Madonna 2017 beim Marsch der Frauen auf Washington. Foto: AP/dpa/José Luis Magana

Washington D. C. - „Ich habe viel darüber nachgedacht, das Weiße Haus in die Luft zu sprengen.“ Diesen Satz der Pop-Sängerin Madonna haben die Anwälte des früheren US-Präsidenten Donald Trump herangezogen, um ihren Mandanten im nachträglichen Amtsenthebungsverfahren zu verteidigen - gegen den Vorwurf, er habe seine Unterstützer zum Sturm auf das Kapitol am 6. Januar angestachelt.

Madonna hatte den Satz 2017 als Rednerin beim „Marsch der Frauen“ nach Washington gesagt, einen Tag nach Trumps Amtseinführung. Trumps Anwälte führten ihn als Beispiel an, dass Trump seit Jahren Hass entgegengebracht werde. Sie nannten auch andere Beispiele, bei denen beispielsweise demokratische Politiker zum „Kampf“ aufgerufen hätten. 

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Damit versuchten die Anwälte, Trumps Äußerungen am 6. Januar und davor zu relativieren. Entsprechende Anklagen der Demokraten seien „absurde und monströse Lügen“, geprägt von „Hass“ auf Trump, der immer für Recht und Ordnung eingetreten sei.

Trump am 6. Januar, als er seinen Anhängern sagte, sie mögen zum Parlamentssitz, dem Kapitol, ziehen. Foto:AFP/Brendan Smialowski

Im Licht der Sätze, wie sie Madonna verwendet hatte, seien seine Bemerkungen wie „Wenn Ihr nicht wie der Teufel kämpft, werdet Ihr kein Land mehr haben“ gewöhnliche politische Aussagen gewesen. Nur dass eben danach ein Mob das Kapitol gestürmt hatte, wo formell Joe Bidens Sieg erklärt werden sollte, und es fünf Tote gab.

Im Übrigen sei das ganze Verfahren verfassungswidrig, erklärten die Anwälte. Unter Umständen könnte schon am späten Sonnabend über die Amtsenthebung abgestimmt werden, die wegen der Mehrheitsverhältnisse unwahrscheinlich ist: 17 der 50 republikanischen Senatoren müssten mit den 50 Demokraten stimmen.