Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bedauerte in einem Brief die tödlichen Schüsse an der Grenze zu Südkorea.   Foto: Jung Yeon-je/AFP

Seoul - Nachdem nordkoreanische Soldaten einen südkoreanischen Ministerialbeamten erschossen haben, ist Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bemüht, in Seoul die Wogen zu glätten. Kim habe sich in einem Brief für den Vorfall entschuldigt, teilte Südkoreas Präsidialamt am Freitag mit. Es sei extrem bedauerlich, „durch diesen unerwarteten Vorfall Präsident Moon Jae In und die Südkoreaner enttäuscht zu haben“. Dass sich Nordkoreas autokratischer Anführer beim Nachbarn entschuldigt, gilt als ungewöhnlich.

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs war der 47-jährige Beamte des Fischereiministeriums am Montag während einer Dienstfahrt auf einem Patrouillenschiff nahe der Seegrenze vor der Westküste unterwegs, als er plötzlich vom Boot verschwand. Nach Angaben aus Pjöngjang hätten die Soldaten zehn Schüsse auf den Mann abgegeben, der illegal in nordkoreanische Gewässer eingedrungen sei und sich geweigert habe, sich ordnungsgemäß auszuweisen. Die Grenzsoldaten hätten gemäß den Anweisungen gehandelt.

Die Führung in Pjöngjang sei aber bemüht, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole. Auch habe sie betont, „wachsamer zu sein, damit das in den vergangenen Jahren zwischen Nord- und Südkorea aufgebaute Vertrauen und der Respekt nicht zerstört werden“.