Nach dem Anschlag kamen Hunderte zur Schule in Kabul. AFP/Wakil Kohsar

Nach dem Anschlag mit mehr als 50 Todesopfern in der afghanischen Hauptstadt Kabul haben sich am Sonntag mehrere Hundert Menschen am Tatort versammelt. In der Nähe einer großen Schule im Westen der Stadt lagen immer noch Dutzende Mädchenschuhe, blutbefleckte Schulhefte und zerfetzte Rucksäcke. Männer wischten sich mit Stofftüchern Tränen aus den Augen. Mädchen im Alter von sechs oder sieben Jahren hielten sich an der Hand.

Mehrere Männer äußerten Ärger darüber, dass Mädchen und junge Frauen angegriffen wurden. „Sie sollten uns Männer töten. Welche Sünde haben diese jungen Mädchen begangen?“, fragte ein Passant.

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Nach Angaben von Anwohnern sind viele der Opfer Mädchen unter 16 Jahren. Direkt am Schultor versuchte ein Mann aus Sorge vor einem möglichen weiteren Anschlag, die versammelten Menschen auseinanderzutreiben.

Am Samstag waren unweit des Eingangs einer Schule binnen weniger Minuten eine Autobombe und zwei Minen explodiert. Dabei kamen nach Angaben des Innenministeriums mehr als 50 Menschen ums Leben. Mindestens 100 wurden verletzt. Befürchtet wird, dass die Opferzahl noch weiter steigt. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff.