US-Präsident Donald Trump - sein Bruder Fred versuchte vergeblich, die Veröffentlichung des Buches zu verhindern.  Foto: Evan Vucci/AP

„Tritt zurück“ - in ihrem ersten Interview schießt Donald Trumps Nichte scharf gegen den US-Präsidenten. In ihren Memoiren hatte Mary Trump ihren Onkel als „Soziopathen“ beschrieben. Der versuchte die Veröffentlichung des Buchs vergeblich zu verhindern. Auf die Frage von George Stephanopoulus, Nachrichtenchef des TV-Senders ABC, welche Nachricht sie über den Bildschirm ins Oval Office weiterleiten will, nahm Mary kein Blatt vor dem Mund: „Nachdem er durch die tiefsitzenden Familienprobleme pervertiert  wurde, ist dieser Mann völlig außerstande, unser Land zu führen. Es ist gefährlich, ihm zu erlauben, es zu tun. Er sollte freiwillig abtreten!“

Psychologin Mary Trump rechnet in ihren Memoiren mit ihrem Onkel ab. Foto: Imago Images/ZUMA Wire

Die Autorin von „Too Much and Never Enough: How My Family Created the World's Most Dangerous Man” („Zu viel und nie genug: Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf“) erinnert sich gut an das einzige Mal, als sie ihren Onkel im Oval Office besucht hatte: „Es war wenige Monate nach seinem Amtsantritt. Man konnte sehen, wie gestresst er war und wie sehr er unter Druck stand. Er schien müde und wie ein Mann, der das Ganze eigentlich gar nicht wollte.“

„Zu viel und nie genug: Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf“ - so nannte Trump-Nichte Mary Trump ihr umstrittenes Buch. Foto: Imago Images/Levine-Roberts

Trotz des Widerstands aus der eigenen Familie kam das Enthüllungsbuch der promovierten Psychologin, das ein vernichtendes Bild von Donald Trump zeichnet, am Dienstag in den USA in den Handel. Donald Trumps jüngerer Bruder Robert Trump war in letzter Minute mit seinem Antrag gescheitert, vor einem Gericht die Veröffentlichung zu stoppen.