Alexej Repik ist ein russischer Milliardär und der Gründer des Pharmaunternehmens R-Pharm. Imago/ITAR-TASS

Eine bayerisch-schwäbische Gemeinde hofft auf einen russischen Oligarchen. Das klingt wie aus einem ZDF-Heimatfilm, ist aber wahr. Denn in der Gemeinde Illertissen, nicht weit von Ulm, soll bald der russische Impfstoff Sputnik V produziert werden. Bayern allein will 2,5 Millionen Impfdosen kaufen, wenn das Vakzin in Europa zugelassen wird.

Bereits 2014 sah man in der 17.000-Seelen-Gemeinde Illertissen den russischen Unternehmer Alexej Repik als Hoffnungsträger an. Denn das dortige Pfizer-Unternehmen kriselte. Repik gliederte das Werk in seine wachsende Firmengruppe namens R-Pharm ein. Es sollte Medikamente gegen seltene Krankheiten herstellen. Jetzt soll es für die Produktion von Sputnik V ausgebaut werden.

Repik ist Sohn eines Physikers

Alexej Repik wurde 1979 in Moskau geboren, als Sohn eines Physikers und einer Bau-Forscherin. Bereits mit 16 Jahren habe er beim Job in einem Stadtkrankenhaus sein ökonomisches Talent bewiesen, heißt es. Er studierte an der Moskauer Higher School of Economics und war Verlaufsleiter einer Vertriebsgesellschaft. 2001 gründete er seine eigene Firma. Für das Startkapital von umgerechnet 40.000 US-Dollar habe er sein Auto verkauft, erzählt er, „und meine Mutter fügte auch Geld hinzu“.

Das Unternehmen R-Pharm eroberte zunächst den russischen Markt für Medikamentenlieferungen an Krankenhäuser und expandierte dann weltweit. Heute soll R-Pharm 4500 Mitarbeiter an 70 Standorten in 30 Ländern haben. Und Alexej Repik ist einer der reichsten Menschen der Welt, mit geschätzt 2,6 Milliarden US-Dollar. Seine Frau Polina ist Ex-Model und Beauty-Bloggerin.

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Was sich wie die russische Variante des amerikanischen Traums liest, hat gewiss auch mit guten Kontakten zu tun. Unter anderem in den Kreml, zu Putin, dessen Wirtschaftsbeirat Repik angehört. Er leitet Wirtschaftsvereinigungen, fördert Pharmaziestudenten und gründete mit der russisch-orthodoxen Kirche eine Stiftung, um etwa Armen und elternlosen Kindern zu helfen. Seinen geschäftlichen Erfolg erklärt er als Ergebnis reiner wirtschaftlich-mathematischer Berechnungen. „Kopeke kam zu Kopeke“, sagte er. „Das ist Ökonometrie, alles ist banal.“