Kiews Bürgermeister Klitschko zeigt seinen Twitter-Followern die Verwüstungen in einem Wohnviertel der Hauptstadt. Twitter/Vitali Klitschko

Es ist eine von diesen vielen Nachrichten im Ukraine-Krieg, die viele von uns bereits haben abstumpfen lassen: Von russischen Truppen abgefeuerte Raketen und Bomben richten sich auch gezielt gegen Krankenhäuser und Wohnviertel ukrainischer Städte. Angegriffen wurde am Freitagmorgen unter anderem die Hauptstadt Kiew: Ein Mensch wurde getötet, 19 weitere wurden verletzt.

Klitschko zu Russland-Unterstützern: „Blut klebt an euren Händen“

Unter den Verwundeten im Stadtteil Podil seien vier Kinder, sagte Klitschko am Freitag in einem Video, das er auf Telegram veröffentlichte. Russische Truppen hätten Wohnhäuser, Kindergärten und eine Schule beschossen. In einem weiteren Video auf Twitter führt Klitschko seine Follower durch die Trümmer der Verwüstung, zeigt, was wenige Stunden zuvor noch eine Kita und was bewohnte Häuser waren.

In dem Video richtet sich Klitschko auch direkt an alle, die den Krieg Russlands gegen die Ukraine unterstützten: „Blut klebt an euren Händen“, so Klitschko auf Englisch.

Russische Rakete im Osten Kiews abgefangen: ein Toter

Erst am Donnerstag waren im Osten von Kiew ein Mensch getötet und mehrere verletzt worden, als Behördenangaben zufolge Trümmer einer abgefangenen Rakete ein Hochhaus trafen. Die Ukraine wirft Russland vor, gezielt auch Zivilisten anzugreifen. Moskau bestreitet das, obwohl für die Angriffe zahlreiche Augenzeugen-Berichte und Video-Beweise vorliegen.

Am Freitag hat Russland die Angriffe auch auf die zivile Infrastruktur im Westen der Ukraine fortgesetzt. Unweit der polnischen Grenze haben russische Einheiten ein Ziel nahe des Flughafens der Stadt Lwiw beschossen. „Mehrere Raketen schlugen in einer Fabrik ein, in der Flugzeuge repariert werden“, schrieb der Bürgermeister der Stadt, Andrij Sadowyj, am Freitagmorgen auf Facebook. Unterdessen teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit, dass seine Truppen ins Stadtzentrum der belagerten Hafenstadt Mariupol im Südosten vorgedrungen seien und dort gemeinsam mit ihren separatistischen Verbündeten kämpften.

Russischer Angriff nahe des Flughafens der Stadt Lwiw

Über dem angegriffenen Gebiet in der Nähe des Flughafens von Lwiw stieg eine dichte Rauchwolke auf. Zeugen berichteten von einer heftigen Explosion. Rettungskräfte seien im Einsatz, erklärte Bürgermeister Sadowyj. Lwiw ist Zufluchtsort und Durchgangsstation für Hunderttausende Flüchtlinge aus dem Rest der Ukraine, auch viele westliche Diplomaten gingen von der Hauptstadt Kiew nach Lwiw.

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Das Gebäude der Flugzeugwerkstatt bei Lwiw wurde dem Bürgermeister zufolge durch den Beschuss zerstört. Opfer gebe es bislang keine, der Betrieb sei zuvor bereits eingestellt worden.