Ein Stromzähler in einem privaten Haushalt.  Foto:  dpa/Patrick Pleul

Hunderttausende Berliner müssen von August an mehr für ihren Strom bezahlen. Der Grundversorger Vattenfall erhöht die Tarife und begründet dies mit höheren Steuern und Abgaben sowie gestiegenen Netz- und Beschaffungskosten.

Für einen Haushalt im Grundversorgungstarif mit einem Jahresstromverbrauch von 2200 Kilowattstunden erhöhe sich der Rechnungsbetrag um 3,87 Euro im Monat, teilte Vattenfall am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Das entspricht demnach einer Steigerung um knapp sechs Prozent.

Vattenfall hat rund 1,6 Millionen Kunden in Berlin. Konkret steigt der Verbrauchspreis von 31,14 Cent je Kilowattstunde auf 33,25 Cent. Der Grundpreis bleibt stabil bei 8,20 Euro je Monat. Das bedeutet, dass die Preiserhöhung umso stärker zu Buche schlägt, je mehr ein Haushalt verbraucht. Für die Tarife Easy12 und Easy24 bezifferte Vattenfall die Preissteigerung auf rund 5,4 Prozent.

Strompreise steigen bundesweit

Die Kunden zahlen dabei vorerst den bisherigen Mehrwertsteuersatz. Senkt ihn der Bund wie angekündigt von 19 auf 16 Prozent, werde dies bei der Jahresrechnung berücksichtigt, versicherte Vattenfall. Die Bundesregierung will die Steuer von Juli an für ein halbes Jahr reduzieren, um in der Corona-Krise die Wirtschaft anzukurbeln.

Bundesweit waren die Strompreise zuletzt gestiegen. In drei Viertel der Netzgebiete haben die Kunden in diesem Jahr schon eine Erhöhung bekommen, wie der Datenbankanalyst Enet errechnet hat. Er geht von einem Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden aus und sieht im Durchschnitt ebenfalls ein Plus von knapp sechs Prozent.

Vattenfall hob hervor, dass der Strompreis zu mehr als drei Viertel auf Abgaben, Umlagen und Gebühren beruht. Der Tarif der Grundversorgung ist in der Regel besonders teuer. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur hatte zuletzt noch mehr als ein Viertel der Haushalte einen solchen Standardtarif. Wer den Tarif oder auch den Anbieter wechselt, kann in der Regel viel Geld sparen.