Die Impfung bietet fast vollständigen Schutz vor Corona, doch es bleibt ein Restrisiko ... dpa/Robert Michael

Die Impfkampagne in Deutschland läuft auf Hochtouren und obwohl die Präparate den besten Schutz vor dem Coronavirus bieten, ist es trotzdem möglich, dass auch Geimpfte positiv getestet werden können. Und bestimmte Gruppen sind sogar stärker gefährdet als andere!

Restrisiko der Ansteckung bleibt

Dass Geimpfte sich trotz der geringen statistischen Wahrscheinlichkeit dennoch mit dem Coronavirus anstecken, liegt daran, dass es mehrere Wochen dauern kann, bis der Körper einen Schutz gegen die Krankheit entwickelt, und die aktuellen Impfstoffe zwei Dosen benötigen, um vollständig wirksam zu sein.

Wissenschaftler des King’s College in London haben Infektionsfälle in Großbritannien nach einer Impfung untersucht, indem sie Daten von rund 1,1 Millionen Menschen untersucht haben, die zwischen vergangenem Dezember und Mitte Mai geimpft wurden.

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Sie fanden heraus, dass 2278 Erwachsene nach der ersten Impfung positiv getestet wurden. Das entspricht 0,2 Prozent. Nach der zweiten Impfung haben sich 187 Briten trotzdem infiziert. Das sind 0,03 Prozent.

Die vollständige Impfung schützt also fast vollständig, doch es bleibt ein geringes Restrisiko.

Forscher fanden typische Anzeichen für eine Infektion

Die Forscher haben auch typische Merkmale für eine Infektion nach der Impfung ausfindig gemacht. 

Häufiges Niesen wurde bei Geimpften, die sich mit dem Virus ansteckten, häufiger beobachtet als bei ungeimpften Infizierten. imago/Panthermedia

Um eine mögliche Corona-Infektion zu erkennen, sollten Sie auf diese vier Symptome achten:

  • Niesen: Häufiges Niesen war das einzige Symptom, das bei geimpften Menschen mit Covid häufiger beobachtet wurde als bei Infizierten ohne Impfung. Hatten unter 60-Jährige ihre Impfung bekommen und sich danach mit dem Coronavirus infiziert, trat Niesen 24 Prozent häufiger auf als bei Ungeimpften.
  • Kurzatmigkeit: Sowohl mit als auch ohne Impfung klagen Infizierte gleichermaßen über Kurzatmigkeit. Die Forscher merken aber an, dass geimpfte Erwachsene, die sich infizieren, einen viel milderen Krankheitsverlauf haben als Ungeimpfte.
  • Ohrenschmerzen: Ohrenschmerzen sind ein weiteres potenzielles Symptom, das Geimpfte beachten sollten. Corona-Patienten, die nicht geimpft wurden, klagen oftmals über Tinnitus. Eine Erkrankung, die ein anhaltendes Klingeln in den Ohren und ein gedämpftes Gehör verursacht. Sollten Sie in den Tagen nach der Impfung unter Ohrenschmerzen leiden, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass Sie sich angesteckt haben.
  • Geschwollene Lymphknoten: Eine weniger häufige Nebenwirkung nach Verabreichen des Corona-Impfstoffs sind geschwollene Lymphknoten in der Achselhöhle oder im Nacken. Während sie normalerweise innerhalb weniger Tage verschwinden, können sie auch ein Anzeichen für eine Infektion sein.
Geschwollene Lymphdrüsen können auch Anzeichen für eine Infektion sein. dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Jeder Geimpfte sollte sich jedoch bewusst sein, dass jeden Vierten geringe Nebenwirkungen des Impfstoffs plagen, die nichts mit einer Corona-Infektion zu tun haben. Schwitzen, Schüttelfrost, Müdigkeit und Schmerzen sind die häufigsten.

Meist erreichen die Nebenwirkungen in den ersten 24 Stunden nach der Injektion ihren Höhepunkt und halten ein bis zwei Tage an.