Ex-Präsident Donald Trump am 5. Juni bei einem Kongress der Republikaner in North Carolina. AP/Chris Seward

Seit Wochen rühren die Republikaner in den USA die Werbetrommel für ihr prominentestes Mitglied: „Wir sammeln Unterschriften von Patrioten aus dem ganzen Land, um eine GEWALTIGE Geburtstagskarte zu füllen“, heißt es in einer ihrer Mails.

Das Geburtstagskind: Ex-Präsident Donald Trump, der am kommenden Montag (14. Juni) 75 Jahre alt wird. Seit seinem Auszug aus dem Weißen Haus – und seit seinem Rauswurf bei Twitter – ist es ruhiger um ihn geworden. Polit-Rentner ist der Ex-Präsident aber noch lange nicht. Im Hintergrund zieht er weiter die Strippen in seiner Partei. Auch sein Comeback als Präsidentschaftskandidat ist nicht ausgeschlossen.

Die Wahlniederlage ausgerechnet gegen den von ihm als „schläfrig“ verspotteten Joe Biden will sich Trump bis heute nicht eingestehen. Der Demokrat Biden übrigens ist an Trumps Ehrentag in Brüssel, um die Beziehungen zu den europäischen Verbündeten zu flicken, die unter seinem Vorgänger schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden.

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Trump pfiff im Weißen Haus auf Gepflogenheiten, dasselbe gilt für seine Rolle als Ex-Präsident. Die ersten Monate nach seiner Amtszeit verbrachte Trump in seinem Club Mar-a-Lago in Florida, inzwischen ist er in seinen Golfclub in Bedminster (New Jersey) übergesiedelt, sein Sommerdomizil.

Die ersten Monate nach seiner Amtszeit residierte Trump in seinem Club Mar-a-Lago in Palm Beach. imago/ZUMA Wire

Normalerweise halten sich frühere Amtsinhaber mit Kritik am Nachfolger zurück. Trump dagegen schießt per Rundmails aus Florida und New Jersey gegen die Biden-Regierung, der er vorwirft, seine Errungenschaften zu „zerstören“. Auch die Justiz ist zum Ziel seiner Angriffe geworden. Die New Yorker Staatsanwaltschaft – die die Herausgabe seiner Steuerunterlagen erstritten hat – ermittelt. Trump spricht von einer „Hexenjagd“.

Trump lässt sich jeden Abend von Clubgästen applaudieren

Die Washington Post berichtete Anfang Mai, Trump habe nach mehreren Wochen in Mar-a-Lago zu einem gewissen Rhythmus gefunden. Er schaue fern, telefoniere mit Verbündeten und empfange Parteifreunde. Beim Abendessen lasse der Ex-Präsident sich von Clubgästen applaudieren, er spiele Golf, und er „wettert gegen die Ergebnisse der Wahl 2020“.

In seinem Umfeld habe Trump damit geprahlt, dass er irgendwann einen Buchvertrag erwarte, obwohl kein solches Angebot bekannt sei. An einer Bibliothek, die Ex-Präsidenten traditionell einrichten, habe Trump kaum Interesse gezeigt. Trump scheine zu befürchten, dass jedes Gespräch über sein politisches Erbe signalisiere, dass er bei der Präsidentenwahl 2024 nicht wieder antreten wolle.

Polit-Rentner Trump mit Ehefrau Melania imago/UPI Photo

Ob Trump noch einmal als Kandidat ins Rennen geht, dürfte auch davon abhängen, wie die Republikaner bei den Kongresswahlen im kommenden Jahr abschneiden. Trump will vor den Wahlen den Königsmacher spielen, indem er Kandidaten öffentlich unterstützt oder ihnen seine Unterstützung versagt.

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Sollten die Republikaner das Repräsentantenhaus und womöglich auch den Senat von den Demokraten zurückerobern, dürfte Trump das als seinen Erfolg verkaufen.

Wie groß Trumps Einfluss innerhalb seiner Partei noch ist, hat der Ex-Präsident kürzlich bewiesen, als er seine parteiinterne Kritikerin Liz Cheney aus deren Führungsposten in der Fraktion im Repräsentantenhaus wählen ließ.

Außerhalb der Partei schrumpft sein Einfluss aber gewaltig: Sein neuer Blog: „Vom Schreibtisch von Donald J. Trump“ ging schon nach drei Tagen wieder offline. Zuvor hatte die Washington Post berichtet, Trumps Homepage habe binnen einer Woche weniger Besucher angezogen als beispielsweise die Haustier-Adoptionsseite Petfinder.

Die Zeitung schrieb: „Im Internet gleitet der ehemalige Präsident Donald Trump auf etwas zu, gegen das er sein ganzes Leben lang gekämpft hat: Bedeutungslosigkeit.“