Oksana und Viktor bei ihrem Hochzeitstanz. Oksana verlor ihre Beine durch eine russische Mine. Twitter/Euromaidanpress

Das Morden und Töten hört nicht auf. Auch nach zwei Monaten ist Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine noch längst nicht vorbei. Dabei greift Putins Armee auch immer wieder zivile Ziele an. Laut UN-Angaben ließen seit Kriegsbeginn bereits mehr als 3000 Zivilisten in der Ukraine ihr Leben, mehr als 6000 wurden teilweise schwer verletzt. Zu ihnen gehört auch die Krankenschwester Oksana (23), die am 27. März beide Beine verlor. Nun hat sie im Krankenhaus von Lwiw geheiratet.

Krieg gegen die Ukraine: Oksana verlor beide Beine

Ihr Video ging am Montag viral. Die 23 Jahre alte Oksana tanzt im weißen Kleid mit ihrem frisch angetrauten Ehemann Viktor. Es sieht zunächst aus wie ein gewöhnlicher Hochzeitstanz, doch bei genauerem Hingucken fällt auf: Die Braut hat keine Beine mehr. Es ist ein Clip, der zeigt, wie sehr der schreckliche Krieg, den Russland vor mehr als zwei Monaten entfesselt hat, auch auf das Leben einzelner Personen einwirkt – und sie doch nicht brechen kann.

Die Geschichte von Oksana nimmt ihn ihrer Heimatstadt Lyssytschansk in der Oblast Luhansk eine traurige Wendung. Die 100.000-Einwohner-Stadt war bereits 2014 kurzzeitig in die Hände prorussischer Separatisten gefallen, konnte aber von der ukrainischen Armee zurückerobert werden. Seit Russland nun auch ganz offiziell den Krieg gegen die Ukraine eröffnet hat, wurde die Stadt wieder zum Kriegsschauplatz.

Krieg gegen die Ukraine: Oksana wurde von einer russischen Mine verstümmelt

Wie das Portal Euromaidanpress nun berichtet, war Oksana am 27. März in ihrer Heimatstadt unterwegs. Sie hatte sich damals kurz zu ihrem Viktor umgedreht, um ihn vor einer Gefahr zu warnen, als plötzlich eine russische Mine unter ihr explodierte, heißt es. Durch die Detonation habe Oksana beide Beine und vier Finger ihrer linken Hand verloren.

Oksana wurde erst im Krankenhaus von Lyssytschansk viermal operiert, doch sie konnten nicht bleiben. Oksana wurde nach Dnipro verlegt, weiter weg von der Front. Hier wurden ihre Wunden geheilt und ihre Gliedmaßen für Prothesen vorbereitet. In der vergangenen Woche kam die 23-Jährige mit ihrem Freund Viktor mit einem Evakuierungszug in der westukrainischen Stadt Lwiw an. Im dortigen Krankenhaus fand nun die Hochzeit statt.

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Es ist ein Video, das gleichzeitig rührt und verstört: Ein junges Paar, das sich liebt, sollte nicht von einem Krieg vertrieben und schwer verletzt fernab der Heimat in einem Krankenhaus heiraten müssen – dass sie es dennoch tun, gemeinsam an eine Zukunft glauben, ist ein Symbol der Hoffnung.