In der TV-Debatte zwischen Emmanuel Macron (l.) und Marine Le Pen ging es heiß her. dpa/Ludovic Marin

Es war der letzte TV-Showdown vor der entscheidenden Stichwahl am Sonntag in Frankreich: Im Fernseh-Duell lieferten sich die beiden Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron und seine rechte Herausforderin Marine Le Pen den erwarteten Schlagabtausch – den nach ersten Umfragen Amtsinhaber Macron mit klarem Vorsprung gewann.

Le Pen bemühte sich, seriös zu wirken

Nach der mehr als zweieinhalbstündigen Debatte am Mittwochabend hielten zwei von drei Zuschauern den Mitte-Politiker für den überzeugenderen Kandidaten. Mit Spannung war erwartet worden, ob die beiden Kontrahenten sich wie im Duell vor der Präsidentschaftswahl 2017 Beschimpfungen und persönliche Angriffe leisten würden.

Macron vermied jegliche Arroganz

Doch ein Debakel wie damals blieb Marine Le Pen erspart. Für sie galt es vor allem, seriöser und präsidialer zu wirken. Deshalb zeigte sich Le Pen betont freundlich, strahlte in die Kameras und fiel Macron nicht ins Wort. Macron musste in der Debatte um jeden Preis vermeiden, arrogant und elitär zu wirken. Statt über Le Pens Antworten zu lachen, gab er sich ernst und mimte den nachdenklichen Zuhörer. Auch gestand er Unzulänglichkeiten in seiner Amtszeit ein.

Le Pen will Partnerschaft mit Deutschland beenden

Inhaltlich teilten dann dennoch beide hart gegen den Gegner aus, um die letzten unentschlossenen Wähler zu überzeugen. Denn nie war das Wahlvolk in Frankreich gespaltener und nie standen Le Pens Siegchancen besser. „Sie hängen von Russland und vom russischen Präsidenten ab“, griff Macron Le Pen wegen deren Nähe zu Kremlchef Wladimir Putin an, der der rechten Kandidatin finanziell unter die Arme gegriffen hat.

Le Pen wiederum beschimpfte Macron ihrerseits als „Klimaheuchler“ und zeichnete ein Frankreich-Bild in den schwärzesten Farben, bedroht von illegalen Einwanderern, Islamisten und finanziellen Sorgen.

Doch am weitesten liegen die beiden Kandidaten beim Thema Europa auseinander. Macron beschwor einmal mehr ein „starkes, unabhängiges Europa“, das ein deutsch-französisches Vertrauensverhältnis voraussetze. Le Pen will bei einem Wahlsieg die Partnerschaft mit Deutschland dagegen aufkündigen.

Besonders eindringlich wurden beide Bewerber zum Schluss. Macron machte die Wahl auch zu einer Abstimmung über Europa, Klima, den Laizismus – „also ein Referendum für oder gegen das, was wir grundsätzlich sind“. Le Pen hingegen versprach eine „Rückkehr des gesunden Menschenverstands“, sollte sie gewinnen.