Für Heimarbeit zu Corona-Zeiten sind 50 Euro Steuer-Pauschale im Gespräch.  Foto: Imago Images/photothek

Die Hoffnung vieler Arbeitnehmer, ihre Arbeitsecke im Homeoffice von der Steuer absetzen zu können, droht zu platzen. Union, SPD und Grüne leisten Widerstand gegen die von Gewerkschaften, Steuerexperten und der FDP vorgeschlagene Homeoffice-Pauschale. Sie könne „dem Verkäufer, der Erzieherin und der Krankenschwester nicht erklären, warum sie leer ausgehen“, sagte die finanzpolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion, Antje Tillmann, dem „Tagesspiegel am Sonntag“.

„Viele der kleinen Leute arbeiten in Jobs, in denen sie gar kein Homeoffice machen können“, sagte auch der finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lothar Binding, der Zeitung. „Warum sollten diese das Nachsehen haben, wenn andere entlastet werden?“

Alle aktuellen News aus Politik & Wirtschaft finden Sie hier.

Der Finanzausschuss des Bundestags will sich voraussichtlich am Mittwoch mit dem Thema beschäftigen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Deutsche Steuergewerkschaft, der Bund der Steuerzahler und die FDP wollen Arbeitnehmern im neuen Jahressteuergesetz eine steuerliche Pauschale von 50 Euro im Monat einräumen, damit diese ihre Zusatzkosten für das Arbeiten zuhause von der Steuer absetzen können.

Lesen Sie auch: WHO warnt vor schlimmen Lockdown-Folgen

Das würde vor allem den Beschäftigten helfen, die kein eigenes Arbeitszimmer haben. „Ich stelle mir eine einfache Pauschale vor, mit der Arbeitnehmer ihre Zusatzausgaben für Strom, Wasser, Heizung, Telefon, Internet und sonstige Ausgaben steuerlich geltend machen können, auch wenn sie kein Arbeitszimmer haben, sondern nur eine Arbeitsecke im Wohnzimmer frei räumen oder am Küchentisch arbeiten“, sagte die Vorsitzende des Finanzausschusses, Katja Hessel (FDP), dem „Tagesspiegel“.