Familien der Hanau-Opfer (v. li.), First Lady Elke Büdenbender und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.  Foto: Odd Andersen/Pool via AP

Berlin - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Mittwoch mit Hinterbliebenen der Terror-Opfer von Hanau getroffen. Das rassistische Gewaltverbrechen im Februar dieses Jahres habe neun „einzigartige Menschen“ getroffen, „die keine Fremden waren, sondern Teil dieser Gesellschaft“, sagte Steinmeier.  

Ihre Geschichten führten vor Augen, „dass in unserer Einwanderungsgesellschaft längst eine junge Generation herangewachsen ist, in der sich die unterschiedlichsten Lebenswelten vermischt haben“. Eine Generation, für die längst nicht mehr entscheidend sei, woher jemand komme, „sondern wofür er steht und wohin er will“.

Stimme gegen Rassismus erheben

Steinmeier nutzte die Gelegenheit und rief alle Bürger dazu auf, ihre Stimme gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu erheben. Der Bundespräsident sagte: „Wir müssen unsere Stimme erheben und solidarisch sein, wann immer Menschen in unserem Land in ihrer Würde verletzt werden.“ Rassistische Zuschreibungen seien menschenfeindlich und sie würden der Lebenswirklichkeit in unserer vielfältigen Gesellschaft nicht gerecht.

Hintergrund: Am 19. Februar hatte ein 43-jähriger Deutscher in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Später tötete er vermutlich seine Mutter und schließlich sich selbst.

Im Anschluss an die Ansprache führten der Bundespräsident und seine Frau Elke Büdenbender sowie Innenminister Horst Seehofer (CSU) und der Opferbeauftragte der Bundesregierung, Edgar Franke, jeweils Gespräche mit einzelnen Gruppen der Angehörigen. (mit dpa)