Ein Rudel maskierter Männer der Omon-Sondereinheiten hat Frauen festgenommen, die gegen Lukaschenko demonstriert hatten. Foto: Ulf Mauder/dpa

Minsk - Trotz Gewaltandrohung durch den Diktator Alexander Lukaschenko sind in der belarussischen Hauptstadt Minsk am Sonntag erneut mehrere tausend Menschen auf die Straße gegangen. Sie demonstrieren gegen den Präsidenten, weil er sich Anfang August mit einer mutmaßlich gefälschten Wahl an der Macht gehalten hatte. Es soll viele Festnahmen gegeben haben.

Eine Frau kniet in Minsk vor einer Reihe Männer in Tarnanzügen, eine zweite hat eine alte belarussische Fahne umgelegt, die als Symbol der Opposition gilt. Foto: Nascha Niwa / Twitter

Über die Zahl der Teilnehmer kann nur spekuliert werden, weil eine Reihe ausländischer Journalisten ein Arbeitsverbot erhalten hatten, ein ARD-Team war eine Nacht lang in einer Polizeiwache festgehalten worden. Video-Schnipsel in sozialen Medien scheinen zu belegen, dass mindestens zehntausende Demonstranten unterwegs waren, wenn nicht Hunderttausende wie an vergangenen Sonntagen.

Mit über mannshohen Gittern, an Autos  befestigt, fuhren Truppen des Regimes auf Demonstranten zu. Foto: Natalia Fedosenko/TASS/dpa

Vor der Demo, deren Ziel, der Unabhängigkeitsplatz, abgesperrt war, hatten Oppositionelle verlauten lassen: Lukaschenko soll an seinem 66. Geburtstag sehen, dass das Volk gegen ihn und seine Zeit nach 26 Jahren an der Macht abgelaufen sei.

Demonstranten haben sich auf die Straße gelegt oder gesetzt. Foto: Twitter

Bilder zeigen Festnahmen auch von Frauen, die in Mannschaftswagen gezerrt wurden. Über breite Straßen fuhren „Sicherheitskräfte“ nebeneinander in Autos, vor die Gitter gespannt waren. Auf anderen Filmen sieht man Soldaten mit Maschinenpistolen. Bereits am Sonnabend hatte es eine Frauendemonstration mit mehreren tausend Teilnehmerinnen gegeben.