere religiösen Stätten zerstören. Das sei Grund genug, dass Land aus der Kultur- und Bildungsorganisation der Vereinten Nationen auszuschließen, sagte er. 113 Kirchen seien bereits zerstört oder beschädigt worden. Russland sei ein „Terrorstaat“, der mit seiner Artillerie das historische Erbe zerstöre.

06:55 Uhr: Leichen ausgetauscht

Die Ukraine und Russland haben nach Behördenangaben aus Kiew der jeweils anderen Seite die Leichen von 160 Soldaten übergeben. Der Austausch sei am 2. Juni entlang der Frontlinie im Gebiet Saporischschja erfolgt, hieß es. Nach ukrainischen Angaben laufen auch weiter Verhandlungen über den Austausch von Kriegsgefangenen auf beiden Seiten. In russischer Gewalt sind Tausende ukrainische Kämpfer, darunter die Verteidiger von Mariupol, die dort im Stahlwerk Azovstal die Stellung gehalten hatten, bis Kiew die Stadt im Mai aufgab.

+++ 4. Juni +++

20.58 Uhr: Verletzter bei Beschuss von russischem Grenzort

In Russland ist nach Angaben der Region Brjansk erneut ein Dorf an der Grenze zur Ukraine von dem Nachbarland aus beschossen worden. Beim Beschuss des Dorfes Slutschewsk sei ein Mann verletzt worden, zwei Wohnhäuser seien in Brand geraten. Das teilte der Gouverneur der Region, Alexander Bogomas, via Telegram mit. Er warf den ukrainischen Streitkräften vor, auf das Dorf geschossen zu haben. Der verletzte Einwohner musste demnach in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Feuer seien gelöscht worden. Das Dorf mit insgesamt 150 Einwohnern liegt demnach etwa einen Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt.

18.35 Uhr: Deutscher Kämpfer gestorben

Bei den Kämpfen gegen die russischen Truppen in der Ukraine ist nach ukrainischen Angaben ein deutscher Kämpfer getötet worden. Insgesamt vier ausländische Freiwillige, die auf der Seite der Ukraine gekämpft hatten, seien ums Leben gekommen, teilte eine Freiwilligenbrigade namens Internationale Verteidigungslegion der Ukraine mit. Neben dem Deutschen seien Männer aus den Niederlanden, Frankreich und Australien getötet worden.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die deutsche Botschaft in Kiew bemühe sich um Aufklärung und stehe mit den ukrainischen Stellen in Kontakt, die entsprechende Nachrichten verbreitet haben. Zu den Umständen des Todes der vier ausländischen Kämpfer oder dem Ort machte die Freiwilligenbrigade in ihrer Erklärung keine Angaben. Es hieß nur: „Wir haben unsere Brüder im Kampfe verloren, aber ihre Tapferkeit, ihr Gedenken und ihr Vermächtnis werden uns für immer inspirieren.“

10.51 Uhr: UN-Generalsekretär fordert sofortiges Ende der Gewalt

UN-Generalsekretär António Guterres hat nach 100 Tagen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ein sofortiges Ende der Gewalt gefordert. Zudem betonte er in einer Mitteilung von Freitag (Ortszeit), eine Lösung des Konflikts erfordere Verhandlungen und Dialog. Die Vereinten Nationen würden all solche Bemühungen unterstützen. „Je eher sich die Parteien aufrichtig um eine Beendigung dieses Krieges bemühen, desto besser für die Ukraine, Russland und die Welt“, schrieb Guterres. Russland hat die Ukraine am 24. Februar angegriffen, am Freitag wurde die Marke von 100 Kriegstagen erreicht. Derzeit konzentrieren sich die Kämpfe vor allem auf den Donbass im Osten der Ukraine.

Guterres forderte ungehinderten Zugang humanitärer Helfer zu allen Bedürftigen. Zudem sollten in den Kampfgebieten eingeschlossene Zivilisten evakuiert, die Zivilbevölkerung geschützt und die Menschenrechte im Einklang mit den internationalen Normen geachtet werden, so Guterres.

10.10 Uhr: Polnischer Grenzschutz zählt 3,8 Millionen Einreisen aus Ukraine

Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine hat der polnische Grenzschutz 3,82 Millionen Einreisen aus dem Nachbarland registriert. Am Freitag kamen 22 300 Menschen über die Grenze nach Polen, wie die Behörde am Samstag per Twitter mitteilte.

In die umgekehrte Richtung überquerten am Freitag 25 100 Menschen die Grenze aus Polen in die Ukraine. Es gibt seit mehreren Wochen täglich mehr Rückkehrende als Neuankömmlinge. Insgesamt sind seit Kriegsbeginn am 24. Februar rund 1,8 Millionen von Polen aus in die Ukraine eingereist. Dabei handelte es sich nach Angaben der Behörden zum Großteil um ukrainische Staatsbürger.

