Elon Musk liebt den großen Auftritt: Hier mit seiner Mutter Maye Musk bei Klums Halloween-Party.
Elon Musk liebt den großen Auftritt: Hier mit seiner Mutter Maye Musk bei Klums Halloween-Party. Invision via AP/Evan Agostini

Twitter-Eigentümer Elon Musk hat dem US-Technologieriesen Apple den „Krieg“ erklärt. Der angebliche Grund: „Apple hat damit gedroht, Twitter aus seinem App-Store zu entfernen, aber sie weigern sich, uns zu sagen warum“, schrieb Musk auf Twitter. Er fügte   ein Meme hinzu, das ein Auto mit der Aufschrift „Elon“ zeigt und eine Autobahnausfahrt in Richtung „den Krieg erklären“ nimmt.

Elon Musk will gegen Apple in den Krieg abbiegen. Unter anderem, weil Apple bei App-Verkäufen 30 Prozent Provision einstreiche.
Elon Musk will gegen Apple in den Krieg abbiegen. Unter anderem, weil Apple bei App-Verkäufen 30 Prozent Provision einstreiche. Twitter

Zuvor hatte der Twitter-Chef (geschätztes Vermögen: knapp 200 Milliarden Dollar)  Tweets abgesetzt, in denen er Apple (gegenwärtiger Marktwert: 2,29 Billionen Dollar) Zensur und den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung vorwarf. Apple habe im Grunde genommen aufgehört, auf Twitter Werbung zu schalten, erklärte Musk. Apple hat bislang nicht auf die Angriffe reagiert.

Musk, der sich selbst als „Absolutist der freien Meinungsäußerung“ bezeichnet, fragte zudem an Apple gerichtet: „Hassen sie die freie Meinungsäußerung in Amerika?“ Musk zufolge sollte der Onlinedienst alle gesetzlich erlaubten Beiträge zulassen. Sein Vorgehen am Montag bezeichnete der Milliardär als „Revolution gegen die Online-Zensur in Amerika“.

Donald Trump dürfte wieder auf Twitter herumdröhnen

Der Tesla-Chef will unter anderem die Inhaltsmoderation auf Twitter lockern. Vor kurzem ließ er das gesperrte Twitter-Konto von Donald Trump und umstrittener  Profile wieder einrichten. Trump verzichtet aber bislang auf den Dienst.

Twitter geht inzwischen auch nicht mehr gegen Falschinformationen zum Coronavirus vor. Die entsprechenden Maßnahmen wurden bereits vergangene Woche gestoppt, geht aus einer Mitteilung auf einer Twitter-Webseite hervor.

Der Online-Dienst hatte 2020 Regeln aufgestellt, um die Verbreitung falscher und irreführender Informationen über das Virus und Impfstoffe zu unterbinden. Twitter verwies damals auf Gefahr für Menschen, die unwissenschaftliche Behandlungsmethoden anwenden oder auf Impfungen verzichten könnten.

Insgesamt wurden nach früheren Angaben wegen Verletzung der Regeln mehr als 100.000 Beiträge entfernt und über 11.000 Konten gesperrt. Das Vorgehen wurde vor allem aus dem rechten politischen Lager in den USA kritisiert. Musk  hatte die Pandemie 2020 verharmlost, soll selbst zweimal infiziert gewesen sein. 

Elon Musk fühlt sich vom Tech-Riesen Apple schlecht behandelt.
Elon Musk fühlt sich vom Tech-Riesen Apple schlecht behandelt. AP/Kathy Willens

Sollte Twitter sich nicht an die Richtlinien von Apple und Google halten, wäre dies „katastrophal“, schrieb nun der Ex-Abteilungsleiter für Sicherheit und Integrität Twitters, Yoel Roth, in einem Artikel in der New York Times. Das Unternehmen würde damit den „Ausschluss aus deren App-Stores riskieren“. 

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Musk habe offenbar nicht verstanden, dass Twitter „selbst eine Marke“ sei und „ein Gütesiegel“ habe, sagte Sarah Roberts, Expertin für Informationsstudien an der Universität von Kalifornien. Ihr zufolge wollten Unternehmen „nicht einmal mehr damit in Verbindung gebracht werden“. Twitter sei „eine befleckte Marke, eine Marke non grata, mit der Unternehmen nicht in Verbindung gebracht werden wollen“, fügte sie hinzu.

Werbekunden wenden sich von Twitter ab

Laut der unabhängigen Organisation Media Matters haben wegen Bedenken über die Entwicklung inzwischen die Hälfte der 100 wichtigsten Werbepartner ihre Anzeigen in dem Netzwerk ausgesetzt oder „offenbar ausgesetzt“, darunter VW. Die Frage ist insbesondere, wie Twitter künftig gegen Hassbotschaften und die Verbreitung von Falschnachrichten vorgehen wird.

Musk hatte Twitter Ende Oktober für 44 Milliarden Dollar (rund 43 Milliarden Euro) übernommen und umgehend die Chef-Etage gefeuert. Eine Woche später entließ er rund die Hälfte der 7500 Angestellten.