Hohe Büromieten in Großstädten lassen Firmen ins Umland ausweichen imago

Der Eindruck war: Kein Mensch braucht mehr Büros, weil alle im Home-Office sitzen. Das stimmt offenbar nicht: Die Mieten für Büroimmobilien sind 2021 weiter gestiegen und mit rund fünf Prozent stärker als 2020. Das zeigt der Büroimmobilien-Monitor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des Projektentwicklers Preig. Untersucht wurde  die Preisentwicklung in 71 deutschen Großstädten und ihren Umlandgemeinden.

Als Hauptursachen sehen die Autoren der Studie, dass sich erstens zwischen Juni 2020 und Juni 2021 die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Bürobeschäftigten um 250.000 erhöht habe, und dass zweitens Corona-Gegenmaßnahmen den Flächenbedarf hätten steigen lassen, weil Unternehmen bei der Arbeitsplatzgestaltung auf mehr Abstand achten müssten: Auf die vorhandene Fläche passen weniger  Leute.

Insgesamt stiegen die Büromieten der Studie zufolge in 80 Prozent der untersuchten Städte. Die höchsten Mietpreissteigerungen gab es  mit einem Plus von 14,6 Prozent in Bremerhaven.

Flucht ins Umland

Vor allem das Umland der sieben wichtigsten Immobilienstandorte mit ihren hohen Mieten – Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, Köln, München und Stuttgart – habe überproportional starke Mietpreiszuwächse verzeichnet, heißt es in der Studie.

Lesen Sie jetzt auch: Orban blockiert: Öl-Embargo der EU gegen Russland könnte scheitern >>

Dies könne darauf hindeuten, dass Unternehmen vermehrt preisgünstigere Angebote abseits der Stadtzentren in den Blick nähmen. Im Falle Berlin wirkte das auf Potsdam, wo die Mieten um 11,6 Prozent stiegen.