Die Folgen der Klimakrise müssen bislang vor allem ärmere Bevölkerungsgruppen bezahlen.
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Weil die reichsten Menschen auf der Erde für einen Großteil der CO2-Emissionen verantwortlich sind, sollten sie laut einer Studie auch stärker für deren Kompensation besteuert werden. Die Last der notwendigen Klimaschutzpolitik sei in den vergangenen Jahrzehnten jedoch unverhältnismäßig stark von einkommensschwächeren Gruppen getragen worden, hieß es in der am Mittwoch veröffentlichten Studie des World Inequality Lab (WIL).

„Regierungen brauchen neue Einnahmequellen, um in grüne Infrastrukturen zu investieren“, sagte WIL-Vizedirektor Lucas Chancel.

Vermögenssteuern für den Klimaschutz

Während sich die CO2-Emissionen wieder den Werten vor der Corona-Pandemie annähern, zeigen jüngste Daten der Studie zufolge, dass das reichste Prozent der Weltbevölkerung 2019 für 17 Prozent des weltweit ausgestoßenen CO2 verantwortlich war. Die ärmsten 50 Prozent kommen auf nur zwölf Prozent.

„Eine Möglichkeit wären progressive, ökologische Vermögenssteuern“, sagte Chancel. Ein solches Instrument sei politisch nachhaltiger als CO2-Steuern auf den Verbrauch, da diese vor allem einkommensschwache Gruppen belasten würden und nicht dazu beitragen würden, die ungleich höheren Emissionen der Wohlhabenden zu reduzieren.

Ärmere zahlen über höhere Steuern für Gas und Benzin

Vor allem Steuern auf fossile Energieträger hätten einkommensschwache Menschen belastet. „Es sollte ein größeres Augenmerk auf politische Instrumente gelegt werden, die wohlhabendere Gruppen in den Blick nehmen, etwa für den Besitz von umweltschädlichen Vermögenswerten wie Investitionen in Öl, Gas oder Kohle“, hieß es in dem Papier.

Ab Ende Oktober verhandeln die Regierungen auf der Weltklimakonferenz in Schottland (COP26) darüber, wie sie das Ziel des Pariser Abkommens von 2015 konkret einhalten können. Damals hatte sich die Staatengemeinschaft darauf geeinigt, für eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter zwei und möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu sorgen.