8.21 Uhr: Russische Truppen führen neue Reserven an Sjewjerodonezk heran

Beim Kampf um die Stadt Sjewjerodonezk im ostukrainischen Gebiet Luhansk hat Russland die Angriffe nach ukrainischen Angaben mit Hilfe frischer Reserven fortgesetzt. „Mit Artillerieunterstützung führt der Feind Sturmhandlungen in der Ortschaft Sjewjerodonezk durch, hat seine Gruppierung mit der mobilen Reserve des 2. Armeekorpus verstärkt, die Kämpfe in der Stadt halten an“, teilte der ukrainische Generalstab am Samstag in seinem Lagebericht mit.

+++ 3. Juni +++

22.12 Uhr: Russischer Airbus in Sri Lanka festgesetzt

Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Aeroflot ist wegen der internationalen Sanktionen gegen Russland in Sri Lanka festgesetzt worden. In Moskau bestellte das Außenministerium deshalb den Botschafter des Inselstaates im Indischen Ozean ein. Die Regierung von Sri Lanka solle die Situation schnellstmöglich klären, verlangte die russische Seite.

Das Flugzeug vom Typ Airbus A330 sollte russische Touristen zurück in die Heimat bringen, wurde aber am Donnerstag am Flughafen von Colombo festgesetzt. Auslöser war den Angaben nach ein Gerichtsbeschluss auf Antrag einer irischen Leasingfirma, die Anspruch auf das Flugzeug erhebt. Aeroflot bemühe sich um eine Rückführung der festsitzenden Passagiere, teilte die Gesellschaft mit. Der Verkauf neuer Flugtickets nach Colombo wurde jedoch gestoppt.

21.10 Uhr: Russland massiert Kräfte bei Slowjansk

Die russische Armee zieht nach Angaben des ukrainischen Generalstabs starke Kräfte für einen Angriff auf die Großstadt Slowjansk im Donbass zusammen. Das ukrainische Militär sprach am Abend auf Facebook von bis zu 20 russischen Bataillons-taktischen Gruppen (BTG). Das sind 600 bis 800 Mann starke Kampfeinheiten mit gepanzerter Infanterie, Artillerie und Luftabwehr. Slowjansk gehört zum ostukrainischen Verwaltungsgebiet Donezk und liegt im Rückraum des seit Tagen umkämpften Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk.

19.28 Uhr: Putin bereit für Getreideexporte nach Afrika

Russlands Präsident Wladimir Putin ist nach Angaben der Afrikanischen Union bereit, den Export von Getreide aus der Ukraine nach Afrika zu ermöglichen. Dies teilte der Präsident der Afrikanischen Union (AU), Macky Sall, nach einem Treffen mit Putin am, Freitag in Sotschi auf Twitter mit. Russland sei weiterhin bereit, den Export von Weizen und Düngemitteln auf den afrikanischen Kontinent zu gewährleisten.

Putin und der senegalesische Präsident Macky Sall hatten sich getroffen, um über eine Freigabe aller Lebensmittelprodukte und eine Aufhebung der russische Ausfuhrblockade von Getreide zu sprechen.

18.41 Uhr: Zwei Reuters-Reporter verletzt

Zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters sind in der Ostukraine leicht verletzt und ihr Fahrer getötet worden. Die Gruppe habe sich für eine Reportage auf dem Weg nach Sjewjerodonezk befunden, als sie unter Beschuss geraten seien, sagte ein Reuters-Sprecher. Demnach waren die Journalisten in einem von pro-russischen Separatisten bereitgestellten Fahrzeug unterwegs, „das von einem von den Separatisten bereitgestellten Fahrer gefahren wurde“.

14.18 Uhr: Getreideblockade: Putin trifft Chef der Afrikanischen Union

Inmitten der russischen Blockade von ukrainischem Getreide hat Kremlchef Wladimir Putin den Präsidenten der Afrikanischen Union (AU), Macky Sall, in Sotschi getroffen. Putin empfing den Staatschef Senegals am Freitag, um auch über eine Abwendung einer Hungerkatastrophe in Afrika zu sprechen. Russland und die Ukraine gehören zu den wichtigsten Weizenlieferanten Afrikas. Durch den Krieg kommt das Getreide aber nicht mehr an.

