Wolfgang Clement (1940 - 2020). Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Bonn - Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement ist tot. Der 80-Jährige sei am frühen Sonntagmorgen zu Hause in Bonn im Kreis der Familie friedlich in seinem Bett gestorben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Familienkreis. Die „Neue Westfälische“ hatte zuvor berichtet.

Auch die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft bestätigte Clements Tod. Der ehemalige SPD-Politiker, der zuletzt die FDP unterstützte, war Kuratoriumsvorsitzender des Netzwerks. FDP-Chef Christian Lindner twitterte am Sonntag: „Die FDP trauert um Wolfgang Clement. Als Sozialliberaler setzte er sich Zeit seines Lebens für sozialen Aufstieg, Arbeit und Wachstum ein.“

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Ende August war Clement zu einem Abendessen von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zum 74. NRW-Geburtstag gekommen. Seine Krankheit hatte ihn da bereits sichtbar gezeichnet.

Wolfgang Clement setzte als Superminister von Gerhard Schröder die Hartz-Reformen um. Damit sicherte er der deutschen Wirtschaft Boomjahre, brachte die SPD aber um einen Teil ihrer Stammwählerschaft.

Wolfgang Clement mit Ehefrau Karin - das Paar bekam fünf Töchter.  Foto: Imago Images/Chai von der Laage

Als Clement am 7. Juli 80 Jahre alt wurde, sagte der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) der Deutschen Presse-Agentur: „Wolfgang Clement hat politisch viel bewegt, in Nordrhein-Westfalen ebenso wie auf Bundesebene.“ Schröder sagte weiter: „Ich habe es ihm hoch angerechnet, dass er im Jahr 2002 das Amt des Ministerpräsidenten aufgegeben und in meinem Kabinett den Posten des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit angenommen hat.“

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Zusammen mit dem damaligen Chef des Bundeskanzleramts Frank-Walter Steinmeier habe er zu den wichtigen Akteuren gehört, die die Reformagenda 2010 konzipiert hätten, sagte Schröder.

„Ich hab viel Glück gehabt im Leben“ - diesen Satz hatte Wolfgang Clement in einem seiner letzten Interviews im Juni mehrfach wiederholt. Währenddessen sorgte seine Frau Karin beim Termin mit ihrer herzlichen und witzigen Art für denkbar gute Stimmung. Er war 18, sie 16, als sie sich kennenlernten. 1966 heirateten sie und bekamen fünf Töchter und später sage und schreibe 13 Enkelkinder. Die gesamte Großfamilie machte regelmäßig Urlaub in der Toskana. Inmitten der Corona-Krise plante er schon wieder das nächste große Familientreffen für das kommende Jahr.