Ärger im Bahn-Staatskonzern: Vorstände und Geschäftsführer von Tochtergesellschaften sollen Boni erhalten. Foto: imago/Jan Huebner

Bahn-Chef Richard Lutz und die beiden Vorstandskollegen Ronald Pofalla (Netz) und Berthold Huber (Personenverkehr) sollen von 2023 an zehn Prozent mehr Geld erhalten, wie der Spiegel berichtet. Lutz werde dann im Zuge seiner Vertragsverlängerung ein Fixgehalt von 990.000 Euro bekommen (bisher 900.000 Euro). Bei Huber und Pofalla steigt die feste Vergütung von 650.000 Euro auf 715.000 Euro. Kommende Woche soll der Bahn-Aufsichtsrat die Erhöhungen abnicken.

Gehaltserhöhung für Bahn-Chefs

Zoff hingegen gibt es über die variable Vergütung der Führungskräfte. Während die sieben Konzernvorstände in diesem Jahr nach milliardenschweren Staatshilfen freiwillig auf Boni verzichteten, gilt dies nicht für die mehr als 3500 Führungskräfte im DB-Konzern.

Die erhielten einen deutlichen Anteil ihrer variablen Entgeltbestandteile in Höhe von 64 Prozent für das Jahr 2020 – und das trotz der Einschwörung auf einen harten Sanierungskurs im Konzern und einer neuen Rekordverschuldung von mehr als 30 Milliarden Euro, kritisierte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Dazu sollen die Aufsichtsräte die Boni für 68 weitere Vorstände und Geschäftsführer im DB-Konzern absegnen.

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„Dem direkten Personal wird eingeredet, dass es den Gürtel enger schnallen muss, während sich die Führungskräfte beim Bahnvorstand für die Zahlung der Boni herzlich bedanken können“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.

Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat wollen die Auszahlung noch stoppen. In der Belegschaft sorgen die Gehälter des Spitzenpersonals für Unmut. Denn wegen der hohen Verluste durch Corona bekommen die Beschäftigten nur magere Lohnsteigerungen von 1,5 Prozent ab 2022.