Viele Menschen in Deutschland können aktuell aufgrund der hohen Inflation nicht so viel sparen (Symbolbild).
Viele Menschen in Deutschland können aktuell aufgrund der hohen Inflation nicht so viel sparen (Symbolbild). dpa/Hendrik Schmidt

Die Deutschen waren mal Sparweltmeister. Viele legten Geld auf die hohe Kante – für schlechte Zeiten. Diese Vorsorge wird für immer mehr Bundesbürger ein Ding der Unmöglichkeit. Die Teuerung lässt oft nichts mehr übrig vom Einkommen.

So kann laut einer Umfrage nur noch jeder Zweite in Deutschland sparen. 2020 hätten noch 70 Prozent der Deutschen regelmäßig Geld beiseitelegen können, teilte das Institut der deutschen Wirtschaft am Montag in Köln mit. Bei Menschen mit einem verfügbaren Monatseinkommen von weniger als 1500 Euro sei sogar nur noch jeder Fünfte in der Lage, etwas zu sparen – gegenüber 35 Prozent vor zwei Jahren.

Sparfähigkeit sinkt – auch die Mittelschicht ist betroffen

Die „Verschlechterung der Sparfähigkeit“ reicht den Angaben zufolge bis tief in die Mittelschicht hinein. Während 2020 noch 80 Prozent der Befragten mit einem Einkommen zwischen 2000 und 2500 Euro Geld zurücklegen konnten, sei dies aktuell nur noch knapp über die Hälfte, erklärte das Institut. Weniger Einschränkungen spüren demnach Menschen, die 4000 Euro und mehr zur Verfügung haben. Hier ging der Anteil derjenigen, die etwas sparen, von 93 auf 85 Prozent zurück.

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Laut den Ergebnissen der Befragung kann jeder Sparer hierzulande durchschnittlich 550 Euro monatlich beiseitelegen. Wer über ein Einkommen zwischen 3000 und 4000 Euro verfügt, kann demnach rund 710 Euro sparen.

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Die stark steigenden Energiepreise kämen in gesellschaftlichen Schichten an, die sich bislang geschützt fühlten, erklärte das Institut der deutschen Wirtschaft. 67 Prozent der Befragten berichteten demnach „von starken finanziellen Einbußen“ durch teure Energie.

Das Institut der deutschen Wirtschaft befragte den Angaben zufolge gemeinsam mit dem Markt- und Sozialforschungsinstitut Sinus zwischen dem 1. und 14. September online 2010 Menschen zwischen 18 und 75 Jahren. Die Stichprobe sei repräsentativ für die Merkmale Alter, Geschlecht, Bildung und Wohnsituation und an die Einkommensstruktur der Langzeit-Haushaltsbefragung SOEP 2020 angepasst.