Der Preis von Preis von 1,799 Euro je Liter Super E10 wird kurz nach Mitternacht an der Tanksäule angezeigt. dpa/Hauke-Christian Dittrich

Es geht doch! Die seit Mitternacht geltende Senkung der Energiesteuer hat zu teils deutlich sinkenden Spritpreisen an Tankstellen geführt.

Lesen Sie auch: Neue Drohungen aus dem Kreml: Russland schockt mit Atomwaffen-Manöver!>>

Das zeigt eine Schnellauswertung der Preise an rund 400 Tankstellen in München, Berlin und Hamburg im Zeitraum zwischen 6 und 7 Uhr am Morgen. Quelle sind die aktuellen Spritpreis-Daten des ADAC. Zwar haben noch nicht alle Tankstellen ihre Preise stark gesenkt, bei der überwiegenden Mehrheit ergab sich allerdings bereits wenige Stunden nach der Steuersenkung ein klarer Unterschied.

Lesen Sie auch: Tankrabatt gilt ab heute: Warum gehen die Preise noch nicht überall runter? +++ Könnte den Tankstellen wirklich das Benzin ausgehen? +++ Verdienen vor allem die Öl-Multis? >>

Benzin um 35 Cent billiger

So kostete am Mittwoch bei rund 350 der untersuchten Tankstellen der Liter Super E10 weniger als 1,90 Euro. Im gleichen Zeitraum am Dienstag hatte es im untersuchten Bereich nur eine einzige Tankstellen gegeben, die E10 für weniger als 2 Euro anbot. Bei der Mehrheit lag der Preis damals zwischen 2,10 und 2,30 Euro.

In Berlin war gegen 8 Uhr am Mittwochmorgen Super E10 an der Tankstelle Finckensteinallee (Lichterfelde) mit 1,779 Euro / Liter am günstigsten (Quelle: Tank-App „1-2-3 Tanken“), während  bei einer freien Tankstelle am Tempelhofer Weg (Neukölln) noch 2,218 aufgerufen wurden. Bei Diesel wurden ausweislich der Tank-App um die gleiche Zeit Preise zwischen 1,829 Euro an der Hauptstraße (Buchholz) und 2,179 Euro am Kronprinzessinnenweg (Wannsee) verlangt.

Der theoretische Preisunterschied für Superbenzin durch die Steuerentlastung läge bei 35 Cent pro Liter. Das liegt angesichts der vorliegenden Daten grob abgeschätzt in Reichweite der Senkungen. Für eine genauere Bewertung ist es allerdings noch zu früh.

Grafik: P. Massow, Redaktion: J. Schneider dpa

Auch die Diesel-Preise fallen

Auch bei Diesel ergab sich ein klarer Trend in Richtung fallender Preise. Hatte es den Kraftstoff noch am Dienstagmorgen nur in seltenen Fällen für weniger als 2 Euro gegeben, machten diese Preise am Mittwoch bereits die Mehrheit aus. Mehr als 2,10 Euro wurden dagegen kaum verlangt. Das war am Dienstag noch fast in der Hälfte aller Fälle so gewesen. Bei Diesel liegt die Entlastung durch die Steuersenkung mit knapp 17 Cent pro Liter deutlich niedriger.

Im Vorfeld war erwartet worden, dass die Spritpreise am Mittwoch nicht abrupt fallen werden. Grund dafür ist, dass die gesenkte Steuer nicht beim Verkauf an der Zapfsäule sondern ab Tanklager beziehungsweise Raffinerie anfällt. Das bedeutet, dass alle vor Mitternacht gelieferten Vorräte der Tankstellen noch mit dem normalen höheren Steuersatz belastet sind.

Dass die Mehrheit der Tankstellen dennoch bereits jetzt die Preise kräftig senkte, könnte eine Folge der hohen öffentlichen Aufmerksamkeit und des damit einhergehenden Wettbewerbsdrucks sein.

Uneinig sind sich die Experten allerdings darüber, ob nicht schon in wenigen Tagen die Preise wieder anziehen könnten. Grund ist das in der EU vereinbarte Öl-Embargo gegen Russland, das den Ölpreis in die Höhe hat schnellen lassen. Rechnen manche Fachleute damit, das schon bald die Preise deshalb so stark steigen könnten, dass sie den Tankrabatt überkompensieren, sind andere überzeugt, dass die hohen Ölpreise bereits eingepreist seien.

Für die Analyse wurden die Preise an rund 400 Tankstellen in und um München, Berlin und Hamburg auf der Homepage des ADAC am Dienstag und Mittwoch jeweils zwischen 6 und 7 Uhr abgerufen und verglichen.