Lars Klingbeil und Saskia Esken, Vorsitzende der SPD: Das Führungsduo plädiert für verschärfte Anti-Corona-Maßnahmen. dpa/Bernd von Jutrczenka

Nach den Feiertagen drohen den Deutschen neue Einschränkungen – und zwar nicht nur den bisher noch Ungeimpften. Auch Geimpfte und Genesene werden wohl wieder in den sauren Apfel beißen, jedenfalls wenn es nach der Führungsspitze der Kanzlerpartei SPD geht. Im Kampf gegen die hoch ansteckende Omikron-Variante des Coronavirus plädiert die SPD-Vorsitzende Saskia Esken nämlich für Kontaktbeschränkungen für alle – egal ob „gepikst“ oder nicht. Nach Weihnachten soll's losgehen.

Zudem sollte es „eine wesentliche Beschränkung der Großveranstaltungen zum Beispiel im Sport geben“, sagte Esken am Montag nach einer Sitzung des SPD-Vorstands mit Blick auf die Beratungen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit den Ministerpräsidenten der Länder über weitere Maßnahmen gegen Corona. Außerdem strebe man eine Schließung von Clubs und Diskotheken an.

Esken und ihr Co-Vorsitzender Lars Klingbeil sprachen sich zudem dafür aus, die Impfkampagne weiter voranzutreiben und Maßnahmen für den Schutz wichtiger Infrastruktur zu treffen, die durch den Ausfall von Mitarbeitern wegen Corona-Infektionen gefährdet sein könnte.

Angst vor Omikron-Variante – „Neue Dimension“ der Pandemie

Esken zeigte sich zuversichtlich, dass auch bei den Erst- und Zweitimpfungen noch größere Fortschritte möglich seien. „Ich bin mir sicher, dass wir in der Lage sein werden, eine Impfquote von wenigsten 80 Prozent in diesem Land zu erreichen“, sagte sie. Derzeit sind knapp mehr als 70 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig geimpft.

Das Bund-Länder-Treffen wurde am Wochenende angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante auch in Europa für Dienstag verabredet. Mit neuen Maßnahmen will die Politik auf einen eindringlichen Aufruf des neuen Corona-Expertenrats der Regierung zum Handeln reagieren. Deutschland drohe laut den Experten durch Omikron eine „neue Dimension“ des Pandemiegeschehens.