Matthias Maurer in der ISS, die alle 90 Minuten einmal die Erde umrundete dpa/NASA/ESA-M.Maurer

Der deutsche Astronaut Matthias Maurer (52) hat den Krieg in der Ukraine aus dem All gesehen:  „Am Anfang war es so, dass das Land nachts ganz dunkel wurde. Man hat eigentlich nur noch Kiew erkannt, und außenrum das ganze Land war ganz dunkelschwarz“, sagte Maurer am Dienstag bei der ARD. Dann habe er nachts Blitze gesehen und gewusst: „Da sind Raketen eingeschlagen.“ Tagsüber standen dann „tiefschwarze Rauchsäulen“ über Städten wie Mariupol.

Dichte Rauchschwaden stiegen während der mittlerweile beendeten Kämpfe um das Stahlwerk Asovstal in Mariupol auf. imago

Russland verliert in drei Monaten mehr Soldaten in der Ukraine als die Sowjetarmee in neun Jahren Afghanistan

Maurer war am 6. Mai nach fast sechs Monaten in der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt. Wäre er noch im All, könnte er weiter Blitze und Rauch sehen: Laut ukrainischem Generalstab hört die russische Armee nicht auf, trotz hoher Verluste gegen die ukrainischen Verteidiger im Osten des Landes anzurennen. Laut britischem Geheimdienst hat Russland in drei Monaten Ukraine-Krieg mehr Gefallene als die Sowjetarmee in neun Jahren Afghanistan. Da waren es über 13.300.

Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj per Video beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos (Schweiz) erneut mehr Waffen gefordert. Man habe „keine Alternative als zu kämpfen. Kämpfen und gewinnen.“ Dafür brauche man Raketenabwehr und Kampfflugzeuge. Viele wären „nicht gestorben, wenn wir alle Waffen erhalten hätten, um die wir bitten.“

6,5 Millionen Ukrainer sind vor dem Krieg ins Ausland geflüchtet

Sein Land sei Ziel von 3000 Luftangriffen und 1500 Raketenangriffen gewesen. Laut UN sind mindestens 3930 Zivilisten dem Krieg zum Opfer gefallen, 6,5 Millionen Ukrainer sind aus ihrem Land geflohen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte in Davos, dass beschlagnahmte russische Gelder für den Wiederaufbau der Ukraine herangezogen werden sollten. Ziel der Weltgemeinschaft sollte eine Niederlage Russlands sein. „Die Ukraine muss diesen Krieg gewinnen. Und Putins Aggression muss sich als strategisches Versagen herausstellen.“

Sie warf Moskau vor, mit der Zerstörung ukrainischer Weizenvorräte, dem Blockieren des Weizenexports und dem Horten eigener Bestände Erpressung auszuüben, zulasten armer Länder, deren Bürger unter steigenden Preisen leiden.