Donald Trump und Ehefrau Melania (5.v.r) besuchten 2018 die US-Truppen auf dem Stützpunkt in Ramstein (Rheinland-Pfalz). Foto: Andrew Harnik/AP/dpa

Lange hatte Donald Trump es schon angedroht - jetzt soll der US-Präsident tatsächlich das Pentagon angewiesen haben, die US-Truppen in Deutschland massiv abzubauen. Laut „Wall Street Journal“ soll die Präsenz von derzeit 34.500 Soldaten um 9500 reduziert werden. Außerdem solle eine Obergrenze von 25.000 US-Soldaten eingeführt werden. Das Weiße Haus bestätigte entsprechende Pläne Trumps allerdings nicht.

Militärpräsenz auf Kosten der US-Steuerzahler

Wie „Der Spiegel“ unter Bezug auf eigene Informationen berichtete, habe das Weiße Haus Teile des US-Kongresses darüber informiert, dass das Pentagon bis zum Herbst 2020 zwischen 5000 und 15.000 der derzeit rund 35.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen werde. Bereits im vergangenen Jahr hatten die USA mit dem Teilabzug ihrer Truppen aus Deutschland gedroht, die den US-Steuerzahler Geld kosteten und in Deutschland für zehntausende Jobs sorgen.

Bündnispartner waren nicht informiert

Unionsfraktionsvize Johann Wadephul sieht im angeblich geplanten Abzug einen weiteren Weckruf an die Europäer, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, weil die USA ihre Bündnispartner nicht in Entscheidungen einbeziehe und warnte: „Alle profitieren vom Zusammenhalt des Bündnisses, nur Russland und China von Zwist. Das sollte in Washington mehr beachtet werden.“

US-Armee in Augustdorf (NRW): Tausende Soldaten sollen bald aus Deutschland abgezogen werden. Foto: Friso Gentsch/dpa