Kerzen und Blumen umgeben ein Foto der verstorbenen US-Richterin Ruth Bader Ginsburg. Hunderte trauerten um die Justiz-Ikone, die im Alter von 87 Jahren gestorben ist. Foto: Katharine Kimball/ZUMA Wire/dpa

US-Präsident Donald Trump hat versprochen, eine Frau für die Nachfolge der verstorbenen Obersten Richterin Ruth Bader Ginsburg zu nominieren. Auf einer Wahlkampfkundgebung in North Carolina fragte er am Sonnabend seine Zuhörer, ob sie einen Mann oder Frau wollten und erklärte dann, er werde eine „sehr talentierte, sehr geniale Frau“ benennen. Wer das sein werde, wisse er aber selbst noch nicht. Trump nannte allerdings zwei Kandidatinnen, die Bundesrichterinnen Amy Coney Barrett und Barbara Lagoa. Beide gelten als konservativ.

Zum Zeitplan sagte Trump: „Wir haben viel Zeit, wir haben eine Menge Zeit. Wir reden über den 20. Januar.“ An diesem Tag wird der im November gewählte Präsident vereidigt. Damit signalisierte Trump, dass er mit einer Senats-Abstimmung über die Ginsburg-Nachfolge auch noch nach der Wahl einverstanden wäre.

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Ginsburg galt als Ikone liberaler Rechtssprechung und war am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorben. Über die Nachfolge entscheidet der Senat auf Vorschlag des Präsidenten. Vor gut vier Jahren hatte sich der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell geweigert, den Personalvorschlag des damaligen Präsidenten Barack Obama für die Nachfolge des Anfang 2016 verstorbenen konservativen Richters Antonin Scalia auch nur zu debattieren. Sein Argument: In nur knapp neun Monaten sei Wahl und die Wählerinnen und Wähler sollten erst einen neuen Präsidenten bestimmen.

Diesmal sind es bis zur Wahl nur noch gut sechs Wochen, doch McConnell hat schon zugesagt, den Senat über einen Vorschlags Trumps abstimmen zu lassen. Offen ließ er, ob dies vor oder nach der Wahl geschehen wird, bei der Trump sein Amt und die Republikaner ihre Mehrheit im Senat verlieren könnten. Ihre Amtszeiten laufen allerdings noch bis Anfang 2021.