Polizisten und Sanitäter helfen verletzten Supermarkt-Kunden. AP/Alex Burton

In Neuseeland ging ein polizeibekannter Islamist in einem Supermarkt mit einem Messer auf Kunden los und hat sechs Menschen verletzt. Undercover-Beamte erschossen den Angreifer weniger als eine Minute nach Beginn des Anschlags, wie Premierministerin Jacinda Ardern am Freitag sagte. Sie sprach von einem „Terroranschlag“ und zeigte sich „am Boden zerstört“, dass der Angriff trotz der bekannten Gefährdungslage nicht habe verhindert werden können.

Drei der sechs Verletzten schwebten laut Ardern nach dem Anschlag in Lebensgefahr. Der Angreifer war den Ermittlern nach ein Anhänger der Terror-Miliz Islamischer Staat (IS). Der 31-Jährige war in das Einkaufszentrum in einem Vorort von Auckland gegangen, hatte ein Messer aus einem Schaukasten gegriffen und hat dann begonnen, wahllos Menschen zu attackieren.

Auf Videos von dem Vorfall war zu sehen, wie Menschen in dem Einkaufszentrum panisch zu den Ausgängen rannten, bevor eine Gruppe Männer auf den Angreifer zustürmte und Schüsse fielen.

Täter war als Gefährder eingestuft

„Was heute geschehen ist, war verachtenswert, hasserfüllt und falsch“, sagte Ardern. Der Anschlag sei von einem „Einzeltäter“ verübt worden, „nicht von einer Religion, einer Kultur oder Ethnie“, betonte sie. „Er allein ist für die Tat verantwortlich.“

Bei dem Angreifer handelte es sich laut Ardern um einen Mann aus Sri Lanka, der seit 2011 in Neuseeland lebte. Er sei als Gefährder eingestuft gewesen und rund um die Uhr von Undercover-Beamten überwacht worden.

Nach Angaben der Regierungschefin saß der Mann in der Vergangenheit im Gefängnis, musste aber aufgrund der Gesetzeslage freigelassen werden. Die Tatsache, dass der Mann auf freiem Fuß gewesen sei, zeigte, „dass wir es nicht geschafft haben, das Gesetz in dem Maß zu nutzen, wie wir dies wollten“, sagte Ardern.

Die Millionenmetropole Auckland auf der Nordinsel ist Neuseelands größte Stadt. Seit Mitte August steht sie wegen eines Corona-Ausbruchs unter einem strikten Lockdown. Nur wesentliche Geschäfte wie Supermärkte und Apotheken dürfen öffnen.