Jack Ma, verschwundener Internet-Milliardär. Foto: Christophe Petit Tesson/EPA/dpa

Peking - Der Mann ist milliardenschwer - und weg: Seit Oktober 2020 gibt es kein Lebenszeichen mehr von Jack Ma (56), dem Begründer der chinesischen Internet-Verkaufsplattform Alibaba. In den USA wäre das etwa so, als ob Facebooks Mark Zuckerberg verschwunden wäre.  

Ma hatte bei einem Vortrag in Shanghai Chinas Bankensystem angegriffen, das mit Methoden von gestern und veralteten Vorschriften operiere, so Innovationen erschwere. Das war das letzte Mal, dass er in der Öffentlichkeit gesehen wurde. 

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Alibaba, 1999 gegründet und jetzt das vermutlich größte Internet-Konglomerat Chinas, reagiert nicht auf Fragen nach dem Verbleib seines Gründers, die staatlich gelenkten Medien schweigen. Es gibt jedoch Hinweise, dass sich die kommunistische Staatsführung auf die Füße getreten fühlte und die Macht von Monopolisten brechen will: Kurz nach dem Vortrag wurde der Börsengang einer Alibaba-Tochterfirma gestoppt. Außerdem wurde Ma aus der Jury einer TV-Castingshow für Jungunternehmer entfernt.

Der US-Sender CNBC berichtete, man habe von einem Insider erfahren, dass sich Ma  „vorerst zurückgezogen“  habe. Der unabhängige Shanghaier  Wirtschaftsforscher Liu Shengjun erklärte: „Er hat seine Tür verschlossen und denkt über seine Fehler nach.“