Vor dem ehemaligen Redaktionssitz von Charlie Hebdo werden Blumen niedergelegt. Foto: dpa/Pool/Thomas Coex

Sechs Jahre nach der islamistischen Terrorserie gegen das Satiremagazin Charlie Hebdo hat Frankreich der Opfer gedacht. Innenminister Gérald Darmanin und die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo legten am Donnerstag Kränze vor dem ehemaligen Redaktionsgebäude des Magazins im Osten der französischen Hauptstadt nieder. „Für ihre Familien, für unsere Werte, für unsere Freiheit, für Frankreich: Wir werden nie vergessen“, schrieb Darmanin auf Twitter.

Erst vor wenigen Wochen war der Prozess gegen Helfer und Hintermänner der Anschläge zu Ende gegangen. Die Angeklagten wurden zu teils langen Haftstrafen verurteilt. Einer der Hauptbeschuldigten, Ali Riza Polat, soll wegen Beihilfe zu Verbrechen mit Terrorhintergrund für 30 Jahre ins Gefängnis. Seine Anwälte kündigten Berufung gegen die Entscheidung an.

Lesen Sie auch: Terroranschlag auf "Charlie Hebdo":Haftstrafen von vier Jahren bis lebenslänglich

Bei den Attacken wurden im Januar 2015 17 Menschen getötet. In der Redaktion des Satireblatts eröffneten die Brüder Chérif und Saïd Kouachi damals das Feuer und richteten ein Blutbad an. Die Anschläge trafen aber nicht nur die Redaktion von Charlie Hebdo, sondern auch einen koscheren Supermarkt in Paris. Die drei Täter wurden damals von Sicherheitskräften erschossen.

Alle aktuellen News aus Politik & Wirtschaft finden Sie hier.

Frankreich ist in den vergangenen Monaten erneut Opfer von mehreren Terrorangriffen geworden. Im Herbst hatte ein 25-Jähriger vor dem ehemaligen Gebäude der Redaktion zwei Menschen mit einem Messer verletzt. Das Tatmotiv waren den Ermittlern zufolge Mohammed-Karikaturen, die Charlie Hebdo zu Prozessbeginn veröffentlicht hatte. Der Angreifer hat ersten Erkenntnissen nach nicht gewusst, dass die Redaktion mittlerweile an einen geheimen Ort umgezogen ist.

Im Oktober kam es zu der brutalen Attacke auf den Lehrer Samuel Paty in der Nähe von Paris. Kurze Zeit später tötete ein 21-jähriger Attentäter drei Menschen in einer Kirche in Nizza.