Der US-Klimaschutzbeauftragte John Kerry mit Chinas Klimagesandtem Xie Zhenhua AP/Francois Mori

Die USA und China haben überraschend auf der Weltklimakonferenz Cop26 in Glasgow einen Pakt zum Klimaschutz geschlossen.

„Die USA und China haben keinen Mangel an Differenzen“, sagte der US-Klimaschutzbeauftragte John Kerry dazu am Mittwoch in Glasgow. „Aber beim Klima ist das der einzige Weg, diese Aufgabe zu bewältigen.“ In einer gemeinsamen Erklärung hätten die beiden Staaten sich „auf einen grundlegenden Rahmen für diese Zusammenarbeit“ geeinigt. „Wir können unsere Ziele nicht erreichen, wenn wir nicht zusammenarbeiten.“

China und USA verursachen weltweit die meisten Treibhausgase

Angesichts der Klimakrise wollen beide Seiten gemeinsam und jeder für sich den Umbau zu einer klimaneutralen Weltwirtschaft beschleunigen, wie es in der Erklärung heißt. Dazu werde man noch in diesem Jahrzehnt ehrgeizigere Klimaschutzmaßnahmen ergreifen. Eingesetzt werden soll dazu auch eine gemeinsame Arbeitsgruppe.

Die beiden Länder sind die größten C02-Sünder, China trägt zu 27 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen bei, die USA zu elf Prozent.

Konkrete Klima-Zusagen fehlen leider

Kritiker sahen allerdings einen Mangel an konkreten Zusagen. Beide Weltmächte wollen in der ersten Hälfte des kommenden Jahres gemeinsam beraten, wie sie beispielsweise den Methanausstoß verringern können. Dazu hatten die USA und die EU auf der Klimakonferenz Anfang der Woche bereits eine Allianz Dutzender Staaten geschmiedet. Ziel ist es, den Ausstoß des zweitwichtigsten Treibhausgases bis 2030 um 30 Prozent zu senken. China hat sich dem Vorhaben nicht angeschlossen.

Beobachter stufen die Klimaschutzpläne Chinas auch als eher schwach ein. Das Land will bis 2030 überhaupt erst anfangen, seine Treibhausgas-Emissionen zu drosseln.