Sall traf den russischen Präsidenten, um eine Aufhebung der Ausfuhrblockade zu fordern. Russland sieht sich international in der Kritik, den Export von Getreide aus den ukrainischen Häfen im Schwarzen Meer zu verhindern. „Afrika … ist der Situation völlig ausgeliefert“, hatte Sall vor seiner Reise geklagt. Die AU plädiere für einen Waffenstillstand, ein Ende des Krieges und die Freigabe aller Lebensmittelprodukte, um eine Hungersnot abzuwenden.

Russland hingegen will erreichen, dass die AU sich im Westen dafür einsetzt, dass die Sanktionen gegen Moskau im Zuge von Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine aufgehoben werden.

Die Ukraine ist einer der größten Getreideexporteure weltweit. Der Ausfall der ukrainischen Getreidelieferungen wegen des Krieges ist gerade für Afrika schmerzhaft. Auf dem Kontinent wird wegen der gestiegenen Lebensmittelpreise eine Hungerkatastrophe befürchtet.

13.29 Uhr: Baerbock wirbt 100 Tage nach Kriegsbeginn für weitere Waffen für die Ukraine

Hundert Tage nach Beginn des Krieges in der Ukraine hat Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) für weitere Waffenlieferungen an das von Russland angegriffene Land geworben. In einem Gastbeitrag für die „Bild“-Zeitung (Freitagsausgabe) schrieb Baerbock, Deutschland müsse „gerade jetzt der Ukraine weiter beistehen. Auch mit Waffen, weil Putin mit Worten nicht zu stoppen ist.“

Die Notwendigkeit weiterer Waffenlieferungen an die Ukraine begründete Baerbock mit den russischen Angriffen auf die Zivilbevölkerung durch die russische Armee. Der russische Präsident Wladimir Putin hätte „den Mut der Ukrainerinnen und Ukrainer unterschätzt“ und habe nun „seine Strategie gewechselt“, schrieb Baerbock. Jedem Dorf drohe „das Schicksal von Butscha“, ergänzte sie unter Verweis auf die Anfang April bekannt gewordenen mutmaßlichen russischen Kriegsverbrechen in dem Vorort von Kiew.

11.13 Uhr: Russisches Militär meldet Tötung von 360 ukrainischen Soldaten

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht weitere schwere Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe gestartet. „Insgesamt sind durch Schläge der Luftwaffe mehr als 360 Nationalisten sowie 49 Waffensysteme und Militärfahrzeuge vernichtet worden, darunter eine Funkstation für die Luftraumüberwachung in Slowjansk in der Donezker Volksrepublik“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Freitag. Im Raum Slowjansk befindet sich das Hauptquartier der ukrainischen Streitkräfte im Donbass.

Nach russischen Angaben wurden neben Kampf- und Schützenpanzern auch mehrere noch aus sowjetischer Produktion stammende Raketenwerfer vom Typ „Grad“ und vier Munitionsdepots für die ukrainischen Artillerie- und Raketenstreitkräfte im Donbass-Gebiet beschossen. Daneben seien Dutzende Gefechtsstände und im südukrainischen Gebiet Mykolajiw auch ein Punkt zur Steuerung von Drohnen getroffen worden, sagte Konaschenkow. Die Angaben konnten nicht mittels unabhängiger Quellen überprüft werden.

10.22 Uhr: Mangelnde Getreidelieferungen - Tschad ruft Notstand aus

Der zentralafrikanische Tschad hat aufgrund mangelnder Getreidelieferungen im Zuge des Ukraine-Kriegs einen Ernährungsnotstand ausgerufen. Die Lebensmittelsituation habe sich seit Jahresanfang extrem verschlechtert – internationale humanitäre Hilfe sei dringend notwendig, teilte die Militärregierung mit.

Nach Angaben der Vereinten Nationen werden 5,5 Millionen Menschen im Tschad - ein Drittel der Bevölkerung - dieses Jahr auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein.

Die Erklärung kam wenige Stunden bevor sich der Präsident der Afrikanischen Union Macky Sall mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Sotschi treffen will, um eine Aufhebung der Ausfuhrblockade für Getreide und Dünger zu fordern.

08.30 Uhr: Durchhalteparolen zum 100. Tag des Krieges

Mit Durchhalteparolen haben die ukrainischen Behörden den 100. Tag der russischen Invasion begonnen. „Heute kämpfen und halten wir jeden Meter der Region Luhansk“, sagte Regionalgouverneur Serhij Gajdaj am Freitagmorgen. In den vergangenen hundert Tagen hätten die russischen Angriffe in der Region 33 Krankenhäuser, 237 ländliche Gesundheitseinrichtungen, fast 70 Schulen und 50 Kindergärten zerstört.

