Die Preise an den Tankstellen sinken. dpa/Hauke-Christian Dittrich

Endlich wird das Benzin wieder billiger. Mit dem staatlich verordneten Tankrabatt sollen Autofahrer entlastet werden. Von diesem Mittwoch an gilt die Steuersenkung. An der Zapfsäule macht sie sich aber nicht gleich voll bemerkbar.

Lesen Sie auch: 9-Euro-Ticket jetzt gültig: Wo kann ich das Ticket noch kaufen? Für welchen Zeitraum gilt es? Welche Züge darf ich nutzen? Wie voll wird es in den Zügen? >>

Der Tankrabatt wird bei den Tankstellen wohl erst am Donnerstag oder Freitag voll und überall wirken. Darauf hat der Verband des Garagen- und Tankstellengewerbes Nord-Ost hingewiesen. Von diesem Mittwoch an gilt drei Monate lang eine geringere Energiesteuer. „Die Preise werden aber nicht sofort um 35 Cent runtergehen“, sagte Verbandspräsident Hans-Joachim Rühlemann. Erst müssten die Tankstellen den Sprit verkaufen, den sie selbst noch zu den alten Konditionen erworben haben.

Lesen Sie auch: Tankrabatt: Spritpreis über Nacht abgestürzt! DAS müssen Sie jetzt an der Zapfsäule bezahlen >>

Grafik: P. Massow, Redaktion: J. Schneider dpa

Lesen Sie auch: Reißen Sie niemals Ihre Nasenhaare aus – das kann richtig gefährlich werden! >>

„Gefahr, dass einige Tankstellen leer laufen“

Wegen der gestiegenen Energiepreise senkt der Bund im Juni, Juli und August die Steuer auf Kraftstoffe. Die Energiesteuer fällt nicht erst beim Tanken an, sondern in Raffinerien und Tanklagern. Benzin könnte damit um rund 35 Cent pro Liter billiger werden und Diesel um etwa 17 Cent pro Liter. Für die Mineralölkonzerne besteht allerdings keine Pflicht, die Steuersenkung an die Kunden weiterzugeben.

Ob Autofahrer deshalb schon an diesem Mittwoch mit großem Andrang an den Tankstellen rechnen müssen, sei deshalb schwer zu sagen, sagte Rühlemann. „Wenn wir Riesenandrang haben, kann es sein, dass einige Tankstellen leer laufen“, erklärte er. Denn viele Betreiber hätten versucht, nicht mehr zu viel Kraftstoff vor der Steuersenkung zu kaufen.

Der Verband empfiehlt Autofahrern, mit dem Tanken nicht bis zum letzten Tropfen zu warten. Pendler sollten zumindest einen halbvollen Tank haben, bei anderen genüge eine Viertelfüllung als Reserve.

Die Spritpreise sind vielerorts gesunken - aber noch nicht überall. dpa/ Hauke-Christian Dittrich

Verdienen vor allem die Mineralölkonzerne?

Zuletzt waren die Spritpreise deutlich angezogen. Sie könnten deshalb auch nach der Steuersenkung höher liegen als vor Beginn des Ukraine-Kriegs. Wie viel der Sprit an der Tankstelle kostet, bestimmen Tankstellenbetreiber und Mineralölkonzerne. Sie sind nicht zur Weitergabe der Steuersenkung verpflichtet.

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, äußerte im ZDF-„heute journal“ die Befürchtung, dass die Mineralölkonzerne stark vom Tankrabatt profitieren könnten, sollten sie die Steuersenkung nicht an die Kunden weitergeben. Zudem komme das günstigere Benzin vor allem wohlhabenden Bürgern mit großen Autos zugute und es setze den Anreiz, mehr Öl zu verbrauchen, obwohl man es sparen sollte, kritisierte er.

Andere Experten formulierten weit weniger zurückhaltend. Von Abzocke der Mineralölkonzerne war die Rede. So nannte es der ADAC  „eine Tatsache“, dass die Spritpreise im Vorfeld des Tankrabatts unverhältnismäßig angehoben würden. Der Chef des Tankstellenverbands TIV Peter Hengstermann sprach ganz offen davon, dass die Konzerne „die Preise künstlich nach oben treiben, um den Tank-Rabatt wegzuschlucken“.

Lesen Sie dazu auch: ADAC klagt an: Benzinpreis viel zu hoch – zocken die Öl-Multis uns ab? >>