Impfen ist der beste Schutz vor der Delta-Variante. AFP/Kena Betancur

Eine laufende Nase, ein rauer Hals und Kopfschmerzen - die Delta-Variante des Coronavirus löst Symptome wie bei einer Erkältung aus. Damit steigt die Gefahr, dass sie nicht rechtzeitig erkannt wird und das Virus sich verstärkt ausbreitet. In Berlin sprang die 7-Tage-Inzidenz bereits auf 22,6. Vestärkt sich der Anstieg weiter, drohen schwer wiegende Folgen.

Delta-Variante könnte im Herbst durchschlagen

Denn Auswertungen aus Kanada sowie Daten aus England hätten gezeigt, dass die Hoffnung, Delta wäre zwar ansteckender, aber nicht tödlicher, nicht bestätigt hätten, schlägt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Alarm.

Der kanadischen Studie nach waren bei einer Covid-19-Erkrankung mit Delta-Variante auch die gesundheitlichen Risiken deutlich höher als bei frühen Corona-Typen: Das Risiko, ins Krankenhaus zu müssen, war um etwa 120 Prozent erhöht. Die Gefahr, Intensivpflege zu benötigen, um etwa 287 Prozent. Das Sterberisiko war demnach um etwa 137 Prozent höher.

Lauterbach hält deshalb die Delta-Variante für deutlich gefährlicher als bisherige Mutanten des Coronavirus. „Von allem, was wir bisher wissen, müssen wir davon ausgehen, dass die Delta-Variante sowohl ansteckender als auch tödlicher ist“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag).

Der Epidemiologe zeigte sich daher „sehr sorgenvoll für den Herbst“.

Viele schwere Verläufe auch bei Jüngeren

Lauterbach sagte, die Delta-Variante könne auch für jüngere Menschen und Kinder schwere gesundheitliche Folgen haben. „Obwohl wir dort keine oder nur sehr wenige Todesfälle erwarten müssen, wird es viele auch schwere Verläufe geben, deren Endergebnis Long Covid auch für Kinder sein kann“, sagte Lauterbach. Patienten mit Long Covid haben auch nach einer Infektion anhaltende Symptome.