Friedrich Merz (l.) mit seinem Team: Mario Czaja soll CDU-Generalsekretär werden, mit Christina Stumpp als Vize. Foto: dpa/Michael Kappeler

Friedrich Merz will mit einem Berliner Punkte machen im Kampf um den CDU-Vorsitz in der Nachfolge Armin Laschets. Der frühere Berliner Gesundheits- und Sozialsenator Mario Czaja (46) soll Generalsekretär werden, falls Merz Parteichef wird. Einen Tag nach seiner Nominierung durch seinen CDU-Kreisverband Hochsauerland präsentierte Merz Czaja und als potenzielle Vize-Generalsekretärin Christina Stumpp (34). Wie Czaja in Berlin hatte sie in Baden-Württemberg ihren Wahlkreis direkt gewonnen. 

Merz verlegt Neukölln mal eben in den Osten Berlins

Czaja, 2011 bis 1016 Senator in der rot-schwarzen Koalition, war bundesweit bekannt geworden, als er bei der Bundestagswahl am 26. September Petra Pau ihren Wahlkreis in Marzahn-Hellersdorf abgenommen hatte und das Direktmandat in der einstigen Linken-Hochburg holte. Der Mann aus dem Osten würde Merz' schwache Seiten stärken: Osten und Soziales. Hatte doch Merz bei der Vorstellung sofort einen Bock geschossen, als er sagte: „Willkommen im Estrel in Ost-Berlin.“ Das Hotel liegt im West-Bezirk Neukölln ...  Eine soziale Ader wird dem Wirtschaftspolitiker ebenfalls abgesprochen. 

 Die CDU-Politiker Norbert Röttgen, Friedrich Merz und Helge Braun (v. l.) wollen Parteichef werden.

Vor Merz (66), dem 2002 als Unions-Fraktionschef von Angela Merkel Abservierten und schon zweimal bei einer Vorsitzwahl Gescheiterten, hatten sich am Freitag der frühere Umweltminister und Außenpolitik-Fachmann Norbert Röttgen (56) und der Noch-Kanzleramtschef Helge Braun (49) als Kandidaten gemeldet. 

Die rund 400.000 CDU-Mitglieder können sich schriftlich bis zum 26. November, online bis 2. Dezember melden, ob sie an der Befragung teilnehmen wollen, wer der nächste Chef werden soll. Dann werden die Wahlzettel verschickt. Sollte bei der Auszählung am 17. kein Kandidat die absolute Mehrheit erhalten, gehen die beiden Spitzenreiter in die Stichwahl, die am 14. Januar ausgezählt wird. Formal gewählt wird  am 21. Januar bei einem Parteitag in Hannover.