Neuer Job

Berichte: Ukraine-Verteidigungsminister Resnikow steht vor Entlassung

In der Ukraine wird über einen Ersatz für Verteidigungsminister Oleksij Resnikow spekuliert. Sein Nachfolger könnte schon feststehen.

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Ist die Zeit für Oleksij Resnikow (r.) als Verteidigungsminister der Ukraine abgelaufen? Im Juni traf er sich unter anderem mit US-Verteidigungsminister Lloyd Austin beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Brüssel.
Ist die Zeit für Oleksij Resnikow (r.) als Verteidigungsminister der Ukraine abgelaufen? Im Juni traf er sich unter anderem mit US-Verteidigungsminister Lloyd Austin beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Brüssel.Virginia Mayo/AP/dpa

In der Ukraine soll der bekannte Verteidigungsminister Oleksij Resnikow vor der Entlassung stehen. Das berichtet das ukrainische Nachrichtenmagazin Ukrajinska Prawda unter Berufung auf eigene Quellen. Resnikow soll demnach anschließend ukrainischer Botschafter in Großbritannien werden. Auch ein Nachfolger steht wohl bereits fest.

Resnikow war durch einen Korruptionsskandal innerhalb des Verteidigungsministeriums im Februar heftig in die Kritik geraten. Beteiligt gewesen sein soll er nicht. Doch Skandale im Ministerium fallen immer auch auf den Minister zurück. Präsident Selenskyj und Ministerpräsident Denys Schmyhal hielten dennoch an Resnikow fest, da er bei der Organisation der Waffenhilfe für die Ukraine von Unterstützerländern einen guten Job macht.

Ukraine-Verteidigungsminister Resnikow soll entlassen werden

Nun soll Resnikow aber dennoch entlassen werden. Laut dem Bericht der Ukrajinska Prawda soll die Werchowna Rada, das Parlament der Ukraine, die Entlassung nächste Woche besprechen. Der Verteidigungsminister wird vom Präsidenten bestimmt. Das Parlament entlässt und setzt ihn jedoch ein.

Die Pläne wurden zudem vom Abgeordneten Jaroslaw Scheleschnjak aus der Fraktion der Selenskyj-Partei „Diener des Volkes“ berichtet. Er bestätigte auf seinem Telegram-Kanal ebenfalls, dass Resnikow Botschafter in Großbritannien werden könnte. Die Londoner Botschaft habe laut dessen Bericht bereits einen Personalwechsel angekündigt ohne Details zu nennen.

Möglicher Nachfolger könnte ein Krimtatare sein

Auch ein möglicher Nachfolger für Resnikow als Verteidigungsminister wird bereits gehandelt. Es soll der 41-jährige Rustem Umerow sein. Er leitet bisher den Staatlichen Besitzfonds der Ukraine. Seine Arbeit seit seiner Ernennung im vergangenen Jahr fand auch die Zustimmung von Antikorruptionsaktivisten in der Ukraine.

Auch als Verteidigungsminister traut man ihm einiges zu. „Das wäre ein guter Schachzug, denn Umerovs Team hat im Fonds viel erreicht, z.B. eine wirksamere Prüfung staatlicher Unternehmen und das Schließen von Korruptionslücken“, schreibt die Antikorruptionsaktivistin Olena Haluschka auf dem Kurznachrichtendienst X (zuvor Twitter). So habe er hohe Einnahmen durch die Privatisierung staatlichen Eigentums und die Verpachtung staatlichen Besitzes erzielt – und das ganz ohne Skandale, was in der Ukraine keine Selbstverständlichkeit ist.

Und noch ein Faktor könnte bei seiner möglichen Ernennung eine Rolle spielen: Als Krimtatare im Verteidigungsministerium würde er die Absichten der Ukraine unterstreichen, die Krim zurückzuerobern und die russische Besatzung in den restlichen Gebieten der Ukraine zu beenden. Zu einer Zeit, in der die Ukraine immer wieder zu Gebietsabtretungen an Russland zugunsten eines Waffenstillstandes gedrängt wird, könnte er eine starke Stimme für die Einheit des Landes sein.