US-Präsident Donald Trump soll in seiner Kindheit sehr unter seinem Vater gelitten haben. dpa/AP/Alex Brandon

„Er ist wie Frankensteins Monster – nur ohne ein Gewissen!“ Kein Wunder, dass Donald Trump und seine Anwälte noch immer versuchen, die Veröffentlichung der Memoiren seiner Nichte zu verhindern. Denn Mary Trump wäscht wirklich schmutzige Familienwäsche und behauptet, dass der spätere Präsident „als Kind von seinem Vater misshandelt wurde“.

In einem Vorabdruck in der „Daily Mail“ schreibt die Tochter von Donalds Bruder Fred Jr., dass „Trump Senior mit Liebe nichts anfangen konnte“. Er habe nur Gehorsam verlangt und Donald war gezwungen, es ihm zu geben.

Laut „Too Much and Never Enough: How My Family Created the World's Most Dangerous Man“ (zu deutsch: „Zu viel ist niemals genug: Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt hervorgebracht hat“) analysiert die klinische Psychologin den Präsidenten. Sie glaubt, dass ihr Onkel nicht nur narzisstisch ist, sondern „die Kriterien für eine antisoziale Persönlichkeitsstörung erfüllt, deren schlimmste Stufe Soziopathie ist. Sie kann sich aber auch in chronischer Arroganz, Missachtung Anderer und kriminelles Verhalten widerspiegeln.“

Kranke Mutter, schwere Kindheit

Die 55-Jährige sieht den Grund für die Verhaltensstörung in Donalds Kindheit. Als er zwei Jahre alt war, wurde seine Mutter Mary schwer krank und musste operiert werden. Danach sei sie „emotionell und körperlich abwesend“ gewesen. Dieser Mangel an Zuneigung habe Donald für den Rest des Lebens emotional gezeichnet. Denn nun hatte Vater Fred das Sagen, vor dem Donald „eine fürchterliche Angst“ hatte. Trump Senior verfügte laut seiner Enkeltochter weder über Mitgefühl, noch hatte er Interesse an den Bedürfnissen seiner Söhne: „Je mehr Donald und seine Brüder ihn brauchten, desto abweisender wurde er. Dadurch wurde für Donald das Gefühl, jemanden zu brauchen, gleichgesetzt mit Bloßstellung und Verzweiflung.“

Donald habe versucht, die Aufmerksamkeit von Fred Senior zu bekommen, in dem er mit allen Mitteln versuchte, ihm zu imponieren. Ihr Onkel sei laut Mary Trump zu einem Experten darin geworden, die Wahrheit zu verschleiern: „Für Donald ist Lügen ein Mittel, sich besser darzustellen, als er es wirklich ist.“ Trump sei ein schlechter Schüler gewesen. Seine Schwester Maryanne, die ihn später „als Clown verunglimpft hat“, habe seine Hausaufgaben fur ihn gemacht. Für den College-Aufnahmetest SAT habe er seinen Freund „Joe Shapiro für gutes Geld engagiert, der den Test für ihn gemacht hat“. Nur so kam er auf die bekannte Wharton School of Business der University of Pennsylvania.

Donald Trumps Anwälte sind vor dem Gericht von Dutchess County, New York, in Berufung gegangen. Sie behaupten, Mary Trump verstoße mit der Veröffentlichung der Memoiren gegen eine Schweigeklausel, die sie unterschrieben habe. Mary Trump fühlt sich nicht an den Vertrag gebunden, weil Onkel Donald damals bei seinem Vermögen Falschangaben gemacht habe – was alles dann nichtig gemacht habe. Herausgeber Simon & Schuster hat inzwischen angekündigt, das Buch bereits „wegen der riesigen Nachfrage“ am 14. Juli, zwei Wochen vor dem ursprünglichen Datum, auf den Markt zu bringen.