07.01 Uhr: Außenministerin Baerbock: Unterstützen die Ukraine langfristig

100 Tage nach Kriegsbeginn hat Außenministerin Annalena Baerbock der Ukraine Solidarität zugesichert und Unterstützung auch mit weiteren Waffen zugesagt. In einem Gastbeitrag für „Bild“ schrieb die Grünen-Politikerin: „Wir werden der Ukraine weiter beistehen. So lange, bis es keine weiteren Butschas mehr gibt. Damit auch für die Menschen in der Ukraine das wieder normal ist, was für uns eine solche Selbstverständlichkeit ist: Ein Leben in Freiheit.“

Baerbock schrieb, zur Unterstützung zählten auch weitere Waffenlieferungen: „Putin setzt auf Ausdauer - und auf Erschöpfung bei uns“. Jedem Dorf drohe das Schicksal von Butscha. „Deswegen müssen wir gerade jetzt der Ukraine weiter beistehen. Auch mit Waffen, weil Putin mit Worten nicht zu stoppen ist.“ Baerbock sicherte den Partnerstaaten zu, Deutschland werde weiter handeln. Solange die Ukraine nicht sicher sei, sei auch Europa nicht sicher.

06.01 Uhr: Menschen verschanzen sich in Chemiewerk in Sjewjerodonezk

Droht ein zweites Mariupol. Trotz kleiner Erfolge der ukrainischen Armee haben die Russen inzwischen fast die gesamte Stadt Sjewjerodonezk eingenommen. Wie russische und ukrainische Quellen nun übereinstimmend berichten, haben etwa 800 Menschen in der Stickstoffabrik Asot Unterschlupf gesucht und verschanzen sich dort nun vor den russischen Angreifern. Laut Gouverneur Serhij Hajdaj sollen auch Kinder unter den 800 Personen sein. Laut ihm handele es sich um „Einheimische, die gebeten wurden, die Stadt zu verlassen, die sich aber geweigert haben“.

05.45 Uhr: Russische Pazifikflotte beginnt Übungsserie

Die russische Pazifikflotte hält eine einwöchige Übungsserie mit mehr als 40 Schiffen und bis zu 20 Flugzeugen ab. Dies berichten mehrere russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf eine Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums. Darin soll das Ministerium mitteilen, dass die Übungen, die vom 3. bis 10. Juni stattfinden, an Suchoperationen nach feindlichen U-Booten beteiligt sind. Die Ukraine liegt Tausende von Kilometern westlich des Übungsortes im Pazifik.

04.55 Uhr: Ukraine meldet Teilerfolg in Sjewjerodonezk

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj im Kampf gegen die Russen einen Teilerfolg in der Stadt Sjewjerodonezk erzielt. Die militärische Lage im Donbass habe sich in den vergangenen 24 Stunden jedoch insgesamt nicht verändert, sagt Selenskyj in seiner nächtlichen Videobotschaft. Zudem dankt er US-Präsident Joe Biden für die versprochenen Raketen. Außerdem erwarte er gute Nachrichten zu Waffenlieferungen von anderen Partnern.

+++ 2. Juni +++

21.10 Uhr: Ukrainischer Parlamentspräsident fordert deutsche Panzer

Der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk hat bei seinem Besuch in Berlin die Lieferung deutscher Leopard- und Marder-Panzer in die Ukraine gefordert. „Natürlich brauchen wir vor allem moderne Waffen. Wir können auch mit alten Waffen aus alten Beständen kämpfen und standhalten, aber die neueren Waffen sind effizienter“, sagte er am Donnerstag nach einem Treffen mit Bundestagsabgeordneten laut offizieller Übersetzung. „Deshalb erwarten wir sowohl die Marder als auch die Leoparden.“

Stefantschuk begrüßte zwar, dass Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch im Bundestag die Lieferung weiterer schwerer Waffen in die Ukraine angekündigt hat. Er betonte aber, dass diese nun schnell geliefert werden müssten.

20.15 Uhr: Nato-Generalsekretär erwartet langen „Abnutzungskrieg“

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die westlichen Staaten dazu aufgerufen, sich auf einen langen „Abnutzungskrieg“ in der Ukraine einzustellen. „Was wir sehen, ist, dass dieser Krieg mittlerweile zu einem Abnutzungskrieg geworden ist“, sagte der Norweger am Donnerstag nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden in Washington. „Darauf müssen wir uns auf lange Sicht einstellen.“

Der Krieg „könnte morgen enden, wenn Russland seine Aggression beendet“, hatte Stoltenberg am Mittwoch bei einer Pressekonferenz zusammen mit US-Außenminister Antony Blinken gesagt. Aber „wir sehen derzeit keine Anzeichen in diese Richtung“. Die Kämpfe in der Ukraine dürften noch „viele Monate“ anhalten, sagte Blinken.

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