Blick in den Plenarsaal: 36 Prozent der Abgeordneten verdienen nebenbei. imago/Future Image

Während viele Menschen in der Corona-Krise um ihre Jobs bangten, verdienten die Bundestagsabgeordneten in den letzten Jahren zusätzlich zu ihren Bundestagsdiäten erstaunlich gut: Denn einem Bericht nach sind die Nebeneinkünfte von Bundestagsabgeordneten in der aktuellen Legislaturperiode stark gestiegen.

Seit einer ersten Bilanz im Jahr 2013 von geschätzt 30 Millionen Euro hätten sie sich nun auf etwa 53 Millionen Euro erhöht, schreibt die Süddeutsche Zeitung (Samstagsausgabe) unter Berufung auf eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung.

Der größte Anteil der Nebenverdiener kommt demnach aus der Unionsfraktion, gefolgt von der FDP.

Die meisten Nebenverdiener kommen aus CDU, CSU und FDP

Der Studie zufolge haben von den 709 Abgeordneten des Bundestages 261 angegeben, dass sie außer ihrem Mandat noch bezahlte Nebentätigkeiten ausüben. Die Studie bezeichnet deshalb Nebeneinkünfte als „Problem einer privilegierten Minderheit von Abgeordneten“.

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Nach Berechnungen der Transparenzorganisation abgeordnetenwatch.de weisen den höchsten Anteil an Abgeordneten mit Nebeneinkünften mit jeweils 51 Prozent die FDP und die CSU auf. Bei der CDU sind es 37 Prozent, bei der SPD 26 Prozent, bei der AfD 24 Prozent, bei der Linken 21 Prozent und bei den Grünen 15 Prozent.

Geld kommt oft von Lobbyverbänden

Das Geld stamme oftmals von Unternehmen und Lobbyverbänden, bei denen sie Posten innehaben, so abgeordnetenwatch.de weiter.

Nach einer Verschärfung der Transparenzregeln als Folge der Maskenaffäre und Fällen von bezahlter Lobbyarbeit für Aserbaidschan durch Unionsabgeordnete müssen Nebeneinnahmen von mehr als tausend Euro monatlich künftig nicht mehr in Stufen angegeben, sondern genau beziffert werden.

Die Studie bemängelt, dass auch mit dem neuen Verfahren eine genaue Kontrolle der Angaben nicht gewährleistet ist und schlägt vor, zur Prüfung eine eigene Kommission aus Abgeordneten und externen Experten zu berufen.