Bundeswehrsoldaten in Afghanistan. Zwei ehemalige Soldaten sollen geplant haben, ihre Erfahrungen als Söldner im Jemen zu nutzen. Sie wurden festgenommen.
 

Die Bundesanwaltschaft hat am frühen Mittwochmorgen zwei ehemalige Bundeswehrsoldaten festnehmen lassen: Sie sollen versucht haben, eine Terrorgruppe zu gründen.

Arend-Adolf G. und Achim A. wurden im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald beziehungsweise in München durch Spezialkräfte der Bundespolizei gefasst. Zudem wurde in München sowie im Landkreis Calw die Durchsuchung der Wohnungen der Beschuldigten veranlasst.  

In den Haftbefehlen wird den Beschuldigten laut Generalbundesanwalt vorgeworfen, Anfang 2021 beschlossen zu haben, eine unter ihrem ausschließlichen Kommando stehende Söldnertruppe aufzustellen.  Triebfeder sei  bei den beiden Beschuldigten gewesen, dass jedes Mitglied der Einheit monatlichen rund 40.000 Euro verdienen sollte.

150 Mann sollte die Söldnertruppe haben

Nach den Plänen der Beschuldigten sollten der von ihnen aufgestellten paramilitärischen Einheit zwischen 100 und 150 Mann angehören, bei denen es sich vor allem um ehemalige Angehörige der Bundeswehr oder frühere Polizisten handeln sollte, heißt es in einer Erklärung.

Die beiden Beschuldigten waren bis 1983 Infanterist beziehungsweise bis 1999 Fallschirmjäger der Bundeswehr und verfügen daher über militärische Kenntnisse und Fähigkeiten. Der nach dem gemeinsamen Tatplan für die Anwerbung und Rekrutierung der Söldner zuständige Arend-Adolf G. nahm bereits mit mindestens sieben Personen Kontakt auf, um diese für ihr Vorhaben zu gewinnen.

Gekämpft werden sollte dann im Jemen, um das Bürgerkriegsgebiet zu „befrieden“ und Friedensverhandlungen zwischen den Huthi-Rebellen und der jemenitischen Regierung erzwingen.

Saudi-Arabien sollte die Söldner bezahlen

Dabei sei beiden Männern bewusst gewesen, dass dann nicht nur jemenitische Kämpfer getötet werden würden, sondern auch Zivilisten. 

Über den konkreten Einsatz im Jemen hinaus hatten die Beschuldigten geplant, die Einheit als sogenanntes privates Militärunternehmen zu betreiben und auch für Einsätze in anderen Konflikten zur Verfügung zu stehen.

Die Finanzierung des Vorhabens sollte nach der Vorstellung der Beschuldigten vorzugsweise durch Saudi-Arabien erfolgen, weil das Land gegen die Huthis kämpft. Vor diesem Hintergrund soll Achim A. über einen längeren Zeitraum immer wieder versucht haben, Verantwortliche der dortigen Regierung zu kontaktieren. Die Saudis sollen aber überhaupt nicht reagiert haben.  

Laut Spiegel sollen die Männer nach ihrer Bundeswehrzeit für eine Sicherheitsfirma Asgaard tätig gewesen sein, die wegen ihrer Versuche, ehemalige Angehörige von Spezialeinheiten der Bundeswehr und der Polizei anzuwerben, unter Beobachtung steht.

Aufgeflogen sein sollen die Ex-Fallschirmjäger, weil einer der Männer, die sie anwerben wollten, sich an den Militärischen Abschirmdienst MAD gewandt hatte.

Die beiden gescheiterten Söldnerführer sollen im Lauf des Tages einem Ermittlungsrichter in Karlsruhe vorgeführt werden, der über eine Untersuchungshaft entscheidet.